(Minghui.org) Ich begann 1998, Falun Dafa zu praktizieren und nahm an einer großen Veranstaltung teil, bei der sich viele Praktizierende versammelten, um die Übungen zu machen und den Menschen Falun Dafa vorzustellen. Jeden Morgen trafen wir uns im Park zu den Übungen, und es war wunderbar.

1999 schloss ich mein Studium ab und arbeitete sechs Monate lang, bevor ich aufgrund der Verfolgung von Falun Dafa meinen Arbeitsplatz verlor. Seit mehr als 20 Jahren habe ich keine feste Anstellung mehr. Ich arbeitete in verschiedenen Branchen, konnte aber nie länger als ein Jahr an einer Stelle bleiben. Später kümmerte ich mich um meine alten Eltern und mein Kind und wurde Hausfrau.

Letztes Jahr ermutigte mich eine Freundin, mich als Dozentin an einer Universität zu bewerben. Sie meinte zwar, dass ich nicht ausreichend qualifiziert sei, aber einige Kurse belegen und mich dafür qualifizieren könne. Dieser Vorschlag gefiel mir, aber ich machte mir auch Sorgen.

Ich begann, meinen Lebenslauf vorzubereiten, stand dabei aber vor vielen Herausforderungen.

Computer- und Grundkenntnisse

Eine Herausforderung war, dass ich keine Computerkenntnisse hatte; ich hatte noch nicht mal einen Laptop. Ich mietete eine Wohnung in der Nähe der Schule meines Sohnes. Zwar lebte ich somit in dieser Stadt allein mit ihm, aber ich würde es schon schaffen. Ich besorgte mir einen alten Laptop. Die Kunststoffteile um den Bildschirm und die Tastatur waren altersbedingt brüchig und fielen auseinander und einige Tasten waren defekt. Auch wenn er 20 Jahre alt war, waren die wichtigsten Teile noch funktionsfähig.

Das Problem war, dass ich mich mit Computern, Fernsehern, Handys und dem Internet nicht auskannte. Ich hatte selten einen Computer benutzt. Als meine Freundin mir sagte, ich solle eine App herunterladen und ihr meinen Lebenslauf sowie die ausgefüllten Formulare schicken, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich wusste nicht, wie man eine Software herunterlädt oder wie man die Online-Plattform nutzt. Meine Freundin brachte mir Schritt für Schritt bei, wie man einen Computer benutzt und wie ich meine Unterlagen einreichen konnte. Da ich noch nie mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet hatte, brachte ich das ganze Format meiner Datei durcheinander, als ich diese auf der Plattform speichern wollte. Und so reichte ich meine Unterlagen mit einem durcheinandergeratenen Format ein und bat die Universitätsdozentin, das Format für mich zu korrigieren.

Ich hatte in verschiedenen Branchen gearbeitet und diverse Zertifikate erworben. Diese schickte ich meiner Freundin. Sie freute sich, dass ich viele Psychologiekurse belegt hatte und meine Computerkenntnisse damit ausgleichen konnte.

Nachdem ich meinen Lebenslauf eingereicht hatte, besuchte ich die Universität und erfuhr, dass es nicht einfach war, Universitätsdozentin zu werden, besonders für jemanden wie mich, der keine professionelle Ausbildung hatte. Erstens musste ich den Mandarin-Sprachtest bestehen. Zweitens musste ich an dem Vorbereitungskurs teilnehmen, der für diese Anstellung erforderlich war, welchen ich bestand. Drittens musste ich eine Probestunde absolvieren. Viertens musste ich ein Jahr Unterrichtserfahrung vorweisen und die Bewertung bestehen, bevor ich die Möglichkeit hatte, mich für die Qualifikation als Universitätsdozentin zu bewerben. Ich verstand nicht wirklich, was jeder Schritt bedeutete, daher war mir nicht klar, dass an diesem Punkt auch Prüfungsdruck entstehen kann. Ich wusste nur, dass ich jedes Problem einzeln angehen musste.

