(Minghui.org) Ich bin eine ältere Praktizierende und praktiziere Falun Dafa seit Ende 1998. Da ich wegen meines Glaubens zur Zielscheibe der örtlichen Polizei und des Büro 610 geworden war, wurde ich im Jahr 2018 inhaftiert. Während meiner Haftzeit war ich zu allen freundlich und klärte die Menschen über die wahren Umstände von Falun Dafa und die ungerechtfertigte Verfolgung auf.

Ärztin in Haftanstalt die wahren Umstände erläutert

An dem Tag, als ich in der Haftanstalt ankam, wurde ich einer umfassenden ärztlichen Untersuchung unterzogen. Während ich auf dem Untersuchungstisch lag, gab die Ärztin Daten in ihren Computer ein. Ich dachte: „Vielleicht sehe ich sie nie wieder. Dies könnte meine einzige Gelegenheit sein, mit ihr über Falun Dafa zu sprechen, da unsere Begegnung vorherbestimmt ist.“

Noch bevor ich meinen Gedanken zu Ende gebracht hatte, durchbrach sie das Schweigen: „Sie scheinen ein wirklich netter Mensch zu sein. Warum sind Sie hier?“ Ich antwortete: „Ich bin hier, weil ich Falun Dafa praktiziere und nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht lebe. Ich habe kein Verbrechen begangen und auch nicht gegen das Gesetz verstoßen. Ich bin unschuldig.“ Sie unterbrach ihre Arbeit, wandte sich mir zu und sagte: „Falun Dafa? Warum praktizieren Sie so etwas?“ Ich lächelte und antwortete: „Ich bin mir sicher, dass Sie in Ihrem Beruf schon anderen Falun-Dafa-Praktizierenden begegnet sind. Kennen Sie einen von ihnen gut?“

Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Ich habe gehört, dass sie alle sehr stur sind, jeder einzelne von ihnen. Deshalb haben sie viel gelitten. Sie tun mir leid, aber ich verstehe es einfach nicht, warum können sie nicht einfach zu Hause praktizieren? Warum müssen sie anderen davon erzählen? Das ist es doch nicht wert, dafür seine Freiheit zu verlieren.“

Ich merkte, dass sie eine freundliche Person war, und so erklärte ich ihr, was Falun Dafa wirklich ist, wie die Verfolgung begann und warum sie Unrecht ist. Sie hörte aufmerksam zu. Die Polizisten, die mich begleiteten, wurden draußen ungeduldig und hämmerten gegen die Tür: „Was dauert das so lange? Sind Sie fertig?“ Die Ärztin erhob ihre Stimme: „Noch nicht. Bitte warten Sie.“ Dann wandte sie sich wieder mir zu und signalisierte mir fortzufahren.

Ich erzählte ihr von Menschen, die Falun Dafa praktizieren und Segnungen erfahren haben. Ich erzählte ihr, wie das kommunistische Regime in China Praktizierende misshandelt und foltert. Ich beschrieb ihr, dass die Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine inszenierte Falschmeldung war, die darauf abzielte, Falun Dafa zu verleumden. Sie nickte, während sie zuhörte.

Schließlich fragte ich sie, ob sie aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und ihren Jugendorganisationen austreten wolle. Sie willigte ein. In diesem Moment stießen die Beamten die Tür auf und stürmten herein. Die Ärztin sagte zu ihnen: „Raus hier! Ich bin fast fertig.“ Sie half mir auf und richtete meine Kleidung, bevor die Beamten mich mitnahmen.

Ich bin keine Verbrecherin“

In jeder Zelle wurde ein Insasse zum Zellenanführer ernannt. Sie wurden ausgewählt, weil sie alles taten, was die Wärter ihnen befahlen, und dafür bestimmte Privilegien sowie Macht über die anderen genossen. Die besonders bösartigen unter ihnen schmeichelten sich bei den Wärtern ein und misshandelten die Schwachen.

