(Minghui.org) Ich bin 57 Jahre alt und praktiziere seit 29 Jahren Falun Dafa. Nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1999 die Verfolgung von Falun Dafa begonnen hatte, wurden meine Frau und ich verhaftet und in ein Untersuchungsgefängnis gesperrt. Später verurteilte man uns rechtswidrig zu schweren Haftstrafen und steckte uns ins Gefängnis.

Sonderbehandlung

Als ich zum ersten Mal in das Untersuchungsgefängnis kam, musste ich mich zunächst in der Übergangszelle an die Wand stellen. Die Insassen wollten wissen, weshalb ich verhaftet worden war. Ich antwortete: „Ich praktiziere Falun Gong.“ Sie waren einen Moment lang überrascht, ließen mich dann hinten Platz nehmen und behandelten mich nicht grob.

Ich sagte: „Ich habe seit zwei Tagen nichts gegessen. Könnt ihr mir etwas zu essen geben?“ Daraufhin bekam ich ein gedämpftes Brötchen und eine Packung Instantnudeln. Nachdem ich gegessen hatte, fragte ich: „Darf ich duschen?“ Auch das wurde mir erlaubt.

Später sagte mir einer der Häftlinge: „Vor dir waren schon zwei Falun-Gong-Praktizierende hier. Beide waren sehr gute Menschen.“ Da wurde mir klar, dass die guten Taten der Praktizierenden bereits ein positives Umfeld geschaffen hatten.

Später beobachtete ich, dass neu eingelieferte Häftlinge laut beschimpft wurden und sich für eine Durchsuchung vollständig ausziehen mussten. Mir blieb all das erspart. In jeder Zelle hatten die Insassen auf den ersten drei Schlafplätzen das Sagen. Der Häftling auf Platz eins war der eigentliche Anführer. Der Anführer meiner Zelle kannte die Hintergründe von Falun Dafa und hatte eine positive Einstellung dazu.

Ich erklärte ihm und vier weiteren Häftlingen die wahren Umstände und half ihnen, aus der KPCh und ihren angegliederten Organisationen auszutreten. Auch tagsüber sprach ich mit den Insassen über Falun Dafa. Niemand hinderte mich daran. Ebenso zwang mich niemand, die Gefängnisordnung auswendig zu lernen.

Einer der Unterführer rief auf dem Hof sogar regelmäßig: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut!“ Niemand hielt ihn davon ab. Er hatte ein gutes Verständnis und fragte mich einmal: „Dann sollte ich wohl auch die Nationalhymne nicht mitsingen, oder?“ Ich bestätigte: „Nein, das solltest du nicht.“

Acht Tage später wurde ich in eine andere Zelle verlegt. Vor meiner Verlegung sagte der Anführer zu mir: „Du bist ein sehr aufrichtiger Mensch. Ihr Falun-Gong-Praktizierenden seid alle gute Menschen.“

Du solltest allen in der Zelle die wahren Umstände erklären

Die neue Zelle war erst kurz zuvor eingerichtet worden. Am ersten Abend ließ der Anführer jeden erzählen, weshalb er hier war. Als ich an der Reihe war, sagte ich: „Ich praktiziere Falun Gong. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann jederzeit mit mir sprechen.“

Der Anführer sowie die Häftlinge auf Platz zwei und drei erklärten sofort: „Hier darfst du keine Propaganda machen.“ Trotzdem sprach ich heimlich mit den Insassen und half schon bald vier von ihnen beim Austritt aus der Partei.

Einige Tage später wurde ein Student eingeliefert, weil er pornografische Internetseiten verbreitet hatte. Er sagte zu mir: „Mir ist aufgefallen, dass du der gebildetste und anständigste Mensch in unserer Zelle bist. Ich würde mich gerne mit dir unterhalten.“ Er erzählte mir, dass er bereits von Falun Dafa gehört habe und während einer Reise nach Taiwan aus der Partei ausgetreten sei. Nun wollte er mehr darüber erfahren.