Ich suchte online nach Informationen über den Mandarin-Test. Im Internet wurde mir eine Ausbildungsorganisation empfohlen, die mir bei der Anmeldung zum Test half. Diese stellte mir zudem eine Fragensammlung für die Prüfung zur Verfügung, welches ich für wenig Geld erwerben konnte. So konnte ich mich vorbereiten und für den Test anmelden, der eine Woche später stattfinden sollte.

Den Prüfungsort kannte ich bereits. Ich stellte fest, dass die meisten Teilnehmer Studierende waren und alle eine Broschüre erhielten. Da ich mich über die Organisation hatte anmelden lassen, hatte ich weder die Broschüre bekommen, noch gewusst, dass ich Geld hätte sparen können; das hatte mir die Ausbildungsorganisation verschwiegen. Ich fühlte mich betrogen und verunsichert. Ich dachte mir: „Es ist wichtig, die Prüfung zu bestehen. Wenn ich durchfalle, betrachte ich es als eine Lektion und habe so auch nichts verloren.“ Als die Ergebnisse einen Monat später bekannt gegeben wurden, hatte ich die Prüfung bestanden.

Ausbildung, Studium und der Druck des Alltags

Ich musste während der Sommerferien an den Ausbildungskursen teilnehmen. Es gab sechs Kurse. Zwei davon waren Präsenzkurse mit Prüfungen. Vier waren Online-Kurse, bei denen ich Aufgaben erarbeiten musste. Da mein Sohn seinen Abschluss gemacht hatte, zogen wir zurück in unsere Heimatstadt. Doch dort gab es kein Internet. Mein Laptop war zu alt, um sich mit dem Hotspot meines Handys zu verbinden, und so musste ich mit meinem Sohn zu einer Freundin gehen, um deren Internet zu nutzen. Ich stand bei meinen „Hausaufgaben“ unter großem Druck. Da ich nicht wusste, wie man die KI beim Schreiben einsetzt, schrieb ich meine Hausaufgaben selbst. Ich hörte den Lehrern im Unterricht zu und eignete mir auf diese Weise Wissen in Bereichen an, mit denen ich nicht vertraut war. Um die Aufgabe gut zu bewältigen, erweiterte ich mein Wissen schnell und erledigte alles gründlich. Mehrere Nächte lang blieb ich lange auf und konnte die Online-Kurse erfolgreich abschließen.

Zu Hause passierten ein paar Dinge. Mein Sohn hatte die Hochschulaufnahmeprüfungen hinter sich, wartete also auf die endgültigen Ergebnisse und begann, die Bewerbungsformulare für die favorisierte Hochschulen auszufüllen. Ich selbst musste mir Zeit für meine Schulungen freischaufeln. Als ich endlich etwas Luft hatte, hörte ich, dass mehrere Praktizierende verhaftet worden waren und wir nicht wussten, wo sie sich befanden. Das waren traurige Nachrichten. Obwohl mein Sohn gute Noten hatte und an einer renommierten Universität angenommen wurde, fühlte ich mich niedergeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil der Ferien bereits vorbei.

Nachdem ich meinen Sohn zur Universität verabschiedet hatte, begann ich mich auf die Prüfungen für die Präsenzkurse vorzubereiten. Die Prüfungen würden in zwei Wochen stattfinden. Ich musste viele Bücher lesen. Die Fragen des Dozenten waren kompliziert, und ich konnte in den Büchern keine „vorgefertigten“ Antworten finden. Ich musste die Informationen aus den Büchern vollständig verstehen und diese daher systematisch lesen, aber ich hatte keine Zeit. In meiner Zeitnot nutzte ich für die Recherche doch die KI, aber die Antworten waren nicht präzise genug und unzureichend. Mein Vorbereitungstempo war langsam und ich konnte meine Angst kaum in den Griff bekommen. Ich fühlte mich hilflos und dachte sogar daran, aufzugeben.

