(Minghui.org) Ich grüße den verehrten Meister und meine Mitpraktizierenden!
Für die Lebewesen gekommen
Ich glaube, es war im Jahr 2023, kurz vor dem Kinostart des Films „Einst waren wir Gottheiten“. Der Titelsong war bereits online erschienen, dessen letzte Zeilen des Textes lauteten: „Ich bin für dich gekommen; Hand in Hand kehren wir nach Hause zurück.“
Jedes Mal, wenn ich diese Worte hörte, liefen mir Tränen über das Gesicht, ohne dass ich dafür eine Erklärung fand. In jenen Tagen las ich gerade die „Fa-Erklärung in Manhattan“ und stieß dabei auf die folgende Passage:
„Nun, die persönliche Kultivierung ist dann für einen Dafa-Jünger nur eine notwendige Voraussetzung, erst deine Hilfeleistung gegenüber dem Meister, die Errettung aller Lebewesen sowie die Fa-Bestätigung sind das wirkliche Ziel eines Dafa-Jüngers, erst dann kann von der Erfüllung des vorgeschichtlichen Gelübdes die Rede sein.“ (Fa-Erklärung in Manhattan, 26.03.2006)
Diese Worte trafen mich mit der Wucht eines mächtigen Stromschlags bis ins Mark. Der Meister hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Dafa-Jünger in diese Welt gekommen sind, um Lebewesen zu erretten. Ich hatte seine Lehre viele Male studiert und geglaubt, sie verstanden zu haben. Doch in diesem Moment wurde mir klar, dass mein Verständnis noch immer an der Oberfläche stagnierte.
Über viele Jahre hinweg war ich bestrebt, mich fleißig zu kultivieren und dem Meister bei der Errettung der Menschen zu helfen. Meine Überlegungen beschränkten sich darauf, dass ein Kultivierender barmherzig sein sollte und dass ich, wenn ich Lebewesen begegne, die leiden, dem Meister helfen sollte, sie zu retten. Auf einmal erkannte ich, dass ich das wahre Prinzip verkehrt herum gesehen hatte. Mein Verständnis basierte immer noch auf meinem egoistischen Selbst: Weil ich mich kultivieren und erhöhen wollte, musste ich Lebewesen retten.
Das Fa offenbarte, dass der wahre Zweck eines Dafa- Jüngers darin besteht, dem Meister zu helfen, die Lebewesen zu erretten und das Fa zu bestätigen. Das ist der Grund, warum wir in die Menschenwelt gekommen sind. Meine Kultivierung und Erhöhung dienen dazu, diesen Zweck zu erfüllen. Nur wenn ich mich gut kultiviere, habe ich starke aufrichtige Gedanken; und nur dann kann ich dem Meister helfen, die mir anvertrauten Lebewesen wirklich zu erretten. Aus diesem Grund habe ich mein einst göttliches Leben aufgegeben und bin in diese Welt herabgestiegen.
Tränen liefen mir über das Gesicht. Ein Satz blieb lange in meinem Innern verwurzelt: „Ich bin für die Lebewesen gekommen. Mein Leben dient der Errettung der Lebewesen.“
Ich ermahnte mich selbst, mir dies als wahrer Ausgangspunkt vor Augen zu halten. Nicht nur bei Projekten, sondern bei jedem Wort, jeder Handlung und jedem Gedanken im alltäglichen Leben und bei der Arbeit durfte ich auf keinen Fall vergessen: Ich bin für die Lebewesen gekommen und existiere für sie.
Eine Verantwortung, der ich mich nicht länger entziehen konnte
Ein Prinzip erkannt zu haben, ist eine Sache. Sich in jedem Augenblick danach zu richten, kann ein mühseliger Prozess sein.
Jedes Jahr, wenn die Saison der Shen-Yun-Aufführungen anbricht, beginnt für Reporter und Redakteure bei The Epoch Times die arbeitsreichste Zeit. Da ich kein Englisch sprach, arbeitete ich viele Jahre lang hinter den Kulissen und war damit zufrieden. Der Druck war geringer und die Arbeit fühlte sich überschaubar an, dennoch schien ich meinen Teil für Shen Yun zu leisten.
