(Minghui.org) Am 17. Januar 2026 wurde eine 59-jährige Einwohnerin der Stadt Jiujiang in der Provinz Jiangxi aus der Haft entlassen. Wegen ihres Glaubens an Falun Dafa hatte sie insgesamt 515 Tage in Haft verbracht, einen Teil davon im Frauengefängnis der Provinz Jiangxi.
Tian Haiying war am 20. August 2024 festgenommen und am 25. Dezember desselben Jahres zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil legte sie Berufung ein, die jedoch abgewiesen wurde. Am 5. Juni 2025 brachte man sie in das Frauengefängnis der Provinz Jiangxi. Im Folgenden wird geschildert, welchen Misshandlungen und Folterungen sie dort ausgesetzt war.
Wegen der Verteilung von Informationsmaterialien festgenommen
Tian wurde am 20. August 2024 der Polizei gemeldet und verhaftet, als sie Datenträger mit Informationen über Falun Dafa verteilte.
Am nächsten Tag wurde sie für eine ärztliche Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Da man bei ihr einen systolischen Blutdruck von 220 mmHg feststellte (der Normalwert liegt bei 120 oder darunter), nahm die örtliche Haftanstalt sie nicht auf. Die Polizei weigerte sich, Tian freizulassen, und brachte sie in eine von der Polizei verwalteten Abteilung des Ersten Krankenhauses in Jiujiang.
Tian wurden sechs Röhrchen Blut abgenommen, und sie wurde rund um die Uhr per Überwachungskamera beobachtet. Sie weigerte sich, ihren Blutdruck messen zu lassen, Medikamente einzunehmen oder das Patientenhemd zu tragen und trat 15 Tage lang in den Hungerstreik.
In der Haftanstalt und im Krankenhaus gefoltert
Am 5. September 2024 ordneten die Polizei und der Leiter der Haftanstalt die strafrechtliche Inhaftierung von Tian an. Sie wurde in die Haftanstalt der Stadt Jiujiang gebracht.
Dort wurden alle Insassen gezwungen, sich Videos über Kämpfe der Roten Armee anzusehen. Um die Wiedergabe der Propagandafilme zu unterbinden, löste Tian den Alarm aus. Daraufhin eilten der Leiter, der Arzt und die Wärter herbei und maßen gewaltsam Tians Blutdruck, der bei 230 mmHg lag. Ein Wärter legte ihr Fußfesseln an, die ihr beim Gehen Schmerzen bereiteten. Die Haftanstalt gab die Anweisung, sie ins Krankenhaus zu verlegen, das sie jedoch aufgrund ihres hohen Blutdrucks nicht aufnahm. Als Tian ihre Freilassung beantragte, erklärte der Leiter, man müsse sich an die Formalitäten halten, und wies ihren Antrag ab. Später wurde sie ins Krankenhaus gebracht.
Tian wurde etwa einen Monat lang im Krankenhaus festgehalten. Sie weigerte sich, ihren Blutdruck messen zu lassen, Medikamente einzunehmen oder das Patientenhemd zu tragen. Daraufhin fesselten Polizisten sie auf eine Tigerbank (ein Folterinstrument) und flößten ihr die Medikamente gewaltsam in den Mund ein. Ein anderes Mal mischten sie die Medikamente unter ihr Essen. Ein Polizeibeamter drohte ihr sogar: „Wenn du nicht gehorchst, kenne ich Mittel und Wege, dich gefügig zu machen. Du wirst es nicht wagen, mich bei der Leitung zu melden und nur noch um Gnade flehen können. Du wirst nicht einmal wissen, wie du stirbst!“
Im November 2024 wurde Tian in die Haftanstalt zurückgebracht und dort weiterhin festgehalten.
515 Tage eingesperrt
Am 25. Dezember 2024 stand Tian in der Haftanstalt vor dem Bezirksgericht Yongxiu. Ihre Familie durfte nicht an der Verhandlung teilnehmen und Tian wurde jegliche Möglichkeit verwehrt, sich zu äußern.
Im Februar 2025 versuchten die Wärter der Haftanstalt erneut, Tians Blutdruck zu messen. Sie kooperierte nicht und wurde abermals ins Krankenhaus gebracht.
Anfang März wurde Tian – die sich immer noch im Krankenhaus befand – das Urteil verkündet: eine Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren. Da sie sich im Krankenhaus weigerte, zu kooperieren, wurde sie erneut mit Handschellen an die „Tigerbank“ gefesselt. Sie konnte ihre Berufung nur mit einer Hand verfassen, da die andere Hand mit Handschellen gefesselt war.
Sie legte Berufung beim Mittleren Volksgericht der Stadt Jiujiang ein, welches das ursprüngliche Urteil im Mai 2025 bestätigte.
Im Juni 2025 wurde Tian in das Frauengefängnis der Stadt Nanchang eingeliefert. Unter dem Vorwand, sie einer Leibesvisitation zu unterziehen, zogen Polizisten ihr die Kleider aus und befahlen ihr, zehnmal zu springen und in die Hocke zu gehen. Sie weigerte sich.
Anfang Juli 2025 wurde Tian in die Zweigstelle Nanhu des Gefängnisses verlegt und am 17. Januar 2026, nach einer Haftzeit von 515 Tagen, freigelassen.
Frühere Verfolgung
Es war nicht das erste Mal, dass Tian, die früher als Aushilfslehrerin tätig war, wegen ihres Glaubens verfolgt wurde. Bereits viermal wurde sie zu Zwangsarbeit verurteilt; drei dieser Strafen musste sie über einen Zeitraum von insgesamt etwa sechs Jahren ableisten. Beim vierten Mal wurde sie aufgrund ihres stark erhöhten Blutdrucks vom örtlichen Arbeitslager nicht aufgenommen. Außerdem verbüßte sie eine weitere Haftstrafe von 3,5 Jahren und wurde mehrmals in verschiedenen anderen Einrichtungen inhaftiert.
Ihr Mann, Gui Xunlu, ließ sich 2006 von ihr scheiden, während sie im Gefängnis war. Er verbot ihr jeglichen Kontakt zu ihrer Tochter, die später als Dozentin an einer Universität in Peking lehrte.
Früherer Bericht:
Frau aus Jiangxi wegen ihres Glaubens inhaftiert – Familienbesuche verweigert
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