Als ich zum ersten Mal in eine Zelle kam, ging ich hinein, sah mich um und fragte mit einem Lächeln: „Wer hat hier das Sagen?“ Es waren mehr als zwei Dutzend Insassen im Raum, und alle drehten sich zu einer Frau um, die antwortete: „Ich habe hier nicht das Sagen. Ich habe nur vorübergehend Dienst.“

„Ich möchte mit dir über ein paar Dinge sprechen“, sagte ich. „Was gibt es?“ fragte sie. Voller aufrichtiger Gedanken sah ich ihr in die Augen und sagte: „Ich praktiziere Falun Dafa, das die Menschen lehrt, gut zu sein und nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu leben. Ich werde wegen meines Glaubens festgehalten, nicht weil ich gegen das Gesetz verstoßen habe. Ich bin keine Kriminelle, daher gibt es Dinge, die ich nicht tun werde.“

Ich zählte die acht Punkte an meinen Fingern ab: „Erstens: Da ich keine Verbrecherin bin, werde ich keine Arbeit verrichten. Zweitens: Da ich keine Verbrecherin bin, werde ich die Weste nicht tragen. Drittens: Ich bin keine Verbrecherin, also werde ich mich nicht an die Regeln und Vorschriften dieser Haftanstalt halten. Viertens: Da ich keine Verbrecherin bin, mache ich keine Berichte an irgendjemanden. Fünftens: Ich bin keine Verbrecherin, daher stehe ich nicht Wache. Sechstens: Ich bin keine Verbrecherin, ich werde nicht mit ‚Hier‘ antworten, wenn jemand meinen Namen ruft. Siebtens: Ich bin keine Verbrecherin und werde auch nicht mit ‚Ja“ antworten, wenn ich um etwas gebeten werde. Achtens: Da ich keine Verbrecherin bin, werde ich morgens nicht am Appell teilnehmen. Ich werde jeden Tag die Übungen machen und meditieren.“

Die Zellenanführerin starrte mich verständnislos an. „Oh mein Gott. Was soll ich denn jetzt machen? Damit komme ich nicht klar.“ Ich sagte zu ihr: „Ich weiß, dass du für diese Dinge zuständig bist. Ich werde das nicht tun, weil ich keine Kriminelle bin. Bitte nimm das nicht persönlich – ich will dir das Leben nicht schwer machen. Du musst dich nicht darum kümmern. Sag einfach den Wärtern, was ich gesagt habe, und lass sie sich darum kümmern. Gib die Verantwortung an sie weiter.“

Sie hielt mir eine Weste hin. „Das musst du zumindest anziehen. Es ist mir egal, wer du bist – solange du hier bist, musst du das tragen.“ Ich blieb standhaft. „Diese Westen sind für die hier inhaftierten Straftäter. Ich habe kein Gesetz gebrochen und werde das nicht anziehen.“ Sie hielt die Weste in die Luft.

Ich lächelte und sagte: „Du wirst mich nicht dazu bringen können, sie zu tragen. Die Partei ist doch viel mächtiger als du, oder? Sie verfolgt Falun Dafa schon seit fast zwei Jahrzehnten, aber sie hat es nicht geschafft. Du solltest das den Wärtern überlassen. Du und ich haben eine kostbare, vom Schicksal bestimmte Verbindung, dass wir uns heute hier getroffen haben. Lass nicht zu, dass das unsere Freundschaft ruiniert.“ Sie sagte nichts mehr. Nachdem sie mir einen Platz auf dem Bett zugewiesen hatte, ging sie zum Büro.

Das Fa lernen und die Übungen machen

In unserer Zelle stand ein riesiges Holzbett, das sich alle 27 Insassen teilten. Tagsüber saßen wir darauf und nachts schliefen wir darauf. Die Zellenanführerin kam von ihrem Gespräch mit den Aufsehern zurück und verlegte mich an den äußersten Platz in der ersten Reihe des Bettes. Ich nahm an, dass dies die Idee der Aufseher war.

In den ersten drei Tagen meditierte ich lange Zeit und sandte aufrichtige Gedanken aus. Außerdem rezitierte ich das Fa, das ich auswendig gelernt hatte. Ich wachte früh auf und machte die fünf Übungen. Nachdem ich mich an meine neue Umgebung gewöhnt hatte, war ich bereit, eine Gelegenheit zu finden, mit den Menschen über Falun Dafa zu sprechen.

Am vierten Tag kam die Zellenanführerin zu mir und sagte: „Neulinge sind in den ersten drei Tagen von der Nachtschicht-Rotation befreit. Ansonsten muss hier jeder einmal eine Nachtschicht als Wache übernehmen. Das hast du wahrscheinlich schon gesehen. Du bist eine Falun-Dafa-Praktizierende, also solltest du rücksichtsvoll sein. Wenn du keine Nachtschichten machst, müssen andere für dich einspringen. Hier sind Insassen, die älter sind als du, und einige sind minderjährig. Willst du ihnen das wirklich antun?“ Der Zweck der Nachtschicht ist es, andere Insassen zu beobachten und sicherzustellen, dass sie keinen Selbstmord begehen oder anderen Schaden zufügen.

