(Minghui.org) Der 68-jährige Gai Yongguang aus der Stadt Meihekou, Provinz Jilin, wurde insgeheim zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, nur weil er Falun Dafa praktiziert. Er muss seine Strafe in der Neunten Abteilung des Gefängnisses der Provinz Jilin verbüßen.
Gai wurde am 19. Juli 2024 von Beamten der Polizeistationen Henan und Tiebei verhaftet. Sie beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher, seinen Computer, Bargeld und andere persönliche Gegenstände. Von der Festnahme betroffen waren auch seine Frau Wang Xiujuan, sein Sohn und seine Schwiegertochter. Während seine Familienangehörigen kurz darauf freigelassen wurden, wurde Gai in die Haftanstalt von Meihekou eingeliefert.
Nach seiner Ankunft in der Haftanstalt wurde Gai geschlagen. Er trat aus Protest in den Hungerstreik und wurde daraufhin noch schwerer gefoltert. Einzelheiten über seine Misshandlungen sind nicht bekannt, da die Insassen und Wärter ihn von den anderen isolierten. Aber die Häftlinge in den Nachbarzellen hörten ihn oft in der Nacht vor Schmerzen schreien. Infolge der Folter konnte er nicht mehr laufen und war an den Rollstuhl gefesselt. Seine Familie durfte ihn nicht besuchen und wurde über seinen Zustand im Unklaren gelassen.
Anfang Mai 2026, rund 22 Monate nach seiner Festnahme, erfuhr seine Familie, dass er in das Gefängnis der Provinz Jilin eingeliefert worden war, um dort eine Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten abzusitzen. Zusätzlich wurde ihm eine Geldstrafe von 30.000 Yuan (etwa 3.600 Euro) auferlegt. Gai legte Berufung ein, die jedoch abgewiesen wurde.
Einem Insider zufolge wird Gai im Gefängnis gefoltert, weil er standhaft an seinem Glauben festhält. Er benötigt Hilfe beim Gehen oder muss sich an einer Wand abstützen, wobei er nur langsame Schritte machen kann.
Frühere Verfolgung
Es war nicht das erste Mal, dass Gai wegen seines Glaubens an Falun Dafa verfolgt wurde. Er musste bereits eine Haftstrafe in einem Zwangsarbeitslager ableisten und über mehrere Monate hinweg untertauchen, um einer Verhaftung zu entgehen.
Im Zwangsarbeitslager
Nach Beginn der Verfolgung im Juli 1999 hatte Gai mehrfach an die Regierung appelliert, das Recht Falun Dafa zu praktizieren, wahrnehmen zu dürfen, und wurde jedes Mal inhaftiert.
Ende März 2000 wurde er erneut verhaftet, weil er sich geweigert hatte, eine von der Regierung initiierte Petition zu unterzeichnen, die Falun Dafa verunglimpfte. Am 27. April 2000 wurde er zu einer Zwangsarbeitsstrafe von unbekannter Dauer verurteilt und in das Zwangsarbeitslager der Stadt Tonghua überstellt.
Dort wies der Wärter Sun Jianfu die Häftlinge Fu Shibo und Wei Lin an, Gai zu fragen, ob er weiterhin Falun Dafa praktiziere. Als Gai dies bejahte, schlugen sie ihn. Außerdem trat Fu ihm gegen den Kopf, woraufhin seine Nase blutete und sein Gesicht anschwoll.
Am 24. Juni 2001 wurde Gai abermals von Wärter Sun geschlagen, weil er angeblich die ihm zugewiesene Arbeitsquote nicht erfüllt hatte.
Am Abend des 11. Oktober 2001 legte Gai bei Zhang Ping, dem Leiter des Arbeitslagers, Protest ein, und forderte ihn auf, Falun-Dafa-Praktizierende nicht mehr zu verfolgen. Zhang beschimpfte ihn und Falun Dafa und befahl den Wärtern, Gai zu schlagen. Dabei brüllte er: „Schlagt ihn bis an den Rand des Todes!“
Als fünf Falun-Dafa-Praktizierende versuchten, die Wärter aufzuhalten, wurden sie ebenfalls verprügelt. Erst nach über 40 Minuten hörten die Wärter auf, Gai und die anderen Praktizierenden zu schlagen. Einer der Praktizierenden wurde inkontinent. Gai und zwei weitere Praktizierende wurden über Nacht in Einzelhaft gesperrt. Am nächsten Morgen traten mehr als 20 Falun-Dafa-Praktizierende aus Protest in den Hungerstreik.
Anfang 2002 wurde Gai in das Zwangsarbeitslager Chaoyanggou verlegt. Dort waren rund 700 Falun-Dafa-Praktizierende inhaftiert.
Wärter Li Jun stachelte den Häftling Wang Dechao an, Gai zu schlagen. Li prahlte damit, dass er keine Konsequenzen zu befürchten hätte, selbst wenn Gai zu Tode geprügelt würde. Aufgrund der Schläge hatte Gai Schwierigkeiten zu sprechen.
Am 5. April 2002 fand im Zwangsarbeitslager der „100-Tage-Umerziehungs-Wettbewerb“ statt. Direktor Chen Lihui befahl den Wärtern, jeden Praktizierenden zu beurteilen. Die Praktizierenden, die sich weigerten, Falun Dafa aufzugeben – darunter auch Gai – wurden mit Elektrostäben gefoltert und geschlagen.
Gezwungen, unterzutauchen
Am 24. April 2008 drangen mehrere Polizisten in Gais Wohnung ein. Er und seine Frau waren nicht zu Hause. Die Polizisten durchsuchten die Wohnung und beschlagnahmten ihren Laptop, Drucker, 500 Yuan Bargeld, Briefumschläge und andere persönliche Gegenstände. Um einer Verhaftung zu entgehen, sah sich das Paar gezwungen, unterzutauchen,
Am 13. Oktober 2008 wurde Gai in Hongmei, südwestlich der Stadt Meihekou, verhaftet. Die Haftanstalt nahm ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht auf und ließ ihn noch am selben Tag frei.
Copyright © 1999-2026 Minghui.org. Alle Rechte vorbehalten.