(Minghui.org) Im vergangenen Jahr verließ ich meine Heimatstadt, nachdem ich dort 40 Jahre lang gelebt und gearbeitet hatte, und zog in die Stadt, in der mein Kind arbeitet.
Ich begann 1996 mit dem Praktizieren von Falun Dafa. Mehr als 20 Jahre lang kultivierte ich mich gemeinsam mit Mitpraktizierenden in meiner Heimatstadt und ertrug dabei viele Schwierigkeiten.
Meine Mitpraktizierenden unterstützten mich selbstlos, was sich eigentlich mit Worten gar nicht beschreiben lässt: Sie halfen mir bei der Verbreitung und der Bestätigung des Fa. Sie halfen mir auch, dass ich meine Zeit bestmöglich nutzen konnte, um dem Meister zu helfen. Ganz gleich, wie lange ich von ihnen getrennt war: Wenn ich zurückkehrte und bei ihnen war, verspürte ich ein tiefes Gefühl des Trostes und der Zugehörigkeit.
Im Laufe der Jahre reiste ich an viele Orte, darunter auch mehrmals in die Stadt, in der ich heute lebe. Da es sich dabei nur um Besuche handelte, fühlte ich mich nie wirklich von den Praktizierenden meiner Heimatstadt oder dem Kultivierungsumfeld getrennt, in dem wir einander ermutigt und uns gemeinsam fleißig erhöht hatten. Als ich jedoch dieses Mal meine Heimatstadt und die Praktizierenden verließ, fiel es mir besonders schwer, Abschied zu nehmen.
Schon lange vor meinem Umzug war ich zunehmend ängstlicher geworden. In meiner neuen Umgebung kannte ich keine Praktizierenden. Es gab keine Fa-Lerngruppe, keine Informationsmaterialien. Ich machte mir Sorgen darüber, die wahren Umstände in Gesprächen mit den Menschen zu erklären. Ich beherrschte die Landessprache nicht und hatte gehört, dass das Umfeld für Praktizierende dort seit vielen Jahren sehr schwierig sei. All diese Sorgen gingen mir immer wieder durch den Kopf und lange Zeit konnte ich mich nicht beruhigen.
Die erste Prüfung
Ermutigt durch die Praktizierenden aus meiner Heimatstadt und gestützt auf meinen Glauben an das Fa begab ich mich schließlich in diese neue Umgebung. Schon kurz nach meiner Ankunft erlebte ich eine Prüfung durch Krankheitskarma. Eine alte Allergie an meinem Hals trat erneut auf. Die Haut juckte und war mit einem roten Ausschlag übersät. Ich reagierte empfindlich auf Wind und hatte nachts Schwierigkeiten zu schlafen.
Ursprünglich wollte ich gar nicht hierherkommen und nun fühlte ich mich zudem noch körperlich unwohl. Beim Fa-Lernen konnte ich nicht zur Ruhe kommen. Nachdem ich das Umfeld des gemeinsamen Fa-Lernens verlassen hatte, reichten meine aufrichtigen Gedanken nicht mehr aus und menschliche Gedanken kamen zum Vorschein. Auch fiel es mir schwer, die drei Dinge, die ein Dafa-Praktizierender tun soll, gut zu machen. Als das chinesische Neujahr näherrückte, wurde ich immer mehr von familiären Angelegenheiten in Anspruch genommen. Dieser Zustand hielt mehr als zwei Monate an.
Während dieser Zeit ging ich mehrmals hinaus, um die wahren Umstände zu erklären, doch die Ergebnisse waren enttäuschend. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass dies nicht dem Zustand einer Kultivierenden entsprach.
Ich begann mich zu fragen, welche menschlichen Anschauungen und Anhaftungen dazu geführt hatten. Was hatte ich noch nicht losgelassen? Warum hatte ich mich in meiner Heimatstadt jeden Tag aktiv darum bemüht, die drei Dinge gut zu machen, war aber so nachlässig geworden, nachdem ich hierhergekommen war?
Als der Meister sah, dass ich mich berichtigen wollte, ließ er mich aus Barmherzigkeit erkennen, dass ich tief verborgene, starke Anhaftungen an Selbstdarstellung und den Wunsch hatte zu zeigen, wie kompetent ich war. Eines Tages tauchte plötzlich ein Gedanke in meinem Kopf auf: „Die Mitpraktizierenden schätzen dich alle.“ Sofort wurde ich wachsam.
