(Minghui.org) Die 14-jährige Mia aus der Slowakei wollte das Minghui-Sommercamp in Deutschland bereits am zweiten Tag verlassen. Neun Tage später fiel ihr der Abschied von ihren neuen Freunden schwer. Die Zeit im Camp war für sie viel zu schnell vergangen.

Vom 1. bis 9. August 2026 fand das Minghui-Sommercamp in Meschede-Eversberg statt. Mehr als 130 Kinder, Lehrer und Eltern im Alter von einem Jahr bis über 60 Jahre nahmen daran teil. Sie kamen aus 13 Ländern: Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, der Slowakei, Rumänien, Lettland, den Niederlanden, Schweden, Tschechien, Belgien, Australien und Taiwan.

Die Teilnehmer präsentieren traditionelle Kleidung aus verschiedenen Ländern und Volksgruppen (Minghui.org)

Jeder Tag begann mit dem gemeinsamen Lesen des Zhuan Falun und den fünf Falun-Dafa-Übungen. Die Kinder und Jugendlichen verzichteten freiwillig auf Handys und Computer und verbrachten die neun Tage mit Lernen, Praktizieren, Tanz, Musik und Aktivitäten zur traditionellen Kultur.

Vom Wunsch abzureisen zu neuen Freundschaften

Die 14-jährige Mia aus der Slowakei nahm zum ersten Mal am Minghui-Sommercamp in Deutschland teil und wollte bereits am zweiten Tag abreisen. Im Orchesterunterricht war ihr das Tempo zu hoch, sie kannte keines der anderen Kinder und hatte zudem das Gefühl, manche würden sie seltsam ansehen.

Nach der Enttäuschung im Orchesterunterricht erkannte Mia beim Fa-Lernen, dass sie ihre Haltung ändern musste. Sie grübelte nicht weiter über die Situation nach, sondern gab im Tanzunterricht ihr Bestes. Nach und nach gingen daraufhin die anderen Mädchen auf sie zu und freundeten sich mit ihr an. Ihre Mutter: „Am vierten Tag brachte Mia sogar ihre Matratze in das Zimmer ihrer neuen Freundinnen, weil sie bei ihnen bleiben wollte. Am Ende des Camps hatte sie einige wirklich gute Freundschaften geschlossen und wollte gar nicht mehr weg.“

Kinder und Eltern praktizieren gemeinsam die Falun-Dafa-Übungen (Minghui.org)

Auch ein Dreijähriger hält eine Stunde beim Praktizieren durch

Für den dreijährigen Alexey war es nicht leicht, zum ersten Mal gemeinsam mit allen anderen zu praktizieren. Trotz seines jungen Alters hielt er eine ganze Stunde durch und praktizierte alle fünf Übungen vollständig.

Seine Eltern freuten sich, dass er so lange durchhielt. Seine Mutter Kateryna: „Nach den Übungen war Alexey sehr gut gelaunt und voller Energie. Ich habe genau denselben Effekt bei mir gespürt.“

Der dreijährige Alexey beim gemeinsamen Praktizieren (Minghui.org)

Kinder anzuleiten, bedeutet auch, sich selbst zu kultivieren

Die Falun-Dafa-Praktizierende Zahra begleitete die jüngeren Kinder beim Fa-Lernen. Sie berichtete, dass sie jeden Morgen versucht habe, zunächst selbst das Fa zu lernen und die Übungen zu praktizieren, bevor sie mit der ersten Gruppe von Kindern begann. „Das gab mir mehr Energie und Weisheit, sodass ich besser mit den verschiedenen kleinen Situationen und unerwarteten Prüfungen umgehen konnte, die beim Fa-Lernen mit den jüngeren Kindern auftraten.“

Auch der Austausch mit den Kindern vor und nach dem Fa-Lernen sei ihrer Ansicht nach wichtig. „Die Kinder halfen mir, meine eigenen Anhaftungen zu erkennen, und ermutigten mich, sie loszulassen.“

Durch das diesjährige Sommercamp habe sie erneut erkannt, dass sich viele Probleme nach und nach lösen, wenn man die drei Dinge, die man gut machen soll, an die erste Stelle stellt und sich beständig fleißig weiterkultiviert.