In dem Jahr, in dem mir bewusst geworden war, dass mein Leben für die Lebewesen existierte, teilte mir die Chefredakteurin mit, dass sie beabsichtige, mich als Interviewer für Shen-Yun-Zuschauer vorzuschlagen. Sogleich sträubte sich jede Faser in mir dagegen, unfähig, diesen Widerstand zu äußern. Ich wusste, wie anspruchsvoll diese Aufgabe war. Aufgrund der Sprachbarriere würde ich mich auf chinesische Zuschauer fokussieren müssen, die jedoch nur einen kleinen Teil des Publikums ausmachten. Außerdem hatten sie große Angst, sodass ein enormer Druck auf mir lastete. Mein Vertrauen, dies zu schaffen, war gering.
Ich zwang mich zur Ruhe und diese Sache mit Vernunft zu betrachten. Da ich nur die chinesische Sprache beherrschte, würde der Antrag mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt werden. Mehrere Personen wurden als Interviewer vorgeschlagen, aber zu meinem Erstaunen führten verschiedene Umstände dazu, dass niemand anderes als ich angenommen wurde. Nun gab es keinen Ort mehr, an dem ich mich verstecken konnte. Mir blieb keine andere Wahl als mich zu wappnen und den Schritt nach vorne wagen.
Im ersten Jahr realisierte die Chefredakteurin, unter welchem Druck ich stand, und mobilisierte die gesamte Redaktion, mich im Hintergrund zu unterstützen. Mit ihrer Hilfe stolperte und kämpfte ich mich durch die erste Shen Yun-Saison. Nach Abschluss der Berichterstattung konnte ich mich nicht erinnern, wie ich durchgekommen war. Mein Verstand war von Anfang bis Ende wie benebelt.
Noch bevor die nächste Shen-Yun-Saison begonnen hatte, erschreckte mich der Gedanke, wiederum Zuschauer zu interviewen, aufs Neue. Ich wandte mich abermals an die Chefredakteurin und fragte, ob man an meiner Stelle nicht einen englischsprachigen Reporter einsetzen könnte. Sie aber sagte: „Ich habe mich so sehr für dich eingesetzt. Wie kannst du mich so etwas fragen?“
Ihre Antwort machte jegliche Ausrede zunichte. Einmal mehr gab es keine Möglichkeit, mich der Aufgabe zu entziehen. Es fühlte sich an, als hätte man mich auf einen Rahmen geschnallt und ins Feuer hinabgelassen. Da erinnerte ich mich an die biblische Geschichte von Jona. Gott erwählte Jona, um die Menschen einer Stadt zu warnen und zu retten, aber Jona wollte diese Verantwortung nicht auf sich nehmen. Seine Fluchtversuche brachten ihm nichts als Ärger ein. Als er sich schließlich seiner Pflicht stellte und sie erfüllte, wurden die Menschen der Stadt gerettet. Er war weit gereist, sprach ihre Sprache nicht und überbrachte nur eine einfache Botschaft – dennoch war die Stadt verschont geblieben.
Derjenige, der sie wirklich gerettet hatte, war Gott. Da Gott Jona diese Aufgabe übertragen hatte, musste er die Fähigkeit dazu besessen haben. Da er sich ihr aus vollem Herzen widmete, konnte er sie erfüllen. Sprachbarrieren sowie andere Hindernisse sind letztlich nur menschliche Vorstellungen, mit denen man eine göttliche Fügung zu messen versucht.
Ich fand mich in diesem ungehorsamen Jona wieder, sträubte mich gegen die mir auferlegte Verantwortung und suchte ständig nach einem Fluchtweg. Dabei dachte ich weder an die Menschen, die dadurch erlöst wurden, noch verspürte ich Dankbarkeit, dass durch das Wahrnehmen dieser Verantwortung noch mehr Lebewesen erreicht werden konnten. Meine Gedanken drehten sich lediglich um die damit verbundenen Schwierigkeiten. Anstatt meinen Fokus darauf zu richten, die Aufgabe gut zu erfüllen, dachte ich darüber nach, wie ich mich ihr entziehen könnte.
Mich selbst bestätigen oder dem Meister bei der Errettung der Lebewesen helfen?
Von da an hörte ich auf, nach einem Ausweg zu suchen, und überlegte stattdessen, wie ich mich erhöhen könnte. Dennoch war ich, während ich Interviews führte, sehr nervös und es schien ständig Störungen zu geben. Die Angst vor solchen Störungen machte mich noch angespannter und ängstlicher. Wann immer möglich bat ich erfahrene Reporter um ihren Rat. Sie alle rieten mir, an nichts du denken, was mir jedoch nicht gelang. Ich konnte die Wurzel des Problems nicht finden.
