(Minghui.org) Als Kind war ich zwar eine sehr gute Schülerin, hatte aber einen starken eigenen Willen. Ich machte die Dinge auf meine eigene Art und ließ mir nicht gerne etwas sagen. Mein Vater war einmal so wütend auf mich, dass er eine ganze Nacht auf dem Dach saß und nicht schlafen konnte, während meine Mutter vor Wut und Verzweiflung den Tränen nahe war.

In der Mittelstufe schikanierte mich der Junge, der neben mir saß, weil er mehr Platz auf dem Tisch haben wollte. Da schlug ich ihn, bis er weinte. Ich hob sogar seinen Tisch hoch und warf ihn auf den Boden, wobei eines der getönten Gläser seiner Brille zerbrach. Er ließ es ersetzen, doch das neue Glas hatte eine andere Tönung. Von da an trug er eine Brille mit einem dunkleren und einem helleren Glas und wagte nicht mehr, mir meinen Platz streitig zu machen.

In der Mittelstufe musste ich häufig Briefe der Selbstkritik schreiben – zunächst vor der Klasse, später vor dem gesamten Jahrgang. Auch nachdem ich an einer renommierten Oberschule aufgenommen worden war, bereitete den Lehrern aller Fächer große Kopfschmerzen. Da ich andere beim Lernen störte, setzte mich meine Klassenlehrerin hinter einen Jungen, der als kleiner Unruhestifter bekannt war. Wahrscheinlich dachte sie: „Jetzt wirst du dich doch wohl benehmen, oder?“

Doch schon nach wenigen Tagen stach ich den Jungen mit einer Nadel, bis er es nicht mehr aushielt. Er flehte die Lehrerin an, mich woanders hinzusetzen, sodass ihr nichts anderes übrigblieb, als mich direkt neben dem Lehrerpult zu platzieren. Schließlich gelangte die Angelegenheit sogar bis zum Schulleiter, doch auch er lernte mich kennen.

Abgesehen davon, dass ich immer meinen eigenen Weg gehen wollte, hatte ich noch ein sehr ernstes psychisches Problem. Aufgrund meiner familiären Prägung und meiner sensiblen Art hatte ich immer das Gefühl, dass es mir an Fürsorge und Zuneigung mangelte. Von klein auf träumte ich davon, einen guten Ehemann zu finden, der mich liebevoll umsorgte. Deshalb war mein eigentliches Ziel bei allem, was ich tat, die Aufmerksamkeit geeigneter Männer auf mich zu ziehen. Unter diesem inneren Antrieb geriet ich immer wieder in romantische Verwicklungen.

Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass mein Leben kaum noch zu retten war und ich kurz davorstand, völlig zugrunde zu gehen. Oft dachte ich: „In diesem Leben kann mich niemand bändigen, ich werde mich niemandem unterordnen.“ Doch wenn ich zur Ruhe kam, dachte ich über das Leben nach: Warum wird man geboren, nur um am Ende wieder zu sterben? Wenn Erfolg und Misserfolg letztlich zum selben Ende führen, welchen Sinn hat dann all das Streben? Wozu ist das Leben überhaupt da? Wer kann mir die Antwort geben?

Endlich aus einem tiefen Schlaf voller absurder Träume erwacht

In den Winterferien meines letzten Studienjahres 1997 kehrte ich nach Hause zurück. Aus Langeweile begann ich, im Bücherregal zu stöbern, und entdeckte dort das Buch Zhuan Falun und zwei weitere Bücher über Falun Dafa. Nachdem ich sie gelesen hatte, begriff ich plötzlich den Sinn des Lebens.

Meister Li hatte alles über die Menschheit so anschaulich erklärt. Mir wurde klar, dass die großen Geheimnisse der Welt mit dem Ursprung der Menschheit zusammenhängen und dass der Sinn des menschlichen Lebens darin besteht, angesichts der verschiedenen Erfahrungen des Lebens sein Inneres zu kultivieren und dadurch zu seinem ursprünglich reinsten und gütigsten Zustand zurückzukehren. Der Tod bedeutet auch nicht, dass alles einfach vorbei ist. Vielmehr kann das Leben durch die Erhöhung der eigenen Herzensnatur eine weitaus schönere Bestimmung erreichen. Es war, als wäre ich ein Kind, das aus einem tiefen Schlaf voller absurder Träume endlich erwachte.

