(Minghui.org) Ich bin 62 Jahre alt und praktiziere Falun Dafa seit fast 30 Jahren. Mein Schwager erzählte mir 1995 von Falun Dafa. Nach Beginn meiner Kultivierung wollte ich keine Prüfungen mehr ablegen, um beruflich voranzukommen, und auch nicht mehr die Abteilung wechseln. Ich wollte einfach meine ganze Zeit und Energie dem Lernen des Fa und meiner Kultivierung widmen, damit ich schnell zu meiner ursprünglichen Heimat im Himmel mit dem Meister zurückkehren konnte. Ich war immer schüchtern und zurückhaltend gewesen, doch nun gewann ich an Selbstvertrauen.
Ich las die neuen Jinwen des Meisters, und als sich mein Verständnis von Dafa vertiefte, versuchte ich, mein Verhalten dem Fa anzugleichen: Ich hörte auf, Beiträge an die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) zu zahlen, sobald der Meister den Artikel „Das Rad in Richtung der Menschenwelt drehen“ veröffentlichte. Außerdem verfasste ich eine Petition, als Praktizierende begannen, Jiang Zemin (den damaligen Vorsitzenden der KPCh, der die Verfolgung eingeleitet hatte) zu verklagen.
Eintreten für Dafa und den Meister
Als die KPCh 1999 begann, Falun Dafa zu verfolgen, hatten einige von uns Angst und hörten auf zu praktizieren. Andere glaubten den Lügen und Verleumdungen, die in den staatlich kontrollierten Medien und Radiosendern veröffentlicht wurden. Der Meister lehrt die Menschen, wie man gut ist und wie man seinen Charakter kultiviert. Falun Dafa ist weder politisch ausgerichtet, noch geht es dabei um Geld oder Macht.
Damals beschloss ich, nach Peking zu fahren, um mich für Dafa und den Meister einzusetzen. Bevor ich an jenem Tag die Arbeit verließ, legte ich den Firmenstempel in einen Schrank und ließ ihn unverschlossen, damit man ihn finden konnte, falls ich am Montag nicht zurückkehren sollte. Ich ging nach Hause und räumte auf. In dem Moment, als ich aus der Tür trat, fühlte ich mich erleichtert – die emotionalen Bande zu meiner Familie waren sofort gelöst.
Mein Sohn begleitete mich; am Bahnhof traf ich meinen Bruder, und gemeinsam stiegen wir in den Zug nach Peking. Viele Praktizierende wurden am Fahrkartenschalter aufgehalten, andere wurden vor der Ankunft in Peking aus dem Zug geholt, als ihre Ausweise kontrolliert wurden.
Mein Bruder, mein Sohn und ich stiegen am nächsten Morgen in Peking aus dem Zug. Auf dem Weg zum Staatlichen Petitionsbüro trafen wir viele Praktizierende. Dort schlossen wir uns anderen Praktizierenden an und warteten still auf eine Antwort. Während mein Sohn und ich zu Abend aßen, waren Tausenden von bewaffneten Polizisten vor Ort. Mein Bruder, mein Sohn und ich schafften es, den Bereich ohne Probleme zu verlassen.
Vergessen wir niemals unsere Mission
Meine Schwester und ich beschlossen, Informationsmaterialien über Falun Dafa zu drucken. Mein Mann überwachte sehr streng unsere Finanzen, weil ich mich weigerte, mit dem Praktizieren von Falun Dafa aufzuhören. Er verdiente gut, bezahlte aber nur einen Teil der Schulgebühren unserer Kinder. Nach Begleichung aller Familienausgaben blieb mir kaum noch Geld übrig.
Meiner Schwester ging es finanziell nicht viel besser als mir. Ich kaufte einen Laptop und sie einen Drucker, sodass wir über die grundlegendste Ausrüstung verfügten. Meine Schwester druckte eilig die Materialien aus, wenn ihr Mann nicht zu Hause war. Sie bemerkte, dass draußen mitten im strengen Winter eine kleine Blume blühte, und glaubte, dies sei aufgrund unserer aufrichtigen Bemühungen der Fall.
