Frau Li Bin erzählt, wie sie von Wärtern im Abfertigungsbüro des Pekinger Arbeitslagers gefoltert und geschockt wurde (Foto)

Li Bin

(Minghui.de) Am 8. August 2000 war der Hof des Abfertigungsbüros im Pekinger Arbeitslager sehr gut bewacht.

In Peking ist es um diese Jahreszeit normalerweise sehr heiß. In die tödliche Stille hinein kann man eine bedrohliche Stimme und das knisternde Geräusch von Elektroschocks hören. Sogar wenn niemand gegen die von den Wärtern aufgestellten Regeln verstößt, sind diese mit Elektroschockern an den Hüften ausgerüstet. Einige von ihnen halten sie in der Hand, um ihre Macht zu demonstrieren. Hin und wieder entladen sie Elektrizität in die Luft, was ein knisterndes Geräusch verursacht, um die Menschen zu ängstigen. Es ist ein entsetzliches Geräusch.

Eines Tages brachte die Polizei einige neue „Zwangsarbeitsmitglieder” (Praktizierende, die rechtswidrig zu Zwangsarbeitslager verurteilt wurden). Unter ihnen war ein Mädchen namens Li Bin. Sie trug ein weißes T-Shirt und eine graue Hose. Als sie in den Hof trat, spürte sie sofort die Atmosphäre von Terror. Eine Person in einer blauen Uniform kam und führte sie in einen kleinen dunklen Raum. Es kann ein Vorratsraum gewesen sein. Dann hörte sie einen Befehl: „In die Hocke! Halte deinen Kopf!” Sie musste sich mit beiden Händen hinter dem Kopf in die Hocke begeben. Dann zog die Person sie aus und durchsuchte sie am ganzen Körper. Da Li Bin auf so etwas nicht vorbereitet gewesen war, hob sie ein wenig ihren Kopf. Plötzlich schlug man sie ins Gesicht und sie hörte den Befehl: „Hebe nicht deinen Kopf!”

Der Leser mag nun denken, dass diese Person ein Wärter war. Tatsächlich handelte es sich um eine Gefangene, die wegen Stehlens zu Zwangsarbeitslager verurteilt worden war. Im Gefängnis nannte man sie Xiao Shao. Sie wurde von den Verantwortlichen dazu aufgefordert und tat, was sie wollte. Sie war der Meinung, dass sie eine „wichtige Mission” zu erfüllen hätte.

Nachdem sie Li Bin einen halben Tag lang gefoltert hatte, warf sie ihr eine blaue Uniform hin, genauso eine, wie sie selbst trug, und schrie: „Anziehen!”

An diesem Nachmittag wurden alle Neuankömmlinge von Xiao Shao wie Sklaven behandelt. Sie wiederholte schnell aufeinander folgende Befehle: „Hocken, aufstehen, hocken, aufstehen!” Eine über 70 Jahre alte Frau wurde genauso behandelt und außerdem befahl ihr Xiao Shao noch zu rufen: „Melde! Präsentiere! Ja, Madame!” Weil sie von den Wärtern den Befehl erhalten hatte, schlug Xiao Shao jeden zusammen, von dem sie annahm, dass er ihr nicht gehorchte. Nach dem Ende der Exerzierübungen wurden allen, den alten und den jungen, die Haare abgeschnitten.

Danach erlebte Li Bin eine unbarmherzige Folter, besonders durch Elektroschocks, die sie fast töteten.

Jeder wurde einzeln in einen kleinen Raum gebracht, dessen Türen und Fenster versiegelt waren. Als Li Bin an der Reihe war, wurde sie von zwei Wärterinnen verhört, die sich Notizen machten. Dann fingen sie mit dem barbarischen „Training” an. Jede von ihnen hielt einen 70 Zentimeter langen Elektrostab in der Hand; sie befahlen Li Bin, mit beiden Händen hinter dem Kopf in die Hocke zu gehen und fingen dann an, sie zu schocken.

Als Li Bin mir zum ersten Mal davon erzählte, war ich von tiefstem Mitleid erfüllt. Ich war schockiert, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPC) zu solchen Grausamkeiten fähig ist. Wie konnte man eine so grauenhafte Folter durchstehen? Um dies herauszufinden, befragte ich sie. Es folgt die Aufzeichnung des Interviews.

