(Minghui.org) Am 20. September 2026 riss ein Mann, der eine chinesische Flagge an seiner Jacke trug, vor dem chinesischen Konsulat in Toronto Transparente und Schautafeln der Falun-Dafa-Praktizierenden herunter und griff die Praktizierenden an.

Eine der Personen, die gegen die Verfolgung von Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) protestierten, berichtete, der Mann habe ihr gedroht, sie „totzuschießen“. Der Mann behauptete, das Gebiet sei „chinesisches Territorium“, und verwies auf das chinesische Anti-Abspaltungsgesetz.

Auf einer Pressekonferenz vier Tage später forderten Falun-Dafa-Praktizierende und Unterstützer vor dem chinesischen Konsulat die Polizei auf, den Vorfall zu untersuchen, den Mann zu identifizieren und ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Bei der Kundgebung ergriffen ein ehemaliger Abgeordneter, ein Wissenschaftler sowie Mitglieder der Gemeinde das Wort.  

Praktizierende und Unterstützer halten am 24. September vor dem chinesischen Konsulat eine Pressekonferenz ab (Minghui.org)

Das kanadische Medienunternehmen The Bureau berichtete am 24. September: „Nach Angaben der Polizei von Toronto ereignete sich der Vorfall am 22. September gegen 9.35 Uhr. Ein unbekannter Mann begab sich zum Ort des Geschehens und beschädigte dort Transparente und Schautafeln. Als eine Praktizierende versuchte, ihn aufzuhalten, bedrohte der Mann sie und entfernte sich, noch bevor die Polizei eintraf. Die Polizei hat Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet.“

Mann reißt Transparente herunter und stößt eine Praktizierende

Das Video zeigt, wie der Mann – mit einer chinesischen Flagge an der Jacke – mehrere Transparente und Schautafeln herunterreißt, auf den Boden wirft und zertrümmert. Er nimmt eines der Transparente an sich. Während der Auseinandersetzung rempelte er in der Nähe befindliche Personen an und trat gegen eine weitere Falun-Dafa-Praktizierende, die die Szene filmte.

Video: Ein Mann reißt vor dem chinesischen Konsulat in Toronto Transparente der Praktizierenden herunter (Minghui.org)

Ein Mann reißt vor dem chinesischen Konsulat in Toronto Falun-Dafa-Transparente herunter (Video-Screenshot, Minghui.org)

Während der Pressekonferenz berichtete die Praktizierende Lina Li, dass ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite herbeieilte, sobald sie und andere Praktizierende Transparente und Schautafeln aufgestellt hatten. Er riss eine Schautafel herunter, warf sie zu Boden, zertrümmerte sie und wandte sich dann den anderen Transparenten zu.

Li wies den Mann darauf hin, dass die Transparente ihr Eigentum seien und er sie nicht beschädigen dürfe. Der Mann behauptete, es handele sich um „chinesisches Territorium“, und fuhr fort, weitere Transparente abzureißen. Anschließend riss er die Metallstange aus der Verankerung und verbog sie.

Li gab an, sie habe am Kinn eine blutende Schürfwunde erlitten. Der Mann beschimpfte und bedrohte sie wiederholt– unter anderem drohte er damit, sie zu erschießen, wobei er sich auf das chinesische Gesetz gegen die Abspaltung (Anti-Secession Law) berief.

Öffentlich zugänglichen Informationen zufolge befindet sich das chinesische Generalkonsulat in Toronto in der St. George Street 240. Der Vorfall ereignete sich auf der öffentlichen Straße vor dem Konsulat.

Lina Li schildert den Vorfall auf der Pressekonferenz (Minghui.org)

Li berichtete, sie habe sofort die Polizei gerufen. Der Mann entfernte sich mit einem Transparent, auf dem „Falun Dafa ist gut“ stand. Wenige Minuten später trafen sieben Polizeibeamte ein und erkundigten sich nach dem Vorfall.

Nora Geng, eine weitere Praktizierende, gab an, der Mann habe sie getreten, während sie den Vorfall filmte. Sie berichtete, dass ein Fahrzeug vorgefahren sei, um den Mann abzuholen, als dieser den Ort verließ, und dass eine weitere, unbekannte Person den gesamten Vorfall gefilmt habe.

Während des Vorfalls schritten mehrere Passanten ein, um den Mann zu stoppen. Eine Videoaufnahme zeigt, wie ein Zuschauer den Angreifer darauf hinweist: „Das hier ist Kanada!“

Ehemaliger Abgeordneter fordert Polizei zum Handeln auf

Der ehemalige konservative Abgeordnete Wladyslaw Lizon erklärte, er könne nach Ansicht des Videos von dem Angriff kaum glauben, dass so etwas in Kanada geschehen könne.

Der ehemalige konservative Abgeordnete Wladyslaw Lizon spricht auf der Pressekonferenz (Minghui.org)

„Dies ist öffentlicher Grund auf kanadischem Boden. Daher sollte sich jeder, der sich hier aufhält, nicht nur sicher fühlen, sondern auch darauf vertrauen können, geschützt zu werden, wenn jemand … rechtswidrig gegen friedliche Menschen vorgeht“, erklärte Herr Lizon auf der Pressekonferenz.

