(Minghui.org) Jahrelang hegte ich Groll gegen meine Mutter. Als ich klein war, lebte meine Großmutter bei uns. Sie kümmerte sich um mich und wir schliefen im selben Bett. Meine jüngeren Geschwister blieben bei meiner Mutter. Wenn es etwas Leckeres zu essen gab, gab meine Großmutter es mir. Wenn meine Mutter mich schlagen wollte, schützte mich meine Großmutter. Meine Großmutter liebte mich am meisten und ich liebte sie auch am meisten.

Wenn meine Mutter schlecht gelaunt war, ließ sie ihre Gefühle immer an jemandem aus der Familie aus. Normalerweise war sie eine freundliche Person und eine gute Ehefrau und Mutter, aber gelegentlich geriet sie sehr in Rage und ließ ihren Zorn an anderen aus, vor allem, indem sie meine Großmutter kritisierte. Mein Vater wagte es nicht, etwas zu sagen, und meine Großmutter wehrte sich nie und widersprach ihr auch nicht. Ich hingegen konnte das nicht ertragen. Ich setzte mich für meine Großmutter ein und stritt mich mit meiner Mutter. So entstand mein Groll gegen meine Mutter.

Nachdem meine Geschwister und ich geheiratet hatten, dauerte es lange, bis sich meine Mutter wieder beruhigte, wenn sie sich über jemanden geärgert hatte. Wir alle – ihre Kinder und unsere Ehepartner – mussten uns bei ihr entschuldigen, ganz gleich, ob wir im Recht waren oder nicht. Doch als sie 1996 begonnen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, arbeitete sie daran, ihren Charakter zu verbessern. Doch ihre Gewohnheit, ihren Ärger an anderen auszulassen, war tief verwurzelt, sodass es sehr schwierig war und lange dauerte, bis sie diese Anhaftung ablegen konnte. Nach mehr als 20 Jahren Kultivierung hat sie sich verbessert, sie beruhigt sich nach ein paar Tagen und verlangt von niemandem mehr, sich bei ihr zu entschuldigen.

Ich begann 2006, Falun Dafa zu praktizieren. Meine Mutter hatte immer etwas an mir auszusetzen, sodass ich das Gefühl hatte, dass nichts, was ich tat, richtig war. Da ich das Fa noch nicht lange gelernt hatte, verstand ich die Dinge nicht aus der Perspektive des Fa. Ich dachte wie ein gewöhnlicher Mensch und hatte das Gefühl, dass sie mich schikanierte. Aus der Perspektive der Kultivierung half sie mir aber eigentlich dabei, meine Xinxing zu erhöhen – das war mir damals allerdings noch nicht bewusst. Ich war darüber verärgert und sprach mit einer anderen Praktizierenden darüber. Auch diese Praktizierende verstand das Fa nicht gut und stellte sich auf meine Seite. Je mehr sie mir bestätigte, dass meine Mutter Unrecht habe, desto unwohler fühlte ich mich. Ich kam nicht darüber hinweg, und die Verzweiflung brachte mich zum Weinen. Das passierte viele Male, und mein Groll gegen meine Mutter wuchs.

Eines Tages, als ich gemeinsam mit einer Mitpraktizierenden mit den Menschen über Falun Dafa und die Verfolgung sprach, kam mir das chinesische Schriftzeichen für „Respekt vor den Eltern“ in den Sinn. Ich erzählte dem anderen Praktizierenden davon, aber keiner von uns verstand damals, was dieser Hinweis bedeutete.

Ich dachte immer wieder über dieses Wort nach. Plötzlich verstand ich es – es war ein Hinweis des Meisters, der mir sagte, ich solle meiner Mutter gegenüber respektvoll sein. Geleitet von den Prinzipien des Fa begann ich, sie besser und respektvoller zu behandeln. Ich half ihr bei der Hausarbeit, kochte ihr leckeres Essen und verbrachte Zeit mit ihr, egal wie beschäftigt ich war. Andere Praktizierende lobten mich dafür, und mein Mann sagte: „Ich werde es nicht dulden, dass jemand sagt, du seist nicht respektvoll; ich sehe alles, was du tust.“ Trotz alledem sagte meine Mutter immer noch, ich sei diejenige unter ihren Kindern, die ihr gegenüber am wenigsten respektvoll sei. Ich war untröstlich, sagte aber nichts.

