(Minghui.org) Die Fuyou-Straße ist etwa 1.700 Meter lang und liegt im Xicheng-Bezirk von Peking. Auf der Westseite befinden sich Wohngebiete und Verwaltungsgebäude, auf der Ostseite verläuft die Westmauer von Zhongnanhai. Dort liegen auch das zentrale Petitionsbüro des Staatsrats und das Westtor von Zhongnanhai.
Am 25. April 1999 versammelten sich über 10.000 Falun-Gong-Praktizierende friedlich entlang der Fuyou-Straße. Ich nahm an diesem Appell teil, der insgesamt 16 Stunden dauerte. Im Folgenden möchte ich schildern, was ich erlebt habe, als ich zusammen mit anderen Praktizierenden dorthin ging, um beim zentralen Petitionsbüro des Staatsrats vorzusprechen.
Polizei, Zivilbeamte und Militärangehörige
Das Erste Krankenhaus der Peking-Universität sowie dessen Notaufnahme für Frauen und Kinder liegen schräg gegenüber dem nördlichen Zugang zur Fuyou-Straße. Gegen 6 Uhr morgens am 25. April traf ich mich dort mit einigen Praktizierenden aus Peking. Eine Praktizierende sagte: „Das wird heute vermutlich länger dauern, wir sollten vorher etwas essen.“ Wir gingen in ein kleines Frühstückslokal, aßen schnell etwas und überquerten anschließend die Straße, um nach Süden in die Fuyou-Straße zu gehen.
Unerwartet kamen wir dort jedoch nicht weiter. Die Polizei hatte eine Absperrung errichtet und ließ niemanden von Norden aus passieren. Es war etwa 6:40 Uhr, gerade erst hell geworden. Die Gesichter der Polizisten waren kaum zu erkennen, aber das gelbe Absperrband fiel deutlich auf. Einige Praktizierende, die früher gekommen waren, standen bereits dort fest. Dennoch ließen wir uns nicht aufhalten. Eine Praktizierende drehte sich wortlos nach Westen, und wir folgten ihr die Xi’anmen-Straße entlang. Durch eine Hutong-Gasse gelangten wir schließlich von Süden aus doch auf die Fuyou-Straße. (Das zeigt, wie eng die Hutongs in Peking miteinander verbunden sind.)
Auf der Westseite der Straße hatten sich bereits viele Praktizierende versammelt, und wir stellten uns dazu. Alle standen ruhig und still. Kurz darauf strömten weitere Praktizierende von Norden heran – offenbar hatte die Polizei den Zugang kurz nach unserem Weggang wieder geöffnet.
Wir standen schräg gegenüber dem Westtor von Zhongnanhai. Als die Zahl der Menschen weiter zunahm, fanden später Ankommende kaum noch Platz. Einige Praktizierende, offensichtlich von außerhalb, gingen auf die andere Straßenseite zur roten Mauer und stellten sich dort ruhig hin. Doch kaum hatten sie die Mitte der Straße erreicht, tauchten mehrere Polizisten auf und signalisierten ihnen, zurückzugehen. Die Praktizierenden kehrten sofort um und stellten sich ans Ende der Reihe auf der Westseite. Von da an blieb die Ostseite frei – alle standen auf der Westseite der Straße.
Nach 8 Uhr erschienen immer mehr Polizisten. Sie stellten sich gegenüber der Reihe der Praktizierenden auf. Ihre olivgrünen Uniformen wirkten einschüchternd. Anfangs standen sie in kurzen Abständen und beobachteten uns angespannt. Ihre Gesichter waren ernst, ihre Körperhaltung angespannt. Wir dagegen standen ruhig und friedlich da – ohne Banner, ohne Parolen.
Mit der Zeit entspannte sich die Situation. Die Polizisten rückten weiter auseinander, später sah man nur noch vereinzelt jemanden in größerem Abstand stehen. Schließlich begannen sie sich zu unterhalten, einige sprachen sogar mit Praktizierenden. Am Abend, gegen 18 Uhr, waren sie vollständig verschwunden.
Gegen 10 Uhr wurde die Nachricht weitergegeben, dass sich Zivilbeamte unter die Menge gemischt hätten und falsche Informationen verbreiteten. Wir erinnerten uns gegenseitig daran, ihnen keine Beachtung zu schenken.
