(Minghui.org)

Aufrichtige Gedanken aussenden

Für einen gewöhnlichen Menschen ist es völlig normal, sich schläfrig zu fühlen. Auch zu schlafen, wenn man müde ist, erscheint ganz natürlich, schließlich braucht man angemessene Ruhe, um die Energie für die anstehenden Aufgaben zu haben. Für einen Falun-Dafa-Praktizierenden kann Schläfrigkeit jedoch ein gewaltiges Hindernis darstellen. Sie schwächt die Willenskraft und und führt oft dazu, dass der Betroffene in einem passiven Teufelskreis gefangen ist.

Ich wusste, dass ich früh aufstehen sollte, um die Übungen zu machen. Doch selbst mit Wecker gelang es mir oft nicht aufzustehen. Manchmal hörte ich das Klingeln gar nicht oder ich schaltete es ab und schlief sofort wieder ein. Selbst nach dem Aufwachen blieb ich benommen. Schlimmer noch: Oft überkam mich eine Welle des Bedauerns: „Wie konnte ich den Wecker schon wieder überhören?“ Tag für Tag wiederholte sich dieser Kreislauf aus Reue und Enttäuschung über mich selbst. Doch wenn die Schläfrigkeit zuschlug, blieb der Gedanke: „Lass mich nur ein kleines bisschen dösen, sonst bin ich beim Fa-Lernen schläfrig.“

Nachdem ich so lange in dieser Prüfung festgesteckt hatte, fasste ich den Entschluss, sie zu überwinden. Aber das war nicht einfach! Schläfrigkeit verschwindet nicht einfach, nur weil man sich dazu entschlossen hat; sie kehrt immer wieder zurück. Sie störte nicht nur beim abendlichen Fa -Lernen oder bei den morgendlichen Übungen, sondern quälte mich auch den ganzen Tag über. Manchmal fühlte ich mich selbst nach einem Kurzschlaf unerklärlich schläfrig. Ich war schläfrig, ganz gleich, ob ich unter Schlafmangel litt oder zu viel geschlafen hatte. Viele Praktizierende hatten bereits über den Prozess der Beseitigung des „Dämons der Schläfrigkeit“ geschrieben. Weil ich keine andere Möglichkeit mehr für mich sah, beschloss ich, ihrem Beispiel zu folgen.

Ich begann gezielt, aufrichtige Gedanken gegen diesen Dämon auszusenden. Neben den verstärkten Bemühungen zu den festgelegten Zeiten aufrichtige Gedanken auszusenden, tat ich dies auch vor der Meditation oder immer dann, wenn mich die Schläfrigkeit überkam. Anfangs war das wirklich wirksam. Doch ich wusste, dass dieses Wesen hartnäckig war. Da es sich so lange ohne einen Durchbruch meinerseits halten konnte, hatte es – ohne Übertreibung – wahrscheinlich schon eine fast menschenähnliche Gestalt angenommen.

Ich war entschlossen, es vollständig zu beseitigen, Stück für Stück. Meine Überlegung war folgende: Wenn ich einfach nicht nachgab indem ich nicht einschlief, würde es absterben. Wenn ich jeden Tag beharrlich bliebe, könnte ich jedes Mal ein Stück mehr davon vernichten. Würde es nicht schließlich ganz verschwinden? Dieser Gedanke gab mir einen enormen Schub für mein Selbstvertrauen.

Doch schon am nächsten Tag fühlte ich mich während der ersten vier Übungen benommen. Vor der Meditation wollte ich aufrichtige Gedanken aussenden, als mir plötzlich ein Gedanke in den Sinn kam: „Wenn ich nur zehn Minuten schliefe, wäre ich danach wahrscheinlich wieder hellwach.“ Doch mein Verstand sagte mir etwas anderes; wann immer ich mir einredete, mich doch nur für zehn Minuten hinzulegen, öffnete ich meist erst nach einer Stunde die Augen und war voller Selbstvorwürfe. Ich wollte dieses Schuldgefühl nicht mehr erleben, also begann ich, die Zähne zusammenzubeißen, und aufrichtige Gedanken auszusenden. Die Schläfrigkeit hielt an, daher verstärkte ich meine Anstrengungen. Vielleicht strengte ich mich zu sehr an. Plötzlich überkam mich das Gefühl eines körperlichen Zusammenbruchs und geistiger Umnachtung! Ein verzweifeltes Bedürfnis, mich hinzulegen und auszuruhen, drohte, mich zu überwältigen. Gerade als ich die Zähne zusammenbiss, im Willen, durchzuhalten, kam mir folgendes Fa des Meisters in den Sinn:

„Große Erleuchtete, keine Furcht vor BitternisWillen diamantfestKein Festhalten an Leben und TodEdelmütig auf dem Weg der Fa-Berichtigung “(Aufrichtige Gedanken, aufrichtiges Verhalten, 29.05.2002, in: Hong Yin II)

Ich begriff sofort, dass der Meister mich führte, und spürte einen Kraftschub!