Ich dachte einen Moment darüber nach und sagte mir: „Die Menschen nehmen ihre eigenen Interessen heutzutage so ernst. Wenn ich keine Nachtschicht arbeite, werden die Insassen das Gefühl haben, dass ich ihre Zeit in Anspruch nehme. Das würde meine Chancen beeinträchtigen, ihnen später die wahren Umstände zu erklären.“ Also sagte ich zu der Zellenanführerin: „Okay. Ich werde Wache stehen. Ich werde nicht schlafen, sondern die Dafa-Übungen machen. So können sich die anderen ausruhen, und ich habe zusätzliche Zeit für die Übungen. Du kannst mich auch gerne während der Nachmittagsruhe auf Wachdienst setzen. Ich kann das jeden Tag übernehmen, damit die anderen nicht an die Reihe kommen. Ich werde während dieser Zeit meditieren.“

In der ganzen Zelle herrschte Stille – die Insassinnen hatten nicht damit gerechnet, dass ich mich bereit erklären würde, die Nachtschicht zu übernehmen oder zusätzliche Tagesschichten einzulegen, um ihnen diese Arbeit zu ersparen. Die Zellenanführerin war sprachlos und wusste nicht, wie sie auf meine Vorschläge reagieren sollte.

Ich blickte in die vielen überraschten Gesichter und sagte fröhlich: „Okay. Die Sache ist beschlossen.“ Die Zellenanführerin sagte: „Du bist schon etwas Besonderes.“ So machte jeden Abend zwei Stunden lang die fünf Übungen. Während meiner Mittagsschicht meditierte ich auf einem kleinen Hocker mit einem Durchmesser von etwa 25 Zentimetern. Meine gekreuzten Beine hingen über die Seiten hinaus, aber statt müde zu sein, fühlte ich mich nach einer Stunde Meditation entspannt und ausgeruht. Ich konnte deutlich spüren, wie der Meister mich stärkte.

Meine Zellengenossinnen waren erstaunt, wie ich auf einem so kleinen Hocker meditieren konnte. Auch die anmutigen Bewegungen der Übungen weckten ihr Interesse. Immer wenn ich die Übungen machte, warfen sie einen Blick in meine Richtung, und manche gingen extra vorbei, um genauer hinzuschauen. Sogar die Zellenanführerin wurde nach einer Weile neugierig. Als einige Insassinnen während der Freistunde versuchten, meine Bewegungen nachzuahmen, half ich ihnen und korrigierte ihre Handhaltung. Die Zellenanführerin tat so, als hätte sie nichts gesehen.

Das große Bett in unserer Zelle war etwa einen halben Meter hoch, und vielen fiel das Auf- und Absteigen schwer. Einmal versuchte es eine Insassin, die fast 20 Jahre jünger war als ich, ein paar Mal, schaffte es aber nicht, ihre Beine hoch genug zu schwingen, um auf das Bett zu kommen. Sie sah zu, wie ich mühelos auf- und absprang, und sagte neidisch: „Wenn ich nur ein Zehntel so gelenkig wäre wie du, wäre ich so glücklich.“

Ich nutzte diese Gelegenheit sofort, um meinen Zellengenossinnen zu sagen: „Ich bin bei bester Gesundheit und sehr beweglich, weil ich Falun Dafa praktiziere.“ Ich setzte mich ihnen gegenüber und in den vollen Lotussitz und erzählte ihnen, wie ich mit dem Praktizieren begonnen hatte und wie sehr ich davon profitierte. Ich berichtete von den Segnungen und erzählte ihnen von der illegalen und brutalen Verfolgung durch die Partei. Ich führte Unstimmigkeiten in den Darstellungen der Regierungsbeamten und Zweifel an den offiziellen Aufnahmen der sogenannten Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz an, um ihnen zu beweisen, dass es sich um eine inszenierte Falschmeldung handelte.

Die Insassen hörten still zu, darunter auch die Zellenanführerin, die ganz hinten saß. Einige versuchten, ihre Beine zu kreuzen, nachdem ich fertig war, daher machte ich es ihnen vor und brachte ihnen bei, wie man meditiert. Zwei Stunden vergingen, aber es kam mir vor wie nur wenige Minuten. Da ich die Übungen offen und gewissenhaft ausführte, konnte ich mit meinen Zellengenossinnen über Falun Dafa sprechen. Das schuf eine hervorragende Grundlage, um ihnen später dabei zu helfen, aus der Partei und den ihr angeschlossenen Organisationen auszutreten.