Traditionelle Kultur kennenlernen, Prüfungen begegnen

Neben Fa-Lernen, Praktizieren und Austausch bot das Sommercamp klassischen chinesischen Tanz, Chor, Orchester, Wushu, traditionelle chinesische Tuschmalerei, Basteln, Handarbeit und weitere Aktivitäten.

Die älteren Kinder und Jugendlichen beim Wushu-Training. Trainer ist Eike Opfermann aus Deutschland, Goldmedaillengewinner beim NTD-Wettbewerb für traditionelle chinesische Kampfkunst 2024(Minghui.org)

Die älteren Mädchen beim klassischen chinesischen Tanz (Minghui.org)

Die neunjährige Lilien aus Berlin hatte sich für klassischen chinesischen Tanz angemeldet. Am zweiten Tag stellten sie und ihre Freundin enttäuscht fest, dass beide von der Fortgeschrittenen- in die Anfängergruppe versetzt worden waren. Lilien rief weinend ihre Mutter an: „Ich konnte nicht verstehen, warum ausgerechnet ich die Gruppe wechseln musste“, beklagte sie sich.

Ihre Mutter ermutigte sie mit den Worten aus dem „Zhuan Falun“, die Situation als eine Prüfung zu betrachten. Später erkannte Lilien: „Ich konnte nicht einfach nur irgendwie mitmachen und durfte auch nicht aufgeben. Ich wollte weiterhin ernsthaft am Unterricht teilnehmen.“

Nach und nach dachte sie nicht mehr ständig darüber nach, „warum ausgerechnet ich“, sondern richtete ihre Aufmerksamkeit darauf, in jeder Tanzstunde ernsthaft zu üben.

Gebrochener Zeh – dennoch wollte Zehnjähriger unbedingt zum Sommercamp

Für den zehnjährigen Jonas aus Österreich hätte ein Unfall die Teilnahme am Sommercamp beinahe verhindert. Kurz vor der Abreise hatte er sich beim Fußballspielen den großen Zeh gebrochen.

Als sein Vater mit ihm ins Krankenhaus fuhr, bat Jonas den Meister um Hilfe. Dabei ging es ihm jedoch nicht in erster Linie darum, schnell wieder gesund zu werden und Fußball spielen zu können, sondern darum, am Sommercamp teilnehmen zu können. „Ich wollte unbedingt mitmachen, weil ich weiß, dass das eine besondere Gelegenheit ist.“

Schließlich konnte Jonas wie erhofft zum Sommercamp kommen. Er hatte sich für klassischen chinesischen Tanz angemeldet und verspürte beim Tanzen keinerlei Schmerzen. Auch gelang es ihm, im Lotussitz zu meditieren. Anfangs tat es etwas weh, doch nach einer Weile spürte er, wie Energie durch seine Beine strömte.

Der zehnjährige Jonas aus Österreich meditiert im Lotussitz (Minghui.org)

Ein altes Gewand verbindet die Erinnerungen mehrerer Generationen

Ein weiterer Programmpunkt des Sommercamps war ein multikulturelles Fest. Die Teilnehmer brachten traditionelle Gegenstände aus ihren Ländern und Volksgruppen mit und richteten damit ein kleines „Museum“ ein, in dem die Kinder verschiedene Kulturen und Traditionen kennenlernen konnten.

Die 16-jährige Clara aus Rumänien brachte ein etwa 130 Jahre altes traditionelles Gewand mit. Es besteht aus traditionell gewebtem Stoff, wurde von Hand genäht und wird in ihrer Familie seit Generationen weitergegeben.

