(Minghui.org) Immer, wenn ich auf Minghui.org Erfahrungsberichte las, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und die Hand beim Aussenden aufrichtiger Gedanken aufrecht zu halten, dachte ich sofort: „A, das solltest du lesen. Du hast genau dasselbe Problem.“ Oder: „B, das solltest du auch lesen. Du hast deine Hand schon so lange nicht mehr aufrecht gehalten oder deine Hände beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken geschlossen gehalten. Selbst nach wiederholtem Austausch und Ermahnungen hast du dich vielleicht ein wenig verbessert, aber es hat sich immer noch nicht viel geändert.“

Ich machte mir aufrichtig Sorgen um meine Mitpraktizierenden und hatte das Gefühl, dass sie sich nicht genug bemühten, wobei ich immer dachte, das hätte nichts mit mir zu tun. Seit dem Tag, an dem der Meister die Dafa-Jünger bat, aufrichtige Gedanken auszusenden, hatte ich mich streng daran gehalten und meine Hand ist immer aufgerichtet. Daher hielt ich mich beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken für besser als sie. Unbewusst war ich sogar ein wenig stolz auf mich und dachte unwillkürlich, dass ich mich besser kultivieren würde als sie.

Ein Hinweis des Meisters?

Allerdings hatte ich zuvor beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken der Lotus-Handhaltung nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Als ich einmal beim Lernen des Fa in der Gruppe nur für ein paar Minuten mit der Lotus-Handhaltung aufrichtige Gedanken aussandte, sah ich drei kleine Vögel. Einer war eine kleine Krähe, etwa so groß wie ein Kolibri; an die anderen beiden kann ich mich nicht erinnern. Dann folgten ihnen immer mehr winzige Vögel und ließen sich dicht in meiner Lotus-Handhaltung nieder. Als ich versuchte, genauer hinzuschauen, verschwanden sie.

Ich war erschrocken, da mein Himmelsauge noch nicht geöffnet ist. Könnte das ein Hinweis des Meisters gewesen sein, dass ich auf meine Handhaltungen achten musste? Ich dachte: „Wenn meine Lotus-Handhaltung nicht korrekt ist, können diese bösen Dinge dann nicht leicht entkommen?“ Von da an nahm ich das Aussenden der aufrichtigen Gedanken ernster und behandelte es nie mehr als bloße Formalität.

Eine Praktizierende in unserer Fa-Lerngruppe war seit mehreren Jahren nicht mehr in der Lage, beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken wach zu bleiben. Sie wirkte schläfrig, fast so, als würde ihr Kopf gleich auf den Boden fallen. Wenn jemand ein Geräusch machte oder sie leicht anstupste, wurde sie wieder wach, doch eine halbe Minute später döste sie schon wieder ein. Sie sagte, dass sie während der fünften Übung die Hälfte der Zeit schlafe und sich auch beim Fa-Lernen schläfrig fühle. Wir dachten tatsächlich, dass ihr Hauptbewusstsein nicht klar sei. Sie selbst war ziemlich beunruhigt und litt darunter, weil sie nicht herausfinden konnte, was sie falsch machte.

Andere Praktizierende halfen ihr alle, nach innen zu schauen und zu versuchen, das Problem zu verstehen. Ich war diejenige, der am meisten darüber sprach. Wir trafen eine Vereinbarung: Wann immer wir sahen, dass die andere nicht im Einklang mit dem Fa war, würden wir sie unverzüglich darauf hinweisen, damit wir uns gemeinsam verbessern und erhöhen können. Ich sagte zu ihr: „Du solltest das Fa mehr lernen. Das Fa kann jeden falschen Zustand korrigieren.“

Doch trotz unserer Ermahnungen und obwohl wir aufrichtige Gedanken für sie aussendeten, verbesserte sich ihr Zustand nicht. Als ich sie erneut darauf ansprach, sagte sie: „Ich habe das Gefühl, dass meine aufrichtigen Gedanken eigentlich ziemlich gut wirken. Wenn du das so sagst, stört es mich sogar.“ Ein anderes Mal sagte sie: „Immer, wenn du kommst, werde ich nervös, wenn ich aufrichtige Gedanken aussende.“

Meine eigenen Lücken

Ich fühlte mich ziemlich unbehaglich und es tat mir leid, dass ich ihr eine so große Last auferlegt hatte. Jeder Praktizierende hat seinen eigenen Zustand und sein eigenes Verständnis der Fa-Prinzipien, doch ich hatte weitergeredet, ohne auf ihre Gefühle Rücksicht zu nehmen, und mich dabei noch gut gefühlt. Einem Mitpraktizierenden zu helfen, sollte doch normal sein. Warum nahm sie dann meine Hilfe nicht an? Wo lag das Problem? Ich musste wirklich unbedingt bei mir selbst nach innen schauen.