Zu allen freundlich sein

Meine Zellengenossinnen kamen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen, hatten verschiedene Persönlichkeiten und Gewohnheiten und vertraten unterschiedliche moralische Werte. Es war so komplex, wie es nur sein konnte. Es war fast wie eine Miniaturausgabe der chinesischen Gesellschaft. Anfangs empfand ich manche Ausdrücke als vulgär und das Verhalten als unerträglich. Es gab Momente, in denen ich mir wünschte, ich könnte mir ein Paar Flügel wachsen lassen und von dort wegfliegen. Doch als meine Barmherzigkeit erwacht war, sah ich, wie erbärmlich und verzweifelt meine Zellengenossinnen waren. Diese Frauen waren vor allem deshalb so geworden, wie sie waren, weil das kommunistische Regime unsere moralischen Traditionen völlig zerstört hatte. Es fällt mir schwer, ihnen die Schuld zu geben, wenn die Gesellschaft als Ganzes von moralischem Verfall und Korruption geplagt ist. Ich wollte ihnen helfen.

Abgesehen von den Mahlzeiten und der kurzen Zeit im Hof, in der wir frische Luft schnappen durften, verbrachten wir den Rest unserer Tage buchstäblich aneinandergedrängt im Bett. Tagsüber saßen wir auf dem Bett und legten uns nachts zum Schlafen eng nebeneinander. Es war eine sehr bedrückende Situation. Der Mangel an persönlichem Freiraum machte es schwer, sich zu entspannen. Angst und Anspannung waren groß, und jede stand kurz davor, die Nerven zu verlieren. Hinzu kam, dass einige Insassinnen egozentrisch und streitsüchtig waren. Sie gerieten in belanglose Auseinandersetzungen, die schnell zu lautstarken Wortgefechten oder Handgreiflichkeiten eskalierten. Aus allem wurde eine große Sache. Die Wärter versuchten alles, um sie unter Kontrolle zu halten – verbale Verwarnungen, Verweise, körperliche Züchtigung und manchmal sogar Gewalt. In der Zelle herrschte oft lautes Geschrei und Weinen.

In der Haftanstalt gab es einen regen Durchlauf an Insassinnen, es war ein ständiges Kommen und Gehen. Neuankömmlinge wurden in der Regel in die vorderste Reihe der Schlafplätze eingeteilt, damit alle anderen sie im Auge behalten konnten. Mit der Zeit wurde ich weiter nach hinten verlegt und saß nun in der Mitte der Schlafplätze. Die Insassin zu meiner Linken war eine 19-jährige Frau, die wegen Drogenmissbrauchs inhaftiert war, und zu meiner Rechten saß die 16-jährige Ling, die wegen Prostitution inhaftiert war.

Die beiden waren sich nicht einig und gerieten fast täglich in lautstarke Auseinandersetzungen. Ich saß oft zwischen den Fronten. Einmal, als sie sich wieder stritten, schloss ich die Augen und setzte mich im Lotussitz hin. Als ich mich beruhigen und stillsitzen konnte, ohne mich zu bewegen, schien der Lärm um mich herum zu verblassen, und die Haftanstalt verschwand, zusammen mit allen Insassinnen. Ich konnte nicht sagen, wohin mein Körper gegangen war, als wäre ich eins mit dem Universum geworden. Es war ein wunderbares Gefühl.

Als die beiden sich das nächste Mal in einem Streit verfingen, lächelte ich und sagte: „Beruhigt euch! Beruhigt euch! Atmet tief durch. Seid nicht wütend. Wut schadet eurem Körper. Wie wäre es, wenn ich euch eine Geschichte erzähle?“ Sie hielten inne und baten: „Bitte. Ich mag Geschichten wirklich sehr.“

Ich erzählte ihnen die Geschichte von der Sechs-Fuss-Gasse. Während der Qing-Dynastie riet der hochrangige kaiserliche Beamte Zhang Ying seinem Verwandten, drei Zoll seines Grundstücks an den Nachbarn abzutreten. Nachdem ich die Geschichte zu Ende erzählt hatte, wiederholte ich das Gedicht, das der Beamte an seine Verwandten geschrieben hatte: „Einen Brief über tausend Meilen zu senden – nur wegen einer Mauer? Was würde es schon ausmachen, wenn ihr drei Fuß nachgäbet? Die Große Mauer steht noch heute, doch wo ist Kaiser Qin Shi Huang?“ Als ich mit dem Vortragen des Gedichts fertig war, war es mucksmäuschenstill, denn alle hatten aufmerksam zugehört.