Ich behielt meine Mission im Blick und verteilte Materialien zur Aufklärung über die wahren Umstände von Falun Dafa und der Verfolgung in unserer Gegend. Ob es sich um ein gehobenes Wohnviertel, ein streng bewachtes Militärgelände oder einen kurvenreichen Weg auf dem Land handelte – ich besuchte sie alle. Der Weg der Kultivierung war schwierig und gefährlich, aber ich bin nicht gestolpert. Ich ging weiter vorwärts.
Im Laufe der Jahre nutzte ich jede Gelegenheit – egal, ob ich bei der Arbeit war, mich um meine Enkelin kümmerte oder mit meinem Mann um die Welt reiste –, um den Menschen von Falun Dafa zu erzählen und mein Gelübde als Falun-Dafa-Praktizierende zu erfüllen.
Berge erklimmen, um den Menschen von Falun Dafa zu erzählen
Ein Praktizierenden-Ehepaar druckte Hunderte wunderschöner Karten und verpackte sie in Kunststoffhüllen. Meine Schwester und ich nahmen sie mit nach Hause und fädelten sie auf bunte Fäden. Wir hatten vor, sie überall in den Bergen und an malerischen Orten in unserer Gegend aufzuhängen. An jenem Morgen fühlte ich mich plötzlich unwohl und schwach am ganzen Körper und bemerkte, dass ich Hühneraugen am Fuß hatte. Es tat schon weh, wenn ich auf ebenem Boden ging, geschweige denn in den Bergen. In der Situation wollte ich absagen, aber dann dachte ich: Meine Schwester ist einige Jahre älter als ich und sie hat nie gesagt, dass sie müde sei. Mir wurde klar, dass wir das Aufhängen der Karten nicht aufschieben durften, also bat ich den Meister um Hilfe und schleppte mich zum Treffpunkt.
Die Hühneraugen an meinen Füßen hörten auf zu schmerzen, sobald wir losgingen. Während wir gingen, hängten wir auf beiden Seiten der Straße Karten zur Aufklärung der Tatsachen auf. Streifenwagen und Motorräder rasten auf den Bergstraßen an uns vorbei. Wir kletterten mehrmals die hohen Hänge am Straßenrand hinauf, um zu vermeiden, dass die Polizei uns sah und die Materialien beschlagnahmte. Passanten sahen die schönen Plakate und lasen: „Falun Dafa ist gut! Dafa wird in mehr als 100 Ländern weltweit praktiziert!“ Wir legten an diesem Tag etwa 20 km zu Fuß zurück. Ich fühlte mich nicht müde und mein Fuß tat nicht weh. Es war eine unglaubliche Erfahrung.
Lass Groll, Ärger und Beschwerden los
Eine Zeit lang waren meine Bedingungen für die Kultivierung besonders gut. Meine Tochter arbeitete in einer anderen Stadt. Mein Mann fuhr am Wochenende in die Vororte, um dort zu feiern, und blieb über Nacht dort. Ich musste nicht kochen und hatte daher abends Zeit. Manchmal fuhr ich mit dem Bus aufs Land, um gemeinsam mit anderen Praktizierenden Informationsmaterialien über Falun Dafa zu verteilen.
Eines Tages sah ich zufällig einen SMS-Verlauf auf dem Handy meines Mannes und stellte fest, dass er eine Affäre hatte. Das traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Mein Mann hatte immer damit geprahlt, dass er kein Interesse an anderen Frauen habe. Er war Leiter eines staatlichen Unternehmens. Ich konnte nicht glauben, dass er so etwas tatsächlich getan hatte.
Er war immer geizig, aber für diese Frau gab er unglaublich viel Geld aus. Eine kleine Haarnadel kostete Hunderte von Yuan. Damals war ich wütend und voller Groll. Ich wusste, dass ich eine Kultivierende war und die Sache leichtnehmen sollte, aber angesichts eines so plötzlichen Konflikts konnte ich mich dennoch nicht angemessen verhalten.