Durch intensives Fa-Lernen, Nach-innen-Schauen und Lesen von Erfahrungsberichten auf Minghui.org erkannte ich zwei Mängel bei mir selbst. Erstens waren meine Ermahnungen an Mitpraktizierende gut gemeint. Doch mit der Zeit half ich ihnen nicht mehr mit einem barmherzigen und reinen Herzen. Stattdessen hatte ich angefangen, mich zu beschweren und mich zu fragen, warum sie es nicht besser machen konnten.

Tatsächlich leistete die betreffende Praktizierende hervorragende Arbeit, wenn sie die wahren Umstände erklärte, und das auch im Umgang mit Schikanen durch Regierungsbeamte und Polizisten, die zu ihr nach Hause kamen. Wenn wir in andere Dörfer gingen, um dort Informationsmaterialien zu verteilen, übernahm sie viel Verantwortung. Sie überließ die einfacheren Orte anderen Praktizierenden und begab sich selbst an die Orte, die schwerer zu erreichen waren. In entscheidenden Momenten hatte sie stets starke aufrichtige Gedanken und half dabei, die Probleme anderer Praktizierender zu lösen. Das ist die Ebene, die sie durch die Kultivierung im Dafa erreicht hatte.

Bezüglich ihrer Situation beim Aussenden aufrichtiger Gedanken sagte ich zu den anderen Praktizierenden, die sich Sorgen um sie machten: „Lasst uns still aufrichtige Gedanken aussenden, um ihr zu helfen. In den letzten Tagen habe ich erkannt, dass wir zu sehr an ihr hängen. Als wir versuchten, ihr zu helfen, haben wir sie eigentlich kritisiert. Ist das nicht so, als würden wir Müll in ihr Raumfeld werfen?“ Als ich meine Denkweise änderte und mir diese Mitpraktizierende erneut ansah, war sie so liebenswert. Alles an ihr schien so gut zu sein. Lasst uns aufhören, daran festzuhalten. Vergesst nicht, dass jeder Dafa-Schüler unter der Obhut des Meisters steht. Wenn wir nicht vorsichtig sind, könnten wir die Lage sogar verschlimmern. Wenn wir unsere Anhaftungen loslassen, steht unsere Mitpraktizierende nicht unter Druck und kann das Fa lernen, aufrichtige Gedanken aussenden und nach innen schauen. Mit der Stärkung durch den Meister wird sie sich auf ganz natürliche Weise verbessern.“

An dieser Stelle entschuldige ich mich aufrichtig und von ganzem Herzen bei ihr und bei den anderen Praktizierenden, die ich in der Vergangenheit durch meinen schroffen Ton verletzt habe.

Das Problem lag an mir

Zweitens: Wann immer wir gemeinsam in einer Gruppe aufrichtige Gedanken aussandten, öffnete ich oft die Augen, um zu sehen, ob die anderen Praktizierenden wach blieben oder ihre Handhaltungen korrekt waren, und seufzte innerlich, wenn dies nicht der Fall war. Es war, als ob niemandes Handhaltung so korrekt wäre wie meine. Mit einem so starken Gefühl von Verachtung und Selbstgerechtigkeit – selbst wenn meine eigenen Hände in der richtigen Position waren – konnten die von mir ausgesandten aufrichtigen Gedanken dann wirklich eine Wirkung entfalten? Konnte ich so wirklich gut aufrichtige Gedanken aussenden?

Je mehr ich an meinen Mitpraktizierenden hing, desto weniger konnte ich loslassen und desto schwerwiegender schien das zu werden, was sie zeigten. Könnte es sein, dass das Problem nicht in Wirklichkeit bei mir lag?

Als ich wirklich nach innen schaute, erkannte ich, dass ich viel zu sehr an meinem Ego hing und alles mit zu viel Nachdruck getan hatte. Ich musste meine Anhaftungen loslassen. Der Meister kümmert sich um alles.

Sobald ich meine Anhaftungen losgelassen hatte, verbesserte sich ihr Zustand merklich.

Tatsächlich kann, wenn man einem Mitpraktizierenden durch eine Prüfung hilft, schon ein einziger aufrichtiger Satz diesem Praktizierenden aufrichtige Gedanken vermitteln. Ich erinnere mich, dass ich vor vielen Jahren, als zwei Praktizierende mich besuchten, mich darüber beklagte, dass mein Mann mich ungerecht behandelte. Eine von ihnen sagte: „Schwester, praktizierst du immer noch Qi (Qi ist dasselbe Wort wie Wut)?“ Durch ihre Worte erkannte ich: Ich sollte nicht wütend sein. Ich muss mich doch zur Göttlichkeit kultivieren.

Diesen Artikel habe ich geschrieben, weil ich erkannt habe: Wenn wir einen falschen Zustand bei einem Mitpraktizierenden sehen, sollten wir auch selbst nach innen schauen. Auf diese Weise habe ich viele meiner eigenen Unzulänglichkeiten und Anhaftungen entdeckt, die ich dann auflösen und beseitigen musste.