Um etwa 14 Uhr fuhren Polizeiwagen langsam die Straße entlang und verkündeten über Lautsprecher eine Mitteilung der Pekinger Sicherheitsbehörde. Polizisten verteilten auch Flugblätter mit dem Inhalt, dass sich alle möglichst bald auflösen sollten. Viele nahmen die Zettel entgegen und lasen sie, doch niemand bewegte sich. Zu diesem Zeitpunkt sprachen einige Vertreter der Praktizierenden bereits innerhalb von Zhongnanhai mit Regierungsvertretern. Uns war klar, dass die Polizei hier nicht die Entscheidung traf.
Gegen 15 Uhr tauchten mehrere Zivilbeamte auf und begannen, Fotos zu machen. Einer stellte sich sogar auf einen Hocker, um die hinteren Reihen zu fotografieren. Ich stand damals vorne. Als ich die Kamera sah, richtete ich mich instinktiv auf und dachte: „Ich hoffe, sie machen ein gutes Foto von mir – ich bin ein Dafa-Praktizierender.“
Unter uns stand auch ein Praktizierender in Militäruniform, ein hochrangiger Offizier. Kurz nachdem er fotografiert worden war, kamen zwei Soldaten, sprachen mit ihm und nahmen ihn mit. Später rief er an und sagte, alles sei in Ordnung – er sei nur zur Befragung zurückbeordert worden und man habe ihm gesagt, er solle nicht zur Fuyou-Straße zurückkehren. An diesem Tag war er nicht der einzige Praktizierende in Militäruniform, der in der Menge stand; es waren auch mehrere Praktizierende in Polizeiuniformen anwesend.
Am Abend, nach 22 Uhr, wurden zahlreiche Busse eingesetzt, um Praktizierende nach Hause zu bringen. Zivilbeamte riefen laut: „Wer kommt aus Langfang? Hierher!“ oder „Hebei-Provinz?“ Einige von uns halfen sogar mit, die Menschen zu koordinieren. Unser gemeinsames Ziel war klar: Alle sollten sicher vor Mitternacht nach Hause kommen.
Passanten, Familienangehörige und He Zuoxiu
Der 25. April 1999 war ein Sonntag. Ab 8 Uhr wurde die Straße immer belebter. Fußgänger und Radfahrer betrachteten uns neugierig. Busse und Autos fuhren weiterhin durch die Mitte der Straße.
Ein Angehöriger eines Praktizierenden filmte die Szene mit einer Videokamera. Auch aus Bussen und Autos heraus wurde gefilmt.
Die Atmosphäre war ruhig und kraftvoll: Tausende Menschen standen schweigend auf einer Straßenseite und blickten zur roten Mauer. Diese Stille hatte eine starke Wirkung – Passanten wurden leiser, selbst der Verkehr schien gedämpft.
Gegen 15 Uhr wurde diese Ruhe unterbrochen. Plötzlich liefen viele Menschen entlang der Reihen und riefen Namen. Arbeitgeber und Familienangehörige waren aufgefordert worden, ihre Kollegen und Verwandten zu suchen und nach Hause zu holen. Doch in dieser Menschenmenge war es fast unmöglich, jemanden zu finden. Unter dem Druck blieb ihnen nichts anderes übrig, als herumzulaufen und Namen zu rufen, in der Hoffnung, dass alles gut gehen würde.
Am Nachmittag fiel mir eine Person auf, die sich auffällig entlang der roten Mauer bewegte – klein, leicht gebückt, nervös umherblickend. Tausende Augen waren auf ihn gerichtet. Sie ging sehr schnell, scheinbar etwas verängstigt.Ein Praktizierender erkannte ihn: „Das ist He Zuoxiu.“ Er war bekannt dafür, einen verleumderischen Artikel über Falun Gong geschrieben zu haben. Dieser führte dazu, dass Praktizierenden im Bildungsinstitut von Tianjin verhaftet worden waren als Praktizierende dorthin gingen, um klarzustellen, inwiefern der Artikel diffamierend war.
Ein Praktizierender neben mir fragte einen mir bekannten ehrenamtlichen Helfer aus Peking: „Sollen wir jemanden hinschicken, um ihn zur Rede zu stellen?“ Denn schließlich waren wir waren alle auch wegen dieses Mannes hier.