Es gelang mir, dem Drang mich hinzulegen, zu widerstehen. Doch die Augen weit offen zu halten, während ich gegen diesen Dämon kämpfte, das war wirklich qualvoll! Ich rezitierte die Lehre des Meisters, biss die Zähne zusammen und wiederholte die Worte immer und immer wieder. Plötzlich spürte ich etwas Unbeschreibliches, und ohne ersichtlichen Grund begannen Tränen über mein Gesicht zu laufen. Ich hatte schon von Menschen gehört, die vor Schmerz weinten, aber noch nie, dass sie wegen Schläfrigkeit weinten. Doch die Schläfrigkeit verschwand augenblicklich! Ich meditierte weiter, wagte es jedoch nicht, die Augen zu schließen. Ich fürchtete, die Schläfrigkeit könnte zurückkehren, gerade nachdem ich sie endlich abgeschüttelt hatte. Der gesamte Vorgang dauerte nur zehn Minuten, war aber eine Mischung aus Schmerz, Kampf und Staunen; es war wirklich bemerkenswert.

Die Sucht nach dem Mobiltelefon überwinden

Der Kultivierungsprozess ist oft voller Höhen und Tiefen sowie wiederkehrender Kämpfe. Wenn mich der Dämon der Schläfrigkeit überkam, verspürte ich manchmal den starken Drang, einfach einmal richtig zu schlafen. Oft rangen zwei Stimmen in mir miteinander: Die eine fragte: „Ich werde in letzter Zeit während der Übungen schläfrig; würde etwas mehr Schlaf nicht helfen?“ Die andere entgegnete: „Nein, das würde bedeuten, dass all meine bisherigen Bemühungen umsonst wären. Ich darf nicht schlafen; ich darf dem Dämon der Schläfrigkeit nicht nachgeben.“ Dieser Kreislauf wiederholte sich mehrmals, doch es gelang mir einfach nicht, dauerhaft wach und aufmerksam zu bleiben.

Ich suchte intensiv nach der Ursache und prüfte meine Xinxing, die mir jedoch in Ordnung zu sein schien. War ich einfach nur faul geworden? Obwohl ich zu kämpfen hatte, war ich dem Schlafdrang nicht tatsächlich erlegen, worin lag also das Problem genau? In der Kultivierung ist kein Detail unwichtig; Probleme verbergen sich oft an leicht zu übersehenden Stellen, insbesondere in jenen kurzen Augenblicken der freien Zeit. Genau dann begann ich häufig, auf meinem Handy durch Videos zu scrollen.

Die Zeit, die ich am Handy verbringe, hat im Vergleich zu früher deutlich abgenommen. Abgesehen von längeren Videos, die für die Arbeit oder das Studium erforderlich sind, schaue ich kaum noch Videos an. Das Problem liegt bei den Kurzvideos. Da sie so kurz sind, erscheint es harmlos, sich eines oder zwei anzusehen; doch oft schreckte ich erst auf und stellte fest, dass ich bereits mehrere hintereinander geschaut hatte. Diese Erkenntnis beunruhigte mich, doch das bloße Bewusstsein reichte nicht aus, da diese Videos schleichend meine aufrichtigen Gedanken und meine Energie aufzehrten.

Die einzige Lösung ist Selbstdisziplin: das Handy außer Sichtweite zu halten, wenn es nicht gebraucht wird, nur wichtige Informationen abzurufen und mein Hauptbewusstsein wach zu halten, damit ich mich nicht von der schillernden, ablenkenden Welt der Kurzvideos in den Bann ziehen lasse. Schließlich müssen wir mit der Gesellschaft interagieren, und es gibt Zeiten, in denen ich Benachrichtigungen in kultivierungsbezogenen Gruppen überprüfen muss. Daher habe ich Social- Media-Apps nicht vollständig gelöscht. Ich verstehe, dass es bei der Kultivierung darum geht, direkt in das eigene Herz zu blicken. Deshalb muss ich diese Neugier auf die grelle, ablenkende Welt bewusst ablegen und den Grund für diese Selbstdisziplin wirklich verinnerlichen.

