(Minghui.org) Mein Vater praktiziert Falun Dafa nicht und ist gesundheitlich angeschlagen. Zu Hause wird er von einer älteren Dafa-Praktizierenden betreut. Schon immer interessierte er sich sehr für verschiedenste Nahrungsergänzungsmittel und wurde dabei mehrfach von angeblichen Verkäufern betrogen. Einen Großteil seines monatlichen Einkommens gab er für solche Produkte aus.

Ein Verkäufer, der meinem Vater früher bereits Gesundheitsgeräte verkauft hatte, besuchte ihn kürzlich erneut, um ihm elektrische Heizdecken anzubieten. Er behauptete, der ursprüngliche Preis liege bei 4.000 Yuan (etwa 520 Euro), derzeit würden sie jedoch im Rahmen einer Aktion für 2.000 Yuan (etwa 260 Euro) angeboten. Mein Vater kaufte eine, ebenso wie seine Betreuerin. Keiner von beiden erzählte mir davon.

Als ich meinen Vater besuchte, entdeckte ich die Heizdecke. Ich recherchierte im Internet deswegen und fand dabei heraus, dass ein identisches Produkt desselben Herstellers für knapp über 500 Yuan (etwa 65 Euro) erhältlich war. Ich sagte zu meinem Vater: „Der Preis, den dieser Mann verlangt hat, ist deutlich überhöht. Ich werde ihn fragen, ob wir die Decke zurückgeben können. Wir können diese hier zurückschicken, dann besorge ich dir dasselbe Modell.“

In Wahrheit begann meine Gelassenheit bereits zu schwinden. Ich war verärgert darüber, dass mein Vater erneut hereingelegt worden war, und mein Ton war alles andere als freundlich. Er klang vorwurfsvoll und sarkastisch. Daraufhin rief ich den Verkäufer an und fragte, ob eine Rückgabe möglich sei. Der Verkäufer reagierte ausweichend. Er meinte zunächst, es sei schwierig, und verwies darauf, dass er erst Rücksprache mit seinen Vorgesetzten halten müsse. Dabei führte er verschiedene angebliche Probleme mit dem System an. Ich hatte deutlich den Eindruck, dass es sich um ein System handelte, das einem Schneeballsystem ähnelte. „Bitte tun Sie einfach Ihr Bestes, die Rückgabe für uns zu veranlassen“, erwiderte ich. Dann machte ich mich auf den Heimweg.

Mein Vater rief mich später an und erzählte, dass er den Mann erneut kontaktiert habe. Der Mann behauptete, alle online verkauften Produkte seien Fälschungen – die Decke meines Vaters sei anders, und eine Rückgabe sei daher nicht möglich. Mein Vater fügte hinzu: „Lass es gut sein. Wir müssen den Verlust wohl hinnehmen.“ Da er sich entschlossen hatte, die Angelegenheit nicht weiterzuverfolgen, mischte ich mich nicht weiter ein.

Doch seitdem ich von dem Vorfall erfahren hatte, lastete ein Gefühl der Schwere auf mir. Mir war klar, dass ich ernsthaft nach innen schauen musste – ich sollte in mich gehen und mich selbst hinterfragen. So beruhigte ich mich und dachte nach: Warum reagierte ich in dieser Situation so emotional? Warum wurde ich überhaupt so aufgebracht?

Überraschend viele Anhaftungen

Als ich nach innen schaute, entdeckte ich überraschend viele Anhaftungen. Die erste betraf die Zuneigung zu meiner Familie. War die Ursache meines Unbehagens nicht einfach der Schmerz darüber, dass mein Vater getäuscht worden war und darunter litt? Wenn ich hörte, dass andere Menschen betrogen wurden, warum reagierte ich dann nicht genauso emotional?

Die zweite war die Anhaftung an materiellen Gewinn. Mein Vater hatte schon früher Produkte von dieser Person gekauft. Wann immer ich davon erfuhr und nach einer Online-Recherche feststellte, dass der Preis nur um ein oder zwei hundert Yuan (etwa 16–30 Euro) abwich, ließ ich es meist auf sich beruhen. Doch dieses Mal betrug der Preisunterschied ein Vielfaches des tatsächlichen Wertes und ich wollte das Geld nicht einfach abschreiben. Meine Mutter ist Praktizierende und leidet unter schwerem Krankheitskarma. Sie benötigt ständige Pflege, zudem fallen laufende Haushaltskosten an. Diese sinnlose Geldverschwendung konnte ich einfach nicht hinnehmen.