Der Helfer antwortete: „Ignoriert ihn. Wir müssen nichts unternehmen.“ Mehrere Praktizierende und ich nickten zustimmend. Wir sahen zu, wie He Zuoxiu kurz mit den Wachen am Westtor von Zhongnanhai sprach, die Registrierungsformalitäten erledigte und hineinging. Es ist möglich, dass der Staatsrat He Zuoxiu vorlud, um die Fakten zu überprüfen, nachdem die Vertreter der Praktizierenden über die Situation im Inneren berichtet hatten.
Die Gemeinschaft der Praktizierenden
Gegen 9 oder 10 Uhr morgens kam es etwa 20 Meter südlich von mir plötzlich zu Applaus und Unruhe. Kurz darauf verbreitete sich die Nachricht, dass der damalige Ministerpräsident Zhu Rongji aus dem Westtor herausgekommen war, um sich mit den Praktizierenden zu treffen, und dabei drei Praktizierende zufällig als Vertreter ausgewählt hatte, die nach Zhongnanhai hineingehen sollten, um die Situation zu besprechen. Anschließend ließ er auch den ehemaligen Leiter der Falun-Dafa-Forschungsvereinigung zu sich rufen, um mit ihm zu sprechen.
Am Nachmittag kamen Mitarbeiter aus dem Westtor heraus und wählten weitere Praktizierende für Gespräche aus. In dieser Zeit näherten sich mehrere Personen, die wie Beamte aussahen, den Praktizierenden und sprachen mit ihnen. Einer von ihnen ging direkt auf die Universitätsprofessorin neben mir zu; es stellte sich heraus, dass sie Studienkollegen waren. Die Professorin erklärte ihrem Kommilitonen daraufhin ausführlich die Situation: Sie sprach über den Vorfall am Bildungsinstitut von Tianjin, warum die Praktizierenden nach Peking gekommen waren, und über unsere drei Forderungen (Freilassung der in Tianjin festgenommenen Praktizierenden, Aufhebung des Verbots von Falun-Gong-Büchern und die Erlaubnis, Falun Gong zu praktizieren). Außerdem schilderte sie die körperlichen und geistigen Verbesserungen, die sie seit Beginn ihrer Kultivierung erlebt hatte. Ihrem Beruf entsprechend sprach sie ruhig und logisch. Ihr Kommilitone hörte aufmerksam zu, nickte häufig und ging schließlich zufrieden weg.
Während die Vertreter der Praktizierenden drinnen sprachen, warteten wir draußen ruhig. Von morgens bis abends kamen immer mehr Praktizierende hinzu und stellten sich zu uns. Unter ihnen erkannte ich Universitätsprofessoren, Lehrer, Ärzte, Buchhändler, aus dem Ausland zurückgekehrte Doktoren, Unternehmensleiter, Rentner, Soldaten im aktiven Dienst, Ehepaare, Mütter und Töchter, Väter und Söhne sowie schwangere Frauen und Frauen mit Kindern. Eine schwangere Praktizierende, die schon über sieben Monate schwanger war, wurde es leid, mit ihrem großen Bauch still zu stehen, und ging deshalb in der ersten Reihe ruhig auf und ab, lächelte und bewegte sich entspannt, als würde sie spazieren gehen.
Gegen 10 Uhr setzten sich einige Praktizierende in den vorderen Reihen im Schneidersitz hin. Einige waren daran gewöhnt, so zu sitzen; andere hatten vom langen Stehen müde Beine; wieder andere waren am Abend zuvor von außerhalb angereist und waren erschöpft und schläfrig und konnten nicht mehr stehen. In diesem Moment sagte ein Mitpraktizierender zu mir: „So geht das nicht; wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass wir hier einen Sitzprotest machen.“ Also teilten wir uns die Aufgabe: Er ging von Süden nach Norden und erinnerte die Praktizierenden, während ich von Norden nach Süden ging. Unterwegs erinnerte ich alle, die ich in der ersten Reihe sitzen sah: „Die in der ersten Reihe, bitte setzt euch nicht hin. Wenn ihr müde seid, könnt ihr euch hinten hinsetzen und ausruhen. Wir sind nicht hier für einen Sitzprotest.“ Während ich weiterging und das immer wieder sagte, erkannten die sitzenden Praktizierenden sofort das Problem und standen auf. Das setzte sich bis zum Abend fort; in den vorderen Reihen der langen Menschenkette standen durchgehend Praktizierende, niemand saß. Ich ging bis zum südlichen Ende der Straße und kehrte dann wieder um.
