Eine deutsche Bürgerin schreibt an den chinesischen Botschafter in Berlin, um für die Freilassung von Xiong Wei und für die Beendigung der Verfolgung von Falun Gong auszusprechen

Am 13.05.2003 hatten wir einen Infotag in der Hauptstraße veranstaltet, um den Welt Falun Dafa Tag zu feiern und die Menschen über die Verfolgung in China zu informieren. Eine Dame hat gleich einen Brief an chinesischen Botschafter in Berlin und an den Bundeskanzler geschrieben, nachdem sie unseren Stand besucht hatte. Es folgt ihren Brief an den chinesischen Botschafter in Berlin:


Seine Exzellenz
Botschafter der Volksrepublik China
Ma Canrong
Märkisches Ufer 54

10179 Berlin

14.05.2003
Menschenrechte in China

Sehr geehrter Herr Botschafter,

eine ehemalige Studentin der Technischen Universität Berlin ist in einem Arbeitslager in Daxing bei Beijing inhaftiert: Xiong Wei, geb. 1971. Sie wurde am 5. Januar 2002 in Beijing beim Verteilen von Informationsmaterial über die Verfolgung von Falun Gong festgenommen.

Menschen, die Falun Gong praktizieren, finden zu Frieden und Harmonie mit sich und ihrer Umwelt. Diese Ziele gelten ebenso für die Volksrepublik China - als „Reich der Mitte" in Frieden und Harmonie mit der Weltgemeinschaft zu leben. Mit großer Sorge erfahre ich immer wieder von schrecklichen Menschenrechtsverletzungen, z. B. wenn Chinesische
Bürgerinnen und Bürger Falun Gong praktizieren und dafür verhaftet, gefoltert oder getötet werden.

Das Verbot von Falun Gong vom 22. Juli 1999 in China ist für mich völlig unverständlich und macht es mir als Deutscher schwer, das aufstrebende China als vertrauenswürdigen Partner meines Landes zu sehen. Verwandte, Bekannte und Kunden, die mir begeistert von Reisen durch China erzählt haben, bemängeln immer wieder, welche krassen Gegensätze sie dort erleben: Einerseits sagenhaftes Wachstum und beeindruckenden Fortschritt, andererseits grausame und rückschrittliche Methoden, um Teile der Bevölkerung einzuschüchtern. Mir macht das Angst.

Ich freue mich über Besucherinnen und Besucher aus China in Deutschland. Ich denke, unsere Länder können viel voneinander lernen. Sie haben ja sicher bereits erfahren, wie interessiert viele Deutsche chinesische Heilmethoden, chinesische Weisheit und Literatur und auch die vielen Spielarten der chinesischen Kochkunst aufnehmen.

Bitte übermitteln Sie Ihrer Regierung meine tiefe Sorge um die politischen Gefangenen Ihres Landes und meine Trauer darüber, dass die Partei sich von Grausamkeiten wie Folter und Umerziehung immer noch nicht abgewandt hat. Dafür gibt es in einem modernen Land keine Entschuldigung. Sicherlich erfordert es Mut, freie Meinungsäußerung, Informationsfreiheit und Religionsfreiheit in einem so großen Reich zu ermöglichen. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass Millionen Chinesinnen und Chinesen sehr, sehr stolz auf ihr Land wären, wenn China seine schrecklichen Menschenrechtsverletzungen beendet.

Lassen Sie Xiong Wei frei! Heben Sie das Verbot von Falun Gong auf!

Ich weiß, dass meine hier geäußerte Meinung nur als einzelne Stimme bei Ihnen ankommt. Aber ich bin sicher, viele Deutsche sehen es ebenso wie ich:
Ein China freier Menschen wäre ein Geschenk an die Republik und an die Welt.

Mit freundlichen Grüßen
Eine deutsche Bürgerin