(Minghui.org) Eine 63-jährige Frau in Linyi, Provinz Shandong, wird wegen ihres Glaubens an Falun Dafa strafrechtlich verfolgt.

Liu Chirongs Leidensweg begann mit ihrer Festnahme am 17. Dezember 2020 durch Wang Hui, den Leiter der Staatssicherheitsabteilung des Kreises Sishui. Sie wurde über Nacht in der Polizeistation Sishui festgehalten und am Nachmittag des darauffolgenden Tages in die Haftanstalt der Stadt Jining gebracht. Aus gesundheitlichen Gründen wurde sie nicht aufgenommen und gegen Kaution freigelassen. Sie fragte Leiter Wang, welches Verbrechen sie begangen habe. Er zeigte ihr zwei Fotos mit unscharfen Gesichtern und beschuldigte sie, Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt zu haben.

Im März 2021 wurde Liu von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Rencheng vorgeladen, die ihr mitteilte, dass Anklage gegen sie erhoben werde. Die Staatsanwaltschaft forderte sie auf, sich nach drei Monaten zu melden. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, beschloss Liu unterzutauchen. Da die Polizei sie nicht finden konnte, wurde sie zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Obdachlosigkeit zehrte an Lius Gesundheit. Sie konnte weder schlafen noch essen. Als ihre Familie sie ins Krankenhaus brachte, lag ihre Herzfrequenz bei über 200 Schlägen pro Minute und sie litt an schwerer Herzinsuffizienz. Das Kreiskrankenhaus konnte ihr nicht helfen und verlegte sie in ein Provinzkrankenhaus.

Liu überlebte, wurde aber am 20. August 2025 während eines Restaurantbesuches erneut festgenommen. Fünf Tage später ließ die Polizei des Kreises Sishui sie gegen eine Kaution von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro) frei, die ihre Familie hinterlegen musste. Sie bereiten nun die Fallakte zur Weiterleitung an die örtliche Staatsanwaltschaft vor, mit der Anschuldigung, Liu habe „mit einer Sekte den Gesetzesvollzug untergraben“ – die gängige Anklage des kommunistischen Regimes, um Falun-Dafa-Praktizierende ins Gefängnis zu bringen.

Ihr Mann beauftragte einen Anwalt für sie. Er und der Anwalt trafen sich am 12. März 2026 mit den Beamten Zhang Jiandong und Shi von der Polizeistation Sishui, um die Einstellung des Verfahrens gegen Liu zu fordern.

Zhang erkundigte sich nach Lius Gesundheit. Ihr Mann zeigte ihm ihre Krankenakte und schilderte, wie sich ihr Gesundheitszustand seit ihrer Festnahme im Dezember 2020 verschlechtert habe.

Der Anwalt betonte, dass die Verfolgung von Falun Dafa jeglicher Rechtsgrundlage entbehre und die Polizei keine Beweise vorlegen könne, dass Liu durch das Praktizierens ihres Glaubens irgendjemandem oder der Gesellschaft geschadet habe. Angesichts ihres Gesundheitszustandes forderte die Familie zudem nachdrücklich ihre Freilassung.

Zhang und Shi äußerten sich nicht zu dem Antrag des Anwalts. Stattdessen kritisierten sie Liu dafür, dass sie ihnen einen Brief geschrieben habe, in welchem sie sie aufgefordert habe, sich nicht an der Verfolgung zu beteiligen.

Hintergrund

Liu ist eine pensionierte Angestellte des Energieversorgungsunternehmens Mengyin. Kurz nachdem sie 1998 angefangen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, verschwanden ihre schweren Erkrankungen, darunter ihre hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) und eine seltene, chronische Autoimmunkrankheit. Nachdem das kommunistische Regime 1999 die Verfolgung angeordnet hatte, blieb sie in ihrem Glauben standhaft und wurde von der Polizei mehrfach ins Visier genommen.