Die Rätsel in meinem Inneren wurden gelöst, und ich hatte eine neue Lebenseinstellung gefunden. Im Alltag handelte ich nicht mehr einfach nach meinem eigenen Willen. Stattdessen verglich ich meine Handlungen mit den Worten des Meisters. Wenn ich etwas nicht gut gemacht hatte, tat es mir sehr leid. Ich richtete mich an den Maßstäben des Dafa aus und arbeitete daran, meine vielen schlechten Gewohnheiten abzulegen.

Man sagt: „Flüsse und Berge können verändert werden, aber die Natur eines Menschen lässt sich nur schwer verändern.“ Doch Falun Dafa ist anders als menschliche Lehren. Es besitzt eine starke Kraft. Wenn ein Praktizierender aus tiefstem Herzen den Wunsch hat, sich zu verändern, können selbst schlechte Charaktereigenschaften verändert werden, sodass er zu einem reinen und gütigen Wesen werden kann. Mehr als zwanzig Jahre lang habe ich damit verbracht, mich immer wieder an den Schriften des Meisters zu messen und mich zu berichtigen – von meinem Verhalten bis hin zu meinen Gedanken und meinem Innersten, Schritt für Schritt. Heute bin ich ein völlig anderer Mensch.

In manchen Bereichen konnte ich mich sehr schnell verändern. Früher war ich beispielsweise immer ziemlich unbekümmert und dachte, es reiche aus, gute Noten zu haben, denn das würde schließlich beweisen, dass ich intelligent sei. Heute weiß ich, dass gute oder schlechte Noten nicht das Entscheidende sind. Wichtig ist vielmehr, dass man sich als Mensch und bei allem, was man tut, verantwortungsbewusst verhält.

Während der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung für ein Masterstudium lernte ich ernsthaft und erreichte schließlich den ersten Platz unter den Naturwissenschaftlern. Ich wurde an einer landesweit bekannten Universität zum Masterstudium zugelassen.

Nach meinem Abschluss widmete ich mich bei der Arbeit intensiv meinen Aufgaben und konnte technische Probleme schnell lösen. Die Chefs der Unternehmen, für die ich arbeitete, waren alle beeindruckt von meinen Fähigkeiten und meinem Charakter. Deshalb setzte sich während der Verfolgung von Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas fast jeder meiner Arbeitgeber dafür ein, mich zu schützen.

Es gab jedoch auch schlechte Gewohnheiten, die mir scheinbar bis in die Knochen eingeprägt waren und die ich nur sehr schwer ändern konnte. Wenn es zum Beispiel um Männer ging, begegnete ich auch nach Beginn meiner Kultivierung immer wieder einem neuen Verehrer, sobald ich an einen neuen Ort kam. Ich konnte mich nicht beherrschen und fühlte mich jedes Mal zu ihm hingezogen. Doch als Praktizierende konnte ich mich nicht mehr auf solche Dinge einlassen, sodass ich schließlich nur noch verzweifelt war und solche Situationen mied.

Lange Zeit war ich deshalb sehr entmutigt. Ich verachtete mich selbst und weinte oft heimlich. Ich hatte das Gefühl, schmutzig zu sein, den Meister enttäuscht zu haben und der Erlösung nicht würdig zu sein. Im Laufe meiner Kultivierung verstand ich schließlich, dass ich meine Gedanken im Alltag überprüfen musste. Sobald ein unrichtiger Gedanke auftauchte, musste ich ihn unmittelbar beseitigen.

Deshalb nutzte ich meine gesamte freie Zeit, um die Lehre des Meisters über die Beziehung zwischen Männern und Frauen zu studieren. Zum Beispiel erklärt der Meister auf der Fa-Erklärung in Los Angeles City:

„Daher müsst ihr in dieser Hinsicht unbedingt aufpassen, das gilt besonders für die jüngeren Dafa-Jünger. Falls ihr nicht verheiratet seid, dann dürft ihr gar keinen Sex haben. Bei Verheirateten soll es noch weniger Probleme in dieser Hinsicht geben. Natürlich können die Dafa-Jünger bei der Kultivierung in der menschlichen Gesellschaft heiraten, das ist kein Problem. Ihr dürft in dieser Hinsicht absolut keine Fehler machen!“ (Fa-Erklärung in Los Angeles City, 25.02.2006)

Zunächst las ich dieses Fa immer wieder. Später lernte ich es auswendig und schrieb es anschließend häufig von Hand ab. Schließlich war mein Kopf vollständig von der Lehre des Meisters erfüllt. Manchmal rezitierte ich sogar im Traum die Worte des Meisters zu diesem Thema.