Ich erklärte ihm, dass Falun Dafa die Menschen lehrt, nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu leben. Außerdem berichtete ich ihm, dass ich seit mehr als zwanzig Jahren keine Medikamente mehr benötige. Ich sprach über die Widersprüche der inszenierten Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz, über die verheerenden politischen Kampagnen der KPCh sowie über den „Stein mit den verborgenen Schriftzeichen“ in der Provinz Guizhou. Darauf sagte er: „Das solltest du allen hier in der Zelle erzählen.“ Ich erwiderte: „Der Anführer erlaubt das nicht.“ Er antwortete: „Überlass das mir. Ich kenne ihn gut.“

Er brachte mich zum Anführer der Zelle und bat mich, ihm die wahren Umstände zu erklären. Zwar erklärte sich der Anführer nicht sofort bereit, aus der KPCh auszutreten, doch von diesem Zeitpunkt an durfte ich offen mit den anderen Insassen über Falun Dafa sprechen.

Eines Tages sprach ich während des Hofgangs mit ihm über den „Stein mit den verborgenen Schriftzeichen“ in der Provinz Guizhou. Er fragte mich: „Gibt es diesen Stein wirklich? Ein Verwandter von mir aus Guizhou hat mir davon erzählt, aber ich habe ihm nie geglaubt.“ Ich antwortete: „Ja, es gibt ihn tatsächlich. Auf den Eintrittskarten der Sehenswürdigkeit ist er sogar auf dem Titelbild abgebildet.“ Daraufhin erklärte auch er schließlich seinen Austritt aus der KPCh.

An einem anderen Tag fiel das Fernsehsignal aus, sodass niemand fernsehen konnte. Der Anführer bat mich dann, den Insassen unserer Zelle die Hintergründe von Falun Dafa zu erläutern. Eines Morgens sagte der Student zu mir: „Letzte Nacht habe ich geträumt, dass mich die Himmelskönigin des Westens in die Menschenwelt geschickt hat, um Dämonen zu bekämpfen. Ich frage mich, was dieser Traum bedeutet.“

Noch am selben Vormittag wurde er zur Gerichtsverhandlung aufgerufen. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr Bewährung und ließ ihn noch am selben Tag frei. Zuvor hatte der zuständige Staatsanwalt erklärt, er müsse mit einer Freiheitsstrafe von drei bis sieben Jahren rechnen. Tatsächlich verbrachte er jedoch nur vier Monate in Haft, bevor er freigelassen wurde. Ich wusste, dass ihm dies zum Segen gereicht war, weil er mir geholfen hatte, die wahren Umstände bekannt zu machen.

Nachdem schließlich alle Insassen der Zelle die Tatsachen über Falun Dafa erfahren und ihren Austritt aus der KPCh sowie ihren angeschlossenen Organisationen erklärt hatten, wurde ich in eine andere Zelle verlegt.

Endlich verstehe ich: Weil der Meister gut ist, ist Falun Dafa gut!

Nach meiner Verlegung in die nächste Zelle half ich allen Insassen noch am selben Abend dabei, aus der KPCh und ihren angeschlossenen Organisationen auszutreten. Dort konnte ich die Übungen praktizieren und offen über Falun Dafa sprechen. Das Bett neben meinem gehörte einem jungen Mann aus der Provinz Jilin. Neben mir schlief ein junger Mann aus der Provinz Jilin. Anfangs begegnete er mir mit großer Vorsicht. Deshalb erklärte ich ihm die Hintergründe von Falun Dafa und sprach mit ihm über die inszenierte Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz.

Er sagte zu mir: „Du bist überhaupt nicht so, wie man es im Fernsehen darstellt. Ehrlich gesagt habe ich in den ersten beiden Nächten kaum geschlafen, weil ich Angst vor dir hatte.“ [Anmerkung des Übersetzers: Die KPCh hat Falun-Gong-Praktizierende über viele Jahre verleumdet und als gefährliche oder geistig verwirrte Menschen dargestellt, um die Verfolgung zu rechtfertigen.]

Von diesem Tag an sagte er jeden Tag: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut. Falun Dafa ist das aufrichtige Fa.“

Ich brachte ihm Gedichte aus Hong Yin bei. Obwohl er sich Dinge nur schwer merken konnte, lernte er mit großem Eifer.

