(Minghui.org) Bevor ich mit dem Praktizieren von Falun Dafa begann, war ich wie ein kleines Boot, das hilflos auf dem Meer des Leidens hin und her geworfen wurde – ich trieb ziellos hin und her, konnte jeden Moment von den Winden und Wellen verschlungen werden. Da ich kein Ziel hatte, fühlte ich mich verzweifelt und verwirrt, beklagte mich oft über mein Schicksal und gab anderen die Schuld. Im Sommer 1995 stieß ich auf das Buch Zhuan Falun – seitdem fühle ich mich wie der glücklichste Mensch der Welt – mein Leben wurde neu geschrieben.

Der Beginn meines Praktizierens von Falun Dafa

Ich bin Kassiererin an meinem Arbeitsplatz. Als ich anfing zu arbeiten, hatte ich keine Erfahrung. Aufgrund eines Fehlers übergab ich eine eingenommene Zahlung (3000 Yuan – etwa 376 Euro) an eine Kollegin, aber sie gab mir keine Quittung, und es gab keine ordnungsgemäßen Unterlagen von der Finanzabteilung. Es sah so aus, als ob sich das Geld in meinem Besitz befände. Ich war sprachlos. Meine Kollegin intrigierte böswillig gegen mich und behauptete, ich hätte das Geld veruntreut. Sie verbreitete überall Gerüchte über mich. Das war ein harter Schlag für ein zwanzigjähriges, unverheiratetes Mädchen. Ich wollte nur noch sterben und allem ein Ende setzen. In diesem Moment kam mir ein Gedanke: Es wird einen Ausweg geben.

Eines Morgens, als ich auf dem Weg zur Arbeit war, fragte mich eine ältere Nachbarin: „Xiaoyi, möchtest du Falun Dafa praktizieren?“ Ich sagte ihr, dass ich keine Zeit hätte. Doch dann geschah ein Wunder. Als ich am nächsten Tag nach der Arbeit nach Hause ging, hörte ich wunderschöne Musik. Ich ging der Musik nach und sah eine Gruppe von Menschen, die in einem Innenhof die dritte Falun-Dafa-Übung machten. Ich schloss mich ihnen an.

Das erste Falun-Dafa-Buch, das ich las, war Falun Gong

Der Meister schreibt darin:

„Alltägliche Menschen nehmen sich Konflikte und Kleinigkeiten zu stark zu Herzen. Sie leben um der Ehre Willen und können keine Nachsicht üben. Wenn sie gereizt sind, wagen sie alles zu tun. Aber was in den Augen anderer sehr ernst und wichtig ist, ist in deinen Augen als Praktizierender sehr, sehr unwichtig und einfach zu unbedeutend. Denn du hast ein viel weiteres und großartigeres Ziel, du wirst so lange leben wie der Kosmos. Wenn du an jene Konflikte zurückdenkst, wirst du bemerken, dass sie dir ganz unwichtig sind. Wenn du von einer erweiterten Perspektive aus auf die Dinge schaust, kannst du all diese Dinge leicht nehmen und überwinden.“ (Falun Gong, 2016)

Plötzlich verstand ich. Ich suchte meinen Vorgesetzten auf und sagte ihm, dass ich die Verantwortung für das fehlende Geld übernähme und das Geld zurückzahle. Er fragte: „Wie willst du das schaffen?“

Ich sagte: „Wenn ich mein gesamtes Jahresgehalt spare, reicht das, um es zurückzuzahlen.“

Ich wusste, dass der Meister sich bereits um mich kümmerte, weil er mir viele himmlische Geheimnisse verständlich machte; der Meister hatte mir das Leben gerettet. Von da an war ich nicht mehr niedergeschlagen und passiv – sondern wurde optimistisch und positiv. Ich war immer die Erste, die zur Arbeit kam, und die Letzte, die das Büro verließ. Ich arbeitete gewissenhaft und sorgfältig. Ich wurde von meinem Vorgesetzten und meinen Kollegen sowie von der Geschäftsleitung hochgeschätzt. Zu dieser Zeit befand sich der Übungsplatz an meinem Arbeitsort. Ich war jeden Tag zufrieden, umgeben vom Licht des Buddhas.

Kultivierung in meinem familiären Umfeld

Meine Schwiegermutter ist aufgrund ihrer schwierigen Lebensumstände und ihrer unglücklichen Ehe eigensinnig und selbstgerecht. Oberflächlich betrachtet hatte ich keine Konflikte mit ihr, aber innerlich fühlte ich mich aufgrund meiner inneren Unzufriedenheit unwohl. Einmal, während der chinesischen Neujahrsfeiertage, äußerte ich meine Meinung dazu, wie wir Neujahrsgeschenke mitbringen und Verwandte besuchen. Meine Schwiegermutter begann plötzlich eine Szene zu machen und zu schreien. Sie schlug auf das Bett und weinte laut, als wäre ihre Autorität in der Familie in Frage gestellt worden.

