(Minghui.org) Eine Frau aus der Stadt Dalian in der Provinz Liaoning wurde am 25. Januar 2026 nach 3,5 Jahren Haft freigelassen, die im Zusammenhang mit ihrem Praktizieren von Falun Dafa stand.
Festnahme und Verurteilung
Gao Fuling wurde am 26. Juli 2022 festgenommen, nachdem sie gemeldet worden war, weil sie mit anderen in der Öffentlichkeit über Falun Dafa gesprochen hatte. Die Polizei durchsuchte ihre Wohnung und beschlagnahmte ihren Computer, einen Drucker sowie Informationsmaterialien zu Falun Dafa. Sie wurde über Nacht in der Polizeistation Bayi-Straße festgehalten.
Am nächsten Tag wurde Gao zu einer körperlichen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, wo bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert wurde. Eine Wärterin der Haftanstalt Yaojia weigerte sich zunächst, sie aufzunehmen, gab jedoch auf Drängen eines männlichen Wärters nach.
Am 23. März 2023 verurteilte das Bezirksgericht Ganjingzi Gao zu dreieinhalb Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2.560 Euro). Sie legte beim Mittleren Volksgericht der Stadt Dalian Berufung ein, das am 18. Mai desselben Jahres entschied, das ursprüngliche Urteil aufrechtzuerhalten. Das Berufungsurteil enthielt mehrere Fehler hinsichtlich ihres Namens sowie des Zeitpunkts ihrer Verurteilung.
Im März 2023 zog das Bezirksgericht Ganjingzi 20.000 Yuan von Gao Fulings Bankkonto ein, um die Geldstrafe zu begleichen. Trotz ihrer Krebsdiagnose wurde sie im August 2023 in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning gesperrt.
Folter im Gefängnis
Gao wurde zunächst mehrere Tage im Aufnahmebereich der Zweiten Abteilung festgehalten, bevor sie in die 12. Abteilung verlegt wurde, die darauf ausgerichtet ist, standhafte Falun-Dafa-Praktizierende zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Dort wurde sie im Ersten Team unter der Aufsicht der Wärterin Meng Shuhan untergebracht.
Am ersten Tag verweigerten zwei Mitgefangene, darunter He Dan, Gao die Toilettennutzung. Sie drohten ihr mit Schlafentzug, falls sie Falun Dafa nicht aufgeben würde. Am nächsten Tag fesselten sie sie in ihrer Zelle und zwangen sie, sich Propagandavideos anzusehen, die Falun Dafa verleumdeten. Die Mitgefangene He drohte ihr zudem, ihr künftig das Sitzen zu verbieten.
Gleichzeitig zwang die Wärterin namens Meng Gao, die Gefängnisregeln aufzusagen und eine Qigong-Übung auszuführen, die darauf abzielte, ihr Praktizieren von Falun Dafa zu stören.
Infolge der Misshandlungen wurde später bei Gao Fuling ein erhöhter Blutdruck festgestellt. Ende November 2023 wurde sie in die 13. Abteilung verlegt, die auch als Krankenhausabteilung bekannt ist. Die Wärter zwangen sie zur Einnahme von Medikamenten, selbst nachdem sich ihr Blutdruck wieder normalisiert hatte.
In der zweiten Hälfte des Jahres 2024 begann das Gefängnis, die Namen und Nummern der Insassen in großer Schrift auf der Rückseite ihrer Kleidung anzubringen. Gao weigerte sich, solche Kleidung zu tragen. Daraufhin zwang die Wärterin Li Shanshan sie, eine Woche lang täglich 30 Minuten in der Hocke zu verharren; zugleich verweigerte sie ihr die Toilettennutzung. Später legte Li ihr Dokumente vor, die Falun Dafa verleumdeten, und forderte sie auf, diese zu unterschreiben. Als sie sich weigerte, zwang Li sie, die Gefängnisregeln niederzuschreiben.
Ein anderes Mal, als Gao sich weigerte, Erklärungen zur Aufgabe von Falun Dafa zu unterzeichnen, sperrte die Wärterin Li sie ein und wies eine Mitgefangene an, sie zu beschimpfen.
Über einen längeren Zeitraum hinweg wurde Gao wiederholt in das Büro der Wärter gebracht, wo man versuchte, sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Man drohte ihr, sie nach ihrer Freilassung weiterhin zu überwachen und die Ausbildung sowie die beruflichen Perspektiven ihrer Kinder und Enkelkinder zu beeinträchtigen, falls sie sich nicht füge.
Wärterin Li untersagte Gao zudem, ihre Familie anzurufen sowie Lebensmittel im Gefängniskiosk zu kaufen, mit der Begründung, diese Möglichkeiten seien nur für verurteilte Insassen vorgesehen.
An einem Tag zwischen März und April 2025 zwang die Wärterin Li Gao, sie bei der Inspektion der Zellen auf verschiedenen Etagen zu begleiten. Auf jeder Etage musste Gao im Treppenbereich in der Hocke warten, während Li die Zellen überprüfte.