Immer wieder fragte er sich, weshalb so viele Menschen Falun Dafa praktizieren. Eines Abends sagte er plötzlich voller Begeisterung: „Jetzt habe ich es endlich verstanden! Weil der Meister gut ist, ist Falun Dafa gut!“

Auch er erhielt später seinen Segen. Der zuständige Staatsanwalt hatte erklärt, dass er mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen müsse. Tatsächlich wurde er jedoch nach einem Jahr und neun Monaten entlassen.

Ich bin hierhergekommen, um dich zu treffen

Eines Tages wurde aus einer anderen Zelle ein Mann verlegt, der bereits mehrfach wegen Körperverletzung verurteilt worden war. Er war über dreißig Jahre alt und trug Fußfesseln. Kaum angekommen, sprang er auf mein Bett und fragte: „Praktizierst du Falun Gong?“ Ich bejahte dies. Darauf setzte er sich im Schneidersitz hin und sagte: „Ich bin nur wegen dir hierhergekommen. Endlich treffe ich einmal einen Falun-Gong-Praktizierenden.“

Er erzählte mir, dass sein Onkel in Peking arbeite. Viele Menschen in seinem Bekanntenkreis würden die Internetzensur umgehen, um unabhängige Nachrichten zu lesen und sich über Falun Gong zu informieren. Er erklärte sich bereit, aus dem Kommunistischen Jugendverband auszutreten. Er brachte mir großen Respekt entgegen und stellte mir jeden Tag warmes Wasser zum Waschen bereit. Wenn die gute Seite eines Menschen zum Vorschein kommt, zeigt sich oft, wie liebenswert er eigentlich ist.

Ein junger Mann aus Yunnan erkennt die Wahrheit

Eines Tages wurde ein junger Mann aus der Provinz Yunnan eingeliefert, weil er in eine Schlägerei verwickelt gewesen war. Anfangs wollte er nichts von dem hören, was ich ihm über Falun Dafa erzählte. Mit der Zeit bemerkte er jedoch, dass ich anders war als die übrigen Häftlinge und dass mir viele von ihnen mit Respekt begegneten. Nach und nach begann er, die Tatsachen anzunehmen und trat schließlich aus den Jungen Pionieren aus, denen er einst beigetreten war.

Er behandelte mich wie einen engen Freund und sprach mit mir über alles. Als sein Prozess stattfand, versuchte der Richter, ihn dazu zu bringen, eine Tat zu gestehen, die er nicht begangen hatte. Man drohte ihm mit einer besonders schweren Strafe, falls er sich weigere. Er blieb jedoch standhaft und erklärte immer wieder, dass er unschuldig sei. Nach der Verhandlung sagte er zu mir: „Du hast mich beeinflusst. Ich kann nicht gegen mein Gewissen handeln und etwas gestehen, das ich nicht getan habe.“

Bevor er die Zelle verließ, bat er mich, ihm zehn Gedichte aus Hong Yin beizubringen. Zu meiner Überraschung lernte er sie sehr schnell auswendig.

Wenn ich freikomme, werde ich Dafa-Bücher lesen

Eines Tages wurde ein Mann eingeliefert, den alle „Old K.“ nannten. Er war über fünfzig Jahre alt und stand unter Mordverdacht. Seine Frau hatte eine Affäre gehabt. Daraufhin hatte er sie geschlagen und ihr sechs Rippen gebrochen. Am nächsten Tag erhängte sie sich. Old K. beteuerte jedoch stets, dass er sie nicht getötet habe.

Er litt an einer Hautkrankheit. Niemand wollte ihm seine Waschschüssel leihen, aber ich tat es. Trotz seiner schwierigen Lage verlor er seinen Humor nicht und machte oft Witze. Ich sprach mit ihm über Falun Dafa, doch zunächst schenkte er meinen Worten keine große Beachtung.

Er wurde täglich verhört. Schließlich gestand er, seine Frau getötet zu haben. Als ich ihn fragte, warum er das getan habe, erklärte er mir, die Polizei habe ihn gefoltert und ihm den Schlaf entzogen. Außerdem habe man ihm versprochen, er dürfe seinen Sohn sehen und der Leichnam seiner Frau werde eingeäschert, wenn er gestehe.

Doch keines dieser Versprechen wurde eingehalten. Da erkannte er, dass man ihn getäuscht hatte. Ich versuchte, ihn zu trösten, und sagte: „Du wurdest belogen. Genauso täuscht die KPCh die Menschen, um die Verfolgung von Falun Dafa zu rechtfertigen. „Er stimmte mir zu und erklärte seinen Austritt aus den Jungen Pionieren.