Ich sagte zu ihnen: „Wir sind hier aufgrund einer starken schicksalhaften Verbindung zusammengekommen. Wir alle sind an einem Tiefpunkt unseres Lebens angekommen. Wir verbringen fast unsere gesamte Zeit miteinander, teilen Mahlzeiten, eine Toilette und ein Bett. Findet ihr nicht auch, dass das eine echte schicksalhafte Verbindung ist? Wir müssen sie wertschätzen. Je härter die Umstände, desto mehr müssen wir uns gegenseitig helfen. Denkt mal darüber nach, wenn wir heute nicht hier festsitzen würden und miterleben würden, wie sich Leute wegen solcher Kleinigkeiten streiten und prügeln, würdet ihr das nicht lächerlich finden? Was würdet ihr von solchen Leuten halten? Diese Umgebung bringt zwar das Schlimmste in uns zum Vorschein, aber seht es mal so: Wir werden nicht lange hier sein. Wie wäre es, wenn wir unsere Denkweise ändern und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn jemand gegen uns stößt, uns auf die Zehen tritt, uns beschimpft oder unsere Gefühle verletzt? Im Großen und Ganzen sind das doch keine so großen Probleme, oder? “

Ich fuhr fort: „Wir sind hier, alle zusammen, jeden Tag, egal was passiert. Man kann sich über Kleinigkeiten aufregen oder sie einfach ignorieren und einen schönen Tag haben. Die Verbindungen zwischen Menschen sind unterschiedlich und haben mit den Beziehungen und Konflikten aus früheren Leben zu tun. Lasst uns unsere Zeit hier nicht damit verbringen, uns gegenseitig zu beleidigen und zu streiten. Wir wollen doch positive Energie verbreiten und freundschaftliche Beziehungen knüpfen, oder?“

Es entstand eine lebhafte Diskussion unter den Insassinnen. Eine meinte: „Stimmt. Das stimmt wirklich. Da hast du vollkommen recht.“ Eine andere pflichtete ihm bei: „Ja. Lasst uns nicht mehr streiten oder kämpfen.“ Eine dritte fügte hinzu: „Vielleicht sehen wir uns nach unserer Entlassung nie wieder.“ Ich erklärte der Gruppe, dass die Kultivierung im Falun Dafa und das Leben nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht alle karmischen Probleme lösen kann. Solange man seinen Charakter kultiviert und versucht, sich zu verbessern, kann alles gelöst werden. Den Frauen gefiel dieser Ansatz.

„Wie wäre es, wenn ich euch jeden Tag eine Geschichte aus der traditionellen chinesischen Kultur erzähle?“, schlug ich vor. „Würde euch das gefallen?“ Allen gefiel die Idee. „Ja, ja, bitte.“ Die Zellenanführerin sagte: „Wenn du jeden Tag eine Geschichte erzählst, sind wir alle ruhig und gut gelaunt und werden uns nicht mehr streiten oder prügeln. Die Wärter müssen sich dann nicht mehr mit all den lästigen Dingen auseinandersetzen. “

Von da an erzählte ich jeden Tag eine Geschichte aus der traditionellen Kultur, die ich auf der Minghui Website gelesen hatte. Außerdem ermutigte ich mit den Prinzipien von Dafa die Insassinnen zu Geduld und Rücksichtnahme. Ich brachte ihnen Gedichte aus Hong Yin und Lieder bei, die von Falun-Dafa-Praktizierenden geschrieben wurden, darunter „Lotusblume“, „Erlösung“, „Ich vermisse meine Heimat“ und „Klar denken“. Vielen Insassinnen gefielen sie sehr gut. Die Hälfte von ihnen lernte Gedichte auswendig und lernte auch Lieder. Ling, die sehr aufgeweckt und musikalisch begabt war, lernte die Lieder schnell. Sie sang sie wunderschön und erhielt viele Komplimente.

