(Minghui.org) Während ich dieses Jahr das Fa auswendig lernte, spürte ich immer wieder, wie sich einige meiner Anschauungen allmählich auflösten, meine Xinxing sich weiter erhöhte und meine Denkweise stabiler wurde. Hier möchte ich berichten, wie ich mich verändert habe.
Beim Fa-Lernen waren manche Passagen oberflächlich betrachtet leicht verständlich. Durch das Auswendiglernen erlangte ich jedoch ein tieferes Fa-Verständnis. Nach und nach erschlossen sich mir tiefere Zusammenhänge. Ich wurde mir auch zuvor unbemerkter Anschauungen bewusster. Später erkannte ich zunehmend die tiefgründige Weisheit des Satzes „Klare Wahrheiten und klare Worte“ im Dafa. Viele Fa-Prinzipien können wir allein durch das Lesen ihrer wörtlichen Bedeutung verstehen, wenn wir frei von vorgefassten Meinungen sind. Mir ist klar, dass das Fa immer da ist, aber wir können seine höheren Prinzipien nicht erfassen, wenn wir es ohne Konzentration lernen oder durch erworbene Vorstellungen daran behindert werden, derer wir uns nicht bewusst sind oder die wir nicht loslassen wollen.
Der Meister erklärt:
„Je mehr du den Stoff der niedrigen Ebene des Qigong lernst, je mehr du dich damit anfüllst, desto schädlicher ist es für dich. Dein Körper ist schon durcheinandergebracht worden.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 11)
Ich verstehe, je mehr wir diese grundlegenden Konzepte wie menschliche Methoden und Theorien in uns aufnehmen, desto mehr prägen sie unser Denken und werden uns dann immer stärker beeinflussen. Wir haben sie über die Jahre akzeptiert und angesammelt. Daher sind wir schon daran gewöhnt wie an die Tatsache, dass eins und eins zwei ist. Als Kultivierende müssen wir diese selbstverständlichen Prinzipien transzendieren und uns vom Einfluss erworbener Betrachtungsweisen befreien.
Unser Verständnis bezüglich Krankheit ändern
Früher sah ich Krankheit als einen realen, greifbaren Zustand an. Mein Verständnis beschränkte sich darauf, dass Kultivierende keine Krankheiten haben und Symptome von Krankheits-Karma nicht als echte Krankheiten anerkennen. Der Meister sprach 1997 in New York City in einer Fa-Konferenz über die Fa-Prinzipien bezüglich Krankheits-Karma. Als ich mir diese Fa-Konferenz erneut ansah, wurde mir bewusst, dass der Begriff „Krankheit“ ein erlerntes Konzept ist. Für Kultivierende existiert das Konzept der „Krankheit“ nicht. Krankheiten können im Energiefeld eines Kultivierenden nicht existieren. Kultivierende mit Gong besitzen kein Qi mehr, geschweige denn Krankheiten.
Kultivierende erleben manchmal Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber, die keine tatsächlichen Krankheiten sind. Wenn ein Kultivierender diese Situationen mit menschlichen, erlernten Anschauungen beurteilt, basieren seine Schlussfolgerungen auf gewöhnlicher Logik: Hohe Körpertemperatur deutet auf Fieber hin; die pralle Sommersonne ist unangenehm und erhöht das Risiko eines Hitzschlags; Niesen verbreitet Bakterien und Viren; zu wenig Kleidung bei Kälte kann zu einer Erkältung führen.
Diese Logik von Ursache-Wirkung verleitet unbewusst dazu, Situationen nach menschlichem „gesunden Menschenverstand“ zu beurteilen. Je mehr man sich auf diese menschlichen Sichtweisen verlässt und sie verinnerlicht, desto stärker prägen sie sich ein und beeinflussen das Urteilsvermögen. Man verlässt sich naturgemäß auf menschliche Erfahrungen und Denkweisen. Kultivierung bedeutet jedoch, sich vom Gewöhnlichen zu befreien, erlernte Anschauungen abzulegen, Karma aufzulösen und sich zu erhöhen.
