(Minghui.org) Ich war mehrere Jahre inhaftiert, weil ich Falun Dafa praktizierte. Nach meiner Freilassung brauchte es zwei Monate, bis ich das Fa wieder konzentriert lernen, aufrichtige Gedanken aussenden und nach innen schauen konnte. Dann begann ich, Informationsmaterialien über die Verfolgung und Dafa herzustellen und sie in nahegelegenen Gebieten zu verteilen. Etwa ein Jahr lang verlief alles reibungslos.
Seit letztem November meinen die lokalen Beamten der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), dass ich auf Überwachungskameras zu sehen sei. Sie hätten genug Beweise, um mich wegen Verteilung von Falun-Dafa-Materialien zu verhaften. Zur gleichen Zeit machte es mir auch mein Sohn schwer.
Das alles bewegte mich nicht sonderlich, aber ich schaute nach innen, um die Lücken zu finden, die diese Situation ausgelöst haben. Ich erinnerte mich, dass ich meinem Enkel gegenüber energisch aufgetreten und ungeduldig geworden war, als ich ihn aufforderte, das Fa zu lernen. Ich verlor sogar die Beherrschung. Ich dachte: „Das war die Lücke, sodass mich das Böse verfolgen kann.“ Deshalb versuchte ich, mich zu korrigieren, und bat meine praktizierenden Familienangehörigen, aufrichtige Gedanken für mich auszusenden. Mir ist klar, dass ich dem Meister helfen muss, weitere Menschen zu erretten. Das ist meine Mission als Falun-Dafa-Praktizierender. Ich werde nicht zulassen, dass die alten Mächte mich verfolgen. Denn dann haben die Menschen in meinem Umfeld keine Chance mehr, errettet zu werden.
Der Meister gab mir einen Hinweis und so nahm ich das Nummernschild meines Elektrofahrrads ab. Dann verteilte ich weiterhin Materialien. Für weitere drei Monate lief alles reibungslos, aber im Frühling vor den politischen Jahresversammlungen der KPCh, den sogenannten „Zwei Plenarsitzungen“, kamen Beamte der Staatssicherheit zweimal bei mir vorbei und riefen meinen Mann mehrmals an.
Sie behaupteten, ich würde schon lange überwacht werden, und sie wüssten, dass ich Materialien verteilen würde. Sie sagten meinem Mann, er solle mich nicht uneingeschränkt aus dem Haus gehen lassen. Meine Familie stand unter großem Druck. Alle hatten Angst, dass ich wieder verhaftet werden könnte.
Die Verfolgung hatte meine Familie und Verwandten wirklich sehr geschmerzt. Noch schlimmer ist, dass sie dadurch negativ über Dafa zu denken begannen. Bevor ich eingesperrt wurde, unterstützten sie meine Praxis und halfen mir manchmal sogar, die wahren Umstände zu erklären. Ich wollte nicht, dass auch sie die Konsequenzen der Verfolgung tragen müssen.
Über ein Jahr lang korrigierte ich mich strikt in allen möglichen Bereichen und konnte sie durch mein aufrichtiges Verhalten als Dafa-Jünger beeinflussen. Nach und nach zeigten sie positive Veränderungen mir gegenüber. Doch angesichts dieses plötzlichen, beängstigenden Drucks wurde die Atmosphäre in der Familie wieder angespannt und bedrückend.
Mein Mann und mein Sohn hatten den ganzen Tag über mürrische Mienen. Und auch ich spürte, wie ein immenser Druck auf mir lastete. Meine Familie beriet darüber, bis nach den „Zwei Sitzungen“ zu warten, um dann einen bestimmten Beamten der Abteilung für innere Sicherheit zum Essen einzuladen, um „die Angelegenheit zu glätten“.
Mein Fehler
Ich lernte das Fa in den folgenden zwei Wochen, sandte aufrichtige Gedanken aus und schaute weiterhin nach innen, ließ es jedoch zu, dass mein Mann und mein Sohn ihre persönlichen Beziehungen nutzten, um die Angelegenheit zu regeln. Ich duldete es stillschweigend, ohne mir dessen überhaupt bewusst zu sein.
Nachdem mein Mann einen Beamten eingeladen hatte, sah er noch bedrückter aus als zuvor. Ihm wurde auf der Behörde für innere Sicherheit gesagt, man habe meinen Fall bereits an den Vorgesetzten weitergeleitet. Die Angelegenheit liege nun nicht mehr in ihrer Hand. Der Beamte schlug vor, unsere Familie solle versuchen, Beziehungen zu höheren Kreisen zu knüpfen. Daraufhin beschlossen mein Mann und mein Sohn, die Angelegenheit mit Geld zu regeln.