Der Durchbruch

Ich schickte eine SMS an eine andere Lehrerin, die wie ich die Prüfungen ablegen würde. Ich fragte sie, wie es mit ihren Vorbereitungen liefe. Sie sagte mir, sie habe gelernt, könne sich aber an nichts erinnern. Sobald sie die Bücher in die Hand nähme, schliefe sie ein. Sie dachte über andere Möglichkeiten nach. Sie schickte mir den Stoff, den sie vorbereitet hatte. Es war klar ersichtlich, dass es eine KI generierte Ausarbeitung war. So wunderte es mich nicht, dass sie sich an nichts erinnern konnte. Sie hatte es ja auch nicht erarbeitet. Nachdem ich meine Notizen geordnet hatte, teilte ich meine Version mit ihr.

Ich hatte das Gefühl, dass ich so nicht weitermachen konnte. Als Praktizierende sind die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht in meinem Inneren verankert. Ich sollte nicht darüber denken, Dinge zu tun, die ein Praktizierender nicht tun sollte. Wenn es keine Prüfung mit Hilfsmitteln wäre, müsste ich die Fragen selbst beantworten. Aber ich hatte nicht viel Zeit. Deshalb überlegte ich mir einen praktikablen Weg. Ich konnte in so kurzer Zeit nicht den gesamten Inhalt durchgehen. Daher verzichtete ich auf 20 % und lernte eine kürzere Version jeder Frage auswendig. Zudem strich ich den Inhalt, der schwer zu merken war. Ich übersetzte den vorhandenen Stoff in eine verständliche, umgangssprachliche Form. Ich fasste ihn zu kurzen Antworten zusammen, schrieb sie in mein Notizbuch und lernte sie auswendig. Es gab immer noch viel Stoff, den ich nicht auswendig gelernt hatte.

Ich verbrachte mehrere Tage damit, meine Notizen zu ordnen, und begann, mich sicher zu fühlen. Als ich meinen Mann anrief, sagte er: „Setze dich nicht so unter Druck. Selbst wenn du durchfällst, wäre das so schlimm?“ Ich war überrascht. An ein Scheitern hatte ich nie gedacht. Wenn ich mich einmal für etwas entschieden hatte, musste ich mein Bestes geben. Ich zögerte ein wenig und sagte: „Wenn ich durchfalle, gibt es eine Nachprüfung. Aber ich hätte das Gefühl, mein Gesicht verloren zu haben.“ Nach dem Gespräch fühlte ich mich erleichtert. Wenn ich mich nicht so sehr um Ruhm oder persönlichem Interesse kümmern würde, wäre ich viel entspannter.

Beharrlichkeit trotz eines familiären Zwischenfalls

Als ich mich in der letzten Phase der Prüfungsvorbereitung befand, kündigte mein Sohn seine Arbeit und kam plötzlich nach Hause. Er sagte, er wolle sich auf die Fremdsprachenprüfung vorbereiten. Er wollte ins Ausland gehen, in ein Land, das sein Vater ablehnte. Sein Vater drohte, ihm die finanzielle Unterstützung zu entziehen. Er erlaubte mir auch nicht, unserem Sohn Geld zu geben. Ich stand zwischen den Fronten und fühlte mich hilflos. Ich hoffte, dass mein Sohn erst nach Abschluss meiner Prüfungen nach Hause kommen würde, was aber nicht geschah. Jetzt musste ich drei Mahlzeiten am Tag kochen, waschen und putzen und dieses familiäre „Problem“ lösen. Unter diesem Druck musste ich ruhig bleiben und mich auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren. Wie durch ein Wunder gelang es mir. Es ist so gut, eine Falun-Dafa-Praktizierende zu sein. Ich konnte mich innerlich von den äußeren Einflüssen isolieren und die Situation klar erkennen. Ich wusste, dass dies die große Weisheit war, die Falun Dafa mir geschenkt hatte.