Ich war etwas verwirrt. In meiner Verzweiflung schilderte ich einer Mitpraktizierenden den Vorfall, worauf sie mich an folgendes Fa des Meisters erinnerte:

„Dieser Sache werden wir nicht begegnen, aber wenn ein Kultivierender unter den gewöhnlichen Menschen beleidigt und gedemütigt wird, wird es auch nicht unbedingt leichter sein als das eben Geschilderte. Ich sage, die zwischenmenschlichen Reibereien, welche die Xinxing herausfordern, sind nicht schwächer als das. Sie übertreffen es sogar und es ist auch ziemlich schwierig“ (Zhuan Falun, 2019, S. 474)

Plötzlich verstand ich. Meine innere Haltung, dass ich meine Schwiegermutter nicht ausstehen konnte, hatte ihre negativen Faktoren berührt. In Wirklichkeit half sie mir. Ich sah meine schmutzige menschliche Anhaftung und wollte sie loswerden.

Auf dem Heimweg kaufte ich einige Mandarinen, die Lieblingsfrüchte meiner Schwiegermutter. Ich ging in ihr Zimmer und sagte sanft: „Mama, ich habe mich falsch verhalten. Sei mir nicht mehr böse.“

Meine Schwiegermutter antwortete verlegen: „Es liegt nicht nur an dir.“

Auch wenn es sich um eine Kleinigkeit handelte, die sich vor einigen Jahren ereignete, hatte ich doch das Gefühl, dass dies der Beginn meiner wirklichen Kultivierung in meinem familiären Umfeld war. Als ich meine Familie früher bat, „Falun Dafa ist gut“ zu rezitieren, nahmen sie das nicht ernst. Dieses Mal jedoch bestätigte ich das Fa mit meinen eigenen Handlungen. Seitdem hat auch mein Mann begonnen, Falun Dafa zu praktizieren.

Während der Kultivierung spürte ich, wie mein Inneres immer leichter wurde, friedlich und voller Freude. Ich erzählte meiner Schwiegermutter oft Geschichten über Belohnung von guten Taten und Bestrafung von schlechten Taten, oder einige wundersame Geschichten, die Praktizierenden widerfahren sind. Unser familiäres Umfeld ist sehr gut, harmonisch und warmherzig, oft voller Lachen und Freude.

Später erlitt meine Schwiegermutter einen Schlaganfall und war sechs Jahre lang gelähmt. Ich blieb an ihrer Seite und kümmerte mich Tag und Nacht aufmerksam und sorgfältig um sie. Manchmal verunreinigte sie ihre Hose. Beim Reinigen musste ich mich fast übergeben. Ich wusste, dass meine Abneigung gegen Schmutz noch nicht beseitigt war und ich den Anforderungen des Fa nicht gerecht wurde. Da ihre Arme und Beine nicht gut funktionierten, musste ich sie füttern. Wir benutzten sogar dasselbe Paar Essstäbchen. Sie aß einen Bissen, ich aß einen Bissen. Ich empfand das als normal.

Einmal kam ein Freund meines Bruders zu uns nach Hause und sah dies. Er war sehr bewegt. Er sagte beeindruckt: „Ich habe das mit eigenen Augen gesehen, wer könnte so etwas tun?“

Meine Schwägerin sagte einmal zu mir: „Du hast einen sanften Charakter. Selbst wenn du Falun Dafa nicht praktizieren würdest, wärst du immer noch gut.“

Ich erwiderte: „Es ist nicht leicht, sich um einen gelähmten Patienten zu kümmern. Mit der Zeit kann jeder müde werden. Früher war ich innerlich oft verärgert, aber seit ich Falun Dafa praktiziere, pflege ich sie mit Freude, ohne mich zu beschweren oder ärgerlich zu sein. Das fühlt sich wirklich gut an.“

Eines Tages besuchte uns meine Mutter und sah, dass ich mich aufmerksam um meine Schwiegermutter kümmerte. Sie war eifersüchtig und sagte: „Ich bin deine Mutter, aber du hast mich nie so behandelt.“

Ich lächelte und antwortete: „Mama, du kannst laufen und dich frei bewegen. Du bist in viel besserer Verfassung als sie. Sie kann sich nicht einmal bewegen. Wenn ich sie nicht gut behandeln würde, würde sie leiden. Du solltest stolz auf so eine Tochter sein!“