(Minghui.org) Ein 63-Jähriger, ursprünglich aus der Stadt Baishan (Provinz Jilin), wurde kürzlich an seinem Wohnort in der Stadt Heze (Provinz Shandong) wegen seines Glaubens an Falun Gong festgenommen.
Am 1. Juni 2026 drangen gegen 22 Uhr mehr als zehn Beamte der Polizei von Heze in die Wohnung von Chi Minxiang ein. Sie beschlagnahmten seine Falun-Gong-Bücher, Informationsmaterialien, seinen Computer sowie seinen Drucker. Noch in derselben Nacht wurde er in eine Haftanstalt gebracht, wo er seither festgehalten wird.
Chi, ein ehemaliger Mitarbeiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention der Stadt Baishan, begann im August 1997 mit dem Praktizieren von Falun Gong. Viele seiner chronischen Erkrankungen, darunter atrophische Gastritis und Nebenhöhlenentzündung, verschwanden daraufhin rasch. Nachdem die Kommunistische Partei Chinas 1999 die Verfolgung angeordnet hatte, hielt er unbeirrt an seinem Glauben fest und wurde seither wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien.
Zwei frühere Arbeitslageraufenthalte von insgesamt 4,5 Jahren
Kurz nach Beginn der Verfolgung reiste Chi nach Peking, um sich für das Recht auf Glaubensfreiheit einzusetzen. Er wurde festgenommen und nach Baishan zurückgebracht. Ein Beamter namens Jiang schlug ihn mit einer Metallkette und beschimpfte ihn.
Am 29. Dezember 1999 kehrte Chi erneut nach Peking zurück, um für Falun Gong zu appellieren. Er wurde festgenommen und zu zwei Jahren Haft im Zwangsarbeitslager der Stadt Baishan verurteilt. Weil er dort die Falun-Gong-Übungen praktizierte, schlug ihn ein Wärter namens Zhang. Zudem wurde er zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen, unter anderem beim Gebäudeabriss und Straßenbau.
Am 14. April 2002 reiste Chi ein drittes Mal nach Peking, um zu appellieren. Er wurde 37 Tage lang in einem feuchten Keller in Peking festgehalten und anschließend nach Baishan zurückgebracht. Nach weiteren 37 Tagen in der Haftanstalt der Stadt Baishan wurde er in das Zwangsarbeitslager Chaoyanggou verlegt, wo er zweieinhalb Jahre eingesperrt wurde.
Weil Chi sich weigerte, Falun Gong abzuschwören, schlugen ihn drei Wärter einmal länger als eine halbe Stunde lang. Er wurde mit Handschellen gefesselt, mit Elektrostäben geschockt, ins Gesicht geschlagen, und man trat ihm auf die Zehen.
Die Wärter entzogen Chi den Schlaf und verweigerten ihm den Toilettengang. Zudem wurde er gezwungen, stundenlang regungslos auf einem kleinen Hocker zu sitzen und bis Mitternacht unbezahlte Zwangsarbeit zu verrichten. Seine Haftzeit wurde um 25 Tage verlängert.
Gezwungen, fernab der Heimat zu leben
Chi wurde am 25. Mai 2005 an seinem Arbeitsplatz festgenommen und in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht. Nachdem ihn die Polizei geschlagen hatte, erlitt er schwere Kopfverletzungen. Nach einer notdürftigen medizinischen Versorgung, bei der seine Wunden mit einigen Stichen genäht wurden, brachte man ihn in die Haftanstalt der Stadt Baishan. Dort verweigerte man jedoch seine Aufnahme, nachdem bei ihm eine schwere Lungentuberkulose festgestellt worden war. Daraufhin wurde er freigelassen.
Als er nach Hause zurückkehrte, war er schockiert festzustellen, dass alles auf den Kopf gestellt worden war. Sämtliche Falun-Gong-Bücher und Informationsmaterialien waren beschlagnahmt worden. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, sah er sich gezwungen, seinen Wohnort zu verlassen und an einen anderen Ort umzuziehen.
Auf Druck der Polizei hin entließ ihn das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention der Stadt Baishan.
Am 19. April 2007 wurde Chi im Haus seines Bruders festgenommen und zur Vernehmung auf die Polizeidienststelle gebracht. Die Polizei ließ ihn am Abend frei, wies ihn jedoch an, am nächsten Morgen wieder zu erscheinen. Er sah sich gezwungen, erneut unterzutauchen.
Dritte Haftstrafe im Arbeitslager (21 Monate)
Am 5. Dezember 2007 wurde Chi festgenommen, nachdem zwei Grundschüler ihn meldeten, weil er mit ihnen über Falun Gong gesprochen hatte. Anfang Januar 2008 wurde er in das Zwangsarbeitslager Chaoyanggou gebracht, um eine 21-monatige Haftstrafe abzuleisten. Am 15. September 2009 wurde er freigelassen, jedoch nur wenige Tage später erneut festgenommen und in die Gehirnwäsche-Einrichtung der Stadt Baishan gebracht.
Verurteilung zu fünf Jahren Haft
Am 12. September 2016 wurde Chi erneut festgenommen. Während seiner Inhaftierung im Polizeigewahrsam der Stadt Baishan trat er in den Hungerstreik. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich kritisch, sodass er zur Wiederbelebung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Am 28. September desselben Jahres wurde er freigelassen, jedoch bereits am nächsten Tag wieder in Gewahrsam genommen und in die Haftanstalt der Stadt Baishan überführt.
Am 30. Oktober 2017 verurteilte das Bezirksgericht Hunjiang Chi zu einer fünfjährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Yuan (etwa 645 Euro). Er legte Berufung ein, doch das Mittlere Volksgericht der Stadt Baishan bestätigte am 24. Mai 2018 das ursprüngliche Urteil.
Am 26. Mai 2018 wurde Chi in das Gefängnis Gongzhuling überstellt. Dort wurde er zahlreichen Foltermethoden unterzogen, darunter Schläge, stundenlanges Stehen, Nahrungs- und Schlafentzug, Elektroschocks, Fesselung, das Aussetzen extremer Kälte sowie Zwangsarbeit.
Folternachstellung: festgebunden sein
Früherer Bericht:
Vier Einwohner von Jilin wegen ihres Glaubens zu Gefängnis verurteilt
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