Das von den Teilnehmern des Sommercamps eingerichtete „Museum“ (Minghui.org)

Bei der Präsentation traditioneller Kleidung trug Clara dieses Gewand. Sie erzählte: „Meine Ururgroßmutter hat es im Alter von 14 Jahren selbst angefertigt. Als meine Großmutter zwölf Jahre alt war, schenkte meine Ururgroßmutter es ihr als Dank dafür, dass sie ihr bei der Hausarbeit geholfen hatte. Nachdem ich die achte Klasse erfolgreich abgeschlossen hatte und wie erhofft auf das Gymnasium meiner Wahl wechseln konnte, schenkte meine Großmutter es schließlich mir.“

Eines Tages wird auch Clara dieses kostbare Kleidungsstück an die nächste Generation weitergeben.

Eine Mutter sagte, es sei wichtig, dass die Kinder auch die Kulturen der anderen Teilnehmer kennenlernen, da sich solche Gelegenheiten nur selten böten. Zugleich könnten die Kinder dadurch ihre eigene Kultur und traditionelle Werte aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen.

Clara trägt das traditionelle Gewand ihrer Ururgroßmutter (Minghui.org)

Im Hanfu eine andere Art von Schönheit erleben

In diesem Jahr gab es beim Sommercamp erstmals ein Hanfu-Fotoshooting. Kinder und Jugendliche, die sich für traditionelle chinesische Kleidung interessierten, nahmen bereits vor dem Camp an einem Online-Kurs teil. Dort lernten sie die Bedeutung traditioneller Farben und die Besonderheiten der Kleidung verschiedener Dynastien des alten China kennen.

Obwohl es am Tag des Fotoshootings sehr heiß war, warteten die 13 jungen Models geduldig mehrere Stunden, bis alle Aufnahmen gemacht waren.

Die zwölfjährige Mai aus Aachen trägt auch privat bei passenden Gelegenheiten gern traditionelle Kleidung. Sie sagte: „Diese Kleidung vermittelt mir ein ganz anderes Gefühl. Man bewegt sich automatisch anders und verhält sich bewusster.“

Durch das Tragen traditioneller Kleidung könne man die damit verbundene Würde und Schönheit aus einer anderen Perspektive erleben, findet sie.

Mai beim Hanfu-Fotoshooting (Minghui.org)

Von Teilnehmern zu Betreuern

Zum Abschluss des Sommercamps hob Bao Trinh, eine der Mitorganisatorinnen, besonders hervor, dass sich immer mehr junge Falun-Dafa-Praktizierende an der Organisation beteiligen würden. Einige von ihnen hätten als Kinder selbst am Minghui-Sommercamp teilgenommen und seien inzwischen Betreuer, die sich um jüngere Kinder kümmern und ihnen helfen würden.

Baos Ansicht nach zeige dies, dass das Sommercamp nicht nur eine kurzfristige Aktivität sei, sondern jungen Teilnehmern auch ein Umfeld biete, in dem sie sich weiterentwickeln können. „Sie haben die Möglichkeit, sich von Teilnehmern zu Mitgestaltern zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und sich durch die Zusammenarbeit miteinander solide in der Kultivierung zu erhöhen“, erklärte sie.

Während des Kulturfestes lernten die Teilnehmer außerdem, die Worte „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ in verschiedenen Sprachen zu rezitieren. Insgesamt waren 15 Sprachen vertreten.

Von einem Mädchen, das bereits am zweiten Tag nach seiner Ankunft wieder abreisen wollte und sich später nur schwer von seinen Freunden trennen konnte, über ein dreijähriges Kind, das beharrlich die Übungen praktizierte, bis hin zu einem zehnjährigen Jungen, der trotz eines gebrochenen Zehs weiterhin an den Aktivitäten teilnahm: In diesen scheinbar alltäglichen Entscheidungen lernten die Kinder auch, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, andere zu respektieren und daran festzuhalten, die drei Dinge gut zu machen.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Anziehungskraft des Minghui-Sommercamps: Beim gemeinsamen Lernen und Zusammenleben können die Kinder die Werte Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht selbst erfahren.