Ling fragte mich eines Tages: „Tante, was soll ich deiner Meinung nach tun, wenn ich entlassen werde? Seit ich dich hier getroffen habe, habe ich das Gefühl, dass ich vielleicht, nur vielleicht, einen Neuanfang wagen und etwas aus meinem Leben machen könnte. Aber ich bin verwirrt und weiß nicht, was ich eigentlich tun kann. Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht. Ich bin erst 16, wie sieht mein Lebensweg aus?“

Ich sagte: „Du bist klug, besonders intelligent und lernst schnell. Du strengst dich an, aber du musst noch viel lernen. Es ist schade, dass du die Schule abgebrochen hast. Wenn du freigelassen wirst, solltest du einen Beruf entsprechend deiner Situation erlernen. Egal was es ist, was du gelernt hast, ist wertvoll. Wenn du darin gut wirst, kannst du deinen Lebensunterhalt verdienen und für dich selbst sorgen. Ich glaube an dich. Du wirst etwas finden, was zu dir passt. Du wirst im Leben erfolgreich sein.“

Erfreut über meine Worte sah Ling mich mit ihren schönen Augen an. „Danke, Tante. Ich wünschte, ich könnte dich Mama nennen. Ich rezitiere jeden Tag ‚Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut‘. Das werde ich auch nach meiner Freilassung weiterhin tun. Außerdem werde ich mir das Buch Zhuan Falun besorgen. Ich möchte es lesen.“ Ich freute mich so sehr für sie.

Die Insassinnen stritten und kämpften immer weniger, stattdessen halfen sie sich gegenseitig immer mehr. Die Wärter verlegten einige „Probleminsassinnen“ aus anderen Zellen in unsere und fragten mich: „Niemand kommt mit ihr klar. Würdest du bitte helfen?“

Einer pensionierten Lehrerin geholfen, das wahre Wesen der KPCh zu erkennen

Frau Li, eine 76-jährige pensionierte Lehrerin, wurde in die Haftanstalt eingeliefert. Sobald sie dort ankam, trat sie in den Hungerstreik, und niemand konnte sie zum Essen überreden. Nach einer Woche hatten die Wärter alle Mittel ausgeschöpft und beschlossen, sie zwangsweise zu ernähren. Zwei wegen Drogenhandels verurteilte Insassen packten Li und hielten sie fest, während die Wärter ihr einen Schlauch in die Nase einführten und ihr Milch einflößten. Anschließend wurde sie mit Handschellen an die Tür gefesselt.

Die qualvolle, gewaltsame Zwangsernährung schreckten Li allerdings nicht ab – sie hatte sich entschlossen zu sterben. Da die Wärter nicht wussten, was sie tun sollten, brachten sie sie in unsere Zelle und baten mich um Hilfe.

Li erzählte uns ihre Geschichte. Nachdem sie sich aus dem Lehrberuf zurückgezogen hatte, waren sie und ihr Mann zurückgezogen in ihre Heimatstadt. Ihre Nachbarin ist eine 78-jährige Frau, die ständig alle Frauen im Dorf verdächtigte, eine Affäre mit ihrem Mann zu haben. Immer wenn sie eine Dorfbewohnerin beschuldigte, unangemessene Kontakte zu ihrem Mann zu pflegen, ging sie zu deren Haus und konfrontierte sie auf feindselige, aggressive Weise, was Misstrauen und Spannungen in den Ehen und Beziehungen anderer hervorrief. Niemand mochte sie, und das ganze Dorf mied sie.

Li und ihr Mann versuchten, Abstand zu halten, doch die Nachbarin kam immer wieder zu ihnen, um Streit zu suchen. Einmal stürmte die Nachbarin wieder in ihr Haus und beleidigte und beschimpfte Li im Hof. Li und ihr Mann ignorierten sie, was die Nachbarin noch mehr verärgerte, sie schrie immer lauter. Irgendwann hob sie einen Ziegelstein vom Boden auf und begann, Li damit zu schlagen. Lis Mann versuchte, ihr den Stein wegzunehmen, doch sie war nicht aufzuhalten. Außer Kontrolle gesetzt, setzte die Nachbarin den Angriff mit dem Ziegelstein fort, während sie Beleidigungen von sich gab.

Wütend schrie Lis Mann: „Stopft ihr den Mund mit Schweinekot!“ Daraufhin ging Li in den Schweinestall, nahm eine Handvoll Schweinekot und steckte ihn der Nachbarin in den Mund. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Nachbarin, die sich nun als Opfer darstellte, meldete den Vorfall ihrem Sohn, dem stellvertretenden Leiter der Kreispolizei. Li wurde verhaftet, ihre Nachbarin jedoch nicht angeklagt. Auf Lis Wunsch untersuchte ein Arzt sie und stellte 47 Blutergüsse am ganzen Körper fest, doch das reichte immer noch nicht als Beweis aus, um zu belegen, dass ihre Nachbarin die Täterin war.

