Fünf Jahre Verfolgung von Li Xianglan und anderen im Stadtgefängnis von Harbin, Provinz Heilongjiang (Teil 2)

Teil 1: >www.minghui.de/artikel/42498.html

(Minghui.de)

Die Gefangene Xu Zhen

Die Gefangene Xu Zhen war des Mordes angeklagt und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie arbeitete in der Verpackungswerkstatt und war dazu bestimmt, Falun Gong-Praktizierende „umzuerziehen”. An der Wand befanden sich vier Uhren. Als Xu Zhen sah, dass die Praktizierenden nach der Uhr sahen, um sich an das weltweite gemeinsame Aussenden der aufrichtigen Gedanken zu erinnern, berichtete sie das den Aufseherinnen, die daraufhin alle Uhren entfernten.

Fünf Gefangene waren dazu bestimmt, jede Praktizierende zu überwachen. Sie schränkten deren Bewegungsfreiheit ein, indem sie ihnen sogar in die Toilette, in die Cafeteria und überall hin folgten. Manchmal steckten sie eine Praktizierende in Einzelhaft. Jede Praktizierende in der Einzelzelle wurde von vier oder fünf Gefangenen bewacht. Türen und Fenster wurden mit Zeitungen verhangen und die Praktizierenden gezwungen, sich täglich verleumderische Videos anzusehen. Sie ließen die Praktizierenden nachts nicht schlafen und schlugen sie, wenn sie einschliefen. Einige von ihnen gaben auch psychiatrische Drogen in ihr Wasser oder in ihre Suppe.

Einmal sahen wir, wie die Praktizierende Frau Dong aus einem kleinen Raum herauskam und einen kleinen Hocker trug. Sie hatte einen leeren Gesichtsausdruck und bewegte ihren Kopf nicht, so als ob er festgenagelt worden wäre. Sechs von uns gingen zu ihr hin, sie antwortete aber auf keine Ansprache. Zuvor war sie ein lebhafter Mensch gewesen, der gerne gelacht hatte, aber die Folterung, der man sie unterworfen hatte, hatte ihren Geist zerstört.

Xu Zhen betrog so manche Praktizierenden mit Lügen und Gewalt. Sie wurde von der Verpackungswerkstatt in die Krankenstuben-Division versetzt und später in die 3. Division. Wohin sie auch kam, beging sie bösartige Taten.

Die Gefangene Wang Xinhua

Auch die Gefangene Wang Xinhua war sehr tückisch. Sie ließ keinen Menschen mit den Praktizierenden sprechen, denen sie zur Überwachung zugeteilt war. Sie stand vor der Tür, wenn eine Praktizierende zur Toilette ging und saß vor der Tür, wenn diese duschte. Wenn jemand sie etwas fragte, fing sie an zu fluchen. Diese „Überwacher” bekamen jeden Monat einen oder zwei Extrapunkte für die Überwachung von Praktizierenden und diese wurden ihnen auf ihre Strafzeit angerechnet. Durch diese Methode wurden die Gefangenen angeregt, Falun Gong-Praktizierende auf jede erdenkliche Art zu quälen.

Wang war für die Praktizierende Li Yuyu zuständig. Wenn Yuyu versuchte, mit uns zu sprechen, schubste sie Wang zurück in ihre Zelle. Li Yuyu war zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt und weigerte sich, Gefängniskleidung zu tragen. Im Jahre 2004 trat sie in einen Hungerstreik, durch den sie abmagerte. Im Oktober kam sie aus der Krankenstube ins Krankenhaus. Sie wurde in Einzelhaft gehalten und streng überwacht.

Wang Xinhua folgt der Kommunistischen Partei Chinas loyal. Als sie die Praktizierende Huang Yanzhen überwachte, zwickte sie sie in den Hals, bis der Hals blutete. Sie stieß ihr mit der Faust ins Gesicht, wodurch es anschwoll. Huang erzählte, sie wäre fast daran erstickt und brauchte lange, um wieder zu Atem zu kommen. Ihr Hals schmerzte noch viele Tage später.

Verfolgung anderer Praktizierender

Liu Dan war sehr schwach. Sie war etwa 150 cm groß und wog etwa 30 kg. Als sie am 2. Oktober 2006 ihre Hand erhob, um aufrichtige Gedanken auszusenden, wurde sie von fünf Gefangenen bewegungslos geschlagen. Sie protestierte, indem sie in einen Hungerstreik trat, aber die Aufseherinnen nahmen das nicht zur Kenntnis. Auch Liu Dan kam ins Krankenhaus und dort in Einzelhaft.

Ende Mai 2006 hatte die Praktizierende Xiao Shufen aufgrund der Folgen der Folterungen Schwierigkeiten beim Gehen. Sie benötigte Hilfe von anderen, damit sie nicht vornüber kippte. Das Gefängnis ließ sie nicht ins Krankenhaus, bis es zu spät war. Die Familie wurde erst zehn Tage nach ihrem Tod benachrichtigt. Als die Familie schließlich beim Gefängnis ankam, sah sie, dass Xiao Shufen nur eine alte Hose und einen leichten Pullover trug und barfuß war.

