AsiaNews.it: Die Vorschriften für Transplantationen werden den Organhandel nicht aufhalten

(Minghui.de)

29. März 2006

99% der Organe stammen von Menschen, die zum Tode verurteilt sind. Die Regierung ist bestrebt, eine Form des Handels mit höchsten Gewinnen zu regeln, der sich durch Gefängnisse, Polizei, Gericht und Ärzten zieht.

Peking (AsiaNews) - Das Gesundheitsministerium hat eine Reihe von Regeln eingeführt, die den Verkauf und die Transplantation von menschlichen Organen lenken; eine äußerst weit verbreitete Praktik in China, die Gegenstand von Korruption und Missbrauch ist.

Die Regelungen werden am 1. Juli in Kraft treten. Diese legen fest, dass jede Transplantation durch qualifizierte Ärzte in einer hygienischen, einwandfreien und technisch gut ausgerüsteten Umgebung durchgeführt werden sollte. Auch führen sie spezielle Bedingungen für die Organentnahme von lebenden Spendern an. Doch Experten bezweifeln, dass die neuen Regeln das grundlegende Problem des illegalen Organhandels lösen können.

China hält derzeit weltweit den zweiten Platz bei der Anzahl der durchgeführten Organtransplantationen. Jedes Jahr führen die Ärzte 7.000 bis 8.000 Operationen durch, besonders an reichen Leuten, die aus Hongkong, Japan und Korea kommen. Der Handel floriert, obwohl viele Menschen, die Transplantate erhalten haben, innerhalb von einem oder zwei Jahren sterben. Der durchschnittliche Preis eines Nierentransplantats beträgt bis zu 65.000 US Dollar; eine Leber kann bis zu 157.000 Dollar kosten. Die Operationskosten für die Transplantation des Organs erhöhen den Preis um ungefähr 10.000 Dollar. Chen Zhonghua vom Transplantationsinstituts des Tongji Krankenhauses in Wuhan, sagte, dass diese Regeln „in der Gesetzgebung nur ein kleiner Schritt nach vorne” bedeuten und das Problem der Herkunft der Organe nicht lösen würden.

Entsprechend einer Statistik von Menschen, die auf diesem Sektor arbeiten, stammen 99% der Organe von hingerichteten Gefangenen und nur 1% stammt von lebenden Spendern. Gestern bestritt Qin Gang, ein Sprecher des Außenministeriums, diesen hohen Prozentsatz und behauptete, dass „nur in vereinzelten Fällen” Organe von Gefangenen genommen werden. In Wirklichkeit ist der Verkauf von Organen nach einer Exekution ein Geschäft, welches die Kassen der Gefängnisse aufbessert. Vor Jahren veröffentlichte die Menschenrechtswache eine vollständige Akte über den Handel mit Organen von Gefangenen im Todestrakt. Die Methoden der Exekutierung haben sich geändert, damit die Organe weiterverwendet werden können. Zuvor wurden die verurteilten Männer mit dem Schuss einer Kugel in den Kopf oder in das Herz getötet. Jetzt, um die Organe zu schützen, werden die Häftlinge in Anwesenheit von Ärzten und Krankenschwestern, sowie mit vorbereiteten speziellen Containern in ausgerüsteten Ambulanzen durch eine Giftspritze getötet. Der Körper des getöteten Menschen wird dem Arzt zur Entnahme und Konservierung der Organe übergeben. Die Beamten der kommunistischen Partei haben zugegeben, dass China jedes Jahr mindestens 10.000 Exekutionen ausführt, womit der Organhandel gespeist wird. Laut Menschenrechtsgruppen wird die Exekution so lange aufgeschoben, bis am Markt ein Bedarf an einem Organ besteht, das mit der Blutgruppe und dem Körperbau des Gefangenen übereinstimmt.

Es besteht keine Klarheit darüber, ob die Gefangenen ihre Einwilligung für die Entnahme ihrer Organe geben oder nicht. Viele Familien der verurteilten Personen, besonders Anhänger der Falun Gong Bewegung haben die Regierung angeklagt, dass diese die Organe ihrer Verwandten ohne deren Zustimmung entnommen hätte.

Medizinische Institutionen betrieben seit 1990 Forschungen an den Organen von exekutierten Gefangenen. Erst in den Neunziger Jahren begann der Handel zu boomen. Professor Chen Zhonghua deutete auf ein dichtes Netz der Duldung hin, das sich des Geldes wegen durch Polizei, Gericht und Krankenhäuser zieht.

Eine weitere Quelle von Organen sind Menschen, die sich aufgrund verzweifelter Armut selbst für eine Transplantation zur Verfügung stellen. Die Wände von Krankenhäusern, Kliniken, Waschräumen und die Webseiten sind voll mit Angeboten von Nieren unter Angabe der Telefonnummer der jeweiligen Einzelperson oder der Organisation. Die neuen Regelungen mögen den illegalen Handel zügeln, jedoch nicht verhindern. Entsprechend Professor Chen bleibt die Situation „zerrüttet und durcheinander”. Der einzige positive Effekt ist, dass die neuen Regeln die Entnahme in „minderwertigen medizinischen Instituten ohne qualifiziertem Personal” verbieten.

http://www.asianews.it/view.php?l=en&art=5766