(Minghui.org) Im Verlauf meiner Kultivierung und der Zusammenarbeit mit Mitpraktizierenden als Gruppe ist mir ein deutliches Phänomen aufgefallen: Wenn der Alltag eines Praktizierenden relativ reibungslos verläuft und er Wohlstand und Glück genießt, machen sich die Praktizierenden in seinem Umfeld Sorgen.
Unter dem Deckmantel, „auf einen Mitpraktizierenden aufzupassen“, befürchten die Menschen oft, dass diese Person sich in den Annehmlichkeiten des Alltags verlieren und infolgedessen ihre Kultivierung vernachlässigen könnte.
Hinter der Besorgnis
Bei näherer Betrachtung wurde mir klar, dass hinter diesen Sorgen Gefühle des Neids, das Gefühl von Ungerechtigkeit und Groll stecken.
Die Verfolgung hat dazu geführt, dass einige Praktizierende unter finanziellen Schwierigkeiten leiden, andere unter Krankheitskarma leiden und viele mit anhaltenden familiären Konflikten konfrontiert sind.
Da wir lange Zeit in einem solchen Umfeld gelebt haben, haben wir unbewusst eine Anschauung entwickelt: Wir halten ein schwieriges und holpriges Kultivierungsumfeld für den normalen Zustand. Sobald das Leben angenehm wird, glauben wir, dass etwas nicht stimmt.
Die Kultivierung ist gesegnet
Ich kannte einmal einen Mitpraktizierenden, der eine recht wohlhabende Partnerin geheiratet hatte. Nach der Heirat schien er seltener am gemeinsamen Fa-Lernen teilzunehmen als zuvor. Einige Praktizierende begannen, ihn zu kritisieren, da sie glaubten, er gebe seinen Begierden nach und sei in seiner Kultivierung nachlässig geworden, weil sich seine Lebensumstände verbessert hätten.
Ähnlich verhielt es sich, wenn junge Praktizierende reguläre Berufe ausüben mussten und zu beschäftigt waren, um an Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Andere empfanden dies als ärgerlich und ungerecht und beschwerten sich, dass diese Praktizierende selbstsüchtig und der Gruppe gegenüber gleichgültig seien.
Der Meister hat nie gesagt, dass Dafa-Schüler arm sein oder in Entbehrungen leben müssen. Sich offen und würdevoll in der gewöhnlichen Gesellschaft zu kultivieren – eine gute berufliche Laufbahn zu verfolgen, ein respektables Einkommen zu erzielen und anständige Häuser und Autos zu besitzen – ist an sich schon ein Aspekt der Bestätigung des Fa. Dies demonstriert nicht nur die Kompetenzen der Praktizierenden, sondern spiegelt auch die unermessliche Gnade wider, die Falun Dafa den Lebewesen schenkt.
Anhaftungen an Egoismus und Neid
Warum ist es so, dass wir uns manchmal unglücklich fühlen und anfangen, andere Praktizierende genau unter die Lupe zu nehmen und an ihnen herumzukritisieren, wenn wir sehen, wie gut es ihnen geht, wie sie Häuser kaufen oder mit ihren Familien Urlaub machen?
Der Meister lehrt uns, immer nach innen zu schauen, wenn wir auf etwas stoßen. Als ich diese unangebrachten Erscheinungen innerhalb der Kultivierungskreise sah, wurde mir plötzlich klar: Warum lässt der Meister mich diese Dinge sehen? Habe ich selbst eine solche Denkweise?
Als ich mir die Zeit nahm, über mich selbst nachzudenken, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass auch ich Gefühle von Neid und Selbstsucht hegte. Oft wünschte ich mir, dass andere Mitpraktizierende so wären wie ich und Dafa-bezogene Aufgaben an die erste Stelle setzen würden. Wenn ich bemerkte, dass Praktizierende nicht an den Projekten teilnehmen konnten, weil sie mit ihren Kindern und Familien beschäftigt waren, verspürte ich einen Anflug von Groll.
Als ich tiefer grub, entdeckte ich eine sehr hässliche, tiefsitzende Anhaftung: Mein Leben ist derzeit recht unbeschwert und frei von größeren familiären Verpflichtungen. Wenn ich Praktizierende in meinem Alter sehe, die ein warmherziges Familienleben genießen, während Kinder um sie herumtollen, wird bei mir Neid geweckt.
Tief in meinem Inneren sehne auch ich mich nach einem solchen geschäftigen, glücklichen Leben, aber ich habe es nicht. Wenn ich daher sehe, wie ich Opfer bringe und mehr Aufgaben für die Gruppe übernehme, während andere ihr persönliches Glück genießen, empfinde ich das als ungerecht – was eine äußerst egoistische Haltung ist.
Der Kultivierungsweg eines jeden ist unterschiedlich und die Arrangements des Meisters sind verschieden. Dennoch benutze ich meine eigenen Maßstäbe, um andere zu beurteilen, und verlange von ihnen, meinem Beispiel zu folgen.
