Erkenntnisse über die Wichtigkeit, sich selbst immer wieder zu überprüfen, ob man sich noch im Klaren darüber ist, was man tut und warum man es tut

(Minghui.de) Ich habe das Fa im Mai 2004 erhalten und ziemlich bald danach angefangen, mich an Dafa-Arbeit zu beteiligen. Als dann vor fast einem Jahr eine Mitpraktizierende mir sagte, dass Übersetzer für die Minghui-Webseite gesucht würden, meldete ich mich und seitdem übersetze ich Texte aus dem Englischen ins Deutsche. Vor kurzem passierte etwas, wovon ich gerne erzählen möchte.

Eine Mitpraktizierende warf mir plötzlich aus heiterem Himmel alle möglichen Dinge vor. Ich sah das Ganze als eine Prüfung an und versuchte dabei ruhig zu bleiben. An die von ihr aufgezeigten Dinge, die ich gleich an Ort und Stelle akzeptieren konnte, kann ich mich jetzt nicht einmal mehr erinnern. Eine Sache, die sie angesprochen hatte, konnte ich jedoch nicht annehmen und sie nagte mehrere Tage an meinem Herzen.

Sie erklärte mir, dass ich mich derzeit nur persönlich kultivieren würde und keine Arbeit zur Fa-Bestätigung machen würde. Sie meinte, bei meiner Übersetzungsarbeit für die Minghui-Webseite komme die Zusammenarbeit zwischen den Praktizierenden zu kurz, man würde nicht als ein Körper tätig sein, sondern ganz allein vor sich hinarbeiten. Sie fügte hinzu, ich sollte, anstatt täglich stundenlang Übersetzungsarbeiten zu machen, lieber einen Erfahrungsbericht schreiben, den dann andere Mitpraktizierende lesen könnten, die daraufhin anfangen würden, für die Webseite zu übersetzen. Es gäbe genügend Praktizierende, deren Englisch gut genug sei für diese Arbeit. So würde ich dann mehr Zeit haben für andere mindestens genauso wichtige Dinge. Ich antwortete, dass ich keine Ahnung hätte, was ich in so einem Erfahrungsbericht schreiben sollte, das könnten höchstens drei, vier Sätze werden. Irgendwie war ich empört, dass sie genau an dieser Tätigkeit Kritik übte. Ich war der Ansicht, dass ich gerade auf diesem Gebiet meine Sache gut machte und, dass es überhaupt nicht einfach war, Abend für Abend stundenlang zu übersetzen. Vor allem war es ja so, dass es nie ein Ende bei dieser Arbeit gab und man außerdem nicht sehen konnte, ob das Ganze einen Erfolg hatte. Ich fand, dass bei einem Infotag beispielsweise die Sache einfacher sei. Man verpflichtet sich für einen Tag, man weiß, wann es anfängt und wann es aufhört. Man sieht am Ende des Tages zumindest an der Oberfläche, ob viele Menschen da waren und unterschrieben haben, ob es geregnet hat oder nicht und, und, und. Beim Übersetzen ist es so, dass es ununterbrochen ohne Pause weitergeht. Je fleißiger man ist, desto mehr hat man zu tun. Man sieht überhaupt nicht, ob jemand diese Artikel liest oder nicht. Ich sagte zu ihr, dass ihre Meinung, die Übersetzer seien nicht als ein Körper tätig, überhaupt nicht zuträfe. Schließlich würden wir uns untereinander koordinieren bei der Artikelverteilung und in einem regelmäßigen Austausch sein. Ich war auch der Ansicht, dass sie sich das zu einfach vorstellte, dass jeder Praktizierende die Arbeit genauso machen könnte wie ich. So einfach sei das bestimmt nicht, dass man einen Artikel über die Erfahrungen beim Übersetzen schreibt und daraufhin melden sich gleich andere Praktizierende, die mitarbeiten möchten.

Unser Gespräch war daraufhin erledigt, mich beschäftigte dieser Vorfall jedoch tagelang. Ich wusste, dass es da irgendetwas gab, was ich erkennen musste. Ich hatte aber wegen der vielen Arbeit keine Zeit, gründlich darüber nachzudenken. Drei Tage später bekam ich dann die Zeit, die ich brauchte, um gründlich nach Innen zu schauen.

