(Minghui.org) Eine 83-jährige Frau aus der Stadt Kaili, Provinz Guizhou wurde am 5. Juni 2026 in ihrer Wohnung festgenommen. Die Polizei behauptete, Lu Baozhen sei wegen des Praktizierens von Falun Gong zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Weder sie noch ihre Familie hatten jedoch jemals ein offizielles Urteil erhalten.
Lu, eine pensionierte leitende Forstingenieurin, war bereits Mitte November 2025 festgenommen worden, weil sie über die Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) aufgeklärt hatte. Aufgrund ihres hohen Blutdrucks wurde sie gegen Kaution freigelassen. Dennoch übergab die Polizei ihren Fall an die örtliche Staatsanwaltschaft.
Am 23. März 2026 fand die Gerichtsverhandlung gegen Lu statt. Sie sagte zu ihrer Verteidigung aus, wurde jedoch vom Richter ständig unterbrochen. Nach der Anhörung begannen Beamte des Büro 610 der Stadt Kaili, ihren Alltag zu überwachen. Wann immer sie das Haus verließ, riefen sie sie an und verlangten eine Erklärung. Auch kamen Polizisten mehrmals vorbei, um nach ihr zu sehen.
Am 5. Juni 2026 nahmen vier Polizeibeamte Lu in ihrer Wohnung fest und erklärten, sie sei zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Seither befindet sie sich im Untersuchungsgefängnis der Stadt Kaili in Haft.
Frühere Verfolgung
Lu, geboren am 12. Dezember 1942, begann im Juni 1995, Falun Gong zu praktizieren, kurz nachdem bei ihr Leberkrebs diagnostiziert worden war. Sie erlangte ihre Gesundheit bald wieder und nahm ihre Arbeit am Forstforschungsinstitut von Kaili erneut auf. Nachdem die KPCh 1999 die Verfolgung angeordnet hatte, blieb sie standhaft in ihrem Glauben und wurde wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien.
Zwischen Juni und Juli 2001 wurde ihre Wohnung durchsucht und sie wurde für 15 Tage inhaftiert. Nachts wurde sie von zwei Polizistinnen bewacht, während sie tagsüber abwechselnd von zwei Polizisten verhört wurde. Bei ihrer Freilassung wurden von ihrer Familie 1.500 Yuan (etwa 193 Euro) erpresst.
Lu wurde im Oktober 2002, kurz vor dem 16. Parteitag der KPCh, erneut festgenommen. Zunächst wurde sie in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten und anschließend in eine andere Unterbringung verlegt. Sie war fast 100 Tage in Haft und wurde im Januar 2003, wenige Tage vor dem chinesischen Neujahrsfest, freigelassen. Diesmal wurden von ihrer Familie 600 Yuan (etwa 78 Euro) erpresst.
Im Jahr 2003 wurde Lu ein weiteres Mal festgenommen, nachdem sie bei einer Jahresabschlussbesprechung an ihrem Arbeitsplatz über Falun Gong gesprochen hatte und daraufhin angezeigt worden war. Sie wurde für 15 Tage inhaftiert.
Nach einer erneuten Festnahme im Oktober 2004 wurde Lu in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten und rund um die Uhr bewacht. Sie musste um Erlaubnis bitten, wenn sie die Toilette aufsuchen wollte. Da sie sich weigerte, Falun Gong aufzugeben, wurde sie 100 Tage lang festgehalten und gezwungen, 5.000 Yuan (etwa 645 Euro) als sogenannte „Kursgebühr“ zu zahlen.
Am 15. März 2012 wurde Lu erneut festgenommen, als sie gemeinsam mit anderen Praktizierenden in der Stadt Jinzhu die Falun-Gong-Übungen praktizierte. Die Polizei nahm ihre Fingerabdrücke und fotografierte sie. Da sie sich weigerte, ihren Namen und ihre Adresse preiszugeben, wurde sie 15 Tage lang in einer Drogenentzugseinrichtung festgehalten.
Gegen Juli 2014 wurde Lu erneut festgenommen, nachdem jemand sie wegen ihres Engagements zur Aufklärung über die Verfolgung angezeigt hatte. Die Polizei fotografierte sie und nahm ihr Blut sowie Fingerabdrücke ab. Am nächsten Nachmittag wurde sie wieder freigelassen.
Von diesem Zeitpunkt an schikanierte die Polizei sie häufig an wichtigen Feiertagen oder an Jahrestagen mit Bezug zu Falun Gong.
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