(Minghui.org) Viele Artikel auf Minghui.org über die Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden in China verwenden Begriffe wie „rechtswidrige Festnahme“, „Entführung“, „unrechtmäßige Durchsuchung“ und „illegal eindringen“. Solche Artikel liefern oft keine sachlichen Details, sondern verwenden stattdessen beschreibende Worte und ziehen Schlussfolgerungen.

Wenn die breite Öffentlichkeit solche Berichte liest, überzeugen sachliche Details weit mehr als beschreibende Adjektive und Adverbien. In den folgenden zwei Beispielen liest sich das erste eher wie eine Anschuldigung, während das zweite Beispiel deutlich glaubwürdiger wirkt.

Beispiel 1: Die Polizei drang illegal in die Wohnung einer Falun-Gong-Praktizierenden ein, durchsuchte die Räumlichkeiten illegal und nahm die Praktizierende unrechtmäßig fest.

Beispiel 2: Drei Personen, zwei Männer und eine Frau, die zwischen 30 und 40 Jahre alt zu sein schienen, verschafften sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung von Frau Li. Sie trugen keine Polizeiuniformen und verweigerten die Vorlage jeglicher Ausweispapiere. Sie beschlagnahmten zwei Computer, ohne einen Beleg auszustellen, und zwangen Frau Li, die zu diesem Zeitpunkt gerade das Abendessen zubereitete, in ein Privatfahrzeug. Die Polizei informierte die Familie von Frau Li nicht darüber, wohin sie sie brachte.

Die meisten Leser mögen es in der Regel nicht, wenn ihnen Schlussfolgerungen vorgegeben werden. Sie ziehen es vor, sich anhand der vorliegenden Details selbst ein Urteil zu bilden. Um die wahren Umstände über die Verfolgung besser zu erklären, sollten Minghui-Reporter davon absehen, die Begriffe „illegal“ und „illegalerweise“ als einziges Argument oder einzigen Beleg zu verwenden. Viele Leser vertrauen dieser Art von Bericht nicht. Zudem ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Fakten eine schlüssige Darstellung ergeben.

Damit eine Festnahme rechtmäßig ist, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Identität der Vollzugsbeamten und Vorlage des Haftbefehls (rechtmäßige Identifikation)

Vollzugsbeamte müssen ihren Polizeiausweis vorzeigen, um ihre rechtmäßige Identität nachzuweisen. Um eine Person in Gewahrsam zu nehmen, muss die Polizei einen Haftbefehl vorlegen, der von einer Sicherheitsbehörde auf Kreisebene oder höher genehmigt wurde.

Das bedeutet: Wenn beschrieben wird, dass die Polizei keine Uniform trug und sich vor der Festnahme weigerte, einen Ausweis oder rechtliche Dokumente vorzuzeigen, können die Leser selbst erkennen, dass das Vorgehen der Polizei rechtswidrig ist. Kann der Reporter seine Darstellung zudem durch den Hinweis auf das entsprechende Gesetz belegen, können die Leser dies nachprüfen und werden dadurch noch stärker überzeugt.

2. Gesetzliche Fristen für Vorladungen und Inhaftierungen

In China legt das Gesetz zeitliche Grenzen für Vorladungen fest. Die Dauer einer Ingewahrsamnahme darf 12 Stunden nicht überschreiten. Bei schwerwiegenderen Verstößen oder komplexeren Fällen darf die Dauer 24 Stunden nicht überschreiten. Werden Vorladungen wiederholt ausgestellt, um die Dauer des Gewahrsams zu verlängern, kann dies einen rechtswidrigen Freiheitsentzug darstellen. Solche Tatsachen müssen in den Berichten von Minghui.org festgehalten werden.

Wie lassen sich rechtswidrige Verfahren durch Fakten belegen? Eine Passage könnte beispielsweise lauten: „Der Praktizierende wurde über 48 Stunden lang auf der Polizeistation festgehalten, ohne dass ihm während dieser Zeit eine Mitteilung über die Inhaftierung ausgehändigt wurde. Und er wurde auch nach seiner Vernehmung nicht freigelassen.“ Wird in dem Bericht lediglich „illegale Inhaftierung“ erwähnt, verstehen die Leser nicht, was tatsächlich geschehen ist, verlieren möglicherweise das Interesse und könnten die Darstellung sogar als emotional empfinden.

3. Pflicht zur Benachrichtigung der Familie (das Recht auf Information)

Das Gesetz verpflichtet die Polizei, die Familie der festgenommenen Person innerhalb von 24 Stunden über die Festnahme oder Inhaftierung zu unterrichten, einschließlich der Gründe für die Festnahme und des Ortes der Inhaftierung. Es gibt einige wenige Ausnahmen, etwa wenn die Familie nicht erreichbar ist oder der Fall die nationale Sicherheit oder terroristische Aktivitäten betrifft.

