(Minghui.org) Eine 34-jährige Frau aus Taiyuan, Provinz Shanxi, legt Berufung gegen ein unrechtmäßiges Gefängnisurteil von drei Jahren und drei Monaten ein, das ihr wegen ihres Glaubens an Falun Dafa auferlegt worden war.

Liu Runmiao

Liu Runmiao wurde am 20. März 2025 von Beamten des Polizeireviers Yingze und der Polizeistation Haozhuang festgenommen, und ihre Wohnung wurde durchsucht. Sie wurde in der vierten Frauenhaftanstalt der Stadt Taiyuan inhaftiert. Staatsanwalt Li Xinquan von der Staatsanwaltschaft Yingze erhob im Juli 2025 Anklage gegen sie.

Liu stand am 14. August 2025 vor dem Bezirksgericht Yingze. Richter Li Donglin verurteilte sie zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten und einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (etwa 600 Euro). Im Oktober 2025 legte Liu beim Mittleren Gericht der Stadt Taiyuan Berufung ein. Berufungsrichter Min Jia signalisierte die Absicht, das ursprüngliche Urteil zu bestätigen; ein formelles Urteil steht jedoch noch aus.

Lius 56-jährige Mutter Liu Guihua praktiziert ebenfalls Falun Dafa. Um einer Verhaftung zu entgehen, sah sie sich gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen.

Es folgt ein Bericht von Liu Runmiaos jüngerem Bruder über die Verfolgung, welche die Familie in den vergangenen 27 Jahren erleiden musste.

Die schwere Zeit meiner Familie

Der Einstieg in Falun Dafa

Soweit ich mich erinnere, war meine Kindheit von Entbehrungen und Bitterkeit geprägt. Meine Eltern litten unter gesundheitlichen Problemen und waren jähzornig. Meine Mutter erhielt so viele Injektionen, dass die Haut an ihrem Gesäß stark geschädigt war.

Im Frühjahr 1999 begannen meine Eltern, Falun Dafa zu praktizieren. Innerhalb weniger Monate hatten sie ihre Gesundheit vollständig wiedererlangt. Außerdem wurden sie rücksichtsvoller.

Einmal wurde mein Vater, Liu Wuyun, von einem Auto angefahren und in die Luft geschleudert. Bevor er auf dem Boden aufschlug, spürte er, wie eine riesige, warme Hand ihn hielt. Er blieb unverletzt. Mir ist etwas Ähnliches passiert, als die Bremsen meines Autos während der Fahrt auf der Autobahn plötzlich versagten. Ich wurde in die Luft geschleudert, trug aber nur ein paar Kratzer davon.

Während der Pandemie las ich das Zhuan Falun, das Hauptwerk von Falun Dafa, und beschloss, Falun Dafa zu praktizieren. Ich halte mich in jeder Situation an die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Meine Freunde unterstützen mich in meinem Glauben und meinem Bestreben, ein besserer Mensch zu werden. Viele haben mir auf unterschiedliche Weise geholfen.

Der Tod meines Vaters

Kurz nach Beginn der Verfolgung wurde mein Vater – der Hauptverdiener unserer Familie – zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt. Auch meine Mutter wurde festgenommen und inhaftiert. Meine Welt brach zusammen. Wir waren auf die finanzielle Unterstützung anderer Falun-Dafa-Praktizierender angewiesen, um über die Runden zu kommen. Nachdem meine Mutter freigelassen worden war, nahm sie mich mehrmals mit zum Arbeitslager, um meinen Vater zu besuchen. Aber die Wärter hielten uns jedes Mal vor dem Tor auf und sagten: „Solange er an Falun Dafa festhält, darf er keinen Familienbesuch empfangen.“

Eines Nachts im Jahr 2004 brachen Polizisten in unser Haus ein während wir schliefen, und verhafteten meine Eltern erneut. Mein Vater wurde später zu drei Jahren Haft verurteilt. Ich war damals neun Jahre alt. Meine dreizehnjährige Schwester half uns, indem sie das Gemüse von unserem Bauernhof verkaufte. Dabei verletzte sie sich die Knie.

Im Jahr 2009 eskalierte die Verfolgung. Als ich eines Tages von der Schule nach Hause kam, wurde mir gesagt, dass meine Eltern abermals verhaftet worden waren. Meine Mutter musste für drei Jahre ins Gefängnis. Ich lebte bei meiner Großmutter. Aufgrund der unerbittlichen Verfolgung brach ich die Schule ab und begann zu arbeiten, um meine Familie zu unterstützen.

Selbst nach der Freilassung meiner Eltern schikanierte die Polizei uns weiter. Wir waren gezwungen, außerhalb der Stadt zu leben und hatten Angst, nach Hause zurückzukehren.

Vor dem Mittherbstfest im September 2024 starb mein Vater. Die Polizei beauftragte einen Nachbarn, uns während der Beerdigung zu überwachen. Auch zu Hause wurden wir von lokalen Beamten schikaniert.

Die Verhaftung meiner Schwester

Meine Schwester wurde im März 2025 verhaftet. Dabei schlug ein Beamter ihr zweimal heftig gegen die Schläfe. Die 50.000 Yuan (etwa 6.000 Euro), die wir mühsam gespart hatten, wurden uns weggenommen.

Weil ich Briefe schrieb, um Gerechtigkeit für meine Schwester zu fordern, wurde ich verhaftet und 15 Tage lang festgehalten.

Nun wurde meine Mutter zur Flucht gezwungen. Aber ich erinnere mich stets an ihre Worte: Die Polizisten sind in Wirklichkeit Opfer der Verfolgung. Egal wie hart sie uns verfolgen, sollte ich keinen Groll hegen, sondern ihnen mit Güte begegnen.

Die Verfolgung wird uns keinesfalls besiegen. Ich glaube fest daran, dass eines Tages die Gerechtigkeit siegen wird.