Nachdem meine Mutter dies wiederholt gesagt hatte, wurde mir klar, dass ich nach innen schauen musste. Ich erkannte, dass die Wurzel meines Grolls Neid war. Mir wurde auch bewusst, dass mein Verhalten als Tochter nicht aufrichtig gewesen war. Meinen inneren Groll gegen sie hatte ich nie aufgelöst. Wenn ich sie ansah, schlug mein Herz wie wild. Äußerlich war ich freundlich, aber insgeheim beschwerte ich mich über sie. Ich bat den Meister, mir zu helfen, diese negativen Dinge zu beseitigen; sie entsprachen nicht meinem wahren Selbst – ich wollte eine wahrhaftige, gütige Dafa-Schülerin werden. Außerdem sandte ich aufrichtige Gedanken aus, um diese negativen Substanzen zu beseitigen.

Eines Tages saß meine Mutter in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa und sagte zu mir: „Wenn ich alt bin, werde ich bei dir wohnen. Von all meinen Kindern behandelst du mich am besten.“ Ich lächelte. Ich hatte mich verändert, und sie spürte das. Ich war dem Meister sehr dankbar dafür, dass er mir geholfen hatte, diese negativen Substanzen loszuwerden. Es hatte mehrere Jahre der Kultivierung gebraucht, bis ich meine negativen Gefühle endlich loslassen konnte. Nun fühlte ich mich leicht und friedlich an.

Neid am Arbeitsplatz loslassen

Letzten Sommer habe ich in einem Testzentrum gearbeitet, das Dehnungsfugen für Brücken herstellte. Meine Aufgabe bestand darin, die Materialien vorzubereiten. Eines Tages schickte mich mein Vorgesetzter zu einem Bautrupp, da dieser an einem Projekt für unser Unternehmen arbeitete. Mein Gehalt wurde weiterhin von meinem Unternehmen bezahlt, daher musste ich eigentlich nur die Materialien für die Dehnungsfugen vorbereiten und musste keine Arbeiten auf der Baustelle ausführen.

Als ich am Bauplatz ankam, dachte ich: „Ich bin eine Dafa-Praktizierende. Ich kann nicht einfach nur untätig herumstehen, während andere arbeiten.“ Wenn ich keine Materialien vorbereiten musste, half ich ihnen also bei der schweren Arbeit. Sie entdeckten eine Fuge, die nicht richtig abgedichtet war. Der Vorarbeiter bat mich, Materialien zum Verfüllen vorzubereiten, was ich auch tat. Nach der Arbeit fuhren wir 40 Minuten zum Hotel, in dem wir untergebracht waren, und gingen in einem Restaurant essen. Als wir zurückfuhren, rief mich mein Vorgesetzter an und fragte, ob ich die Fuge gefüllt hätte. Ich bejahte. Er fragte, wie ich das gemacht hätte. Ich sagte, ich hätte unser Material verwendet. Er meinte, das würde nicht funktionieren – es bräuchte ein weicheres Material. Ich antwortete ihm, das hätte ich nicht gewusst und bot an, es am nächsten Tag noch einmal zu machen. Er sagte, das sei nicht nötig, die Fuge sei zu groß. Nachdem ich aufgelegt hatte, wurde der Vorarbeiter, der im Auto saß, plötzlich wütend und fing an zu schreien: „Was? Das funktioniert nicht! Morgen werde ich das Material wieder herauskratzen!“ Dann fing er an, mich zu beschimpfen, wobei er extrem vulgäre und beleidigende Ausdrücke benutzte. Ich sagte kein Wort.

