(Minghui.org) Fünf Frauen aus der Stadt Nanchang in der Provinz Jiangxi wurden am 9. Oktober 2024 verhaftet, weil sie Falun Dafa praktizieren. Minghui.org hat vor Kurzem darüber berichtet, dass zwei von ihnen am 17. Juli 2026 verurteilt worden waren. Neuen Informationen zufolge waren die anderen drei bereits zu einem früheren Zeitpunkt, und zwar am 21. April 2026, verurteilt worden.

Am 14. Juli 2026 standen Xu Julian (69) und Qiu Deying (66) gemeinsam vor dem Bezirksgericht Xihu und wurden drei Tage später schuldig gesprochen. Xu erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten auf zwei Jahre Bewährung sowie eine Geldstrafe von 2.500 Yuan (etwa 321 Euro). Qiu erhielt eine Strafe von einem Jahr und acht Monaten auf zwei Jahre Bewährung sowie eine Geldstrafe von 2.300 Yuan (etwa 296 Euro).

Xiao Genxiang (76), Shi Xiurong (73) und Zhang Xianmei (73) standen am 20. April 2026 vor dem Bezirksgericht Xihu und wurden am darauffolgenden Tag verurteilt. Xiao erhielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten sowie eine Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro). Zhang wurde zu zwei Jahren Haft auf zwei Jahre Bewährung und einer Geldstrafe von 2.000 Yuan (etwa 240 Euro) verurteilt; Shi zu anderthalb Jahren auf zwei Jahre Bewährung sowie einer Geldstrafe von 1.500 Yuan (etwa 180 Euro).

Der für die Fälle zuständige Staatsanwalt erklärte vor der Urteilsverkündung, die Frauen könnten eine Bewährungsstrafe erhalten, wenn sie sich bereit erklärten, die verhängten Geldstrafen vorab zu bezahlen. Xiao, die älteste der fünf Frauen, erhielt die härteste Strafe; ihr wurde die Bewährung verweigert, da sie die Geldstrafe nicht vor der Urteilsverkündung bezahlt hatte.

Berufung von Xiao abgewiesen, sie ist vermutlich inhaftiert

Xiao legte beim Mittleren Volksgericht der Stadt Nanchang Berufung ein, welches sie im Mai 2026 anhörte. Ohne eine mündliche Verhandlung anzusetzen, bestätigte das höhere Gericht das ursprüngliche Urteil. Am 21. August 2026 brachten zwei Beamte der Polizeibehörde des Bezirks Qingyunpu – einer von ihnen mit dem Namen Mao – Xiao zu einer medizinischen Untersuchung. Dabei wurde bei ihr ein Blutdruck von 215/105 mmHg festgestellt (Der Normalwert liegt in der Regel bei 120/80 oder darunter).

Die Polizei schickte Xiao, die sich in den vorangegangenen zwei Jahren gegen Kaution auf freiem Fuß befunden hatte, zunächst nach Hause, kündigte jedoch an, sie am nächsten Montag, 24. August, für eine weitere Untersuchung abzuholen. Weitere Informationen sind nicht bekannt. Ihre Freunde befürchten, sie könnte inhaftiert worden sein, um ihre Haftstrafe abzuleisten.

Vier Praktizierende während der Bewährungszeit unter strenger Überwachung

Die anderen vier Frauen, die sich in der Bewährungszeit befinden, werden seit ihrer Verurteilung streng überwacht. Das Gericht installierte eine Überwachungs-App auf ihren Mobiltelefonen und ordnete an, dass sie monatlich 100 Yuan auf ein Konto einzahlen, um die Kosten für die Überwachung zu decken. Sie sind verpflichtet, täglich ein Foto von sich zu machen und in der App hochzuladen.

Außerdem müssen sie einmal pro Woche gemeinnützige Arbeit leisten und sich zweimal im Monat in der „Gehirnwäsche-Einrichtung Qingyunpu“ melden und dort Materialien „studieren“, die Falun Dafa diffamieren.

Das Gericht rief Bürger in einer veröffentlichten Bekanntmachung dazu auf, Hinweise zu „organisierter Kriminalität und Banden“ zu melden. Die vier Frauen erhielten jeweils eine Kopie dieser Bekanntmachung, die auch eine Liste von 18 „bösartigen Kräften“ enthielt. Zuoberst auf der Liste stand „Dunkle Kräfte, die die politische Stabilität gefährden – insbesondere die Sicherheit des politischen Systems und der Staatsgewalt – oder in den politischen Bereich eindringen“ – ein üblicher Vorwand, den das kommunistische Regime benutzt, um gegen die Praktizierenden vorzugehen, weil diese über die Verfolgung aufklären.

