(Minghui.org) Minghui.org hat bereits über die jüngste Verhaftung von Liu Xiaoya, einer Einwohnerin der Stadt Shenyang, Provinz Liaoning, berichtet. Dieser Bericht enthüllt weitere Informationen zur derzeitigen Situation der 62-jährigen Praktizierenden und ihrer früheren Verfolgung.

Liu Xiaoya

Jüngste Festnahme

Als Liu Xiaoya am 4. Juni 2026 an einem Seniorenzentrum vorbeiging, Am 4. Juni 2026 sprach eine ältere Frau sie an. Kurz darauf hielt ein Polizeiwagen an, aus dem vier Beamte in Zivil ausstiegen: Li Junfeng und Luo Hao von der Polizeidienststelle der Wirtschafts- und Technologieentwicklungszone sowie Wang Cheng und Xu Bo von der Polizeiwache Zhongchao.

Die Beamten brachten Liu zu mehreren Orten in der Umgebung, darunter zu einer Bushaltestelle und einem Wohngebäude. Dort zwangen sie sie, neben Falun-Dafa-Plakaten zu stehen, die an den jeweiligen Orten angebracht waren, und filmten und fotografierten sie. Wer die Plakate aufgehängt hatte, ist nicht bekannt. Darüber hinaus durchsuchten die Beamten Liu und beschlagnahmten einige ihrer persönlichen Gegenstände. Nach ihren Angaben legte keiner der Polizisten einen Dienstausweis, Haft- oder Durchsuchungsbefehl vor.

Später nutzte die Polizei die angefertigten Aufnahmen als Grundlage für die Anschuldigung, Liu habe die Plakate selbst angebracht. Gegen 17 Uhr drangen sieben Beamte in ihre Wohnung ein, während die anderen Liu in einem Streifenwagen vor ihrem Wohngebäude festhielten.

Die Beamten durchsuchten fast eine Stunde lang die Wohnung und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, ein Porträt des Begründers von Falun Dafa und weitere persönliche Gegenstände. Anschließend brachten sie Liu zur Bearbeitungsstelle der Polizeistation Tiexi. Dort verhörten die Beamten Luo und Xu sie fünf Stunden lang und zwangen sie zu einer körperlichen Untersuchung. Dabei stellte sich heraus, dass sie hohen Blutdruck hatte sowie einen hohen Blutzuckerspiegel, Herzrhythmusstörungen und Anzeichen einer Blinddarmentzündung. Trotzdem wurde sie am 5. Juni gegen 4 Uhr morgens in die Erste Haftanstalt der Stadt Shenyang eingeliefert.

Am 8. Juni ging Lius Familie zur Polizeistation Zhongchao, um sich nach ihrer aktuellen Lage zu erkundigen und die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände zu beantragen. Die Beamten Luo und Li empfingen sie, verweigerten jedoch jegliche Auskunft über den aktuellen Stand des Verfahrens sowie das Offenlegen der von den Körperkameras gefilmten Verhaftung sowie der Berichte der körperlichen Untersuchung. Außerdem warnten sie die Familie, das Treffen aufzuzeichnen.

Im Zeitraum zwischen dem 9. und 11. Juni schickte Lius Familie mehrere Dokumente an Polizeichef Zhang Yang und die Beamten Li und Luo, darunter einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution; einen Antrag, auf den Verzicht der Weiterleitung des Falls für eine Überprüfung und der Ausstellung eines Haftbefehls; einen Antrag auf Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände; einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens sowie Beweise für Lius Unschuld.

Alle Dokumente wurden unbeantwortet an die Familie zurückgesandt.

Wenige Tage später leitete die Polizei den Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Dadong weiter und beantragte die Ausstellung eines förmlichen Haftbefehls.

Die Staatsanwälte Ge Mingyi und Wang Tingting vernahmen Liu am 12. Juni. Sie verweigerte die Aussage und forderte die Entfernung der Fotos und Videoaufnahmen aus den Akten, da diese nach ihrer Darstellung unter Zwang entstanden waren.

Die Familie suchte zwischen dem 14. und 16. Juni täglich die Staatsanwaltschaft auf, um ihren Antrag gegen die Ausstellung eines Haftbefehls persönlich einzureichen, wurde aber jedes Mal abgewiesen. Daraufhin stellten sie den Antrag der Staatsanwaltschaft auf dem Postweg zu, erhielten jedoch nie eine Antwort.

Am 18. Juni erließ die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Liu. Am 25. Juni reichte ihre Familie einen Antrag ein, in dem sie Auskunft über die Rechtsgrundlage des Haftbefehls verlangte. Am 1. Juli riefen sie Staatsanwältin Ge an, die jedoch jegliche Rechtsauskunft verweigerte, da Falun-Gong-Fälle „als geheim eingestuft werden und die Voraussetzungen für eine öffentliche Anhörung nicht erfüllten“. Als Ausrede gab sie an, die Verwandtschaftsbeziehung der Familienmitglieder mit Liu nicht überprüfen zu können.