Zu dieser Zeit erzählte mir ein Praktizierender, dass sich auch entlang der Chang’an-Allee, Reihe für Reihe bis zum Xinhua-Tor, Praktizierende aufgestellt hatten; und im Norden entlang der Wenjin-Straße bis zum Beihai-Park. Später berichtete ein Mitpraktizierender, er habe Informationen erhalten, dass die Zahl der Praktizierenden aus Peking zu diesem Zeitpunkt 113.000 betrug.
Was die Zahlen betrifft, gibt es eine einfache Möglichkeit zur Schätzung: Die durchschnittliche Schulterbreite eines Menschen in Nordchina beträgt etwa 39 Zentimeter, und die Fuyou-Straße ist 1.700 Meter lang. Selbst wenn sich die Praktizierenden nur in fünf Reihen aufstellten, ergibt das bereits über 20.000 Menschen, ohne diejenigen in den Gassen, auf der Chang’an-Straße und auf der Wenjin-Straße mitzuzählen. Die Praktizierenden, die von außerhalb kamen, stammten unter anderem aus Tianjin, Langfang, Baoding und Laishui, meist aus Regionen in der Nähe von Peking. Auch aus weiter entfernten Gebieten waren Praktizierende auf dem Weg zur Fuyou-Straße, aber ich hörte, dass viele von den Behörden aufgehalten wurden und nicht ankommen konnten.
Um 13:30 Uhr erhielt die Mitpraktizierende neben mir einen Anruf mit der Nachricht, dass alle in Tianjin festgenommenen Praktizierenden freigelassen worden waren. Ein Verwandter dieser Praktizierenden war zusammen mit anderen am Bildungsinstitut von Tianjin festgenommen worden und hatte sie auf dem Rückweg nach Peking angerufen. In diesem Moment wussten wir, dass die erste unserer drei Forderungen erfüllt war. Die beiden anderen Forderungen – ein legales und freies Umfeld für die Praxis von Falun Gong sowie die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Bücher – wurden von den Vertretern noch weiter verhandelt.
Das Kind eines Mitpraktizierenden war bei mir. Am Nachmittag wurde es müde und hungrig, deshalb ging ich mit ihm in einen kleinen Laden in einer Gasse, um Instantnudeln zu kaufen. Dort trafen wir viele Mitpraktizierende, die Wasser kauften, und einige standen sogar vor der öffentlichen Toilette an. Auf der Westseite der Fuyou-Straße gibt es viele Gassen; die Straßen waren voll, und auch die Gassen waren mit Praktizierenden gefüllt. Einige Praktizierende aus Peking wohnten dort. Einige von uns gingen auch in den Hof eines Mitpraktizierenden, um sich kurz auszuruhen und Wasser zu trinken.
Die geordnete Abreise
Gegen 21:30 Uhr kamen der ehemalige Leiter der Falun-Dafa-Forschungsvereinigung und andere aus dem Westtor von Zhongnanhai heraus. Da wir am selben Übungsplatz gewesen waren, ging ich zu ihnen hinüber. Er sagte: „Ich habe drei Dinge mitzuteilen: Erstens, alle in Tianjin festgenommenen Praktizierenden sind freigelassen worden. Zweitens, einige von uns Vertretern werden morgen zurückkommen, um die Gespräche fortzusetzen. Drittens, alle Praktizierenden müssen vor Mitternacht gehen. Wenn Praktizierende von außerhalb Schwierigkeiten haben, nach Hause zurückzukehren, können Praktizierende in Peking bei der Unterbringung helfen.“ Nachdem wir das gehört hatten, verteilten wir uns sofort, um die Nachricht weiterzugeben, und die Praktizierenden begannen zu gehen.
Zuerst lief ich zurück zu den Mitpraktizierenden, mit denen ich gekommen war, und bat sie, die Nachricht ebenfalls weiterzugeben. Danach ging ich hinaus, um weitere zu informieren. Der Ablauf war nicht ganz reibungslos. Einige stellten die Mitteilung infrage; manche wollten erst gehen, wenn alle drei Forderungen erfüllt waren; andere wollten uns zunächst nicht glauben und zögerten. Besonders Praktizierende von außerhalb waren oft unsicher. Doch je mehr Praktizierende die Nachricht weitergaben, desto mehr begannen schließlich aufzubrechen.