Als ich hörte, wie andere Praktizierende untereinander flüsterten: „Fragt sie einfach, wenn etwas anfällt. Sie hat Zeit“, wurde das Ungleichgewicht in meinem Herzen noch deutlicher. Als ich diese Worte hörte, spürte ich, wie ein überwältigendes Gefühl von Groll und Kränkung in mir aufstieg.
Mein egoistischer Verstand dachte: „Warum sind alle anderen damit beschäftigt, sich um ihre eigenen unmittelbaren Familien zu kümmern, während als selbstverständlich angesehen wird, dass ich jederzeit zur Verfügung stehen muss, um Aufgaben für die Gruppe zu erledigen, nur weil ich keine Kinder habe und nicht gebunden bin?“ Als mir diese ungesunde Denkweise bewusst wurde, wusste ich, dass ich mich darauf konzentrieren musste, sie abzulegen.
„Kultivierung bedeutet Leiden“ ist eine Denkweise der alten Mächte
Es geht nicht nur mir so. Ich habe beobachtet, dass einige ältere Praktizierende gegenüber jüngeren dieselbe Denkweise hegen. Sie betrachten die Tatsache, dass junge Menschen mit ihrem Privatleben, ihrer beruflichen Laufbahn oder ihrem Urlaub beschäftigt sind, als Anhaftung an das Glück der gewöhnlichen Menschen.
Die Einstellung, dass „Kultivierung mit Leiden verbunden sein muss“, bedeutet im Grunde, dem von den alten Mächten vorgegebenen Weg zu folgen, unnötiges Leiden auf sich zu nehmen und eine Kluft zwischen den Generationen innerhalb der gesamten Kultivierungsgemeinschaft zu schaffen.
Zwar gibt es tatsächlich auch Fälle mangelnder Fortschritte in der Kultivierung, doch der Kultivierungszustand jedes Einzelnen ist sehr unterschiedlich und manche Dinge müssen auch erledigt werden. Als Außenstehender sollte man die Kultivierung anderer nicht mit einer einseitigen Haltung betrachten.
Kultivierung bringt zwar Leiden mit sich, doch man muss nicht absichtlich Leiden suchen oder meinen, nur ein leidvoller Zustand sei wahre Kultivierung. Auch „Leiden“ hat viele verschiedene Erscheinungsformen und nicht jedes Leiden ist für andere auf den ersten Blick erkennbar.
Mein Mann und ich führten eine sehr enge und harmonische Beziehung – etwas, das für alle in unserem Umfeld offensichtlich war. Als meine Familie jedoch eine schwere Prüfung durchmachte und Mitpraktizierende kamen, um ihre Erkenntnisse mit mir zu teilen, drängten sie mich immer wieder, die eheliche Zuneigung loszulassen, mich emotional zu distanzieren und mich sogar nicht mehr um meinen Mann zu kümmern. Einige kritisierten mich sogar unverblümt und sagten: „Du bist eine Kultivierende und dennoch sehnst du dich nach dem glücklichen, weltlichen Leben gewöhnlicher Menschen.“ Damals empfand ich einige dieser Ansichten als zu extrem.
Später begriff ich, dass das Loslassen der Anhaftung an Gefühle nicht bedeutet, ein herzloser Mensch zu werden oder zu extremen Handlungen zu greifen, die zum Zerbrechen der Familie führen.
Der Meister lehrt uns, allen Wesen mit Güte zu begegnen – warum sollten wir also unseren eigenen Familienangehörigen gegenüber kalt sein? Ist das nicht ein Extremfall? Dadurch gibt man den alten Mächten ungewollt eine Lücke, um das familiäre Umfeld zu stören und damit unsere Bemühungen zu untergraben, Familienangehörigen die wahren Umstände zu erklären.
Beim Verfassen dieses Artikels ist mir bewusst geworden, dass das gesamte Umfeld den Praktizierenden als Spiegel dient, in dem wir uns selbst reflektieren können.
Wenn wir sehen, dass Mitpraktizierende glücklich sind, sollten wir uns mit ihnen freuen. Wenn wir sehen, dass sie mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, sollten wir ihnen mit einem gütigen Herzen Verständnis und Unterstützung entgegenbringen, anstatt sie zu beurteilen, zu hinterfragen oder ihnen unsere eigenen Anschauungen aufzuzwingen.
Der Kultivierungsweg für Dafa-Jünger in der weltlichen Welt ist unermesslich weit. Lasst uns alle menschlichen Anhaftungen ablegen und uns von der Auffassung der alten Mächte lösen, dass „Kultivierung zwangsläufig Leiden mit sich bringen muss“. Begegnen wir unseren Mitpraktizierenden mit aufrichtigen Gedanken und aufrichtiger Güte und schreiten wir gemeinsam auf dem Weg der Bestätigung des Fa voran.
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