Um das Chinesische Neujahrsfest von 2003 herum beschlagnahmte das Gefängnis die Einkaufskarten der Praktizierenden. Die Gefangenen konnten jede Woche in die Kantine gehen und mit ihren Karten Obst und Gemüse einkaufen, aber den Praktizierenden war es monatelang verboten, etwas einzukaufen. Unsere täglichen Bedürfnisse mussten wir uns von anderen Gefangenen borgen. Wir berichteten den Aufsehrinnen von diesem Mangel und so befahlen sie zwei Gefangenen, von unserem Geld für uns die nötigsten Dinge, jedoch kein Obst und Gemüse, zu kaufen. Dieses Verbot galt für mehr als sechs Monate. Aufgrund der mangelnden Ernährung verloren die Praktizierenden bei der Arbeit oft das Bewusstsein. Wir aßen in Salz eingelegtes Gemüse zum Frühstück und wässerige Suppe zum Mittag- und Abendessen. Ende September protestierten wir und schließlich wurden uns unsere Karten zurückgegeben. Doch Schreibzeug durften wir uns weiterhin nicht kaufen, sondern mussten es uns von Mitgefangenen borgen.

Im Winter 2003 sagte ein Mitgefangener, er habe eine Gruppe Praktizierender aus der 8. Division mit auf dem Rücken gefesselten Händen in Zweiergruppen gesehen. Sie saßen auf dem kalten bloßen Fußboden. Auf ihre Rücken stand in großen Buchstaben „Gefangener” geschrieben.

Ehe die Männerdivision 2004 fort gebracht wurde, schickten die Gefängnisoberen oft Falun Gong praktizierende Frauen in die Männerdivision. Sie mussten in dünner Bekleidung im kalten Winter vor der Tür stehen. Die Männer, Aufseher und Gefangene, fielen körperlich und mit Worten über sie her. Der Missbrauch dauerte zwei bis vier Wochen, manchmal auch länger. Sie krempelten ihnen die Ärmel hoch und dann mussten sie ihre Hände und Füße in den kalten Schnee stecken. Davon trugen viele Praktizierende erfrorene Finger und Zehen davon.

Als ich 2004 in der Verpackungswerkstatt war, schickte mir meine Familie im April und Juli Briefe. Ich bekam sie aber nicht vor Ende Juli. Sun Fengling bekam einen Brief vom Januar erst an 30. September ausgehändigt. Manchmal gingen Briefe einfach verloren. Manche Familien schickten auch Geld. Aber eine Empfängerin bekam das Geld nicht, ehe sie nicht ein Dokument unterzeichnet hatte, das ihre Identität bestätigte.

Eine Praktizierende wurde im Januar 2007 von der Gruppendrill-Division in meine Division verlegt, ihre Arme waren angeschwollen und ihre Handrücken voller Blasen. Sie konnte kaum die Arme anheben und brauchte Hilfe beim An- und Ausziehen. Ihr Gesicht war schwarz und blau und die leiseste Berührung verursachte ihr ungewöhnliche Schmerzen. Sie konnte also ihr Gesicht nicht waschen. Am 18. Dezember 2006, als sie noch in der Gruppendrill Division war,veranstaltete das Gefängnis ein Treffen. Die Beamten beschlossen, dass die Praktizierenden weder Obst noch Gemüse oder Wasser und Essen wie alle anderen bekommen sollten. Stattdessen mussten sie den ganzen Tag auf kleinen Höckern sitzen. Noch andere derartige Regelungen wurden für uns eingeführt. Die neue Praktizierende wurde von diesem Tag an gefoltert. Sie wurde um 5.00 Uhr an das Gitter eines Oberbetts gefesselt, sodass sie mit ihren Füßen den Boden nicht erreichen konnte. Sie wurde nur zu den Mahlzeiten herabgelassen, dann aber gleich wieder hochgebunden. Sie durfte nicht zur Toilette gehen, sie konnte nicht vor 3.00 Uhr schlafen, wenn sie an das Unterbett gefesselt wurde. Von ihrem Körper tropften große Schweißtropfen zu Boden. Dazu schlugen die Mitgefangenen ihr mit Bürsten ins Gesicht, bis diese zerbrachen. Die Praktizierende wurde geschlagen, bis ihr ganzer Körper voller Blasen und blauer Flecken war. Entleeren musste sie sich an Ort und Stelle, ihre Hosen waren von Urin durchtränkt. Sie aß nichts und trank nur sehr wenig, damit sie nicht urinieren musste. Zwischen dem 18. und 31. Dezember 2006 wurde sie jeden Tag 22 Stunden lang auf diese Weise aufgehängt.

Voriges Jahr nahmen einige Beamte an einem Treffen zum Thema „Urteilsverkürzung” teil. Li Zhiqiang sagte daraufhin: „Der Chef des Gefängnisses hat bestimmt, dass niemand einen anderen Menschen mit Worten oder körperlich angreifen darf. Wer diese Regel verletzt, wird zur Verantwortung gezogen.” Trotzdem wurde in der Gruppendrill-Division und in der Festungs-Division Gehirnwäsche durchgeführt, was dort ganz normal war. Dazu wurde 2007 die 13. Division eingerichtet mit dem Ziel, Falun Gong-Praktizierende zu „reformieren.” Sie liegt im 4. Stockwerk, genau wie die Krankenstube. Wang Xiaoli und noch ein Aufseher sind Leiter dieser Division.

Am 16., 18., 20. und 22. März kamen neue Praktizierende. Am 18. sahen wir einen Aufseher und sechs Gefangene ein Auto schieben, in dem sich ein Praktizierender befand. Sein Mund war zugebunden und er trug einen weißen Gürtel um die Taille. Seine Hände und Füße waren zusammengebunden. Sie trugen ihn in den 4. Stock.

Die Festungsdivision zog viele Male um, um sie vor Inspektionen zu verbergen. Schließlich befand sie sich auf dem gleichen Stockwerk mit der Cafeteria. Diejenigen, die vorübergingen, hörten oft die Schreie der Praktizierenden. Tao Dan und ein weiterer Aufseher sind Leiter dieser Division.

Noch jetzt in diesem Augenblick findet die entsetzliche Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden statt. Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen dabei helfen können, diese schreckliche Verfolgung zu beenden.