Ich schaute weiter nach innen und sendete aufrichtige Gedanken. Ich wusste, dass ich die Verfolgung der alten Mächte nicht anerkennen durfte. Ich wusste, dass ich eine Mission habe. Als eine Falun-Dafa-Praktizierende sollte ich Menschen erretten. Die Verteilung von Informationsmaterialien zur Erklärung der Fakten ist die Pflicht eines Dafa-Praktizierenden. Das darf den alten Mächten nicht als Vorwand dienen, mich zu verfolgen.
Ich bat die Praktizierenden aus meiner Familie und der Fa-Lerngruppe, für mich aufrichtige Gedanken auszusenden. Meine Mutter, die ebenfalls praktiziert, schlug vor, ich solle das Haus für ein paar Tage verlassen. Ich entschied mich jedoch dafür, es nicht zu tun. Ich kann viele weltliche Dinge loslassen, aber meine Familie ist meine Kultivierungsumgebung. Ich sollte dieses Umfeld nicht verlieren und nicht zulassen, dass unser Familienalltag aus den Fugen geriet.
Ich dachte: „Ich habe eine großartige Familie und ich habe die Anhaftung an ein komfortables Leben losgelassen. Aber ich werde nicht zulassen, dass das Böse meine Familie ruiniert. Ich muss ihnen die Schönheit von Dafa zeigen. Meine beiden Enkel sind wegen Dafa hier. Sie sind junge Falun-Dafa-Praktizierende und haben schon dreimal das Zhuan Falun gelesen. Ich muss hierbleiben und sie unterstützen. Diese Beamten der Staatssicherheit sind auch Lebewesen, die darauf warten, errettet zu werden. Ich werde nicht zulassen, dass das Böse einen Dafa-Praktizierenden verfolgt und noch mehr Menschen zerstört!“
Meine praktizierende jüngste Schwester trat vor einiger Zeit in die allmähliche Erleuchtung ein. Sie meinte zu mir, dass ich viele Anhaftungen hätte, die meine Kultivierung behindern würden. Wenn ich diese loslasse und stattdessen den Beamten gegenüber eine große, wohlwollende Güte entgegenbringen könnte, würde sich die Gefahr in eine gute Sache umwandeln.
Obwohl ich keinen Hass oder Groll gegen diese Beamten hegte, kann ich auch nicht sagen, dass ich aus einem gütigen Mitgefühl heraus gehandelt hatte. Ich bat den Meister um einen Hinweis: „Was habe ich falsch gemacht? Welche Anhaftungen halten mich denn zurück? Warum kann ich mein Herz nicht öffnen? Warum bleibe ich in meiner Kultivierung immer ein kleines bisschen hinter meinen Möglichkeiten zurück? Meister, ich muss mich gut kultivieren. Ich bin hier, um Menschen zu erretten und nicht, um sie daran zu hindern, errettet zu werden!“
An diesem Abend kam eine Praktizierende, die ich als „meine große Schwester“ bezeichne, zu mir. Wir arbeiten zusammen an einem Projekt. Sie wies mich freundlicherweise auf meine Anhaftung hin. „Es ist ein Problem, wenn du dich auf gewöhnliche Menschen verlässt“, erklärte sie. „Du hast in diesem Punkt die Fa-Prinzipien nicht verstanden.“
Ich wusste sofort, dass der Meister sie geschickt hatte, damit sie mir einen Hinweis auf meine Lücke in der Kultivierung geben konnte. Nachdem ich aus dem Gefängnis entlassen worden war, bemühte ich mich, meine Mängel zu finden. Ich fand viele Anhaftungen wie Lust, Faulheit, Arroganz sowie ein oberflächliches Verständnis des Fa. Aber auf die Abhängigkeit vond gewöhnlichen Menschen hatte ich nie geachtet. Bestechung ist in der heutigen degenerierten Gesellschaft eine korrupte Praxis. Ein Falun-Dafa-Praktizierender ist allerdings hier, um das Fa zu bestätigen. Wie konnte ich diese korrupte Praxis dulden?
Wenn ich diese Schwierigkeit durch Bestechung überwunden hätte, wäre ich dann auf dem richtigen Weg gewesen? Hätten mir die alten Mächte dadurch nicht noch mehr Schwierigkeiten bereitet?! Wollte ich diese Vorgehensweise der Zukunft hinterlassen? Wenn ich Prüfungen gegenüberstehe und ich sie mit gewöhnlichen Mitteln bewältige, ist das dann nicht dasselbe, als wenn man sich bei Krankheitskarma Spritzen geben lässt und Medikamente einnimmt?!