Da ich nicht zur Ruhe kommen konnte, mich jedoch nicht von ablenkenden Gedanken mitreißen lassen wollte, bemühte ich mich während der Shen Yun-Saison 2025 den Zustand des Aussendens aufrichtiger Gedanken aufrechtzuerhalten, so gut es ging.
Als die zweite Aufführung begonnen hatte und sich die Szene vor meinen Augen entfaltete, wie die göttlichen Wesen gemeinsam mit dem Meister in die Welt herabstiegen, wusste ich, dass auch ich einst zu ihnen gehört hatte. Es fühlte sich an, als würden sich alle Poren meines Körpers öffnen.
Ich fragte mich, ob meine Anspannung wirklich dem Wohl der Lebewesen diente. Dieser Wunsch war sicherlich vorhanden, aber ein Großteil meiner Angst resultierte aus der Befürchtung, der Erfüllung meiner Aufgabe nicht gerecht zu werden. Wenn ich versagte, so glaubte ich, wäre dies ein Beweis, dass ich mich nicht gut kultiviert hatte.
Ich stellte mir ernsthaft die Frage: War ich hier, um zu beweisen, dass ich mich besser kultiviert hatte als andere, oder um dem Meister bei der Errettung der Lebewesen zu helfen?
Die Zuhörer, die ich interviewte, waren dazu bestimmt worden, über ihre Eindrücke zu sprechen. Der Meister benutzte ihre Stimmen, um die mit ihnen verbundenen Lebewesen zu erreichen. Die Verantwortung eines Reporters lag darin, mitzuhelfen, ihre authentischen Antworten klar und wahrheitsgemäß wiederzugeben.
Ich musste lediglich sicherstellen, dass meine Anhaftungen und mein Egoismus diesen Prozess nicht behinderten und mein eigenes Feld rein zu halten. Alles andere konnte seinen natürlichen Lauf nehmen, denn all dies lag in der Fügung des Meisters.
In den darauffolgenden zwei Tagen verlangte ich von mir, dem Fa-Lernen genug Zeit einzuräumen und dabei auf die nötige Qualität zu achten – ganz gleich, wie viel Stunden Schlaf mir auch blieben. Immer wieder ermahnte ich mich: „Denk daran, wer du bist. Du bist eine Dafa-Jüngerin. Du bist in die Menschenwelt gekommen, um dem Meister bei der Errettung der Menschen zu helfen.“ Während ich kontinuierlich ablenkende Gedanken beseitigte, wurde mein Feld immer reiner.
Am vierten Tag gab es zwei Vorstellungen. Während der Matinee gelang es mir nicht, auch nur ein einziges brauchbares Interview zu führen. Ich nahm es gelassen und ermahnte mich beständig, wer ich war.
In der Pause zwischen der Nachmittags- und Abendvorstellung verzichtete ich darauf, meine Zeit mit der Suche nach einer Mahlzeit zu verschwenden. Ich beschloss, im Theater zu bleiben, das Fa zu lernen und aufrichtige Gedanken auszusenden. Mein Geist war friedlich, sodass ich trotz des ständigen Kommens und Gehens der Menschen um mich herum konzentriert in das Fa eintauchen konnte.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, die Zeit gut zu nutzen und das Mittagessen auszulassen. Aber auf einmal stand eine Mitpraktizierende vor mir und sagte, dass eine Menge Essen übriggeblieben sei und reichte mir eine Lunchbox. Zutiefst berührt von der liebevollen Fürsorge des Meisters für seine Jünger aß ich, was sie mir gebracht hatte.
An jenem Abend tauchten nacheinander geeignete Interviewpartner auf. Die Aufführung lieferte mehr veröffentlichungswürdige Geschichten als jede andere, über die ich bis dahin berichtet hatte.
Abhängigkeiten loslassen
Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich durch die ersten drei Jahre meiner Tätigkeit als Reporterin regelrecht hindurchgestolpert bin. Meistens konnte ich die Arbeit nur bewältigen, weil mich das gesamte Team unterstützt hat. Meine Kollegen standen mir still und leise zur Seite, wann immer nötig. Sie halfen hinter den Kulissen, transkribierten Interviews, stellten die Materialien zusammen und halfen beim Verfassen der Artikel.