Diese reichte daraufhin Beschwerde bei verschiedenen Instanzen der Staatsanwaltschaft ein, um die im Fall Liu involvierten Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Falun Dafa veränderte ihr Leben

Liu litt seit ihrer Jugend unter Schlaflosigkeit, einhergehend mit Schwindel, Kopfschmerzen und Erschöpfung. 2009 kam sie mit Falun Dafa in Berührung. Eines Abends verzichtete sie auf die Schlaftabletten und praktizierte stattdessen die Falun-Dafa-Übungen. Kaum, dass sie den Kopf auf das Kissen gelegt hatte, schlief sie ein. Sie konnte es kaum fassen, dass die Schlaflosigkeit, an der sie mehr als zwei Jahrzehnte lang gelitten hatte, einfach verschwunden war. Heute, mit über 60, ist sie bei besserer Gesundheit als in ihren jungen Jahren.

Ihr Mann hatte ein aufbrausendes Temperament, und die beiden stritten sich oft. Als Liu es nicht mehr aushielt, zog sie mit ihrem Kind zu ihren Eltern. Nachdem sie angefangen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, kehrte sie zu ihrem Mann zurück. Heute führt das Paar eine harmonische Ehe.

Als 2020 Lius Schwiegereltern bei ihnen einzogen, kümmerte sie sich liebevoll um sie. Ihr Schwiegervater litt an Hirnatrophie und war ständig ruhelos. Ohne sich zu beklagen, pflegte sie ihn, bis er starb. Auch kümmerte sie sich hingebungsvoll um ihre 96-jährige Schwiegermutter.

Lius Mann hat zwei Brüder. Nach dem Tod ihres Vaters stritten die drei um das Familienvermögen. Sie mischte sich nie ein und genoss dadurch ihren Respekt.

Ihr Sohn lebt im Süden. Nachdem seine Frau ein Kind bekommen hatte, pendelte Liu zwischen Shenyang und der Stadt ihres Sohnes. Sie sorgte dafür, dass es ihrer Schwiegermutter und ihrem Enkelkind an nichts fehlte. Die Angehörigen bezeichneten sie als Kitt der die Familie zusammenhielt.

Weitere Einzelheiten zu Lius Verfolgung

Vor ihrer jüngsten Verfolgung wurde Liu 2010 zu einem Jahr Haft im Zwangsarbeitslager Masanjia verurteilt. Nach einer weiteren Festnahme am 3. Januar 2014 blieb sie eine Woche lang inhaftiert, bevor sie gegen Kaution freigelassen wurde. Am 17. Juli wurde sie erneut festgenommen und am 22. August ein formeller Haftbefehl gegen sie erlassen. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Heping erhob am 31. Dezember 2014 Anklage gegen sie.

Das Bezirksgericht Heping verurteilte Liu am 9. September 2015 zu drei Jahren Haft. Das Mittlere Gericht der Stadt Shenyang wies ihre Berufung ab, und sie wurde am 5. Januar 2016 in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning eingeliefert.

Liu wurde in der 12. Abteilung brutal gefoltert. In den drei Wintermonaten des Jahres 2016 musste sie fast jede Nacht auf einem blanken Holzbrett ohne Bettdecke schlafen. Während des chinesischen Neujahrs bekam sie ausnahmsweise für drei bis vier Nächte eine Decke.

Außerdem zwangen die Wärter sie, lange Zeit zu stehen oder in der Hocke zu verharren und schlugen sie wiederholt. Sie durfte vor dem Schlafengehen nicht auf die Toilette gehen und nässte zweimal ein.

Einmal durfte sich Liu zwei Monate lang die Zähne nicht putzen und sich und auch ihr Haar nicht waschen. Sie wurde daraufhin wegen ihres Geruchs verspottet.

In den ersten drei Monaten ihrer Haft durfte sie sich keine Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Während andere Insassen in der Regel sechs Rollen Toilettenpapier pro Monat verbrauchten, ging sie mit den vier Rollen, die sie aus der Haftanstalt mitgebracht hatte, drei Monate lang sparsam um. Die Wärter erlaubten ihr nicht, ihre Reisschüssel nach dem Essen zu waschen, und zwangen sie, diese mit Toilettenpapier abzuwischen. Als ihr das Toilettenpapier ausging, musste sie welches aus den Mülleimern herausfischen.

Liu musste jeden Tag mindestens zwölf Stunden Zwangsarbeit verrichten. Ihre Arme fühlten sich oft taub an und ihr Körper schmerzte. Der in der Werkstatt verwendete giftige Klebstoff führte zu einer Beeinträchtigung ihrer Sehkraft, einer geschwollenen Nasen-Rachen-Schleimhaut sowie Hautausschlägen.

Am 8. Juli 2017 wurde sie aus dem Gefängnis freigelassen, jedoch knapp einen Monat später, am 2. August, während einer Urlaubsreise nach Suizhong erneut verhaftet. Die Polizei am Bahnhof Suizhong sperrte sie zehn Tage lang in Verwaltungshaft. Als Liu bei der Bahnpolizei in Shenyang einen Antrag zur administrativen Überprüfung eingereicht hatte, warfen Zhao Chunguang und Pei, zwei Abteilungsleiter, ihr vor, die Polizei zu Unrecht beschuldigt zu haben und wiesen ihren Fall zurück.

Früherer Bericht:

Polizei fingiert Beweise für ihre Anklage gegen eine Praktizierende in Liaoning