Je mehr ich das Fa lernte, desto stärker wurden meine aufrichtigen Gedanken und desto mehr verschwanden die schlechten Gedanken. Wenn eine solche Situation erneut auftrat, konnte sie mich nicht mehr bewegen. Ich war aus der Jauchegrube herausgeklettert und konnte wieder aufrecht und mit Würde leben und ein reiner Mensch sein. Jedes Mal, wenn ich daran denke, laufen mir die Tränen über das Gesicht. Meine Dankbarkeit gegenüber dem Meister lässt sich nicht in Worte fassen.

Meine Beziehung zu meinem Mann

Als ich frisch verheiratet war, hatte ich keinen Respekt vor meinem Mann und ließ häufig meine Launen an ihm aus. Ich benahm mich wie eine verwöhnte junge Frau. Einmal schlug ich ihn so heftig mit einem Stock, dass dieser zerbrach. Mein Mann litt sehr unter meinem Verhalten.

Ich versuchte immer wieder, mich zu ändern, schaffte es aber nicht, mich zu beherrschen. Danach verglich ich mein Verhalten mit dem Fa und weinte voller Reue. Meine Reue prägte sich immer tiefer in meine Gedanken ein. Schließlich gelang es mir bei zehn Konflikten einmal, mich zu beherrschen, und am Ende konnte ich tatsächlich den Zustand erreichen, von dem es im Zhuan Falun heißt:

„[…] ein Praktizierender soll eben nicht zurückschlagen, wenn er geschlagen wird, und nicht zurückschimpfen, wenn er beschimpft wird.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 187)

Natürlich war ich beim „Nicht-Zurückbeschimpfen“ noch nicht ganz so weit. Manchmal gab ich noch eine patzige Antwort oder versuchte, mich mit ein paar Worten zu erklären. Aber zurückschlagen wollte ich tatsächlich nicht mehr. Früher war ich diejenige gewesen, die ihn schlug. Später schlug er mich, doch ich schlug nicht zurück. Mein aufbrausendes Temperament hatte sich verändert.

Mein schlechtes Verhalten führte dazu, dass sich auch mein Mann schlecht benahm. Zunächst fing er an, auch mich zu schlagen. Schließlich begann er zu spielen, um seinen Frust abzubauen. Letztendlich verlor er unsere gesamten Ersparnisse und häufte Schulden in Höhe von mehreren Hunderttausend Yuan an.

Obwohl ich meine früheren Probleme durch die Kultivierung bereits verändert hatte und inzwischen auch den Schmerz verstehen konnte, den ich ihm einst zugefügt hatte, war ich völlig überfordert, als ich plötzlich mit einer so hohen Verschuldung konfrontiert wurde. Ich wollte wirklich nur noch unser Kind nehmen und einfach weggehen. Doch ich verglich die Situation mit dem Fa und dachte: „Wenn ich jetzt gehe, was wird dann aus ihm? Das Geld ist weg, dazu kommen mehrere Hunderttausend Yuan Schulden und auch seine Frau und sein Kind haben ihn verlassen. Wäre er dann nicht völlig ohne Ausweg?“

Als Praktizierende konnte ich nicht gehen.

Damals wusste ich allerdings selbst nicht, wie ich mit dieser Situation konkret umgehen sollte. Ich wischte mir die Tränen ab und tröstete ihn zunächst: „Wer macht im Leben nicht einmal einen Fehler? Hauptsache, man ändert sich. Wir betrachten es einfach so, als hätten wir beim Geschäft Geld verloren, und zahlen die Schulden gemeinsam zurück.“

Er durchlebte einen schweren inneren Kampf – vom Hungerstreik über den Beginn einer aktiven Auseinandersetzung mit der Realität bis hin zur Suche nach einer Arbeit, um die Schulden zurückzuzahlen. Auch ich berichtigte während meiner Kultivierung weiter meine eigenen schlechten Gewohnheiten und widmete mich ganz dem Ziel, meinem Mann beim Abbezahlen der Schulden zu helfen. Wir verkauften unser neues Haus und zahlten einen Teil der Schulden zurück.