Weitere Informationen zum Strafverfahren gegen Xiao

Xiao wurde zehn Tage nach ihrer Festnahme am 9. Oktober 2024 gegen Kaution freigelassen. Am 29. Mai 2025 wurde Anklage gegen sie erhoben. Etwa einen Monat später, am 6. Juli, beantragte sie die Einstellung des Verfahrens. Als die Polizei davon erfuhr, brachte sie Xiao am 23. September 2025 zu einer medizinischen Untersuchung, mit der Absicht, sie erneut zu inhaftieren. Da ihr systolischer Blutdruck jedoch 230 mmHg betrug, musste die Polizei sie freilassen.

Während der Gerichtsverhandlung am 20. April 2026 wurde ihr Pflichtverteidiger angewiesen, für sie auf schuldig zu plädieren. Angesichts ihres fortgeschrittenen Alters empfahl er eine Bewährungsstrafe.

Der vorsitzende Richter rügte Xiao, sie sei unhöflich, da sie nicht prompt auf seine Fragen reagierte. Aufgrund altersbedingter Hörprobleme hatte sie Schwierigkeiten, ihn zu verstehen.

Xiao wies den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sie habe „durch das Benutzen einer Sekte den Gesetzesvollzug untergraben“ – die übliche Anklage, um Falun-Dafa-Praktizierende zu kriminalisieren – zurück. Kein Gesetz in China stufe Falun Dafa als kriminell oder Sekte ein.

Zudem warf sie der Polizei vor, die Beweise gegen sie fabriziert zu haben. Xu und Qiu waren am 9. Oktober 2024 in der Nähe eines örtlichen Krankenhauses für Mutter- und Kindermedizin festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, ein Gerät zum Versenden von Textnachrichten über Falun Gong verwendet zu haben.

Xiao erzählte, sie sei später am selben Tag zu Hause verhaftet worden. Polizeibeamte hätten sie in das Krankenhaus gebracht und sie dort fotografiert. Anschließend behaupteten sie, sie hätte – wie Xu und Qiu – ebenfalls ein solches Gerät zum Versenden von Textnachrichten benutzt.

Die Polizei führte einen weiteren „Zeugen“ an, der behauptete, Xiao habe ihm ein ähnliches Gerät zum Versenden von Nachrichten übergeben. Dieser Zeuge widerrief seine Aussage jedoch, als er vor Gericht zur Gegenbefragung erschien.

Anschließend fragte der Richter Xiao, warum sie Luo Yinhua (eine fast 90-jährige Praktizierende) besucht habe. Sie erklärte, sie habe aufgrund deren angeschlagener Gesundheit lediglich nach ihr sehen wollen. Die Polizei behauptete jedoch, Xiao habe ein „illegales Treffen“ abgehalten.

Der Richter verurteilte Xiao bereits einen Tag nach der Anhörung. Das Strafmaß entsprach exakt der Strafe, mit der der Leiter des Büro 610 ihr gedroht hatte, als sie nach ihrer Festnahme in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten wurde.

Bei ihrer Anhörung vor dem Mittleren Volksgericht der Stadt Nanchang stellte ein Berufungsrichter dieselben zwei Fragen wie der Richter im erstinstanzlichen Verfahren: ob sie vor dem Krankenhaus Textnachrichten verschickt und ob sie Luo besucht habe.

Xiao gab dieselben Antworten und fügte hinzu, dass die an der Festnahme beteiligten Beamten weder ihre Dienstausweise gezeigt noch ihr eine Liste der beschlagnahmten Gegenstände ausgehändigt hätten. Stattdessen hätten sie die Hausverwaltung ihrer Wohnanlage veranlasst, die Liste in ihrem Namen zu unterzeichnen.

Der Berufungsrichter fragte sie, ob sie die Erklärung anerkenne, die ihre Tochter in ihrem Namen verfasst hatte, um Falun Dafa abzuschwören. Sie verneinte dies, da ihre Tochter gezwungen worden sei, die Erklärung zu schreiben, nachdem die Polizei sie bedroht hätte.

Xiao beantragte bei dem Berufungsrichter, ihre zu Unrecht erfolgte Verurteilung aufzuheben. Dieser entschied jedoch ohne Anhörung gegen sie.

Es war nicht das erste Mal, dass Xiao aufgrund ihres Glaubens ins Visier genommen wurde. Sie hat im Mai 1997 angefangen Falun Dafa zu praktizieren und schreibt der Praxis die Heilung ihrer Herzerkrankung, Arthritis, ihres Asthmas sowie ihrer Magenblutungen zu. Zuvor war sie bereits fünfmal festgenommen worden und musste insgesamt vier Jahre und neun Monate Zwangsarbeit leisten. Während ihrer Haft wurde sie gefoltert; unter anderem zwangsernährt und geschlagen.

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