Ich dachte: „Ich habe nichts zu dir gesagt. Warum schreist du mich an?“ Nach einer Weile dachte ich: „Das ist nicht gut für dich – du verlierst Tugend.“ Ich erinnerte mich daran, dass ich eine Falun-Dafa-Praktizierende war, und dass ich mich, egal ob ich im Recht war oder nicht, bei ihm entschuldigen sollte. Dann sagte ich: „Es tut mir leid. Bitte hör auf.“ Doch als er das hörte, wurde er noch wütender und schimpfte weiter auf mich ein. Es waren etwa zehn Leute im Wagen, darunter ein weiterer Praktizierender. Mein Gesicht lief rot an, mein Stolz gewann die Oberhand, und ich dachte: „Morgen werden sie mich auslachen. Er hat mich beleidigt, und ich habe mich nicht gewehrt.“

Im Stillen dachte ich: „Meister, ich möchte nicht an dieser Anhaftung festhalten, mein Gesicht zu wahren. Ich möchte Ihrer Lehre folgen.“ Trotzdem fiel es mir schwer, seine ständigen Vorwürfe zu ertragen. Während er weiter schrie, rezitierte ich das Fa:

„[…]Recht hat erUnrecht habe ichWozu streiten“(Hong Yin III, Wer hat recht, wer hat unrecht, 16.05.2011, in: Hong Yin III)

Er schimpfte die ganze Zeit mit mir, währenddessen rezitierte ich die ganze Zeit das Fa. Je länger ich rezitierte, desto ruhiger wurde ich. Er tat mir leid. In diesem Moment spürte ich die Kraft des Meisters und des Dafa. Nach etwa einer halben Stunde hörte er auf – wir waren fast schon im Restaurant angekommen.

Im Restaurant setzte ich mich wie immer hin. Der Vorarbeiter lief vor mir hin und her. Als ich ihn ansah, sagte er schnell: „Was möchtest du essen? Ich bestelle es für dich.“ Ich wusste, dass er sich im Unrecht fühlte und sich auf seine eigene Art entschuldigte. Ich lächelte und sagte: „Ist schon gut, ich kann alles essen.“

Am nächsten Abend bestellte er süß-saures Schweinefleisch für mich und sagte zu den anderen: „Das ist für sie. Esst es nicht.“ Ich sagte: „Ich schaffe das nicht alleine. Lasst es uns alle zusammen essen.“

Etwa drei Monate später entschuldigte er sich erneut und sagte: „Bitte sei mir nicht böse. Ich habe eine scharfe Zunge, ich sage manchmal Dinge, ohne nachzudenken, dann verletze ich damit andere.“ Ich sagte: „Ich bin dir nicht böse. Ich bin eine Kultivierende. Ich werde mich nicht so verhalten, wie andere es vielleicht tun würden. Ich bin nicht nur nicht wütend, ich sollte dir sogar danken.“ Mein Chef, der über Falun Dafa Bescheid wusste, sagte zu ihm: „Du hast ihr viel Tugend geschenkt.“

Eigentlich wusste der Vorarbeiter, dass ich Falun Dafa praktiziere. Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, den Arbeitern die wahren Umstände zu erläutern, zögerte jedoch, weil ich befürchtete, er könnte wegen der Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) wütend werden. Doch als er mich anschrie, erwähnte er, dass ich Falun Dafa praktiziere. Danach zögerte ich nicht mehr. Am nächsten Tag klärte ich die Arbeiter über die Fakten auf und half ihnen, aus der Partei und den ihr angeschlossenen Organisationen auszutreten. Ein paar Tage später war das Projekt beendet und wir wollten gerade nach Hause fahren. Es gab jedoch einen Arbeiter, mit dem ich nicht hatte sprechen können, was ich bedauerte.

Nach einiger Zeit benötigte unsere Firma weitere Arbeitskräfte, und der Vorarbeiter schickte zwei Leute vorbei. Einer von ihnen war derjenige, mit dem ich zuvor nicht über Falun Dafa gesprochen hatte, und der andere war ein neuer Mitarbeiter. Ich fand eine Gelegenheit, beiden die wahren Zusammenhänge über Falun Dafa zu erklären, außerdem half ihnen beim Austritt aus der Partei.

Ich dachte: „Der Meister ist so barmherzig, er möchte niemanden zurücklassen.“ Der Meister bringt alle, die gerettet werden sollen, direkt zu uns. Wir müssen nur das Wort ergreifen. Mir traten Tränen in die Augen. Der Meister war immer an meiner Seite, wachte über mich und beschützte mich. Ich kann meine Dankbarkeit nicht in Worte fassen. Die einzige Möglichkeit, seine Barmherzigkeit zu vergelten, besteht darin, mich solide zu kultivieren, weitere Menschen zu erretten und dem Meister zu danken.