Ich hatte meine fertige Übersetzung zurückgeschickt und bekam nicht sofort einen neuen Artikel zur Übersetzung. An diesem Abend war ich ganz zufrieden damit. Ich dachte, jetzt kann ich die Zeit, die ich für das Übersetzen vorgesehen hatte, gut nutzen und den ganzen Abend das Fa lernen. Als ich am nächsten Abend nach der Arbeit immer noch keine neue Nachricht erhalten hatte, fand ich die Sache jedoch merkwürdig und probierte aus, ob etwas mit meinem E-Mail-System nicht in Ordnung sei. Alles funktionierte einwandfrei. So schickte ich eine Mail an den zuständigen Praktizierenden und fragte an, was los sei. Stundenlang kam keine Antwort zurück. Deshalb fragte ich bei einer anderen zuständigen Mitpraktizierenden an, ob sie wisse, warum ich keine weitere Übersetzung bekommen würde. Sie wusste es auch nicht.

Der Text, den ich übersetzt hatte, war nach meiner Meinung überhaupt kein brisanter Text. Es war also ziemlich unwahrscheinlich, dass es sich um eine Störung wegen dieses Textes handelte. Ich dachte, dass es am besten sei, meine Zeit mit dem Lernen des Fa und dem Praktizieren der Übungen zu nutzen. Die Übungen hatte ich nämlich in der letzten Zeit etwas vernachlässigt, weil ich so viel übersetzt hatte. Am nächsten Tag bekam ich die Mail mit meiner Anfrage zurück, mit der Meldung, dass sie sich in einer Warteschleife befunden habe. Außerdem schrieb mir der zuständige Praktizierende und fragte an, was mit mir los sei. Ich schickte ihm also nochmals meine Mail und alles lief wieder weiter wie gehabt.

Doch mir war klar, dass ich jetzt wirklich in meinem Innersten nachschauen müsste, was da nicht stimmte. Das Komische war, dass ich, als ich endlich herausgefunden hatte, was passiert war, gar nicht verstehen konnte, warum es so schwierig gewesen war, das zu erkennen.

Alles war plötzlich sonnenklar. Erstens war ich stolz darauf geworden, dass ich nicht faul war und es immer schaffte, mich zu überwinden, täglich die Übersetzungsarbeit zu machen. Zweitens wollte ich mich manchmal wirklich nicht mit anderen Praktizierenden auseinandersetzen und dann kam mir die Übersetzungsarbeit als Vorwand gerade recht. Da konnte ich mir die Sache wenigstens so einteilen, wie ich es wollte. So war ich, trotzdem ich viel und lange arbeitete, bequem geworden. Ich hatte außerdem an dieser Arbeit festgehalten. Was mich jedoch am meisten erschreckte, war, dass ich wirklich nicht mehr gewusst hatte, warum ich diese vielen Übersetzungsarbeiten überhaupt machte. Ich hatte die Dafa-Arbeit einfach mechanisch gemacht, es war zu einer ganz normalen Arbeit geworden. Ich hatte dadurch mich selbst bestätigt und nicht das Fa. So oft hatte ich schon Erfahrungsberichte mit dieser Thematik übersetzt und nun war mir das trotzdem auch passiert. Ich hatte nicht erkannt, dass etwas nicht stimmte und ich mir unbedingt die Zeit nehmen musste, diesen Fehler zu beheben. Dadurch, dass die E-Mail mit der neuen Übersetzung ausgeblieben war, hatte ich, wie ich es sehe, vom Meister Zeit bekommen, nach Innen zu schauen. Ich bin dafür sehr dankbar.

Der Meister sagte uns ja am 24. 07.2004:

„Wenn man sich in aller Ruhe Gedanken macht, kann man schon selbst viele Probleme erkennen. Wenn man sie erkannt hat, dann soll man sie korrigieren und sie nicht mehr vorkommen lassen.”
(„Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Washington D.C. 2004”)