Was ich nach und nach erkannte
Mir wurde klar, dass ein verborgener Grund dafür, weshalb ich so gerne gemeinsam mit Mitpraktizierenden an Projekten gearbeitet hatte, darin bestand, dass sich mir dadurch – bewusst oder unbewusst – Gelegenheiten boten, meine Fähigkeiten zu zeigen und ihre Anerkennung zu gewinnen. Außerdem hatte ich eine Abhängigkeit von ihnen entwickelt.
In meiner Heimatstadt hatte ich an vielen Aktivitäten zur Verbreitung von Dafa teilgenommen und viele Praktizierende kennengelernt. Über mehr als 20 Jahre hinweg arbeiteten wir bei zahlreichen Projekten zur Bestätigung des Fa zusammen und ich erlangte unter ihnen allmählich einen gewissen Ruf. Mitpraktizierende ergriffen oft die Initiative, um mit mir über Kultivierungserfahrungen zu sprechen, oder baten mich, mit ihnen an Projekten zusammenzuarbeiten. Nach und nach kamen Anhaftungen wie Selbstgerechtigkeit, Neid, das Herabschauen auf andere, Geltungssucht und das Streben nach Anerkennung zum Vorschein.
Erst in den vergangenen Jahren hatte ich allmählich gelernt, wirklich nach innen zu schauen, und viele dieser Anhaftungen beseitigt. Insbesondere hatte ich das Gefühl, dass meine Anhaftung an Angeberei fast ganz verschwunden war. Doch nachdem ich hierhergekommen war und nicht mehr täglich von Mitpraktizierenden umgeben war und mir ihre Ermutigung und Anerkennung fehlten, schien es keinen Sinn mehr zu haben, meine Fähigkeiten zu zeigen. Infolgedessen verspürte ich bei der Kultivierung nicht mehr die gleiche Dringlichkeit wie zuvor. Ein starkes Gefühl der Einsamkeit überkam mich.
Erst da wurde mir klar, dass diese tief verborgene Anhaftung bereits mein aufrichtiges Verständnis des Fa beeinträchtigt hatte, ebenso wie meine Fähigkeit, mich fleißig zu kultivieren und die drei Dinge gut zu machen.
Sobald ich dies erkannt hatte, verstärkte ich meine aufrichtigen Gedanken, um meine Anhaftungen an Angeberei und Anerkennung sowie meine starke Abhängigkeit von Mitpraktizierenden zu beseitigen. Außerdem beschloss ich, meine Anhaftungen an Bequemlichkeit, Angst sowie an die Zeit zu beseitigen.
Ich bin dem Meister zutiefst dankbar, dass er diese neue Umgebung für mich arrangiert hat. Sie ermöglicht es mir, die menschlichen Anschauungen und Anhaftungen zu erkennen, die meine Kultivierung behindert haben, sodass ich jeden Gedanken wirklich gemäß dem Fa korrigieren kann.
Tatsächlich hatte der Meister bereits vor meiner Ankunft alles barmherzig arrangiert. Wir haben hier eine Freundin, eine Praktizierende namens Bei, die ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Bei stand in regelmäßigem Kontakt mit einem meiner Verwandten. Sie alle wussten, dass sie und ich Praktizierende sind, nur ich wusste es als Einzige nicht. Während ich mich darüber grämte, keine anderen Praktizierenden zu finden, hatte ich vergessen, dass alles vom Meister arrangiert wird.
Gerade als ich ein besseres Verständnis des Fa erlangte und meine Anhaftungen an Prahlerei und meine Abhängigkeit von anderen Praktizierenden erkannte, bot sich mir schließlich die Gelegenheit, gemeinsam mit Bei das Fa zu lernen und Kultivierungserfahrungen auszutauschen.
Sie ist sehr fleißig und hat einen ausgezeichneten Kultivierungszustand bewahrt. Wir lernen oft gemeinsam das Fa und klären die Menschen in Gesprächen über Falun Dafa auf. Bei spricht mit den Menschen in der Landessprache, während ich aufrichtige Gedanken aussende, um zu helfen. Ihre aufrichtigen Gedanken sind sehr stark und sie erzielt sehr gute Ergebnisse bei der Aufklärung. Wenn ich sehe, wie sie den Menschen voller Barmherzigkeit die wahren Umstände erklärt, bin ich oft zu Tränen gerührt.
Eine neue Umgebung bedeutet zugleich einen neuen Anfang. Ich werde weiterhin gut mit meinen Mitpraktizierenden zusammenarbeiten, mich mit ihnen gegenseitig ermutigen und die begrenzte verbleibende Zeit bestmöglich nutzen, um mich fleißig und gewissenhaft zu kultivieren.
Ich danke dem verehrten Meister!Danke, Mitpraktizierende!
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