(Minghui.org) Mein Vater praktiziert Falun Dafa seit fast 30 Jahren und kultivierte sich stets gewissenhaft und unerschütterlich. Er fuhr nach Peking, um sich für Falun Dafa einzusetzen, und erstellte Informationsmaterialien, woraufhin er zu Zwangsarbeit verurteilt und inhaftiert wurde.

Seit fünf Jahren ist er süchtig danach, sich Videos auf seinem Handy anzusehen. Als meine Mutter (auch eine Praktizierende) ihm zunächst solche Kurz-Videos zeigte, fand er den Inhalt unpassend und sah sie sich nur gelegentlich an. Nach und nach entwickelte er jedoch eine Sucht nach den kurzen Videos auf seinem Handy. Er installierte zwei oder drei verschiedene Apps für Kurzvideos herunter und schaute sie ständig abwechselnd an.

In Minghui-Weekly las mein Vater mehrere Erfahrungsberichte über die Gefahren von Kurzvideos. Er versuchte dann wiederholt, damit aufzuhören, und deinstallierte die Apps. Doch schon nach wenigen Tagen installierte er sie wieder. Er begann dann auch, sich noch weitere Shorts auf WeChat anzusehen. Er war süchtig danach. Abgesehen von kurzen Phasen, in denen er das Fa lernte, die Übungen praktizierte und aufrichtige Gedanke aussandte, wurden diese Videos zu seinen ständigen Begleitern. Sein Handy war immer in seiner Hand – es schien, als könne er seine Sucht nicht mehr kontrollieren.

Im vergangenen Jahr verschlechterte sich der Kultivierungszustand meines Vaters stetig. Er schlief ein, wenn er aufrichtige Gedanken aussandte, und konnte sich beim Lesen des Fa nicht konzentrieren – er verlor häufig den Faden, übersprang Wörter oder las falsch. Sein Körper zeigte deutliche Alterserscheinungen mit vielfältigen Anzeichen von Krankheitskarma.

Meine Mutter, die erkannte, wie schädlich diese Videos für die Falun-Dafa-Praktizierenden waren, hatte schon vor Jahren damit aufgehört. Fast täglich sprach sie mit meinem Vater darüber. Er war schwer abhängig und ignorierte ihren Rat, sodass es oft zu Streit und Konflikten kam.

Meine Verantwortung gegenüber einem Mitpraktizierenden

Ich machte mir ebenfalls Sorgen, daher war mir die Dringlichkeit der Situation bewusst. Immer wieder versuchte ich, meinen Vater davon zu überzeugen, die Video-Apps zu deinstallieren, scheiterte aber jedes Mal an seinen Wutausbrüchen. Ich beurteilte die Situation nicht nach den Prinzipien des Fa. Ich vernachlässigte meine Verantwortung gegenüber einem Mitpraktizierenden, weil ich zuließ, dass er sich die Videos weiter ansah. Auf diese Weise gab ich dem Bösen nach, das sich hinter seinem Handy verbarg, und ließ zu, dass es ihn weiterhin verfolgte.

Vor einigen Tagen fasste ich schließlich einen Entschluss. Ich nahm meinem Vater das Handy mit den Worten weg: „Du darfst dein Handy nicht länger behalten. Wenn ich zulasse, dass du dir diese Videos weiter ansiehst, wirst du vernichtet.“ Diesmal blieb mein Vater ungewöhnlich ruhig und sagte kaum etwas dazu. Vielleicht hatte er bereits erkannt, welchen Schaden ihm das zufügte, und wusste, dass er es aus eigener Kraft nicht schaffen würde aufzuhören – er brauchte Hilfe von außen.

Mittags verlangte er das Handy jedoch zurück. Als ich es ihm nicht gab, ging er weg. Am Abend sagte er: „Ich möchte mir die Wettervorhersage ansehen. Gib mir das Handy!“ Ich weigerte mich. Er schmollte, saß niedergeschlagen auf der Bettkante und starrte aus dem Fenster, bis er sich schließlich hinlegte und einschlief.