Menschliche Anschauungen durchbrechen
Mir ist klar geworden, dass wir sehr wahrscheinlich menschliche Anschauungen einfließen lassen, wenn wir etwas sagen, eine Haltung zu etwas einnehmen oder uns eine Meinung über jemanden bilden.
In solchen Momenten messen wir die Dinge nicht mit den Worten des Meisters:
„Sein Maßstab, um das Gute und das Schlechte wirklich zu unterscheiden, ist nicht mehr da.“ (Buddha-Natur, in: Zhuan Falun, Band II)
Diese Anschauungen beeinflussen uns und erzeugen Gedankenkarma.
Nachdem ich dieses Phänomen verstanden hatte, konnte ich den Ursprung solcher Gedanken erkennen. Früher fragte ich mich beispielsweise beim Autofahren sofort, warum Fußgänger oder E-Bikes so schnell fahren oder wie sie so abrupt ausweichen. Heute weiß ich, dass dieser Gedanke aus dem Wunsch nach einem komfortablen Leben ohne unerwartete Zwischenfälle herrührt. Im Gespräch mit Kollegen stimmte ich oft unbewusst ihren Bemerkungen zu, obwohl sie nicht dem Maßstab eines Kultivierenden entsprachen.
Mir ist klar geworden, dass ich oberflächliche Harmonie und die Zustimmung anderer suchte, um Konflikte zu vermeiden und in einem guten Licht dazustehen. Diskutiere ich mit Familie und Nachbarn über die Hausverwaltung unserer Wohnanlage, empfinde ich diese als unzureichend und kritisiere sie wegen ihrer Untätigkeit. Das basiert auf der Ansicht, dass die Eigentümer bezahlt haben und ihre Beiträge respektiert werden sollten. Wenn ich im strömenden Regen zerzauste Radfahrer sehe, denke ich: „Wie gut, ein Auto zu haben; Autofahren ist so komfortabel.“ Das wurzelt in dem Gedanken, dass man nach einem besseren Leben streben und überlegen sein will. Wenn ich online oder in einem Buch etwas Schönes las, wollte ich es mit anderen teilen, weil es meinen eigenen Anschauungen entsprach. Was gewöhnliche Menschen schreiben, mag auf den ersten Blick richtig erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung birgt es oft komplexe Zusammenhänge und Vorurteile. Da es meinen vorgefassten Betrachtungsweisen entsprach, hielt ich es für treffend oder aufschlussreich.
Menschliche Anschauungen beeinflussen uns unbewusst. Obwohl meine Gedanken gewöhnlich und harmlos wirkten, stammten sie aus vorgefassten Ansichten, nicht aus meinem wahren Selbst. Diese Anschauungen beherrschten mein Denken und führten dazu, dass ich mich bei meinen Urteilen auf sie verließ. Fälschlicherweise glaubte ich jedoch, diese Ansichten würden meine „Werte“ widerspiegeln, und akzeptierte sie als natürlich.
Mir ist aufgefallen, dass mir ständig alle möglichen Gedanken in den Sinn kommen. Nach genauerer Betrachtung stelle ich fest, dass sie auf verschiedenen Anschauungen basieren und Gedankenkarma erzeugen, das meine Kultivierung beeinflusst. Wenn wir unbewusst diese Anschauungen nutzen, um eine Situation zu beurteilen oder über etwas nachzudenken, erzeugen wir leicht Karma. Darüber hinaus erzeugt das Festhalten an Anschauungen die Illusion, dass unser Verständnis richtig ist, während andere einfach die falsche Perspektive einzunehmen scheinen. Das hält uns in unseren gewohnten Mustern gefangen, so dass wir von subtilen Anschauungen geleitet werden. Nur durch die Erhöhung der Xinxing und die Transformation des Denkens kann man solches Karma und solche Hindernisse beseitigen.
Das oben Genannte sind meine derzeitigen Erkenntnisse. Bitte weist mich gütig auf alles hin, was nicht mit dem Fa übereinstimmt.
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