(Minghui.org) Weil sie an ihrem Glauben an Falun Gong festhielt, wurde eine 85-jährige Frau aus der Stadt Huaihua, Provinz Hunan, zweimal verurteilt und wiederholt schikaniert. Zudem ist ihre Rente seit 2024 ausgesetzt.

Xiang Aimei, die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin der Großgemeinde Anjiang (Stadt Hongjiang, Provinz Hunan), wurde im Jahr 2008 zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Einzelheiten zu ihrer ersten Verurteilung sind unklar.

Am 14. Januar 2023 wurde Xiang erneut festgenommen, weil sie auf dem Bauernmarkt von Hongjiang mit anderen über Falun Gong gesprochen hatte. Sie wurde einen Tag lang auf der Polizeidienststelle von Hongjiang festgehalten und anschließend unter Hausarrest gestellt. Im Mai 2023 ging sie erneut auf den Bauernmarkt, um über die Verfolgung aufzuklären. Sie wurde von Mitarbeitern der örtlichen Wohnviertelverwaltung beschattet und festgenommen. Die Polizeiwache Qiancheng dokumentierte die beiden Festnahmen und übergab ihren Fall an die Staatsanwaltschaft der Stadt Hongjiang.

Am 20. Juli 2023 erschienen vier Polizeibeamte bei Xiang zu Hause. Sie wollten Xiang auffordern, sich bei der Staatsanwaltschaft der Stadt Hongjiang zu melden. Da sie nicht zu Hause war, teilten die Beamten ihren Kindern mit, dass ihre Mutter verhaftet würde, sollte sie am nächsten Tag nicht bei der Staatsanwaltschaft erscheinen.

Am folgenden Tag begab sich Xiang in Begleitung ihres Anwalts und ihrer Schwiegertochter zur Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt verlangte von ihr, die Unterlagen zu ihrem Fall zu unterzeichnen; sie weigerte sich. Der Staatsanwalt drohte damit, sie in eine Haftanstalt einweisen zu lassen, und erklärte, dass sich dies negativ auf die berufliche Stellung und die Beförderungschancen ihrer Kinder und Enkelkinder auswirken würde. Sie durfte zwar nach Hause zurückkehren, wurde jedoch unter Hausarrest gestellt.

Im Zeitraum von September bis Oktober 2023 wurde Xiang wiederholt von Beamten der Polizeiwache Qiancheng sowie der Staatsanwaltschaft und des Gerichts der Stadt Hongjiang schikaniert.

Am 19. Oktober 2023 suchten drei Polizeibeamte, darunter Chen Min, der stellvertretende Leiter der Polizeiwache Qiancheng, Xiang zu Hause auf und brachten sie zum Gericht der Stadt Hongjiang. Nach einer ärztlichen Untersuchung beabsichtigte die Polizei, sie in die Haftanstalt des Kreises Zhongfang zu überführen. Xiangs Sohn und Schwiegersohn eilten zur Polizeiwache und wiesen darauf hin, dass Xiang unter Rückenschmerzen sowie unter Mobilitätsproblemen litt. Nach einer stundenlangen Auseinandersetzung willigte die Polizei ein, am nächsten Tag eine weitere ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Nachdem der Leiter der Haftanstalt die Ergebnisse gemeinsam mit dem Arzt geprüft hatte, entschied er, von einer Aufnahme abzusehen. Daraufhin wurde Xiang gegen Kaution freigelassen.

Das Stadtgericht Hongjiang verurteilte Xiang im April 2024 zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren. Sie wurde in der Haftanstalt der Stadt Huaihua in Gewahrsam genommen.

Die Polizeibehörde der Stadt Hongjiang behielt im Zeitraum von 2023 bis April 2024 insgesamt 50 Prozent von Xiangs der Rentenzahlungen ein. Die Gesamtsumme belief sich auf 83.000 Yuan (etwa 10.707 Euro). Kurz nach ihrer Verurteilung wurden die Rentenzahlungen vollständig eingestellt. Auch die finanzielle Unterstützung, die ihre Familie an ihre digitale Geldbörse bei WeChat gesendet hatte, wurde eingefroren.

Darüber hinaus untersagten die Behörden Xiang Flug- und Bahnreisen. Als ihr älterer Bruder, der in einer anderen Stadt lebt, sie an seinem Geburtstag sehen wollte, konnte sie nicht zu ihm reisen.