(Minghui.org) Nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) begonnen hatte, Falun Dafa zu unterdrücken, wurde ich in der Anfangszeit wegen meines Glaubens in eine andere Abteilung versetzt. Beeinflusst von der Propaganda der KPCh hatten meine neuen Kollegen viele Missverständnisse und dachten sogar, ich würde Selbstmord begehen oder jemanden ermorden. Die Situation änderte sich allmählich, als ich mich weiterhin gemäß den Prinzipien von Falun Dafa – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – verhielt.

Etwa drei oder vier Monate nach meinem Wechsel in eine andere Abteilung erkannten meine Kollegen, was Falun Dafa wirklich ist, nachdem sie mich beobachtet hatten. Ab da begannen sie, mich zu unterstützen und mir zu helfen. Fast zwanzig Jahre später erzählte mir eine Freundin, dass eine ehemalige Kollegin bei einem Hochzeitsbankett gesagt habe: „Soundso [damit meinte sie mich] ist eine wahre Falun-Dafa-Praktizierende. Falun Dafa ist nicht so, wie es im Fernsehen dargestellt wird.“

Standhaft bleiben

Zu jener Zeit arbeitete ich in der Vertriebsabteilung. Da sie mehr Geld verdienen wollten, verlangten die Vorgesetzten von jedem Mitarbeiter, zusätzliche Waren zu verkaufen. Wenn die Quote nicht erfüllt wurde, wurden unsere Leistungsprämien gekürzt.

Die Aufträge rissen nicht ab – sobald der erste Schwung erledigt war, folgte sofort der nächste. Unsere reguläre Arbeit war ohnehin schon anstrengend und diese zusätzlichen Aufgaben machten es unglaublich schwierig, Schritt zu halten. Die Leute begannen, Lücken im System auszunutzen, Unterlagen zu fälschen und schlampige Arbeit abzuliefern. Um Strafen zu vermeiden, wurde das Fälschen von Unterlagen zu einem offenen Geheimnis.

Ich konnte diese zusätzlichen Aufgaben nie vollständig erledigen. Als der Abgabetermin dann näher rückte, nahm mir die neu beförderte stellvertretende Abteilungsleiterin – vermittelt durch eine gute Freundin (eine Kollegin aus unserer Gruppe) – die Aufgabe ab, um mir zu helfen. Die anderen Mitarbeiter hatten ihr erzählt, dass ich aufgrund meines Glaubens an Falun Dafa lieber eine Gehaltskürzung hinnehmen würde, als die Aufzeichnungen zu fälschen.

Die stellvertretende Abteilungsleiterin erhöhte ihre eigene Arbeitslast, damit ich die Aufgabe erledigen konnte. Ich hatte deswegen ein schlechtes Gewissen und wollte ihr keine Umstände bereiten; doch sie wollte nicht, dass mir das Gehalt gekürzt wurde, da sie meine schwierige Lage kannte. Auf dem Höhepunkt der Verfolgung wurden mir Gehalt, Prämien und die Jahresendzulage gekürzt, weil ich mich weigerte, eine Erklärung zu unterschreiben, in der ich Falun Dafa abschwören sollte. Ich erhielt lediglich umgerechnet 80 Cent pro Tag für meine Lebenshaltungskosten. Da ich geschieden war und eine Hypothek abbezahlen musste, musste ich meinen Lebensstandard auf das absolute Minimum beschränken. Meine Kollegen wussten, dass ich äußerst sparsam lebte, und scherzten manchmal: „Selbst eine Maus würde aus ihrem Haus davonlaufen.“

So viele Mitarbeiter schafften es nicht, ihre Aufgaben fristgerecht zu erledigen, oder fälschten die entsprechenden Aufzeichnungen, sodass die Vorgesetzten schließlich ein Auge zudrückten und die Anforderungen an die Aufgabenerfüllung lockerten. Die Geldstrafen ersetzten sie durch die Pflicht, auf freie Sonntage zu verzichten. Ich musste mir nun keine Sorgen mehr wegen der stellvertretenden Abteilungsleiterin machen. So ging ich zu dem Teamleiter, der für die Anwesenheitslisten zuständig war, und sagte: „Ich bin heute zur Arbeit erschienen, aber du kannst für mich ruhig einen ‚freien Tag‘ eintragen.“