Prüfungsergebnisse

Zwei Wochen vergingen wie im Flug. Als ich die Prüfungsunterlagen für die beiden Kurse erhielt, war ich sehr beeindruckt von den Dozenten, welche die Fragen entworfen hatten. Keine der Fragen gehörte zu denen, auf die wir uns vorbereitet hatten. Viele indirekte Fragen erforderten differenzierte Antworten. Aber wenn die Studierenden den Vorlesungen aufmerksam zugehört und fleißig gelernt hatten, konnten sie die Fragen beantworten. Die meisten der Prüfungsteilnehmer waren jung, hochqualifiziert und hatten Pädagogik studiert. Nachdem die Ergebnisse veröffentlicht worden waren, mussten einige Nachprüfungen ablegen.

Ich erzielte in beiden Prüfungen hohe Punktzahlen. Ich wusste, dass Dafa mir Weisheit geschenkt hatte. Ich wusste, dass es die Kraft und Weisheit eines Praktizierenden war, die sich von der Klugheit eines gewöhnlichen Menschen unterscheidet.

Vorbereitung auf Lehrprobe

Der Koordinator der Universität rief mich an, nachdem ich die Prüfung bestanden hatte. Er fragte mich, ob ich eine große Vorlesung in einem bestimmten Fachkurs übernehmen könnte. Der derzeitige Dozent sei unerfahren und müsse ersetzt werden. Dieser Kurs gehörte zu meinem Studienfach. Ich erklärte mich bereit, am nächsten Tag eine Lehrprobe zu halten. Ich wusste nicht, wie lange sie dauern sollte oder worüber ich referieren sollte. Die dazugehörigen Unterlagen befanden sich in der Universität. Ich beschloss, sie an diesem Tag mit nach Hause zu nehmen.

Meine Wohnung lag weit von der Universität entfernt. Ich wollte kein Geld für ein Taxi ausgeben, und so fuhr ich mit dem Bus zur Universität. Meine Freundin hatte erfahren, dass ich eine Lehrprobe halten würde, und wartete auf mich. Sie sagte, der Koordinator habe erklärt, es sei sehr kurzfristig, und sie habe zugestimmt, den Termin um einige Tage zu verschieben, da andere erfahrene Dozenten mindestens eine Woche zur Vorbereitung bräuchten, während ich nichts über die Lehrprobe wüsste. Ich sagte ihr, der Koordinator habe mir das auch mitgeteilt, aber ich hielt es für nicht gut, den Unterricht zu verschieben. Der Koordinator sei bereit gewesen, mir am nächsten Tag eine Chance zu geben. Wenn ich scheitern würde, hätten sie zusätzliche Zeit, andere Dozenten um Hilfe zu bitten.

Meine Freundin nahm mich zu einer kurzen Einweisung mit in ihr Büro. Sie wurde nervös, weil sie mir nicht helfen konnte, und schlug vor, dass ich mir ein Video auf einer Streaming-Plattform ansehen sollte, um zu lernen, wie man Vorträge hält. Als ich sie fragte, was eine Streaming-Plattform sei, war sie sprachlos. Sie konnte die Dringlichkeit für mich am eigenen Leib spüren, als müsste sie selbst morgen die Vorlesung halten. Sie half mir, die Software herunterzuladen, und beantwortete meine wichtigsten Fragen. Sie sagte, bei der Lehrprobe gehe es darum, eine einstündige Unterrichtsstunde auf eine 10-15-minütige Demo zu verdichten, und es müsse eine Einleitung, ein Hauptthema, Kerninhalte, eine Zusammenfassung und Hausaufgaben geben. Sie bat mich, besonders auf die Interaktion mit den Studierenden zu achten. Sie sagte, ich müsse auf der Streaming-Plattform ein Video finden und mich daran orientieren.

So fuhr ich mit dem Taxi nach Hause und kam um 21 Uhr dort an. Ich aß kurz etwas und beruhigte mich. Dann öffnete ich mein Handy, um nach einem Video zu suchen, das ich mir ansehen konnte. Zu meiner Überraschung konnte ich keine Videos finden, die zu meinen Kursinhalten passten. Ich wandte mich dann den Büchern zu, wusste aber nicht, wo ich anfangen sollte. In diesem Moment schoss mir das Blut in die Adern und ich zitterte vor Anspannung. Es war, als befände ich mich in einem Feuersturm.

