(Minghui.org) Ein Falun-Dafa-Praktizierender in Deutschland erinnerte sich an die Proteste während des Berlin-Besuchs von Jiang Zemin im April 2002. Als er einen gelben Schal aus der Tasche zog, fühlte es sich für ihn wie eine Prüfung auf Leben und Tod an. Bereitschaftspolizisten richteten ihre Waffen auf seine Brust und blickten ihn drohend an.

Jiang Zemin, der die Verfolgung von Falun Dafa einleitete, wollte auf seinen Reisen keine Menschen in Gelb sehen. Deutsche Behörden waren durch die Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) beeinflusst worden und hielten Falun-Dafa-Praktizierende fälschlicherweise für potenzielle Unruhestifter. Deshalb kontrollierte die Polizei Menschen in gelber Kleidung, durchsuchte Taschen und ergriff umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen.

Als Jiangs Wagenkolonne vorbeifuhr, zog der Praktizierende seinen Schal mit den chinesischen Schriftzeichen für „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht“ hervor. Als die Beamten erkannten, dass es sich lediglich um einen Schal handelte, entspannte sich die Situation.

Rückblickend beschrieb er den Moment als beängstigend und als eine Prüfung seines Mutes.

Deutsche Polizei stoppte Menschen mit gelber Kleidung und gelben Schals

Jiang Zemin verlangte sogar, dass in Goslar sämtliche Kanaldeckel zugeschweißt wurden. Einige Einwohner meinten, er müsse in China wohl Schlimmes getan haben, wenn er derart große Angst habe.

Polizisten kontrollierten ohne nähere Begründung asiatisch aussehende Personen sowie Personen in gelber Kleidung. Eine Praktizierende berichtete, dass sie und andere Praktizierende angehalten und durchsucht worden seien. Nachdem sie mit den Beamten gesprochen hatten, wurden diese deutlich zurückhaltender.

Die Praktizierende erklärte einem Beamten über einen Dolmetscher, dass sie von der Polizei in Peking schlecht behandelt worden sei und nicht erwartet habe, Ähnliches in Deutschland zu erleben. Der Beamte wirkte daraufhin verlegen.

Weil einige Praktizierende ihre Ausweise nicht dabeihatten, wurden sie vorübergehend festgehalten. Währenddessen erklärten sie den Beamten die Hintergründe von Falun Dafa und der Verfolgung in China. Schließlich änderte sich die Einstellung der Polizisten. Beim Abschied gaben sie den Praktizierenden die Hand und erklärten, sie hätten zuvor geglaubt, Falun Dafa sei gewalttätig. Nun wüssten sie, dass dies nicht stimme.

Polizist aus Goslar lernt Falun Dafa kennen

Nach Jiangs Abreise besuchte ein Ehepaar aus Goslar einen Übungsplatz in Göttingen, um Falun Dafa kennenzulernen. Der Ehemann war Polizist und konnte Jiangs Forderungen nicht nachvollziehen. Nach Gesprächen mit Praktizierenden erkannte er, dass diese friedlich und vernünftig waren.

Er fand im Internet den Übungsplatz an der Universität Göttingen, lernte dort etwa eine Woche lang die Übungen und brachte anschließend mehrere Freunde mit.

KP Chinas beeinflusst die deutsche Behörden

Eine weitere Praktizierende berichtete, die KPCh habe deutschen Behörden vermittelt, Falun-Dafa-Praktizierende seien Aufrührer. Dadurch seien friedliche Proteste behindert und grundlegende Rechte eingeschränkt worden.

Sie schilderte, dass ihr für eine Meditationsveranstaltung nur ein weit entfernter Platz zugewiesen worden sei. Bei anderen Gelegenheiten seien ihre Taschen kontrolliert worden oder sie musste öffentliche Orte verlassen, obwohl sie allein und friedlich dort stand.

Als Praktizierende gemeinsam meditierten oder sogenannte aufrichtige Gedanken aussandten, reagierten manche Polizisten zunächst nervös darauf. Nach Gesprächen verstanden sie jedoch, dass keine Gefahr bestand.

Praktizierende verklagen deutsche Behörden

Nach Jiangs Besuch reichten Praktizierende Klagen gegen das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt ein. In Gerichtsunterlagen fanden sich zahlreiche Materialien, die von der KPCh bereitgestellt worden waren und Falun Dafa diffamierten.

Die Unterlagen stellten Praktizierende als potenzielle Gewalttäter dar und beschrieben gelbe Kleidung sowie bestimmte Meditationshaltungen als Erkennungsmerkmale. Dadurch wurden Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

Die Praktizierenden kamen zu dem Schluss, dass die deutsche Regierung in wesentlichen Punkten durch irreführende Informationen beeinflusst wurde.

Berichte in den deutschen Medien

Der öffentlich-rechtliche Sender ARD berichtete am 12. April 2002 über die außergewöhnlich strengen Sicherheitsmaßnahmen während Jiangs Besuch. Kommentatoren merkten an, dass Jiang besonders empfindlich auf die Farbe Gelb reagiere, da sie mit Falun Dafa verbunden werde.

Deutscher Richter: Falun-Dafa-Praktizierende protestierten friedlich

Im Jahr 2004 kam es vor dem Berliner Verwaltungsgericht zu einer Einigung zwischen dem deutschen Falun Dafa Verein und dem Bundesinnenministerium. Der Richter äußerte die Auffassung, dass bestimmte Maßnahmen der Polizei gegen Grundrechte verstoßen hätten.

Er betonte zudem, dass Falun-Dafa-Praktizierende nach seinem Kenntnisstand stets friedlich protestiert hätten und keine Gewalt angewendet worden sei.

Weitere Dokumente zeigten, dass chinesische Stellen deutschen Behörden vor Jiangs Besuch vor möglichen Störungen und sogar Gewalt durch Falun Dafa gewarnt hatten. Diese Behauptungen trugen maßgeblich zur angespannten Sicherheitslage bei.

Ein späterer Bericht der deutschen Regierung stellte fest, dass Praktizierende bei ihren Protesten niemals zu Gewalt gegriffen hätten.