Wir arbeiten in Halbtagsschichten und haben keine festen freien Tage. Uns steht nur ein begrenzter Jahresurlaub zu und die Sonntage dienen lediglich als Ausgleich für geleistete Überstunden. Jeder plante seine Sonntage sorgfältig und nahm nur dann einen freien Tag in Anspruch, wenn es absolut unvermeidlich war.

Der Teamleiter lächelte und erwiderte: „Fällt dir denn keine andere Möglichkeit ein [um der Strafe zu entgehen]?“ Ich antwortete: „Das ist der einfachste Weg. Es muss kein Geld gekürzt werden, niemand muss sich Sorgen um mich machen und es müssen keine Anwesenheitslisten gefälscht werden. Ist das nicht nicht super?“ Dem Teamleiter blieb keine andere Wahl, als mich auf der Anwesenheitsliste als abwesend zu vermerken.

Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Sonntage vergingen, bis der Teamleiter es schließlich nicht mehr ertragen konnte. Ich war die Einzige im gesamten Unternehmen, die darauf bestand, keine Aufzeichnungen zu fälschen. Alle anderen erledigten ihre Aufgaben, indem sie die Unterlagen manipulierten. So war ich die Einzige in der gesamten Zweigstelle, die bestraft wurde. Ich nahm es gelassen hin und schließlich stellte die Geschäftsleitung die Nachforschungen darüber ein, ob die Aufgaben tatsächlich erledigt worden waren oder nicht.

Meine finanzielle Situation verbesserte sich, sodass ich mir ein Haus kaufen konnte. An meiner Arbeitsstelle galt jedoch die Regel, dass Heizkosten nicht erstattet würden, wenn Mitarbeiter ihr Haus erst zu einem späteren Zeitpunkt erwarben, wenn ihr Wohnsitz bestimmte Anforderungen nicht erfüllte oder wenn die Wohnfläche die zulässige Obergrenze überschritt. Ich war mir dieser Regelung nicht bewusst, als ich mein Haus kaufte, sodass mir die Heizkosten nicht erstattet wurden. Doch die jährlichen Heizkosten beliefen sich auf über 800 Yuan – das entsprach fast meinen gesamten Lebenshaltungskosten für ein ganzes Jahr.

Meine Kollegen sagten: „Warum machst du ihnen nicht ein paar Geschenke [gemeint war die Bestechung der Beamten]? Sonst erstatten sie dir das Geld jetzt nicht. Auf welche Summe wird sich das dann wohl Jahr für Jahr summieren?“ – „Nein“, entgegnete ich, „ich muss ehrlich bleiben.“

Ein Kollege, der eng mit der stellvertretenden Leiterin befreundet war, sagte zu mir: „Lass mich das Geschenk für dich überbringen. Ich kenne den Geschäftsführer ziemlich gut.“ Ich erwiderte: „Nein, das kann ich nicht tun. Menschen zu bestechen, steht nicht im Einklang mit den Prinzipien von Falun Dafa.“

Nach diesen Vorfällen bewunderten mich meine Kollegen und erkannten, wie Falun-Dafa-Praktizierende wirklich sind.