Reporter: Ich habe schon bei der bloßen Vorstellung eines Elektrostabes Angst. Ich habe nie einen in einem Arbeitslager in China gesehen. Können Sie ihn beschreiben?

Li Bin: Ein Elektrostab ist ungefähr 70 Zentimeter lang und schwarz. Es gibt zwei Elektroden an einem Ende und einen isolierten Griff an dem anderen. Mir wurde gesagt, dass die Funken, die herauskommen, blau seien. Weil mir befohlen wurde, mit beiden Händen hinter dem Kopf in die Hocke zu gehen und ich dann gefoltert wurde, bis ich fast in Ohnmacht fiel, konnte ich die Farbe der Funken nicht sehen. Ich hörte nur das Knistern und erfuhr später, dass jeder im Hof es gehört hätte. Daraufhin wurde mir klar, warum sie angeordnet hatten, alle Türen und Fenster zu schließen. Ich schrie wegen der unerträglichen Schmerzen. Nur dadurch konnte ich den Schmerz ein wenig lindern. Die Wärter befahlen allen „Übungsleitern”: „Schließt sofort die Türen und Fenster!” Dann hörte ich, wie die Türen und Fenster geschlossen wurden.

Reporter: Wie fühlte sich der Schock durch die Elektrostäbe an?

Li Bin: Damals war es in Peking wirklich sehr heiß. Man schwitzte schon, wenn man sich gar nicht bewegte. Als ich geschockt wurde, schwitzte ich am ganzen Körper und meine Kleidung war durchnässt. Zuerst fühlte ich einen Schmerz, als ob man mich mit Nadeln stechen würde. Ich hörte das knisternde Geräusch, es war wirklich grauenvoll. Ich konnte riechen, wie mein Haar und meine Haut verbrannten. Manchmal schoss die Elektrizität in mein Gehirn, das war noch schlimmer. Ich hatte das Gefühl, dass von mir Besitz ergriffen wurde, weil die Nerven über den Schmerz hinaus noch stimuliert wurden. Man kann nur versuchen, sich vorzustellen, was für eine Art von Gefühl das ist.

Reporter: Wo wurden sie von der Polizei geschockt?

Li Bin: Als sie mich auf dem Rücken schockten, suchten sie sich die empfindlichsten Stellen aus. Wo die Gliedmaßen mit dem Körper verbunden sind, ist man am empfindlichsten; dort schockten sie mich. Dabei schrieen sie die ganze Zeit, verfluchten mich, drohten mir und erniedrigten mich. Sie erlaubten mir nicht, etwas zu sagen. Ich litt körperlich und seelisch.

Reporter: Befanden Sie sich die ganze Zeit über in der Hocke?

Li Bin: Ich fiel mehrmals auf den Boden. Die zwei weiblichen Wärter zogen mich an den Armen hoch und befahlen mir, wieder in die Hocke zu gehen. Außerdem ordneten sie an, dass ich die korrekte Haltung einnehmen sollte, also mich mit beiden Händen hinter dem Kopf in die Hocke zu begeben. Dann schockten sie mich erneut. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie viele Male ich hinfiel. Ich erinnere mich nur noch, dass ich schweißgebadet war. Mein Rücken schmerzte kolossal, als ob er mit Nadeln durchbohrt wäre. Ich hatte auch ein taubes Gefühl.

Reporter: Wenn es Sie nicht zu sehr belastet, können Sie uns dann den Schmerz beschreiben?

Li Bin: Wie soll ich es beschreiben? Wenn die Elektrizität durch einen durchgeht, dann fühlt man Schmerz und Taubheit und das Gehirn zuckt. In diesem Moment wäre es einem egal, wenn man mit einem Messer erstochen werden würde. Doch man lebt und fühlt den Schmerz. Man kann sagen, dass jede einzelne Zelle und jeder Nerv diesen Schmerz fühlt und von dieser mächtigen Elektrizitätswelle getroffen wird. Obwohl ich das Gefühl hatte, einer Ohnmacht nahe zu sein, konnte ich den Schmerz ganz klar spüren. Alle Nerven meines Körpers waren sensibel auf diesen Schmerz. In jenem Augenblick war mir die Bedeutung des Ausspruchs „Leben ist schlimmer als sterben” klar. Ich kann es nicht genauer beschreiben, ich versuche mein Bestes. Sie können sich den Schmerz einfach nicht vorstellen.

Reporter: Wir können es uns nur durch Ihre Beschreibung vorstellen.