Im zweiten Jahr interviewte ich einen Zuschauer aus Hongkong. Da ich kein Kantonesisch verstand, konnte ich nicht genau nachvollziehen, was er gesagt hatte. Als die Aufnahme später transkribiert wurde, stellten wir fest, dass er knappe Antworten gegeben hatte und nur sehr wenige von ihnen verwendet werden konnten. Eine Kollegin in unserer Redaktion kannte ihn zufällig, und so beschlossen wir, mit ihm ein Folgeinterview zu führen. Die beiden vorangegangenen Tage waren vollgepackt gewesen und ich war bereits erschöpft. Die Chefredakteurin legte mir nahe, mich auszuruhen, und bat einen anderen Reporter, der Kantonesisch sprach, einige Fragen vorzubereiten, während die Kollegin, die den Interviewpartner kannte, Kontakt zu ihm aufnahm.
Das Folgeinterview wurde zügig organisiert. Niemand beschwerte sich, jeder trug still und leise dazu bei, zu vollenden, was ich nicht geschafft hatte.
Diese Erfahrung lehrte mich, dass nichts, was ich erreiche, jemals das Werk einer einzigen Person ist. Hinter jeder Aufgabe stehen viele Praktizierende, die selbstlos die noch vorhandenen Lücken füllen. Die Veröffentlichung eines Artikels spiegelt nicht nur die Bemühungen von Reportern und Redakteuren wider, sondern auch die vieler anderer Kollegen, der Praktizierenden in ganz Vancouver und der Dafa-Jünger insgesamt. Ohne den Meister, die Shen-Yun-Künstler und jedes einzelne Mitglied der Produktion gäbe es keine Aufführung. Ohne die lokalen Praktizierenden, die für den Kartenverkauf werben und das Publikum ins Theater bringen, gäbe es niemanden, den man interviewen könnte. Ohne die Praktizierenden, die für die Produktion und den technischen Ablauf verantwortlich sind, könnte die Aufführung nicht stattfinden, geschweige denn unsere Berichterstattung.
Durch diesen Prozess erlebte ich die Bedeutung von „Ein Körper“ und dessen Kraft. Gleichzeitig wuchs jedoch im Verborgenen eine subtile Abhängigkeit in mir, die sich besonders stark auf die Chefredakteurin ausrichtete. Vom Theatersaal bis zur Redaktion war sie zu meiner stärksten psychischen Stütze geworden. Dann teilte sie mir in diesem Jahr mit, dass es ihr während der Shen Yun-Saison nicht möglich sei, nach Vancouver zu kommen. Als ich das hörte, sank mein Herz. Gleichzeitig wurde mir klar, dass der Meister mich damit aufforderte, meine Abhängigkeit von anderen Menschen loszulassen.
Dank der Unterstützung meiner Kollegen in der Redaktion hatte ich die Phase, in der es mir an Erfahrung mangelte und meine Xinxing nicht stabil war, erfolgreich gemeistert. Aber diese Unterstützung durfte nicht zu einem Dauerzustand werden, in dem ich glaubte, ohne die Fürsorge anderer nicht funktionieren zu können. Nun galt es, mich als Kultivierende in diesem Bereich weiterzuentwickeln. Wie konnte es sein, dass man mich immer mittragen musste!
Nach drei Jahren der Läuterung und des Sammelns von Erfahrungen hat sich mein Zustand in diesem Jahr weiterhin gefestigt. Ich bereitete mich im Voraus sorgfältig vor und ermahnte mich selbst, weder auf andere zu warten noch mich auf sie zu verlassen. Als die Shen-Yun-Interviews dann tatsächlich begannen, war ich viel entspannter.
Tatsächlich war die Unterstützung durch die Redaktion nicht verschwunden. Obwohl die Chefredakteurin nicht persönlich in Vancouver anwesend war, verlief ihre Koordination hinter den Kulissen genauso reibungslos wie vorher. Reporter, die aus der Zentrale gekommen waren, um uns zu unterstützen, zeigten sich von der Zusammenarbeit und der Organisation der Redaktion in Vancouver beeindruckt.
Vielleicht lag es daran, dass mein Geisteszustand stabiler und meine Abhängigkeit schwächer geworden war, dass die diesjährigen Interviews qualitativ und quantitativ die besten waren, die ich je geführt habe. Sie verliefen mühelos und reibungslos.
Ich habe erkannt, dass ich dem Meister nur dann helfen kann, weitere Lebewesen zu erretten und das Gelübde zu erfüllen, das ich vor meiner Ankunft in dieser Welt abgelegt habe, wenn ich selbst immer reiner werde.
Meine Dankbarkeit gilt dem Meister und meinen Mitpraktizierenden.
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