(Minghui.org) Mein Vater hat zwei jüngere Brüder und eine jüngere Schwester. Erst als ich älter wurde, begriff ich, dass zwischen meiner Mutter und einer meiner Tanten eine tiefe Feindschaft bestand. Zwischen unseren Familien kam es häufig zu heftigen Auseinandersetzungen, die mehrfach beinahe in Handgreiflichkeiten eskalierten.

Mein Onkel hatte Angst vor seiner Frau und tat alles, was sie sagte. Meine Tante war sehr herrschsüchtig und niemand wagte, sich ihr zu widersetzen. Sie schrie jeden an, den sie nicht mochte, und schlug und beschimpfte oft ihre Kinder.

Meine Mutter beharrte stets auf ihrer Meinung und gab meiner Tante niemals nach, auch wenn diese im Recht war. Sie war der Meinung, dass die Familie meines Onkels undankbar sei.

Früher gingen mehrere Verwandte gerne regelmäßig angeln. Wenn sie meiner Mutter Fisch oder Garnelen schenkten, teilte sie diese großzügig mit meinem Großvater sowie den Familien meiner beiden Onkel.

Nachdem meine Tante ein Kind bekommen hatte, kümmerte sich meine Mutter um sie. Meine Mutter schaute auch nach meiner Großmutter, die an Bronchitis litt und wie in alten Zeiten gebundene Füße hatte, denn meine Tante wollte diese Aufgabe nicht übernehmen. Mit der Zeit kam es zwischen unseren beiden Familien zu einem tiefen Zerwürfnis.

Ich bin introvertiert und habe meine Tante seit meiner Kindheit gefürchtet. Ich traute mich nie, ihr zu widersprechen, selbst wenn sie mich schikanierte. Aber meiner Mutter berichtete ich davon. Eines Tages sah ich sie am Flussufer. Als sie bemerkte, dass ich allein war, ging sie auf mich los, als wollte sie mich in den Fluss stoßen. Ich war zu Tode erschrocken.

Mit 18 Jahren trat ich nach meinem Schulabschluss in eine Produktionsgruppe ein. In dieser Zeit beschimpfte und verletzte sie mich jedes Mal, wenn sie mich sah. Ich hatte große Angst vor ihr und hasste sie.

Unsere beiden Familien brachen schließlich jeden Kontakt ab. Sie kamen nicht mehr zu den Festen, wenn sie eingeladen wurden, und luden uns ihrerseits nicht mehr ein. Jahrelang waren unsere Familien entzweit. Nach meiner Heirat grüßte ich meine Tante nicht, wenn ich sie bei meinen Eltern traf, und sie tat, als würde sie mich nicht sehen.

Meine Gesundheit war angeschlagen und ich wurde schwer krank. Mein Herz tat weh und ich hatte Magenschmerzen. Am 11. September 2004 begann ich dann, Falun Dafa zu praktizieren. Ich hoffte, dass meine Beschwerden dadurch nachlassen würden. Nach zwei Wochen waren sie verschwunden. Ich war überglücklich und dankbar für die Fürsorge des Meisters.

Nachdem ich das Zhuan Falun gelesen hatte, verstand ich, dass wir den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht folgen und unseren Charakter verbessern sollten. Deshalb kaufte ich Geschenke und besuchte meine Tante zum chinesischen Neujahr.

Sie war sehr überrascht und fragte: „Du bist seit über 20 Jahren verheiratet und wir haben keinen Kontakt mehr. Warum besuchst du mich und bringst mir Geschenke?“

Ich antwortete: „Ich praktiziere jetzt Falun Dafa. Es lehrt, allen Menschen gegenüber freundlich zu sein, besonders zur Familie. Du gehörst zu meiner Familie. Ich möchte dich von nun an jedes Jahr besuchen.“ Meine Tante war sehr gerührt.

Ich sagte ihr: „Falun Dafa ist eine aufrichtige und edle Praxis. Es lehrt uns, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu folgen und uns selbst zu verbessern. Gute Menschen mit hohen moralischen Werten bringen Stabilität und sind für die Gesellschaft von Nutzen. Bitte denke an die glückverheißenden Worte ‚Falun Dafa ist gut' und ‚Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut', und du wirst gesegnet werden.“

Meine Tante erwiderte: „Ich glaube dir. Aber ich bin nie zur Schule gegangen und bin Analphabetin. Denkst du, ich kann mir die Sätze merken?“ – „Ja, du wirst sie dir merken können, wenn du von Herzen willst“, beruhigte ich sie.

Seit zwanzig Jahren rezitiert meine Tante die glückverheißenden Worte und ermutigte ihre Geschwister und die Menschen in ihrem Dorf, dasselbe zu tun. Sie erzählt ihnen oft, dass ich sie, seit ich Falun Dafa praktizieren würde, regelmäßig besuchen und ihr leckere Speisen mitbringen würde.

Als ich für 18 Monate in ein Arbeitslager gesperrt wurde, war meine Tante sehr besorgt um mich, so als wäre ich ihre Tochter. Sie befragte andere Praktizierende: „Haben sie meine Nichte endlich freigelassen? Praktizierende sind gute Menschen. Wie können sie gute Menschen ins Gefängnis werfen? Das ergibt für mich keinen Sinn!“