Um eine Verletzung des Rechts auf Information zu beschreiben, könnte es in einem Bericht beispielsweise heißen: „Die Praktizierende war drei Tage lang verschwunden. Ihre Familie stellte zahlreiche Nachforschungen an, bevor sie erfuhr, dass sie in einer Hafteinrichtung festgehalten wurde. Die Behörden hatten keinerlei Versuch unternommen, die Familie zu informieren.“

4. Durchsuchung und Beschlagnahmung (Eigentumsrechte)

Führt die Polizei eine Durchsuchung durch, verlangt das Gesetz die Vorlage eines Durchsuchungsbefehls, es sei denn, es liegt ein dringender Fall vor – und selbst dann muss nachträglich ein entsprechender Beschluss vorgelegt werden. Für sämtliche beschlagnahmten Gegenstände muss vor Ort ein Beleg ausgestellt werden, der sowohl von dem Praktizierenden als auch von einem Zeugen zu unterschreiben ist.

Die Beschreibung einer illegalen Durchsuchung könnte so aussehen: „Die Polizei drang in die Wohnung des Praktizierenden ein und durchsuchte sie ohne Durchsuchungsbefehl. Sie entfernte mehrere Kisten mit Privateigentum und stellte keine Auflistung der beschlagnahmten Gegenstände aus (auch unterschrieb kein Zeuge eine solche Auflistung).“

5. Polizeiliche Gewaltanwendung (persönliche Sicherheit)

Das Gesetz verbietet die Anwendung von Folter zur Erpressung eines Geständnisses und untersagt die Beweiserhebung durch Bedrohung, Anreize oder Täuschung. Der Einsatz von Fesselungsmitteln wie Handschellen ist ausschließlich zur Verhinderung von Flucht oder Gewaltanwendung durch den Beschuldigten zulässig.

Eine übermäßige Gewaltanwendung könnte in einem Bericht folgendermaßen beschrieben werden: „Während der Festnahme drückten Personen ohne polizeiliche Dienstmarken einen älteren Mann zu Boden und verletzten ihn dabei an mehreren Stellen der Arme. Die Beamten ließen ihn während der Vernehmung mehrere Tage lang nicht schlafen.“

Die genannten Beispiele sollen dazu ermutigen, in Artikeln zentrale Fakten anstelle von Adjektiven und Adverbien zu verwenden. Durch die Angabe eines konkreten Datums, einer Uhrzeit, von Einzelheiten zum Vorgehen der Polizei oder dem Fehlen von Dienstmarken, dem Fehlen rechtlicher Dokumente sowie der Orte, an denen Praktizierende festgehalten werden, können die Leser selbst entscheiden, ob Gesetze verletzt wurden. Noch besser wäre es, einen Rechtsexperten zu konsultieren und die verletzten Gesetze konkret zu benennen.

Natürlich könnten Leser weiterhin daran zweifeln, ob die genannten Details der Wahrheit entsprechen. Daher ist es am besten, geeignete Fotos, Videos oder Beweise Dritter beizufügen. Dies wird ihnen helfen, noch bestehende Bedenken auszuräumen.

Manche Leser fragen sich vielleicht, weshalb die in China so klar formulierten Gesetze in einem derart großen Ausmaß verletzt werden. Reporter können die Gründe für die verzerrte Rechtsanwendung kurz erwähnen, ohne dabei näher ins Detail zu gehen.

In der Realität sind Praktizierende vermutlich sehr angespannt, wenn sie verhaftet werden, sodass es ihnen schwerfällt, sich die Namen und Dienstnummern der Beamten zu merken und nach rechtlichen Dokumenten zu fragen. Es ist schwierig, doch wir müssen uns nach besten Kräften darum bemühen. Wenn wir nicht versuchen, die für die Aufklärung der wahren Umstände notwendigen Fakten zu sammeln, geben wir nicht unser Bestes, der breiten Öffentlichkeit die „Tatsachen“ der Verfolgung zu verdeutlichen.

Manche Praktizierenden sind der Ansicht, dass es nichts bringe, auf Gesetzesverletzungen hinzuweisen, um die Verfolgung zu beenden, da die Kommunistische Partei Chinas das Gesetz ohnehin nicht respektiere. Ich bin jedoch überzeugt, dass das durchaus etwas bewirken kann, weil das Gesetz die Grundprinzipien des gesellschaftlichen Zusammenlebens widerspiegelt. Dies trägt dazu bei, diejenigen abzuschrecken, die sich an der Verfolgung beteiligen, das Gewissen der Beamten zu wecken, und hilft zudem den Lesern, die wahren Umstände zu erkennen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Praktizierende sollten lernen, das Geschehene als Zeugen zu dokumentieren, anstatt lediglich als Opfer Gerechtigkeit zu fordern. Die Berichte über die Verfolgung müssen zentrale Fakten und eine überzeugende Logik enthalten, die die Leser dazu bringen, einen Gerechtigkeitssinn zu entwickeln und die Bemühungen der Praktizierenden, die Verfolgung zu beenden, zu unterstützen.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel stellt die persönliche Ansicht und Erkenntnis des Autors dar und dient dem Verständnisaustausch.