Es ist gut möglich, dass der Leiter und seine Stellvertreterin dies an ihre Vorgesetzten meldeten, denn als ich später versetzt wurde, waren die ersten Worte der neuen Führungskräfte: „Sie sind die Beste.“

Als Mitarbeiter vom Büro 610 kamen, um mit mir zu sprechen, lauteten ihre ersten Worte: „Von Ihrem Parteisekretär über Ihren Abteilungsleiter bis hin zum Direktor – alle haben Sie gelobt. Sie sind eine so vorbildliche Mitarbeiterin, dass wir hier nichts gegen Sie unternehmen können.“

Anerkennung durch Kollegen

Ein Kunde sorgte in der Eingangshalle für Aufruhr. Er behauptete, Geld verloren zu haben, und verdächtigte uns alle des Diebstahls. Zudem forderte er eine Untersuchung. Um den Schaden zu begrenzen, wies der Leiter alle anwesenden Mitarbeiter an, ins Büro zu kommen, um mit dem Kunden zu sprechen. Doch mein Teamleiter sagte: „Soundso [womit er mich meinte] muss nicht mitkommen; der Rest von euch geht. Sie würde so etwas ganz sicher nicht tun.“ Keiner meiner Kollegen erhob Einspruch. In diesem Moment wurde mir klar, wie groß ihr Vertrauen in mich war.

Eine Kollegin namens Wang stieg später selbst zur Führungskraft auf. Eine Falun-Dafa-Praktizierende sprach eines ihrer Teammitglieder auf Falun Dafa an und schlug vor, aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) auszutreten. Das Teammitglied erzählte Wang davon und fragte sie um Rat. Wang antwortete: „Wenn du nicht damit einverstanden bist, dann lass es einfach. Das sind alles gute Menschen – ganz anders, als es die [KPCh] Propaganda darstellt. Bitte behandle sie freundlich, falls du ihnen in Zukunft wieder begegnest.“ 

Wang bekam von einer Freundin eine Empfehlung für eine bestimmte Religion. Sie antwortete: „Ich habe viele Menschen erlebt, die behaupteten, an Gott zu glauben und festen Glauben zu besitzen; doch nur wenige können so handeln wie XXX [womit sie mich meinte]: Geschenke zurückgeben, die einem überreicht wurden, sich nicht vom Geld beeinflussen lassen, stillschweigend anderen helfen, nicht lügen und stets in Wort und Tat beständig sein? So etwas habe ich bisher nur bei einem Falun-Dafa-Praktizierenden gesehen. Auch wenn ich es selbst nicht praktiziere, bewundere ich Falun Dafa.“ Dies erzählte sie mir ganz beiläufig.

Meine Kollegen helfen mir

Im Jahr 2003 nahmen mich drei Beamte in Zivilkleidung, ohne sich auszuweisen oder rechtliche Dokumente vorzulegen, mit auf die Polizeiwache und hielten mich dort sieben Tage lang fest. Der bereits erwähnte stellvertretende Abteilungsleiter brachte mir jeden Tag Essen vorbei – manchmal zweimal, manchmal sogar dreimal täglich. Mehrere Kollegen aus meinem Team besuchten mich auf der Polizeiwache, was mich tief berührte.

Während dieser sieben Tage aß ich aufgrund des enormen psychischen Drucks kaum etwas, dennoch brachte mir der stellvertretende Abteilungsleiter weiterhin jeden Tag etwas zu essen. Meine Kollegen wechselten sich ab, um bei mir zu bleiben. Sie redeten mir gut zu und sagten, ich solle mich ausruhen, damit ich genügend Kraft hätte, um den Befragungen durch die Polizei standzuhalten. Nachts hielten Kollegen aus der betrieblichen Sicherheitsabteilung, die ich zuvor gar nicht gekannt hatte, Wache bei mir und sagten: „Schlaf ruhig. Ich bin hier, damit du in Sicherheit bist.“ Die Polizei kam lediglich ein- oder zweimal vorbei, um meine Aussage aufzunehmen. Als meine Kollegen sahen, wie ich mit Handschellen an einen Eisenstuhl gefesselt war, brachen einige in Tränen aus. Andere versuchten, die Polizisten dazu zu bewegen, mich vom Stuhl loszubinden, damit ich mich eine Weile ausruhen könne – jedoch vergeblich. Selbst nachdem ich in das Untersuchungsgefängnis verlegt worden war, waren es meine Kollegen, die mich mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgten.