Indem ich strenge Maßstäbe an mich anlegte, konnte ich mich, auch wenn ich gelegentlich nachließ, schnell wieder korrigieren. Mir wurde klarer, dass ein wesentlicher Grund für meine Schläfrigkeit tatsächlich die Gewohnheit war, endlos durch Videos zu scrollen. Sobald ich die Ursache dieser Schläfrigkeit eindeutig erkannt hatte, konnte ich, wann immer mich der „Dämon der Schläfrigkeit“ heimsuchte, mehr tun, als nur aufrichtige Gedanken auszusenden, um ihn zu vertreiben. Ich konnte auch bei mir selbst prüfen, ob ich durch übermäßige Handynutzung nachlässig geworden war. Dies schuf einen positiven Kreislauf und beseitigte das Gefühl von Hilflosigkeit und Verwirrung, das solche Störungen zuvor begleitet hatte.

Dabei stellte ich überrascht fest, wie tückisch das Mobiltelefon ist. Es durchdringt alle Lebensbereiche. Wann immer ich einen freien Moment hatte, besonders nach den Übungen oder dem Fa-Lernen, verspürte ich den Drang, mich auszuruhen, und griff instinktiv zum Handy, um Inhalte von „Shen Yun Creations“ anzusehen. Genau darin liegt seine Tücke: Es vermittelt mir das Gefühl, dass es völlig harmlos sei, weil ich mir etwas wirklich Aufrichtiges ansehe. Doch dann bleibe ich wie gebannt am Bildschirm kleben und kann das Handy nicht mehr aus der Hand legen, während ich ein Video nach dem anderen schaue.

Wenn man keine Selbstbeherrschung hat, unterscheidet sich das Ansehen der Videos von Shen Yun kaum vom Scrollen durch gewöhnliche Videos. Es macht genauso süchtig und nährt die Anhaftung an Bequemlichkeit. Schlimmer noch: Es betäubt mein Hauptbewusstsein und erzeugt die Illusion, ich würde etwas Aufrichtiges tun. Als ich diese Schwachstelle erkannte, begann ich, gezielte Pausen einzuplanen, und bemühte mich gleichzeitig, mein Hauptbewusstsein stets wach zu halten. Ich blieb mir meines Tuns bewusst und setzte alles daran, mich bei jedem Gedanken und in jedem Augenblick am Maßstab des Fa zu messen.

Meine Xinxing kultivieren

Abgesehen davon, dass ich meine Handysucht überwand und aufrichtige Gedanken aussandte, um die Störungen durch den Dämon der Schläfrigkeit zu beseitigen, erkannte ich auch deutlich, dass die Kultivierung meiner Xinxing der Schlüssel zur Beseitigung dieser Störungen war. Gerade als ich dachte, die Überwindung meiner Handysucht würde den Störungen durch den Dämon der Schläfrigkeit ein Ende setzen, folgten Prüfungen meiner Xinxing Schlag auf Schlag.

Zunächst nahm ich die Situation ernst und schaute sofort nach innen. Doch es gelang mir nicht, vollständig und bedingungslos nach innen zu schauen. Tief im Inneren führte ich die Konflikte, auf die ich stieß, immer wieder auf Missverständnisse zwischen den Beteiligten zurück. Ich war es gewohnt, nach außen zu schauen, und auch wenn ich mich nicht auf die Schwächen des anderen Praktizierenden fixierte, glaubte ich dennoch, im Recht zu sein, und betrachtete den Konflikt als unvermeidlich. Folglich analysierte ich das Problem unbewusst nur oberflächlich. Ich hegte menschliche Gedanken, achtete nicht auf meine Worte und analysierte die Denkweise der anderen Person, wobei ich abwog, was meine Schuld war und was ihre.

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Da ich tagsüber nicht nach innen geschaut oder mein Herz nicht richtig kultiviert hatte, wurde ich nachts von Schläfrigkeit übermannt. Es fühlte sich an, als wäre mein Körper hohl, als wäre meine Seele bereits eingeschlafen und hätte nur meinen physischen Körper zurückgelassen, der sich gerade noch aufrecht hielt. Wenn ich es schließlich ins Bett schaffte und mich hinlegte, fühlte es sich an, als wäre ich an die Matratze geklebt. Erschöpft sank ich nieder und mir war, als würde ich mit dem Bett verschmelzen.