Li wurde wegen „Körperverletzung“ festgenommen und aufgefordert, sich bei der Nachbarin, der Mutter des stellvertretenden Polizeichefs, zu entschuldigen. Li weigerte sich natürlich und trat aus Protest in den Hungerstreik.

Li war in Tränen aufgelöst, als sie ihre Geschichte zu Ende erzählt hatte. „Bitte sagt mir, wo bleibt die Gerechtigkeit? Wo bleibt da das Gesetz? Das ist reine Vetternwirtschaft. Die Strafverfolgungsbeamten des kommunistischen Regimes bestrafen Unschuldige. Gibt es in diesem Land überhaupt Rechte? Bitte versucht nicht, mich zum Essen zu überreden. Ich will einfach nur sterben. Ich werde mit meinem eigenen Leben protestieren und ihnen zeigen, dass sie einen großen Fehler begangen haben.“ Sie weinte.

Ich hörte still zu und gab ihr Zeit, sich auszuweinen. Dann sagte ich: „Li, es wäre schade, wenn du deswegen sterben würdest. Das ist es nicht wert.“ Sie hörte auf zu schluchzen und sah mich überrascht an. Ich erklärte ihr: „Denk mal darüber nach. Wenn du sterben würdest, wer wäre dann traurig, deine Nachbarin oder ihr Sohn, der dich überhaupt erst hierhergebracht hat? Würden sie es bereuen, wenn du sterben würdest? Keineswegs. Die einzigen, die traurig wären, sind deine Angehörigen. Dein Sohn würde seine Mutter verlieren, wäre er nicht untröstlich? Dein Mann würde seine geliebte Frau verlieren, wäre er nicht traurig und einsam? Wenn du dir heute das Leben nimmst, würdest du deiner Nachbarin genau das geben, was sie wollte, während deine Familie unter dem Verlust leiden würde. Glaubst du wirklich, dass es das wert ist?“ Li schwieg.

„Ja, dir ist Unrecht widerfahren“, fuhr ich fort. „Möchtest du meine Geschichte hören und mir sagen, was du davon hältst? Ich praktiziere Falun Dafa. Bevor ich damit anfing, litt ich fast ein Jahrzehnt lang an vielen Krankheiten. Ich suchte mehrere Krankenhäuser auf, aber die Ärzte konnten nichts für mich tun. Doch innerhalb von zwei Wochen, nachdem ich mit dem Praktizieren von Falun Dafa begonnen hatte, war ich von allen Krankheiten vollständig geheilt, ohne einen Cent dafür ausgegeben zu haben. “

„Meinst du nicht, ich sollte Dafa dankbar sein? Sollte ich Meister Li, dem Begründer dieser Kultivierungsmethode, nicht dankbar sein? Von den Praktizierenden von Dafa wird erwartet, dass sie ihren Charakter gemäß den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht kultivieren. Wir sollen anderen gegenüber stets rücksichtsvoll und freundlich sein. Es ist eine so großartige Kultivierungsmethode, doch die kommunistische Partei konnte sie nicht tolerieren und hat Hunderttausende von Praktizierenden verhaften lassen. “

„Eines Nachts gegen Mitternacht drang eine Gruppe von Polizisten in meine Wohnung ein. Sie stürmten direkt in mein Schlafzimmer. Zwei junge Beamte zerrten mich aus meinem warmen Bett und weckten mich aus meinen Träumen. Vier weitere Beamte standen um mein Bett herum. Sie packten mich an den Armen und brachten mich ins Wohnzimmer, wo sich noch mehr Beamte drängten. Ich wurde nach unten geführt und auf den Rücksitz eines Polizeifahrzeugs geworfen. Die Beamten durchsuchten meine Wohnung und hinterließen ein Chaos.“

„Auf der Polizeiwache verlangten sie von mir, eine Garantieerklärung zu unterzeichnen, in der ich mich von Falun Dafa distanzieren und respektlose Äußerungen über den Meister machen sollte. Sie drohten mir mit einer Gefängnisstrafe, falls ich mich weigern würde. Würdest du nicht sagen, dass Falun Dafa Unrecht getan wurde? Würdest du nicht sagen, dass mir Unrecht getan wurde? Ich wurde verhaftet und inhaftiert, nur weil ich gesund sein und ein guter Mensch sein will.“

Li hörte schweigend zu. Ich sagte zu ihr: „Wir dürfen nicht sterben, wir müssen weiterleben. Wir müssen die üblen Taten der KP vor der Welt aufdecken. Nur wenn die Menschen die wahre bösartige Natur der Partei erkennen, können sie ihre Lügen durchschauen und nicht darauf hereinfallen. Du würdest viel mehr bewirken, wenn du am Leben bleibst, deine Geschichte allen erzählst und die Wahrheit verbreitest.“ Li nickte begeistert: „Du hast recht. Ich habe nicht klar gedacht und wäre fast umsonst gestorben. Ich muss etwas essen.“ Die Zellenanführerin brachte Li schnell eine Schüssel Gemüsesuppe und ein gedämpftes Brötchen, das sie hastig verschlang.