Dank der Hilfsbereitschaft meiner Kollegen blieb ich von schweren Folterungen verschont. Andere Praktizierende, die zeitgleich mit mir verhaftet worden waren, wurden auf der Polizeiwache gefoltert. Unter anderem wurden sie auf sogenannten „Tigerbänken“ fixiert. Sie alle mussten später auf Tragen in das Untersuchungsgefängnis gebracht werden.

Während der ersten vier Monate meiner Haft im Untersuchungsgefängnis benachrichtigte die Polizeiwache meine Familie nicht. Meine Angehörigen wussten daher weder, wo ich mich befand, noch, an wen sie sich wenden oder wo sie nach mir suchen sollten. Infolgedessen verfügte ich über keinerlei Geldmittel. Daraufhin setzte sich die Leitung des Untersuchungsgefängnisses mit meiner Arbeitsstelle in Verbindung und teilte ihr mit, ich sei gesundheitlich angeschlagen und würde Geld für eine medizinische Behandlung benötigen. Der neue Abteilungsleiter organisierte daraufhin eine Spendenaktion, an der sich zahlreiche Kollegen beteiligten. Doch da die Haftanstalt lediglich Geld gefordert, aber nicht mitgeteilt hatte, wohin dieses zu überweisen sei, konnten meine Kollegen es mir nicht zukommen lassen. Nach einiger Zeit gab der Abteilungsleiter das Geld an meine Kollegen zurück. Ich erfuhr davon erst, als ich wieder zu Hause war.

Ein Wunder

Während meiner Haft verschlechterte sich mein Gesundheitszustand zusehends. Eines Morgens war ich plötzlich wie gelähmt und völlig erstarrt. Meine Zellenkolleginnen waren außer sich vor Angst und läuteten wie wild die Alarmglocke, um die Wärter herbeizurufen. Als nach einer gefühlten Ewigkeit noch immer kein Wärter erschien, versuchten alle, mir zu helfen. Jemand schob mir Nitroglycerin-Tabletten in den Mund, während ein anderer mir fest in die Oberlippenfurche kniff. Schließlich kam doch ein Wärter, um nach mir zu sehen. Er sagte lediglich: „Wartet einfach ab!“ Dann ging er wieder. Nach langer Zeit kam schließlich der Anstaltsarzt herein – eine gefüllte Spritze in der Hand. Ohne auch nur eine einzige Frage zu stellen, verabreichte er mir die Injektion.

Ich war in diesem Moment vollkommen klar im Kopf. Ich wusste, dass in dieser Haftanstalt bereits in der Vergangenheit Praktizierenden giftige Substanzen injiziert worden waren – ich hatte sogar einen der Betroffenen mit eigenen Augen gesehen. Er war aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden und noch eine ganze Weile lang später hatte sein Blick völlig leer und ausdruckslos gewirkt. Ich dachte daran und bat den Meister um Hilfe.

Als der Arzt die Tür abschloss und wegging, spritzte das, was mir injiziert worden war, wieder aus der Einstichstelle heraus. Ich hörte die Leute in der Nähe reden. Jemand fragte: „Es kommt raus, was sollen wir tun?“ Andere sagten: „Warum spritzt es heraus? Sollen wir es festhalten?“ Eine Praktizierende in der Zelle sagte: „Nicht anfassen, einfach rauslassen. Das ist bestimmt nichts Gutes. Sonst hätte Meister Li es nicht aus ihrem Körper gelassen.“ So ging es weiter, bis alles, was mir injiziert worden war, wieder ausgetreten war.

Medizinisch gesehen kann ein Medikament, das in einen Muskel gespritzt wurde, unmöglich auf demselben Weg wieder ausgeschieden werden. Ich empfand das als ein Wunder. Alle in der Zelle waren Zeugen.

Das sind einige meiner Erlebnisse. Ich hoffe, dass durch meine Geschichte noch mehr Menschen von Falun Dafa erfahren.