(Minghui.org) Eine 78-jährige Frau aus der Stadt Anshan, Provinz Liaoning legt Berufung gegen eine dreijährige Haftstrafe ein, die wegen des Praktizierens von Falun Dafa gegen sie verhängt wurde.

Am Nachmittag des 20. Januar 2026 machte Chen Suyuan einen Spaziergang in einem Wohngebiet, als sie in der Nähe des Eingangs eines Wohnblocks zwei Falun-Dafa-Flyer auf dem Boden liegen sah. Sie hob sie auf, wurde jedoch sogleich von zwei Frauen gepackt, die wie aus dem Nichts auftauchten. Eine der Frauen ging in das Gebäude und kam mit acht weiteren Flyern zurück. Sie beschuldigten Chen, diese im Gebäude verteilt zu haben und brachten Chen zum Büro des Nachbarschaftskomitees Liqiao. Eine der Frauen verständigte die Polizeidienststelle des Bezirks Lishan, woraufhin Beamte der Polizeiwache Shuangshan entsandt wurden, um Chen festzunehmen.

Chen gab gegenüber der Polizei an, die Flyer nicht verteilt zu haben. Die Beamten hörten ihr jedoch nicht zu und brachten sie in die erste Haftanstalt der Stadt Anshan. Als ihr Anwalt sie Anfang Februar besuchte, wurde sie von zwei Personen hinausgetragen; sie wirkte äußerst geschwächt. Sie berichtete ihrem Anwalt, dass die Polizei sie bei einer medizinischen Untersuchung gezerrt und an ihr gerissen habe, wodurch sie schwere Verletzungen erlitten habe. Sie ist nun auf die Hilfe anderer angewiesen.

Vor ihrer Festnahme war Chen bei guter Gesundheit gewesen. Ihre Angehörigen fragten bei der Polizei nach, ob sie in der Haft misshandelt worden sei, was zu einer derart raschen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geführt habe. Die Polizei bestritt jegliche Misshandlung.

Kurz nach ihrer Festnahme übergab die Polizeidienststelle des Bezirks Lishan den Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Lishan. Die Staatsanwaltschaft wies den Fall mit der Begründung zurück, die Beweislage sei unzureichend. Am 17. März reichte die Polizei den Fall erneut ein. Am 2. April erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Chen und übergab den Fall an das Bezirksgericht Lishan.

Chen musste sich am 22. April vor Gericht verantworten und wurde am 1. Juni zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Sie hat beim Mittleren Volksgericht der Stadt Anshan Berufung eingelegt.

Hintergrund

Chen begann 1996, Falun Dafa zu praktizieren. Bereits nach wenigen Monaten verschwanden sämtliche Krankheiten, die sie jahrelang geplagt hatten – darunter niedriger Blutdruck und ein ungewöhnlich schneller Herzschlag.

Da sie auch nach der von der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 1999 angeordneten Verfolgung an ihrem Glauben festhielt, wurde sie wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien. Am 25. Oktober 2012 wurde sie festgenommen, als sie gemeinsam mit ihrem Mann zu einem Supermarkt unterwegs war. Die Polizei fertigte gewaltsam Fotos von ihr an und durchsuchte ihre Wohnung. Auf der Polizeiwache wurde sie verhört und zur Abgabe von Fingerabdrücken gezwungen, bevor man sie am Abend wieder freiließ. Ihr Mann, der durch das Vorgehen der Polizei in große Angst versetzt worden war, verstarb plötzlich einen Monat später am 27. November.

Am 15. April 2020 wurde Chen erneut von Beamten der Polizeiwache Lingshan festgenommen. Sie wurde im Frauengefängnis der Stadt Anshan inhaftiert und am 10. August desselben Jahres vom Bezirksgericht Lishan zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Früherer Bericht:

Inhaftierte 78-Jährige in kritischem Zustand (Stadt Anshan, Provinz Liaoning)