Glücklicherweise sah ich ein Video, das zeigte, wie man eine Lehrprobe durchführt. Ich hatte das Gefühl, dass nun alles geregelt war. In der Demonstration wurde ein sehr wichtiger Punkt angesprochen, nämlich „Flexibilität“. Demnach sollte man nicht starr sein oder Inhalte nur auswendig lernen.

Die Vorbereitung einer Lehrprobe abschließen

Der Rat meiner Freundin, mich an einem Video zu orientieren, war nicht praktikabel. Es war bereits Mitternacht, und so musste ich meinen eigenen Weg finden. Ich überlegte mir schnell ein einfaches Thema. Mein Sohn lieh mir seinen Laptop und half mir, eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen. Ich wollte eine ansprechende Hintergrundfarbe und ein ansprechendes Design. Aber mein Sohn verstand nicht, was ich wollte, und ich hatte das Gefühl, dass er zu schnell war. Er fuhr mit dem nächsten Schritt fort, bevor ich überhaupt verstanden hatte, was er tat. Schließlich fand ich eine einfache Lösung. Ich bat ihn, ein paar leere Seiten in den Präsentationsunterlagen zu kopieren, und dann begann ich, meine Notizen vorzubereiten. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits nach Mitternacht.

Ich überlegte mir schnell einen Entwurf und erstellte ein paar einfache Folien. Es war bereits 1 Uhr nachts. Mir hämmerte der Kopf und so ging ich ins Bett. Während ich im Bett lag, drehten sich meine Gedanken darum, wie ich unterrichten sollte. Ich konnte nicht zur Ruhe kommen. Ich versuchte mein Bestes, meinen Kopf freizubekommen und an nichts zu denken. Körperlich fühlte ich mich müde und erschöpft, aber geistig war ich sehr aktiv. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich eine schlaflose Nacht.

Nervös, aber konzentriert: Vorbereitung auf die Lehrprobe

Ich war so nervös, dass ich am nächsten Morgen Durchfall hatte. Mehrmals ging ich auf die Toilette. Ich wusste, dass ich konzentriert und frei von jeglicher Ablenkung sein musste. Dann bat ich meinen Sohn, sich um seine drei Mahlzeiten selbst zu kümmern, da ich meine Lehrprobe vorbereiten müsse. Dafür nahm ich meine Probevorlesung auf, hörte sie mir an und kürzte sie auf 10 Minuten. So würde ich in der Zeit liegen. Ich probte mehrmals, bevor ich das Haus verließ. Die Universität war weit von meinem Zuhause entfernt und ich wusste den Weg nicht auswendig.

Als ich ankam, erfuhr ich, dass jeder andere Kurse unterrichtete. Ich hielt meine Probevorlesung vor Doktoranden. Die Hochschulleitung stellte Fragen, nachdem wir die Vorlesungen beendet hatten. Eine Frage wurde an alle gerichtet: „Wie würden Sie den ideologischen und politischen Aspekt in Ihren Unterricht einfließen lassen?“ Ich wusste nicht, wie ich die Frage beantworten sollte. Ich wusste nicht, worum es bei der ideologischen und politischen Bildung ging. Die vorherigen Dozenten hatten die Frage nicht ausführlich beantwortet. Ich vermutete, dass es etwas mit moralischem Charakter zu tun haben musste. Wir müssen die Studierenden zu Talenten mit moralischem Charakter erziehen. Ich beschloss, einfach dem Lauf der Dinge zu folgen.