Am nächsten Tag war es nicht besser: während der Übungen war ich unglaublich schläfrig. Obwohl ich ständig aufrichtige Gedanken aussandte, um den Dämon der Schläfrigkeit zu beseitigen, zeigte dies kaum Wirkung, und ich schaffte es gerade so, die Übung Falun Pfahlstellung, zu Ende zu bringen.

Der Meister sagte:

„Abgesehen von den Eigenschaften Zhen, Shan, Ren, wenn die sich herleitenden Substanzen ermüden, stehen sie vor einem sehr bedrohlichen Problem – Gegenstände verwittern oder verfaulen, also, die Gegenstände lösen sich auf. Dass die Gegenstände sich auflösen, bedeutet im weiteren Sinne, dass der Kosmos auf niedrigen Ebenen verdirbt und das Fa keine Wirkung mehr hat. Wenn das Fa im Herzen des Menschen keine Wirkung mehr hat, werden die Menschen schlecht und werden nicht mehr von der Moral gezügelt. “ (Fa- Erklärung in Dayushan, in: Zhuan Falun Band II, 06.03.2008)

Mein Verständnis ist Folgendes: Wir sind Wesen, die dem Maßstab des neuen Kosmos entsprechen müssen. Wenn wir nicht gemäß den Anforderungen des Fa handeln, uns nicht an die Eigenschaften des Kosmos angleichen und nicht zu selbstlosen Wesen werden, die zum Wohle anderer handeln, bleiben wir an die Prinzipien des alten Kosmos gebunden. Wir unterliegen dann dem Zyklus von Entstehen, Bestehen, Degeneration und Zerstörung sowie von Geburt, Altern, Krankheit und Tod.

Diesmal habe ich daraus gelernt: Ich beruhigte mich und schaute nach innen; ich ließ alle Gefühle von Hilflosigkeit und Zweifel los und gab meine Anhaftungen vollständig auf. Ich erinnerte mich an die Lehre des Meisters:

„Recht hat erUnrecht habe ichWozu streiten “(Wer hat recht, wer hat unrecht, 16.05.2011, in: Hong Yin III)

Gleichzeitig gelangte ich zu einer tiefen Erkenntnis:

„Ich habe gesagt, wie hoch die Xinxing ist, so hoch ist die Kultivierungsenergie.“(Zhuan Falun, 2019, S. 139)

Ohne echte Kultivierung ist das Aussenden aufrichtiger Gedanken – selbst wenn man viel Zeit dafür aufwendet – kaum wirksam. Wer sich nicht als Kultivierenden betrachtet, ist lediglich ein gewöhnlicher Mensch, der Gedanken aussendet, keine aufrichtigen Gedanken. Diesen fehlt somit die übernatürliche Kraft. Ohne echte Kultivierung wird man – selbst wenn man das Mobiltelefon weglegt – niemals die Ursache der Störung beseitigen, solange man nach außen blickt, statt sich nach innen zu kultivieren.

Wenn sich die Xinxing nicht erhöht, findet keine Kultivierung statt und folglich gibt es keine Energie. Ohne die Verstärkung durch Energie können aufrichtige Gedanken nicht wirksam funktionieren. Ganz gleich, welche scheinbar richtigen Methoden man anwendet, sie werden keine grundlegende Wirkung erzielen. Kultivierung ist wahrlich ein Prozess, bei dem alle Glieder miteinander verknüpft sind!

Indem ich gegen die Störung durch den Dämon der Schläfrigkeit ankämpfte, überwand ich ein gewisses Maß an Selbstgefälligkeit und stärkte mein Vertrauen in das Aussenden aufrichtiger Gedanken. Ich habe tiefer verstanden, dass das Fa-Lernen und die Kultivierung des Geistes von grundlegender Bedeutung sind. Ohne eine echte Kultivierung gemäß dem Maßstab des Fa kann man die Hülle hartnäckiger menschlicher Vorstellungen nicht durchbrechen, und die gewaltige Kraft sowie der tiefe innere Sinn des Fa werden sich niemals offenbaren. Die Kultivierung gleicht dem Segeln gegen die Strömung: Wer nicht vorankommt, fällt zurück.

Ich hoffe, dass wir alle diese letzte, kostbare Zeit nutzen, um fleißig und unerschütterlich zu sein, uns entschieden von menschlichen Vorstellungen zu lösen und uns dem Göttlichen zuwenden.

Ich danke euch allen.

Heshi!