Später, als ich mich weiter kultivierte, sich meine Herzensnatur erhöhte und sich mein Charakter verbesserte, begann ich immer mehr Glück zu erfahren. Ich bekam eine Arbeitsstelle nach der anderen, die besser war als die vorherige, und mein Einkommen stieg stetig von 3.000 auf 20.000 Yuan im Monat. Abgesehen von dem Geld, das ich für die Lebenshaltungskosten unserer Familie zurücklegte, verwendete ich alles, um seine Schulden abzuzahlen – und das ohne die geringste Klage oder Beschwerde.

Eines Tages bemerkte er schließlich meine Veränderung und erzählte mir, was er seit mehr als zehn Jahren mit sich herumgetragen hatte. Er sagte: „Früher habe ich sehr gelitten. Jeden Tag habe ich mich gefragt: Wie konnte ich nur eine so schlechte Frau heiraten?“

Er sagte auch: „Glaubst du, ich wollte das Fa nicht lernen und mich nicht wieder zum Guten verändern? Aber ich hatte immer das Gefühl, dass eine Mauer vor mir stand, die mich daran hinderte, sie zu durchbrechen. Jetzt sehe ich, dass du deine Fehler wirklich aus tiefstem Herzen erkannt hast und dich durch die Kultivierung tatsächlich verändert hast. Ich habe das Gefühl, dass diese Mauer, die mich aufgehalten hat, verschwunden ist. Ich möchte wieder anfangen, das Fa zu lernen!“

Nachdem mein Mann mit der Kultivierung begonnen hatte, veränderte er sich sehr. Er gab von sich aus das Mah-jongg-Spielen auf. Wenn ihn jemand zum Spielen einlud, machte er nicht mehr mit. Selbst wenn er nur für eine Weile für jemand anderen hätte mitspielen sollen und ein möglicher Verlust dem anderen angerechnet worden wäre, wollte er nicht mehr spielen.

Außerdem löschte er die schlechten Apps von seinem Handy und hörte auf, Romane zu lesen und schlechte Videos anzusehen. Natürlich schlug er mich auch nicht mehr. Inzwischen haben wir den größten Teil unserer Schulden zurückgezahlt.

Manchmal, wenn es ihm innerlich schlecht geht, empfindet er wegen meiner Vergangenheit immer noch Groll. Dann lässt er seine Unzufriedenheit mit mir an anderen Menschen aus und zählt mir immer wieder meine früheren Fehler vor. Früher hätte ich mich dadurch in meinem Stolz verletzt gefühlt und wäre wütend auf ihn geworden. Doch so handele ich nicht mehr. Stattdessen höre ich still zu, wenn er sich Luft macht. Wenn ich gelegentlich etwas erkläre und er dadurch noch wütender wird, sage ich einfach nichts mehr und warte, bis er sich beruhigt hat. Zu sehen, wie er von Tag zu Tag fröhlicher wird und wieder auf den Weg der Kultivierung zurückkehrt, erfüllt mich wirklich mit Freude.

Früher war ich egoistisch, aufbrausend, arrogant und hemmungslos. Alles drehte sich um mich selbst. Ich wollte das Leben genießen und kümmerte mich nicht um das Leid anderer. Heute bin ich ausgeglichen, gütig, tolerant und frei von Groll. Ich empfinde eine große Verantwortung gegenüber meiner Familie und meinem Unternehmen. Meine innere Haltung ist ruhig und ausgeglichen. Ich denke an andere und bin bereit, Schwierigkeiten auf mich zu nehmen. Alles, was ich durch diese Anstrengungen erhalte, gebe ich wiederum vollständig an die Menschen in meinem Umfeld weiter. Zu sehen, wie sie sich durch das, was ich für sie tue, verändern, ist ein Glück, das von Herzen kommt und mit keinem äußeren materiellen Reichtum vergleichbar ist.

Wer hat diese tiefgreifende Veränderung in mir bewirkt? Es waren der Meister und Dafa, die mir ein völlig neues Leben geschenkt haben.