Li Bin: Wissen Sie, sie schockten immer wieder eine andere Stelle meines Körpers. Zuerst schockten sie die empfindlichsten Stellen und dann schockten sie mich am ganzen Körper. Ich konnte dann nicht mehr feststellen, wo sie mich gerade schockten. Ich spürte nur, dass mein Gehirn, mein Nacken und die Stellen, an denen meine Gliedmaßen mit dem Körper verbunden sind, besonders schmerzten. Als ich zu mir kam, merkte ich, dass mein ganzer Rücken geschockt worden war. Er war vollkommen verbrannt. Ich konnte das jedoch nicht fühlen; ich fühlte nur, dass mein Gehirn, mein Nacken und die Stellen, an denen meine Gliedmaßen mit dem Körper verbunden sind, besonders schmerzten.

Wie soll ich den Schmerz beschreiben? Es tut einfach weh, es schmerzt, als ob man mit Nadeln gestochen wird. Wenn einem eine Nadel eingestoßen wird, dann fühlt man den Schmerz und wenn einem zwei Nadeln eingestoßen werden, dann fühlt man einen doppelten Schmerz. Wenn man jedoch mit einem Elektroschocker geschockt wird, ist es, als ob man mit ganz vielen Nadeln gestochen wird. Können Sie sich vorstellen, wie sich das anfühlt? Natürlich ist so ein Elektroschock viel schlimmer als wenn man mit Nadeln gestochen wird. Es ist ein ungeheurer elektrischer Fluss. Manche Menschen haben vielleicht schon einmal einen elektrischen Schlag erlebt. Das dauert jedoch nur eine Sekunde und ist dann vorbei. Das Schocken mit Elektrostäben dauert eine lange Zeit, so lange, bis die Haut verbrannt ist. Schon allein das Knistern ist beängstigend.

Wenn dann am Ende sogar die Wärter zu müde sind, um die Stäbe zu halten, kann man sich vorstellen, wie schmerzvoll es für die Opfer gewesen sein muss.

Ich wurde mit zwei Elektrostäben gleichzeitig geschockt. Andere wurden sogar mit noch mehr Stäben geschockt, das war noch viel schlimmer. Einige wurden mit sieben oder acht Schockern gleichzeitig traktiert. Einige Wärter steckten den Elektrostab direkt in den Mund des Opfers. Das Opfer fiel sofort in Ohnmacht. Ein Falun Gong praktizierendes Mädchen, das ein Jahr jünger war als ich, verlor sofort das Bewusstsein.

Reporter: Wie nehmen die Menschen, die in das Arbeitslager gebracht und gefoltert wurden, später die erlittene Folter auf?

Li Bin: Nachdem sie mich geschockt hatten, steckten mich die Polizisten in die zweite „Klasse”. Es gab dort acht „Klassen”. Als ich in den Raum trat, schauten mich alle ganz erstaunt an. Später sagten sie heimlich zu mir: „Als du das erste Mal hereinkamst, war dein Gesicht weiß und deine Lippen waren blau. Wir hatten alle Angst um dich.”

Vielen Menschen ist diese Tatsache bekannt: In China wenden einige Polizisten Foltermethoden an, um Geständnisse von Verdächtigen zu erzwingen. Dies führte zu vielen falschen Anschuldigungen und ungerechtfertigten Fällen. Wie macht die Polizei das? Warum bekannten sich Menschen zu einem Mord, den sie überhaupt nicht begangen hatten? Wussten sie denn nicht, dass sie ein solches Geständnis mit dem Leben bezahlen mussten? Sie konnten die körperlichen Folterqualen einfach nicht aushalten und gaben gegen ihren Willen Dinge zu, die sie nicht gemacht hatten. Sogar wenn sie wissen, dass ein Geständnis sie das Leben kosten wird, gestehen sie. Die Foltermethoden, die die KPC bei ihren Verhören anwendet, sind wahrlich grausam. Viele Menschen können das Gefühl von „das Leben ist schlimmer als der Tod” nicht aushalten.

Der Leser soll jedoch nicht denken, dass Frau Li Bin ein Verbrechen begangen hat, weil sie gefoltert wurde. Sie hat nur die Wahrheit über die Verfolgung von Falun Gong gesagt, bei der chinesischen Regierung appelliert und erklärt, dass Falun Gong-Praktizierende gutherzige Menschen sind. Daraufhin wurde sie verhaftet und gefoltert.