Später fragte ich ihn noch einmal: „Hast du deine Frau tatsächlich getötet?“ Er antwortete: „Nein. Sie hat sich selbst erhängt.“

Darauf sagte ich zu ihm: „Sprich jeden Tag die Worte: ,Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.‘ Vielleicht geschieht dann ein Wunder.“

Vor Prozessbeginn stellte das Gericht ihm einen Pflichtverteidiger zur Seite. Nachdem der Anwalt die Akten geprüft hatte, entdeckte er zahlreiche Widersprüche und offene Fragen. Er stellte die Aussagen der Ermittlungsbehörden infrage und argumentierte, dass allenfalls eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Betracht komme. Dafür beantragte er eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Ich sagte zu Old K: „Das tägliche Rezitieren von ,Falun Dafa ist gut‘ hat seine Wirkung gezeigt.“

Am nächsten Tag teilte ihm der zuständige Polizeibeamte mit: „Wenn deine Schwiegermutter und dein Sohn eine Erklärung zur Versöhnung und Vergebung unterschreiben, kannst du eine Bewährungsstrafe erhalten und nach Hause zurückkehren.“

Am selben Abend berichteten die Nachrichten über den Ausbruch von COVID-19. Old K. sagte zu mir: „Was du gesagt hast, stimmt wirklich! Gestern hast du von einer Seuche gesprochen und heute wird darüber berichtet. Wenn ich hier herauskomme, werde ich Dafa-Bücher lesen. Und ich werde auch meinen Sohn dazu ermutigen!“

Geschichten aus der Quarantäneabteilung

Nachdem ich in das Gefängnis verlegt worden war, musste ich aufgrund der Pandemie einen Monat lang in Quarantäne verbringen. Ich war allein in einem Raum untergebracht und durfte ihn nicht verlassen. Einem Häftling, der dort Dienst hatte, erklärte ich die wahren Umstände über Falun Dafa. Er trat daraufhin aus der KPCh aus. Außerdem half er mir, Nachrichten weiterzugeben, und brachte mir nachts heimlich einen Rasierer.

Zwei junge Häftlinge versorgten mich täglich mit Wasser. Einer von ihnen sagte geheimnisvoll: „Ich weiß, dass Falun Dafa gut ist. Und ich weiß auch, dass der Untergang der KPCh bevorsteht.“ Der andere erklärte sich ebenfalls bereit, aus der Partei und ihren angeschlossenen Organisationen auszutreten.

Viele Häftlinge, die an meinem Raum vorbeigingen, riefen leise: „Falun Dafa ist gut!“ Ich nickte ihnen als Antwort zu.

Eines Nachts träumte ich von zwei kleinen Jungen, etwa drei oder vier Jahre alt. Sie spielten im Schlamm und behaupteten, meine Kinder zu sein. Am nächsten Tag nahm mich ein junger Häftling mit einer Tätowierung der Worte „Das höchste Gut ist wie Wasser“ mit zur Toilette. Dort fragte er mich: „Außerhalb Chinas können die Menschen Falun Gong offen praktizieren. Warum ist es in China verboten?“

Ich erklärte ihm die Hintergründe und er trat sofort aus der Partei und ihren angeschlossenen Organisationen aus.

Später kam ein weiterer junger Häftling in die Quarantäneabteilung. Auch ihm erklärte ich die Tatsachen über Falun Dafa, und er trat aus den Jungen Pionieren aus. Da erinnerte ich mich an meinen Traum. Vielleicht sollte er mich daran erinnern, diese beiden „Kinder“ aufzuwecken.

Nach Ablauf der Quarantäne wurde ich in einen Gefängnisbereich verlegt, der speziell für die Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden eingerichtet worden war. Dort erlitt ich vier Jahre lang schwere Misshandlungen und Folter. Mehr als einmal befand ich mich in Lebensgefahr.

Während meiner Zeit im Untersuchungsgefängnis und im Gefängnis half ich insgesamt 143 Menschen dabei, aus der Kommunistischen Partei Chinas und ihren angeschlossenen Organisationen auszutreten.