Meine wahren Gedanken ausdrücken

Ich wurde gebeten, die Lehrprobe vorzeitig zu halten, da der Dozent vor mir den USB-Stick noch nicht bereit hatte. Als ich am Podium stand, war ich ruhig. Ich begrüßte die Anwesenden nicht mit „Hallo, liebe Studierende“, wie es die Dozenten vor mir getan hatten. Es handelte sich um Führungskräfte der Universität. Ich konnte sie nicht „Studenten“ nennen. Ich sagte auch nicht „Hallo Führungskräfte“. Das hätte bedeutet, dass die Menschen auf der Bühne und die außerhalb der Bühne nicht gleichberechtigt waren. Ich sagte: „Hallo zusammen!“ Dann zeigte ich ein paar PowerPoint-Folien. Ich schrieb nichts an das Whiteboard, sondern redete einfach. Innerhalb von 10 Minuten behandelte ich den Inhalt, einschließlich der Hauptthemen, des Kontextes und meiner eigenen Erfahrungen. Ich sah, dass mir alle aufmerksam zuhörten. Ich warf einige Fragen auf, über die alle nachdachten, und einige auch antworteten. Einige der Fragen fielen mir spontan ein, da ich sah, dass die Führungskräfte älter waren. Ich stellte Fragen, von denen ich dachte, dass sie bei ihnen Anklang finden würden. Als die Frage nach dem ideologischen und politischen Thema aufkam, sagte ich: „Ich werde dieses Thema auf jeden Fall behandeln. Ein Unternehmer sagte einmal, wenn man ein Unternehmen gründen will, muss man zuerst ein aufrichtiger Mensch sein. Ich meine, wenn man Lehrer werden will, muss man zuerst ein aufrichtiger Mensch sein. Wenn sich jemand nicht rechtschaffen verhält, wird er nicht weit kommen.“ Ich nannte einige Beispiele. Alle hörten zu, weil das, worüber ich sprach, sich von dem unterschied, was die anderen gesagt hatten.

Obwohl die Ausrichtung meiner Probe falsch war, bestand ich die Lehrprobe. Der Dozent erklärte mir den Fehler, welchen ich nachvollziehen konnte.

Meine pädagogischen Fähigkeiten entdecken

Einige Tage später begann ich, eine große Klasse zu unterrichten. Doch bevor ich mit dem Unterricht beginnen konnte, musste ich einen Unterrichtsplan erstellen und einige zusätzliche Inhalte ausarbeiten, die im ursprünglichen Unterrichtplan nicht verwendet wurden. Zudem musste ich die Unterrichtsstunde selbst vorbereiten. Ich hatte noch nie zuvor einen Unterrichtsplan gesehen, geschweige denn erstellt. Mir war klar, dass mir diesmal niemand helfen konnte. Ich hielt mich an das Format und verfasste einen Plan nach meinem eigenen Verständnis. Meiner Auffassung nach sollten die Studierenden etwas Sinnvolles lernen und aus jeder Unterrichtsstunde wertvolles Wissen mitnehmen. Mein Unterricht sollte praxisorientiert sein und sinnvolle Inhalte haben. Er sollte interessant sein, damit die Studierenden gerne daran teilnahmen. Ich wusste nicht, wie Dozenten an der Universität unterrichteten. Mir wurde gesagt, ich solle den Unterricht selbst gestalten. Deshalb entwarf ich die Lektionen nach meinen eigenen Vorstellungen. Ich fand es viel einfacher, als ich gedacht hatte. Ich reichte meine Unterrichtspläne ein, und niemand sagte etwas dagegen. Ich wusste nicht, dass dies ein Theoriekurs sein sollte. Ich gestaltete ihn als Praxisunterricht und hielt das ganze Semester lang Vorlesungen.

Ein Vertreter der Universitätsleitung kam zu meiner ersten Vorlesung. Er stellte mich den Studierenden als neue Dozentin für diese Vorlesung vor, da die ersten beiden Dozenten unerfahren waren und ersetzt werden mussten. Er sagte, ich hätte umfangreiche Arbeits- und Lehrerfahrung. Er bat die Studierenden, mir alle Fragen zu stellen, die sie hatten. So kam es, dass ich nach der ersten Vorlesung Dutzende von Fragen erhielt.