Mein Mann wusste, dass ich sein Geheimnis entdeckt hatte. Anstatt Schuldgefühle zu zeigen, nutzte er meine Kultivierung als Vorwand, um mich zu kritisieren. Ich wusste, dass ich gerade eine Prüfung bestand, doch die Gefühle von Groll, Verbitterung und Unmut überwältigten mich wie eine Flutwelle. Während ich die Übungen machte, gingen mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf, und ich konnte beim Meditieren keine Ruhe finden.
Meine menschlichen und göttlichen Gedanken kämpften gegeneinander. Ich rezitierte immer wieder das Fa des Meisters:
„Wenn du dich von Qing nicht trennst, kannst du dich nicht kultivieren. Wenn du aus Qing herausspringst, wird dich niemand mehr bewegen können. Die menschlichen Gesinnungen können dich dann nicht mehr mitreißen; stattdessen wirst du mit Barmherzigkeit erfüllt, etwas noch Erhabeneres.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 201)
Das Fa des Meisters gab mir Orientierung. Immer wieder ließ ich meine Gefühle für meinen Mann los. Manchmal, wenn ich mit ihm sprach, kam immer wieder der Drang hoch, ihn zu verspotten und ihm Vorwürfe zu machen. Dann sagte ich mir, dass dies Gedankenkarma sei und ich ihn so behandeln sollte, als wäre nichts geschehen. Anfangs fühlte ich mich sehr unwohl, aber nach und nach ging es mir besser.
Während ich das Fa lernte und meine Geisteshaltung kultivierte, überwand ich nach und nach diese Phase der Verwirrung. Ich las auf Minghui.org die Kultivierungserfahrungen anderer Praktizierender und stellte fest, dass viele Praktizierende mit ähnlichen Problemen konfrontiert waren. Dieses verwirrende Phänomen ist in Festlandchina weit verbreitet.
Rückblickend bin ich meinem Mann sehr dankbar. Ich danke ihm wirklich aus tiefstem Herzen. Er hat mir die Gelegenheit gegeben, meine Xinxing zu erhöhen, und mir ein tiefes Verständnis von Qing vermittelt. Dieser Vorfall liegt schon lange zurück. Mein Mann ist inzwischen im Ruhestand und kein „großer Chef“ mehr, der andere herumkommandiert. Auch die andere Frau hat ihn schon vor langer Zeit verlassen. Für mich ist dieser Vorfall wie eine Seite, die ich gelesen habe. Ich habe sie gelöscht, aber sie hinterlässt immer noch eine Spur auf dem Computer. Allerdings mache ich ihm keine Vorwürfe und beschwere mich nicht mehr. Stattdessen bin ich ruhig und gelassen.
Auf dem Weg der Kultivierung sind so viele Dinge geschehen. Menschliche Anschauungen aufzugeben ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Ein Beispiel dafür ist das Krankheitskarma. Zuerst war ich ein wenig gelangweilt, als mir nichts passierte. „Warum habe ich kein Krankheitskarma?“ Als ich einige kleinere Karmas wie Fieber, Husten, Beinschmerzen usw. überwunden hatte, war ich ein wenig selbstgefällig. Dann traten die stärkeren Symptome auf: Kopfschmerzen, Bluthochdruck und kleine rote Flecken am ganzen Körper, die juckten.
In diesen Situationen spürte ich enormen Druck und dachte manchmal sogar daran, Medikamente einzunehmen. Aber ich wusste, dass ich Karma beseitigte, was eine gute Sache und eine Gelegenheit zur Erhöhung war. Ich verlängerte die Zeit, in der ich aufrichtige Gedanken aussandte. Außerdem schaute ich nach innen, las das Fa und rezitierte: „Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht ist gut.“ Doch die Besserung war nur minimal. Ich sagte mir, dass ich an den Meister und das Fa glauben, mich in die Hände des Meisters begeben und meine menschlichen Anschauungen in Bezug auf Krankheiten loslassen musste. Wenn ich Karma beseitigte, würde ich es ertragen. Wenn die alten Mächten es mir auferlegten, würde ich es entschlossen beseitigen.
Der Meister hat diese Zeitspanne verlängert, damit wir ihm helfen können, Menschen zu erretten und das Fa zu berichtigen; daher ist unsere Mission dringend. Ich muss die Zeit schätzen, um mich gut zu kultivieren und mehr Menschen zu erretten.
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