„Dabei geht es nicht nur um Falun-Gong-Praktizierende, sondern um uns alle als Kanadier … Wir müssen die zuständigen Behörden auffordern, rasch und entschlossen zu handeln, damit die Sicherheit der Kanadier im eigenen Land gewährleistet ist.“

Der Vorfall sollte untersucht und gemäß kanadischem Recht behandelt werden

Dr. Maria Cheung, emeritierte Professorin an der University of Manitoba, spricht auf der Pressekonferenz (Minghui.org)

Dr. Maria Cheung erforscht seit vielen Jahren Menschenrechtsfragen mit Bezug zu China. In jüngster Zeit hat sie sich auf ausländische Einflussnahme und länderübergreifende Unterdrückung in Kanada konzentriert.

Auf der Pressekonferenz erklärte sie: Sollte der betreffende Mann tatsächlich Sachbeschädigungen begangen, Gewalttaten verübt und Morddrohungen ausgesprochen haben, müssten die kanadischen Strafverfolgungsbehörden ermitteln und den Fall gemäß kanadischem Recht behandeln.

Sie verwies insbesondere auf die in den letzten Jahren in Kanada verabschiedeten Gesetze gegen ausländische Einflussnahme und betonte, dass die Kanadier auf ausländische Regierungen oder mit diesen in Verbindung stehende Personen achten müssten, die möglicherweise versuchten, politischen Druck in Kanada auszuüben.

„Wir müssen der länderübergreifenden Unterdrückung Einhalt gebieten und verhindern, dass Personen aus anderen Ländern auf kanadischem Boden versuchen, ihre eigenen Gesetze anzuwenden, um Kanadier zu bestrafen oder zu bedrohen“, erklärte sie.

Forderung nach Untersuchung der Identität und des Hintergrunds des beteiligten Mannes

Jeff Lee, ein Vertreter der Falun-Dafa-Gemeinde, spricht auf der Pressekonferenz (Minghui.org)

Jeff Lee erklärte, der Vorfall habe Zeugenaussagen zufolge etwa fünf Minuten gedauert. Dabei habe der beteiligte Mann nicht nur ein Transparent zerstört, sondern auch Drohungen gegen die Praktizierenden ausgesprochen. Zudem habe der Mann einen weiteren Mann angewiesen, den gesamten Vorfall zu filmen. Lee forderte die kanadischen Strafverfolgungsbehörden auf, den Vorfall zu untersuchen, den beteiligten Mann zu identifizieren und zu klären, ob weitere Personen an der Planung, Anstiftung oder Durchführung des Vorfalls beteiligt waren.

Sollten die Ermittlungen eine Verwicklung einer ausländischen Regierung oder deren Agenten ergeben, so müssten die Verantwortlichen nach geltendem Recht zur Rechenschaft gezogen werden, betonte Lee.

Er wies zudem darauf hin, dass es sich um einen länger andauernden Vorfall gehandelt habe, der mit Sachbeschädigung, körperlichen Übergriffen und Drohungen einhergegangen sei, weshalb eine weitere Untersuchung der Hintergründe des Geschehens erforderlich sei.

Das Video des Vorfalls verbreitete sich in den sozialen Medien. Der ehemalige Abgeordnete Kevin Vuong äußerte sich dazu und erklärte in einem Beitrag, dass der Angreifer – sollte es sich um einen Diplomaten handeln – zur „Persona non grata“ erklärt und „an das kommunistische Regime zurückgeschickt werden sollte, wo Meinungsäußerungen und Stimmen, die sich gegen die Kommunistische Partei Chinas richten, unterdrückt werden“.

Bedenken hinsichtlich länderübergreifender Unterdrückung

Derzeit gibt es keine Belege dafür, dass dieser Vorfall mit umfassenderen Aktivitäten zur länderübergreifenden Einflussnahme in Verbindung steht. In den vergangenen Jahren haben kanadische Behörden und einschlägige Forschungseinrichtungen die Problematik der länderübergreifenden Einflussnahme durch die chinesische Regierung, die sich gegen bestimmte Gruppen in Kanada richtet, beobachtet.

Das Citizen Lab der Universität von Toronto übermittelte am 11. September ein 33-seitiges Dokument an die Forschungsabteilung des kanadischen Einwanderungs- und Flüchtlingsausschusses (Immigration and Refugee Board of Canada, IRB), das sich gezielt mit der länderübergreifenden Unterdrückung befasst, die die chinesische Regierung in Kanada ausübt.

Die Studie weist auf Ähnlichkeiten zwischen den im Ausland von der chinesischen Regierung ins Visier genommenen Gruppen und den innerhalb Chinas überwachten Personen hin – darunter Demokratieaktivisten, Dissidenten, Studenten, Wissenschaftler und gegenüber der KPCh kritisch eingestellte Journalisten sowie Tibeter, Uiguren, Mongolen und Falun-Dafa-Praktizierende.

Forscher dokumentierten zudem Fälle, in denen Proteste außerhalb Chinas gefilmt und personenbezogene Daten erfasst wurden, woraufhin diese Informationen in chinesischsprachigen sozialen Medien verbreitet wurden.

Einschlägige, zuvor vom kanadischen Parlament veröffentlichte Dokumente befassten sich ebenfalls mit Aktivitäten des chinesischen Regimes in Kanada, die sich gegen Dissidenten und Falun-Dafa-Praktizierende richteten.