Damals empfand ich auch einen gewissen Groll. Zuvor hatte ich unsere Pflegerin gebeten, mich darüber zu informieren, wenn so etwas geschah, damit ich den Preis überprüfen und verhindern konnte, dass wir betrogen wurden. Dieses Mal hatte sie es mir bewusst verschwiegen. Emotional geriet ich aus dem Gleichgewicht; es fühlte sich an, als würden sie und mein Vater mich nicht ernst nehmen und stattdessen den Behauptungen des Verkäufers blind vertrauen. Trotz meiner wiederholten Hinweise und ernsthaften Ermahnungen waren sie erneut einem Betrug zum Opfer gefallen. Warum hörten sie nicht einfach auf meinen Rat?

Dabei musste ich an die Geschichte denken, in der Sun Wukong in „Die Reise nach Westen“ den Weißknochen-Dämon dreimal besiegt. Die Tricks des Betrügers waren eigentlich nicht besonders raffiniert. Doch ähnlich wie in jener Geschichte: So sehr ich meinem Vater die Situation auch erklärte, ließ er sich immer wieder von den honigsüßen Worten des Verkäufers täuschen und griff auf dessen Argumente zurück, um sein Handeln zu rechtfertigen.

Als ich nach innen schaute, um mich selbst zu hinterfragen, entdeckte ich ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Selbstbestätigung. „Warum müssen sie auf mich hören? Warum bin ich so verärgert, wenn ich herausfinde, dass sie Dinge vor mir verheimlichen?“ Ist das nicht eine Manifestation der Kultur der Kommunistischen Partei – die Denkweise, dass man immer Recht haben muss, dass alle anderen den Anweisungen gehorchen müssen und dass jede Nichtbefolgung eine Übertretung darstellt und einem das Gefühl gibt, nicht respektiert zu werden? Damit verflochten war ein Hauch von Neid – der empörte Gedanke, dass sie mir trotz all meiner harten Arbeit zu ihrem eigenen Wohl immer noch Dinge vorenthielten und mich wie einen Außenseiter behandelten, während sie bereitwillig den Worten eines Betrügers vertrauten. Waren das nicht die Gefühle eines gewöhnlichen Menschen?

Wie sollte ich also aus der Perspektive eines Kultivierenden damit umgehen? Mir wurde klar, dass man sich in Angelegenheiten der gewöhnlichen Gesellschaft – sofern sie Dafa nicht untergraben oder es sich um wesentliche Themen wie Sicherheit handelt – nicht übermäßig einmischen sollte. Wenn ich feststelle, dass ein Familienangehöriger von anderen getäuscht wird, kann ich darauf hinweisen, darf jedoch nicht zu sehr am Ergebnis festhalten. Es genügt, einen gutgemeinten Rat zu geben. Wenn er oder sie darauf hört, ist es gut. Wenn er oder sie jedoch nicht bereit ist zuzuhören, dann sollte ich den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen. Es ist durchaus möglich, dass sie durch diese Erfahrung einen Teil ihrer karmischen Schuld zurückzahlen können. Während ich darauf hinweise, sollte ich eine gütige und wohlwollende Haltung bewahren, Groll und Vorwürfe loslassen und in einem sanften Ton sprechen.

Seit ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, bin ich innerlich allmählich zur Ruhe gekommen. Das Gefühl der Blockade, das ich in meinem Körper spürte, löste sich auf und ich konnte Abstand von der Situation gewinnen und die Dinge objektiv betrachten – ohne mich von oberflächlichen Erscheinungen beeinflussen zu lassen.

Nichts, was uns auf unserem Kultivierungsweg begegnet, geschieht zufällig. Ich bin dem Meister dankbar, dass er diesen Vorfall arrangiert hat, um mir zu helfen, meine verborgenen Anhaftungen zu erkennen. Auch wenn ich sie noch nicht vollständig beseitigt habe, spüre ich doch, dass sie deutlich schwächer geworden sind – so schwach, dass sie mich nicht mehr beeinflussen können.

Dies sind meine persönlichen Erkenntnisse auf meiner Ebene. Sollte daran etwas unpassend sein, bitte ich um eine Korrektur.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel stellt die persönliche Ansicht und Erkenntnis des Autors dar und dient dem Verständnisaustausch.