Die Universität schenkte diesem Kurs aufgrund des häufigen Dozentenwechsels große Aufmerksamkeit. Die Verantwortlichen sprachen nach der ersten Vorlesung mit den Studierenden. Meine Freundin gab mir schnell ein positives Feedback. Ich unterrichtete diesen Kurs gerne. Die Studierenden kamen zum Unterricht, waren sehr kooperativ und reichten ihre Hausaufgaben ein. Ich lobte sie und wir verstanden uns sehr gut.

Positives Feedback

Nach einiger Zeit schickte mir die Universität einen Screenshot der Umfrage, in der die Studierenden gefragt wurden, welchen Dozenten sie mochten und warum. Einige sagten, ich sei sanft. Andere sagten, ich sei humorvoll. Wieder andere mochten meine Art des Unterrichtens. Der Koordinator der Universität dankte mir dafür, dass ich den Kurs übernommen hatte.

Besondere Merkmale meines Kurses waren die hohe Anwesenheitsquote der Studierenden; es waren viele Studierende in dieser großen Klasse, aber nur wenige fehlten. Ich gab den Studierenden nach jeder Unterrichtsstunde Hausaufgaben auf, welche alle gewissenhaft einreichten. Ich stellte viele Fragen und die Studierenden antworteten. Sie waren sehr kooperativ. Ich ging davon aus, das wäre bei jedem Dozenten so. Doch nach und nach erfuhr ich von meinem Sohn und anderen Studierenden, dass dies nicht der Fall sei. In meiner letzten Unterrichtsstunde wartete ein Student, bis alle anderen den Raum verlassen hatten, und überreichte mir einen Blumenstrauß. Mein Sohn sagte: „Du machst das gut. Du scheinst eine erfolgreiche Dozentin zu sein.“

Von der Universität erhielt ich kein Feedback. Jedoch wurde mein Vertrag am Ende des Semesters verlängert. Ich durfte mir als Erste aussuchen, welche Klasse ich im nächsten Semester unterrichten wollte. Man zeigte mir die Kriterien für die Zertifizierung von doppelt-qualifizierten Dozenten, also solchen, die sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht erteilen können. Erst da wurde mir bewusst, dass ich meine theoretische Lehrprobe versehentlich in eine praktische Unterrichtseinheit verwandelt hatte.

Kultivierung und Weisheit

Ich erforschte und verfeinerte kontinuierlich meine Art zu unterrichten. Ich lernte die Inhalte, entwarf den Kurs und lernte, wie man gut unterrichtet. Ich kam als Quereinsteigerin in diesen Sektor und war daher unvoreingenommen. Ich stammte weder aus dem Hochschulbereich noch aus der Wirtschaft. Ich hatte viele Jahre lang keine feste Stelle gehabt. Ich lebte ein einfaches Leben und konnte nicht einmal eine gute Mahlzeit kochen. Meine Weisheit kam ganz und gar von Falun Dafa. Von anderen Menschen unterscheide ich mich dadurch, dass ich eine andere Mentalität habe. Ich konnte die Dinge klar durchschauen und sah das Wesentliche. Meine Botschaften vermittelte ich auf einfache und tiefgründige Weise, so dass die Studenten plötzlich alles vollkommen verstanden.

Der wichtigste Unterschied ist, dass Praktizierende ein gutes Energiefeld haben, ein ruhiges Energiefeld, welches das Falsche korrigieren kann und den Studenten körperlich und geistig zugutekommt. Die Studenten fühlten sich wohl und wollten am Unterricht teilnehmen.

Falun-Dafa-Praktizierende verhalten sich gut und denken zuerst an andere Menschen. All meine Gedanken gelten dem Wohl der Studenten und der Universität. Ich halte mich frei von chaotischen Gedanken und konzentriere mich nur auf das Lernen des Fa.

2000 Yuan (ca. 250 Euro) gab ich für einen neuen Laptop aus. Und obwohl er langsam ist, reicht er mir völlig aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages auf einem Podium stehen und unterrichten würde. Wenn ich die jungen Studenten mit ihren ausdruckslosen Gesichtern betrachte, hoffe ich, dass die Kraft von Falun Dafa auf sie strahlt und dass die universellen Werte Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht ihnen Hoffnung bringen.