Ich bat darum, neben Li verlegt zu werden, und meiner Bitte wurde entsprochen, da die Situation auch für sie einfacher wurde. Dank dieser Regelung hatte ich reichlich Zeit, mich mit Li zu unterhalten. Ich sprach etwas lauter, damit auch die anderen um uns herum mithören konnten. Ich erklärte ihr, was Falun Dafa wirklich ist und welche Fakten hinter der ungerechtfertigten Verfolgung stehen. Ich sprach darüber, wie sich Falun Dafa in über 120 Ländern und Regionen der Welt verbreitet hat und dass über 100 Millionen Menschen davon profitiert haben. Ich beschrieb, wie Neid den ehemaligen Vorsitzenden der Partei, Jiang Zemin, dazu veranlasste, die Verfolgung zu beginnen. Ich erzählte ihnen vom Büro 610, einer außergerichtlichen Behörde, die speziell gegründet wurde, um Praktizierende zu verfolgen.

Ich sprach über den Vorfall der Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz als inszenierten Schwindel, der darauf abzielte, Falun Dafa in Verruf zu bringen. Ich sprach über die unmenschliche Praxis der Organentnahme bei lebenden Praktizierenden und anderen Gewissensgefangenen, um die Transplantationsindustrie mit Organen zu versorgen. Ich beschrieb den in der Provinz Guizhou entdeckten mysteriösen Stein, der 270 Millionen Jahre alt ist und die chinesischen Schriftzeichen trägt: „Die Kommunistische Partei Chinas bricht zusammen.“ Schließlich sprach ich darüber, wie wichtig es ist, sich von der Kommunistischen Partei zu distanzieren. Während ich sprach, unterbrach mich niemand.

Li erholte sich bald wieder. Sie wurde zu meiner rechten Hand, als ich mit anderen Insassen über Dafa sprach und ihnen half, aus der Partei auszutreten. Nach drei Wochen wurde sie freigelassen. Bevor sie ging, sagte sie zu mir: „Wenn ich nach Hause komme, werde ich all meinen Freunden und meiner Familie sagen, dass sie sich über den mysteriösen Stein in der Provinz Guizhou informieren sollen.“

Eines Tages kam die Zellenanführerin zu mir und flüsterte mir ins Ohr: „Wenn ich entlassen werde, werde ich auch Falun Dafa lernen.“

Mit einer langen Liste nach Hause gegangen

Während meiner Inhaftierung vereinbarte ich Treffen mit den vor Ort tätigen Staatsanwälten der Haftanstalt, um über Falun Dafa zu sprechen und ihnen zu erklären, dass die Verfolgung unbegründet ist. Wann immer sich mir die Gelegenheit bot, mit einem Wärter ins Gespräch zu kommen, berichtete ich ihm von den Fakten über Dafa. Gestützt auf die Weisheit, die ich durch meine Kultivierung gewonnen hatte, ging ich auf jeden Häftling etwas anders zu und sprach mit ihnen über Dafa aus einem Blickwinkel, der für sie nachvollziehbar war.

Diejenigen, die der Partei, den Jungen Pionieren und dem Kommunistischen Jugendverband beigetreten waren, entschieden sich alle für den Parteiaustritt. Diejenigen, die nie beigetreten waren, lernten die glückverheißenden Worte „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“.

Als ich freigelassen wurde, hatte ich eine Liste mit 54 Namen im Kopf. Es handelte sich um Häftlinge, die sich entschieden hatten, aus der Partei und ihren Jugendorganisationen auszutreten. Sie traten nicht nur selbst aus der Partei aus, sondern gaben mir auch mehr als 60 Telefonnummern ihrer Freunde und Familienangehörigen. Sie baten mich, ihre Angehörigen anzurufen und auch ihnen die wahren Umstände über Dafa zu erklären. In den drei Tagen nach meiner Freilassung rief ich die über 60 Telefonnummern an und traf mich mit einigen von ihnen persönlich, um mit ihnen über Falun Dafa zu sprechen.