Ich traf viele Praktizierende mit Zweifeln und erklärte es ihnen einzeln. Sogar einige, die ich gut kannte, waren unsicher. Ein gerade aus dem Ausland zurückgekehrter Doktor war sichtlich überrascht und fragte mich: „Stimmt das wirklich?“ Ich fragte zurück: „Glaubst du mir nicht?“ Als wir früher gemeinsam das Fa lernten, hatte er ein sehr gutes Verständnis, deshalb stellte ich ihm diese Frage.
Während ich weiter umherging, kam jemand auf mich zugelaufen, packte mich und sagte: „Bitte hilf mir, sie zu überzeugen. Ich schaffe es nicht, sie wollen einfach nicht gehen!“ Er führte mich tief in eine Gasse, wo viele Praktizierende von außerhalb auf dem Boden saßen und sich nicht bewegten. Ich ging zu ihnen und sagte, dass wir die Anweisung erhalten hatten zu gehen. Eine Praktizierende mit rundem Gesicht, die wie eine Hochschullehrerin wirkte und vermutlich eine freiwillige Koordinatorin war, fragte mich direkt: „Woher wissen wir, dass du kein Spion bist?“
Da verstand ich, warum sie nicht gehen wollten. Den ganzen Tag über hatten sich Zivilbeamte unter die Praktizierenden gemischt und versucht, sie zum Gehen zu bewegen. Da diese Praktizierenden von außerhalb kamen und sich nicht auskannten, waren sie besonders vorsichtig. Ich fragte sie: „Was soll ich tun, damit ihr geht?“ Sie überlegte kurz und sagte: „Rezitiere einen Abschnitt aus dem Lunyu im Zhuan Falun.“ Ich fragte: „Wenn ich es rezitiere, geht ihr dann?“ Sie nickte. Also begann ich fließend zu rezitieren. Nach wenigen Zeilen sagte sie: „Gut, ich glaube dir!“ Sofort standen etwa 20 oder 30 Personen gleichzeitig auf, packten ihre Sachen und gingen.
Das dauerte bis etwa 23 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Praktizierenden bereits gegangen. Ich ging die Fuyou-Straße von Süden nach Norden entlang und suchte nach Praktizierenden von außerhalb, die Hilfe brauchten. An der Kreuzung bog ich in die Wenjin-Straße ein und traf dort einen mir bekannten Koordinator, der ebenfalls den anderen half. Danach ging ich vom nördlichen Zugang wieder nach Süden zurück und sah viele Busse entlang der Straße. Praktizierende stiegen ruhig ein, und jeder Bus fuhr ab, sobald er voll war. Ich sah auch Praktizierende aus Peking, die Müll aufsammelten und in Plastiktüten steckten. Ein Großteil stammte von Passanten und der Polizei, und sie sammelten alles ein. Es blieb kaum etwas zurück; auch die Praktizierenden von außerhalb nahmen alles mit, was sie fanden.
Ich blieb, bis alle Busse abgefahren waren, und ging dann zur Unterführung, um nach Hause zu gehen. Am Eingang sah ich mehrere Praktizierende der ehemaligen Forschungsvereinigung, die die Straße beobachteten. Sie wollten erst gehen, wenn alle anderen weg waren. Über 10.000 Menschen verließen innerhalb von etwas mehr als einer Stunde ruhig und geordnet den Ort. Der gesamte Müll war aufgesammelt; nicht einmal ein Stück Papier blieb zurück. Das zeigt die Kraft, die entsteht, wenn Menschen sich innerlich am Richtigen orientieren.
Schließlich machten sich auch die letzten von uns auf den Heimweh. Kurz bevor ich gegen 23:30 Uhr die Unterführung betrat, blickte ich noch einmal zurück auf die Fuyou-Straße – und sie schien zu leuchten. Sie war völlig leer, ohne Menschen oder Fahrzeuge. Im Licht der Straßenlaternen wirkte die Straße klar und lebendig, fast strahlend. Ein Wort kam mir sofort in den Sinn: „Pracht.“ Diese Erinnerung wird für mich immer etwas Besonderes bleiben.
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