The Calgary Herald (Alberta): Abschreckende Berichte klagen China des Organhandels an

Dienstag, 11. Juli 2006

(Minghui.de) Als David Matas und ich vor zwei Monaten freiwillig mit unserer Untersuchung zu den Anschuldigungen begannen, Falun Gong-Praktizierende seien in ganz China Opfer von Lebend-Organentnahmen, hatte keiner von uns vorhersehen können, wie zugänglich und entsetzlich die in sich selbst belastenden Beweise sein würden.

Eine unserer ersten Zeugen ist eine Frau, die nicht mehr in China lebt und keine Falun Gong-Anhängerin ist. Sie berichtete auf glaubhafte und detaillierte Weise, dass ihr Ex-Ehemann ihr gebeichtet hätte, dass er für umgerechnet Hunderttausende von kanadischen Dollar Augenhornhäute von ungefähr 2.000 Falun Gong-Praktizierenden in Nordost-China in einem Zeitraum von zwei Jahren bis Oktober 2003 (zu diesem Zeitpunkt weigerte er sich, die Operationen fortzusetzen) entnommen habe. Wir haben eine Abschrift dieses Interviews - zum Schutz von noch in China sich befindenden Personen etwas bearbeitet - unserem Bericht als Anlage hinzugefügt.

Bei der zweiten Beweisgruppe handelt es sich um Mitschnitte von Telefongesprächen, die zwei chinesisch sprechende Frauen aus Nordamerika mit Angestellten von Krankenhäusern, Internierungslagern und „Volksgerichten” geführt haben. Um sicherzustellen, dass die Übersetzung der Gesprächsaufzeichnungen exakt das wiedergibt, was gesagt wurde, überprüfte einer von uns die schriftliche Übersetzung in Gegenwart eines zertifizierten unabhängigen Übersetzers, während dieser die Aufnahmen, ohne die Hilfe der Abschriften, simultan übersetzte.

Einige der aufgenommenen Eingeständnisse sind eigentlich unmenschlich. Beispielsweise antwortete Dr. Dai vom Lebertransplantationszentrum der Universität Jiaotong in Shanghai der Anruferin im März dieses Jahres in einem Teil des Gespräches folgendermaßen:

Anruferin: Ich möchte gerne wissen, wie lange man (Patienten) warten muss (auf eine Lebertransplantation)?

Dai: Wir bekommen jeden Tag Organe geliefert. Wir machen das jeden Tag.

Anruferin: Wir möchten frische, lebende.

Dai: Es sind alles lebende, alle.

Anruferin: Ich habe gehört, dass einige der Organe von denjenigen kommen, die Falun Gong praktizieren, von denen, die sehr gesund sind.

Dai: Ja, die haben wir. Ich kann Ihnen am Telefon nicht mehr sagen.

Eine dritte Quelle der Selbstanklage ist eine Anzahl von Webseiten in ganz China. Nach dem 9. März (als die Anschuldigungen bezüglich der Organentnahmen in großem Umfang in den Weltmedien auftauchten) sind einige abgeschaltet worden, doch man hat immer noch Zugang zu einer erstaunlichen Anzahl von ihnen.

Auf der Webseite des „International Transplant Network Assistance Centre” heißt es, dass „Spender von Eingeweiden (eine Definition im Wörterbuch dafür lautet: 'weiche innere Organe ... einschließlich Gehirn, Lunge, Herz usw.') sofort gefunden werden können.” Auf der Webseite in der Stadt Tianjin hieß es auf einer mittlerweile entfernten Seite, die wir jedoch archiviert haben, dass die „durchschnittliche Wartezeit (für eine Leber) zwei Wochen beträgt”.

Da die Überlebenszeit einer Leber ungefähr zwölf Stunden ist, kann es nur so sein, dass eine große Organbank lebender „Spender” vorhanden sein muss, die für die Patienten der Transplantationszentren in ganz China solch kurze Wartezeiten ermöglicht.

Die vierte Quelle besteht aus einer Anzahl von Falun Gong-Praktizierenden, die vermeiden konnten, „Spender” zu werden. In dem Bericht werden drei angesprochen. Nehmen wir den Fall von Yuzhi Wang, jetzt in Vancouver, die von 2000 bis 2001 die meiste Zeit in Arbeitslagern verbrachte, weil sie Falun Gong praktiziert. Sie hörte zufällig, wie die Ärzte sagten, sie hätte irreparable Organschäden, die die Folge von mehrfacher Prügel durch die Wärter waren. Ihre Bewacher verloren sofort das Interesse an ihr. Heute stellt sie ganz ruhig fest, dass ihre inneren Verletzungen ihr halfen, die Arbeitslager und China zu verlassen, um in Kanada ein neues Leben zu beginnen.

Insgesamt stellen wir fest, dass die Herkunft der Organe für ungefähr 41.500 Transplantationen in China zwischen 2000 (als der Mord von Falun Gong-Praktizierenden wegen ihrer lebenswichtigen Organe anfing) und 2006 ungeklärt ist. Zu dieser Einschätzung gelangten wir, nachdem wir eine angemessen mögliche Anzahl an Organen, von exekutierten Gefangenen, Gehirntoten und freiwilligen Spendern, abgezogen hatten.

In unserem Bericht empfehlen wir eine Anzahl an Initiativen, um dieses enorme Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu reduzieren. Angefangen mit der Aufforderung an den UN-Sonderbeauftragten für Folter und das UN-Komitee gegen Folter zusammen mit Menschenrechtsorganisationen, mit weitaus größeren Möglichkeiten, als wir sie haben, diese Situation vollständig zu untersuchen.

Zwischenzeitlich sollte die internationale Gemeinschaft Chinas Transplantationssektor meiden. Beispielsweise sollte man Ärzten, die zur Fortbildung oder auf Urlaub ins Ausland möchten, das Visum verweigern. Wir sollten unsere eigenen Transplantationsgesetze verschärfen und von Ärzten fordern, dass diese Bericht erstatten, wenn ihrer Einschätzung nach Patienten Organe aus Organhandel erhalten haben. Außerdem sollten sie versuchen, ihre eigenen Landsleute davon abzuhalten, für Organtransplantationen nach China zu reisen.

Der Matas-Kilgour Bericht ist auf Englisch nachzulesen unter: http://www.investigation.redirectme.net oder http://www.david-kilgour.com. Bei den oben angegebenen Anlagen handelt es sich um die Anlagen Nr. 13 und 14. Die Antwort der Autoren auf die Reaktion des chinesischen Regimes auf ihren Bericht findet sich unter derselben Adresse.

David Kilgour ist ehemaliger Staatssekretär für den Asien- und Pazifikraum und war von 1979 bis 2006 Parlamentsabgeordneter in Edmonton.