Diese Prüfungen hatte ich in der Vergangenheit wiederholt nicht bestanden. Schließlich hatten sie sich zu einem großen Hindernis angesammelt, das ich nicht mehr überwinden konnte. Das war sicherlich einer der Hauptgründe, warum ich mehrere Jahre inhaftiert gewesen war. Erst jetzt wurde mir die Situation wirklich klar.
Auch die „große Schwester“ erlebte mehrfach Verfolgung. Aber jedes Mal kam sie mit aufrichtigen Gedanken und dem Schutz des Meisters hindurch. Denn nur so können göttliche Wesen helfen. Sogar mein Mann, der nicht praktiziert, fragte mehrmals: „Warum ist deiner großen Schwester all die Jahre nichts passiert? Warum bist du immer die Einzige, die in Schwierigkeiten gerät?“
Durch den Mund meines Mannes gab mir der Meister einen Hinweis, aber ich verstand ihn nicht. Es betraf die größte Lücke, die ich in den über 20 Jahren der Verfolgung gebildet hatte. So sagte ich zum Meister: „Meister, von nun an werde ich mich gründlich und aufrichtig an den Maßstab des Fa halten. Diese verdorbenen und verzerrten Anschauungen werde ich berichtigen!“ Sobald ich diese korrupten Anschauungen losgelassen habe, werde ich mit dem Fa verbunden sein. Wie können denn gewöhnliche Menschen einen aufrichtigen Falun-Dafa-Praktizierenden verfolgen?!
Mein Herz öffnete sich und ich spürte, dass sich Güte entwickelt hatte. Diese Beamten der Staatssicherheit wurden vom Bösen manipuliert. Sie verfolgten mich wegen meiner Lücke. Wenn ich mich zukünftig nicht gut kultiviere, werden sie Verbrechen begehen und dadurch vernichtet werden.
Meine Gedanken teilte ich meinem Mann mit und bat ihn, die in der chinesischen Gesellschaft gängigen Methoden nicht mehr anzuwenden. Er war einverstanden. Mein Mann ist wirklich ein außergewöhnlicher Mensch. Nur aufgrund bestimmter Anhaftungen meinerseits, die mir zuvor nicht bewusst gewesen waren, wurden all diese Menschen verfolgt.
Zwei Tage später träumte ich, dass meine große Schwester und ich ein Zimmer betraten. Aus einem Leck in den Rohren sprudelte Wasser, der Boden war schon bedeckt. Ich fragte sie, ob man das Wasser abdrehen könne. Nachdem sie eines der Rohre ein paar Mal gedreht hatte, verlangsamte sich der Wasserfluss, bis schließlich nur noch ein Rinnsal zu sehen war. Ich sagte: „Drehe es nicht vollständig ab, ich möchte noch ein bisschen duschen.“
Als ich aufwachte, dachte ich: „Der Meister wies mich darauf hin, dass das große Leck, meine große Lücke, nicht mehr existiert, aber warum hinterlasse ich noch dieses kleine Rinnsal und schließe die Lücke nicht ganz?“ Ich las daraufhin das Jingwen „In der Buddha-Natur wird nichts ausgelassen“ (13.02.97, in: Essentielles für weitere Fortschritte I). Dabei wurde mir klar, dass der Meister mich darauf hinwies, den richtigen Weg zu einschlagen.
Vor ein paar Tagen las ich einen Artikel auf Minghui. Es ging darum, eine menschliche Anschauung zu beseitigen, und zwar das Streben nach tugendhaften Verdiensten. Ich erkannte, dass auch ich so eine Einstellung hatte, während ich die wahren Umstände erklärte und Materialien verteilte. Ich zählte oft, mit wie vielen Leute ich gesprochen hatte und wie viele Materialien ich verteilt hatte. Wenn ich meinte, es war zu wenig, fühlte ich mich unzufrieden. Wenn ich ganz eifrig gewesen war und es viel war, teilte ich das den anderen mit.
In meinem Herzen war noch immer Egoismus vorhanden und ich dachte nicht ausschließlich an andere. Ich dachte zwar: „Ich muss die Menschen erretten. Ich muss meine Mission erfüllen.“ Auf einer bestimmten Ebene waren diese Gedanken eine treibende Kraft hinter meinem Fleiß, aber auf einer höheren Ebene waren sie einfach nur egoistisch.
Ich fragte den Meister: „Meister, welche innere Haltung sollte ich haben?“ Während des Fa-Lernens blitzte die Antwort auf: „Alles ist für die Errettung der Lebewesen!“ Ich verstand es nun. Wir müssen das „Selbst“ vollständig loslassen. Denn alles, was wir tun, dient dazu, Lebewesen zu retten!
Danke, barmherziger Meister, für Ihren Schutz und Ihre Hinweise! Vielen Dank, Mitpraktizierende, für eure aufrichtige Hilfe!
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