Ohne sein Handy begann mein Vater, sich Berichte von Mitpraktizierenden anzuhören und die Vorträge des Meisters anzusehen. Die Veränderung an ihm war bemerkenswert. Schon nach einem Tag bemerkte ich ein Leuchten in seinen Augen, der leere Blick war verschwunden. Außerdem wirkte er nicht mehr so träge und unruhig. Seine Gedanken beruhigten sich allmählich – es schien, als könne er sich wieder konzentrieren.

Früher schaute er sich beim Kochen, Essen, auf der Toilette oder nach dem Schlafen Kurzvideos an. Jetzt erledigt er die Dinge schnell und effizient. Sein einst hektischer Tagesablauf hat sich verändert, er bewältigt alles mühelos. Nun hat er wieder Zeit, sich dem Lernen des Fa zu widmen.

Am zweiten Tag, nachdem mein Vater mit dem Schauen der Kurzvideos  aufgehört hatte, bemerkte ich eine Veränderung in seinem Aussehen: Sein Gesicht wirkte rund und jugendlich. Am vierten Tag, als mein Vater das Fa las, bemerkte ich erstaunt, dass sich sein Aussehen erneut verändert hatte: Er sah wie ein Teenager aus. Obwohl es nur wenige Sekunden dauerte, freute ich mich sehr darüber. Es zeigte, dass mein Vater sich gut kutivierte.

Als ich die Veränderungen an meinem Vater sah, war mein Herz voller Freude. Ohne diese Störungen war sein Raumfeld rein und klar. Es war, als sähe ich den Vater wieder, der sich vor dem 20. Juli 1999 kultiviert hatte. Unser barmherziger und großartiger Meister hatte meinem Vater erneut die Möglichkeit zur Kultivierung gegeben.

Als ich daran zurückdachte, wie ich meinen Vater zuvor gezwungen hatte, Apps von seinem Handy zu deinstallieren, erkannte ich, dass ich aus einer menschlichen Denkweise heraus gehandelt hatte. Ich hatte die kindliche Zuneigung zu meinem Vater eingesetzt, um ihn zu etwas zu bewegen, und dabei gedacht: „Ich tue das zu deinem Besten“ und „Du solltest auf mich hören.“

Dieses Mal griff ich ebenfalls zu drastischen Maßnahmen und nahm ihm erneut sein Handy weg –jedoch aus der Perspektive eines Mitpraktizierenden. Ich war aufrichtig besorgt und übernahm die Verantwortung für meinen Mitpraktizierenden. Natürlich waren die drei Tage, in denen mein Vater auf sein Handy verzichten musste, nicht friedlich. Es erforderte, aufrichtige Gedanken auszusenden und die negativen Einflüsse in seinem Energiefeld rigoros zu beseitigen.

Ich mag mir die Folgen gar nicht ausmalen, wenn mein Vater seine Sucht nicht überwunden hätte. Andere Praktizierende hatten auch schon seine trägen Reaktionen und seinen leeren Blick bemerkt. Er war während ihrer Gespräche über das Fa abgelenkt und unachtsam gewesen. Die Praktizierenden fragten ihn mehrmals: „Hast du dir Videos geschaut?“ Zuerst wich mein Vater ihren Fragen geschickt aus. Doch angesichts der hartnäckigen Nachfragen musste er es schließlich zugeben. Die Praktizierenden erinnerten ihn daraufhin verantwortungsbewusst an die Gefahren dieser Videos.

Mir ist bewusst geworden, dass wir nicht nur Kurzvideos auf Handys, WeChat, Online-Spiele und Ähnliches aufgeben sollten. Wir dürfen nicht warten, bis wir süchtig danach sind, und erst dann nach innen schauen. Wir müssen aktiv handeln, uns Dafa angleichen und alles unterlassen, was dem Maßstab  des Fa nicht entspricht. Der Meister schätzt uns – auch wir sollten uns selbst schätzen.

Liebe Mitpraktizierende, mögen wir unsere menschlichen Anhaftungen loslassen und uns wahrhaft kultivieren. Die Zeit drängt!