Später trat eine neue Gefängnisleiterin namens Su ihr Amt an. Sie wies die Wärterin Dong an, Gao täglich über längere Zeit stehen zu lassen und ihr das Duschen zu verweigern. Zudem wurde eine Insassin angewiesen, ihr Bücher vorzulesen, in denen Falun Dafa verleumdet wurde. Diese Maßnahmen dauerten mehr als drei Wochen an. Erst nach ihrem Protest durfte Gao wieder sitzen und duschen.
Häufige „körperliche Untersuchungen“ im Gefängnis
Zwischen Januar und Februar 2024 wurde allen Insassen der Krankenhausabteilung jeweils zweimal Blut abgenommen. Dasselbe geschah erneut im Zeitraum von Juni bis Juli 2024. Die Wärter nannten keinen Grund dafür und teilten den Insassen auch keine Untersuchungsergebnisse mit.
Ein anderes Mal kam ein mobiler Röntgenwagen und führte bei jedem Insassen eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durch, obwohl das Gefängniskrankenhaus über ein eigenes Röntgengerät verfügte. Zwei externe medizinische Mitarbeiter, einer in den Sechzigern und der andere in den Dreißigern, führten die Röntgenaufnahmen durch, was insgesamt fünf Tage in Anspruch nahm.
Zwischen Juni und Juli 2025 wurde bei allen Insassen erneut eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs in dem Wagen durchgeführt. Wie bereits bei der ersten Röntgenuntersuchung und allen vorherigen Blutentnahmen wurden auch diesmal keine Ergebnisse bekannt gegeben.
Gao erinnerte sich, dass sie sich bereits während einer früheren Haftzeit in demselben Gefängnis im Jahr 2018 ähnlichen Röntgenuntersuchungen unterziehen musste. Einer Insiderquelle zufolge organisiert das Gefängnis diese Untersuchungen seit vielen Jahren einmal jährlich und begründet dies damit, die Gesundheit der Insassen schützen zu wollen, die möglicherweise Staub aus den Werkstätten einatmen. Gao stellte jedoch infrage, warum die Haftanstalt, wenn sie tatsächlich um die Gesundheit der Insassen besorgt sei, die Arbeitsbedingungen nicht verbessere, mehr Schutzkleidung bereitstelle und die Insassen weiterhin zu Überstunden und Wochenendarbeit zwinge.
Im August 2025 zwang das Gefängnis alle Insassen zu einer weiteren umfassenden Untersuchung. Diese beinhaltete Messungen von Größe und Gewicht; Untersuchungen von Ohren, Nase und Hals; Sehtests, zahnärztliche Untersuchungen, Herzultraschall sowie Blutdruckmessungen und gynäkologische Untersuchungen. Zudem wurde allen Insassen eine größere Menge Blut abgenommen.
Am 25. Januar 2026 wurde Gao freigelassen. Sie nahm das Praktizieren von Falun Dafa wieder auf und hat sich inzwischen weitgehend erholt.
Frühere Verfolgung: Drei Haftzeiten im Arbeitslager und eine Gefängnisstrafe
Seit Beginn der Verfolgung wurde Frau Gao wiederholt ins Visier genommen, weil sie an ihrem Glauben festhielt. Sie verbrachte drei Strafen in Arbeitslagern und eine Haftstrafe, insgesamt über acht Jahre.
Im Mai 2004 wurde Gao festgenommen, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Sie wurde zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die sie im Zwangsarbeitslager Dalian sowie im Zwangsarbeitslager Masanjia ableistete. Im Zwangsarbeitslager Masanjia wurde sie einmal mit Handschellen gefesselt und mehrere Tage lang des Schlafes beraubt. Zudem zwangen die Wärter sie, 100 Tage lang täglich über lange Zeit zu stehen.
Im Mai 2006 wurde Gao freigelassen, jedoch am 31. Oktober desselben Jahres erneut festgenommen – jemand hatte sie angezeigt, weil sie mit anderen über Falun Dafa gesprochen hatte. Sie erhielt eine weitere Haftstrafe im Arbeitslager (mindestens ein Jahr), die sie im Zwangsarbeitslager Masanjia ableistete.
Am 1. Dezember 2010 wurde Gao erneut festgenommen, weil sie mit anderen über Falun Dafa gesprochen hatte und zu einer dritten Haftzeit im Arbeitslager von anderthalb Jahren verurteilt. Im Zwangsarbeitslager Masanjia hängten die Wärter sie an ihren Handgelenken auf. Am 29. Mai 2012 wurde sie freigelassen.
Die nächste Festnahme erfolgte am 27. Februar 2015. Sie wurde in der Haftanstalt Yaojia festgehalten. Am 4. August 2015 stand sie vor dem Bezirksgericht Ganjingzi und wurde im Januar 2016 zu vier Jahren Haft verurteilt. Am 23. August 2016 wurde sie in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning eingeliefert, am 26. Februar 2019 freigelassen.
Frühere Berichte:
Provinz Liaoning: Vier Frauen wegen des Praktizierens von Falun Gong in Haft
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