Meine Kultivierungserfahrungen als Verkaufsrepräsentantin bei der Epoch Times

Erfahrungsbericht auf der Europäischen Fa-Konferenz in Warschau

(Minghui.de)

Ich grüße den ehrenwerten Lehrer!
Ich grüße meine Mitpraktizierenden!

Über die Entscheidung, im Verkauf zu arbeiten

Im Sommer 2006 sprachen mein Mann und ich darüber, ob er seinen gegenwärtigen Arbeitsplatz aufgeben sollte, um als Verkaufsrepräsentant für die Epoch Times tätig zu werden. Er war damals für den Verkauf zuständig und dachte, es sei richtig, wenn jemand diese Tätigkeit in Vollzeitarbeit ausüben würde. Da sich sonst niemand fand, der das tun konnte, dachte er darüber nach, es selbst zu tun. Unsere finanzielle Lage war angemessen, und so überlegte er, dass wir ein Jahr oder zwei von unseren Ersparnissen leben könnten und danach vom Verkauf. Mein Mann ist alleiniger Ernährer der Familie, und in diesem Sommer wurde unser erstes Kind geboren. Ich studierte im dritten Jahr und arbeitete nicht. Als er diesen Vorschlag einbrachte, war ich von Angst erfüllt, eine gute und sichere Einkommensquelle zu verlieren. In einem unserer Gespräche darüber tauschten wir uns über den fehlenden Glauben an die Zeitung aus. Wenn wir nicht gewillt sind, Opfer zu bringen und nicht glauben, dass die Zeitung Erfolg haben und wir bei dieser Arbeit tatsächlich Geld verdienen können, ist das ein großes Versäumnis. Unter solchen Umständen wird unsere Zeitung nicht wachsen. Wir diskutierten immer wieder über diese Angelegenheit und über mögliche Vorgehensweisen. In der Zwischenzeit waren die Sommerferien vergangen und mein Studium hatte wieder begonnen. Doch ich fühlte mich in der Schule nicht richtig wohl. Ich versuchte immer, mich aktiv an Projekten für Dafa zu beteiligen und die Dinge harmonisch auszubalancieren. Doch mit einem kleinen Kind zu Hause und dem intensiven Studium hatte ich fast keine Zeit mehr übrig. Immer wenn ich zur Hochschule ging, hatte ich das Gefühl, dass ich nicht dort sein sollte.

Eines Tages schlug ich meinem Mann vor, mit meinem Studium aufzuhören. Da meine Tochter am Morgen bei einem Kindermädchen ist, könnte ich mich in dieser Zeit dem Verkauf von Anzeigen widmen. Wir meinten, dass das die richtige Vorgehensweise wäre, da mein Mann weiterhin die Familie finanzieren konnte, während ich die Grundlage für den Anzeigenverkauf legte. Obwohl diese Idee aus der Sicht des Fa richtig erschien, war die Entscheidung für mich schwer, mein Studium aufzugeben. Ich hatte bereits zwei Jahre meines Lebens damit verbracht und wenn ich ohne Hochschulabschluss abging, würde das meine Familienangehörigen und Freunde schockieren. Ich dachte so viel darüber nach, dass mein Kopf schmerzte und ich mich elend fühlte.

Eines Tages kam mein Mann nach Hause und erzählte mir, dass er mit seiner Mutter zu Mittag gegessen und ihr erzählt habe, dass mich mein Studium nicht erfüllte. Sie habe einfach nur geantwortet, dass ich dann so bald als möglich aufhören und keine Zeit mit Hin- und Herüberlegen verschwenden solle. Das war ein Zeichen für mich. Ich bereitete die Unterbrechung meines Studiums vor. Anfangs gab es von einigen meiner Angehörigen und Freunde Widerstand, da ich offensichtlich aufhörte, um als Volontärin bei der Zeitung zu arbeiten. Als ich jedoch erklärte, dass ich bei der Zeitung arbeiten würde und dann mehr Zeit für meine Tochter hätte, erschien dies allen vernünftig. Und tatsächlich ist es heute so, dass ich ein anständiges Einkommen aus der Zeitung erhalte und mein Studium an ein, zwei Tagen in der Woche wieder aufgenommen habe, so dass ich es langsam zum Abschluss bringen werde und auch noch arbeiten kann.

Beginn der Arbeit

Als ich mit dieser Arbeit anfing, gab es keine Anleitung für mich. Obwohl es in der Vergangenheit einige Praktizierende gegeben hatte, die Anzeigen verkauften, taten sie es nicht systematisch. Es gab keine Anhaltspunkte und niemanden, der mich einweisen konnte.

Da unser Wirtschaftsentwicklungsteam damals Verhandlungen mit einem externen Marketingunternehmen führte, um für die Zeitung zu werben, wurde ich gebeten, noch ein wenig zu warten und noch nicht mit der Arbeit zu beginnen, während die Zeitung ihr Image veränderte. In der Zwischenzeit konzentrierte ich mich auf kleine Projekte zum Marketing der Zeitung. Eine wichtige Sache war damals, dass wir uns auf die Verteilung konzentrierten. Es war nämlich nicht genug Augenmerk auf unsere Zielgruppe gelegt worden. Wenn man nämlich nicht genügend über die Zielgruppe und die Verteilung nachdenkt, ist es schwieriger, Anzeigenkunden zu bekommen. Daher war dies für das Image der Zeitung und den Verkauf von Anzeigenplätzen eine notwendige Voraussetzung.

Wir fertigten exakte Listen an, um festzustellen, wo die einzelnen Zeitungen auslagen, und entdeckten, dass ein großer Teil davon auf eine Weise verteilt wurde, die unserer Marketingstrategie nicht dienlich war. Wir verstanden, dass wir auf den Straßen der Stadt viel mehr Zeitungsverkaufsständer aufstellen mussten, damit die Menschen auf die Zeitung aufmerksam werden und sich bei Bedarf eine herausnehmen konnten. Außerdem erkannten wir, dass diese Zeitungsverkaufsstationen als Reklame und Aushängeschild für die Zeitung wirken und eine Zeitung umso angesehener ist, wenn sie in so einem Zeitungsverkaufsständer erhältlich ist. Wir gingen folgendermaßen vor: Wir fuhren mit einem Motorrad durch die Stadt und überall, wo wir meinten, einen geeigneten Ort gefunden zu haben, hielten wir an. Ich fragte den Eigentümer des Lebensmittelgeschäftes oder Kiosks, ob wir einen Zeitungsverkaufsstand in seinem Laden aufstellen durften, und teilte ihm mit, dass das Geschäft in der Zeitung erwähnt würde (wir haben in der Zeitung eine Auflistung mit den Hauptverteilungsstellen). Ich sagte ihm auch, dass er allen seinen Kunden ein kostenloses Probeexemplar mitgeben könne, wenn diese gerne eines hätten. Meistens funktionierte dies reibungslos und wir konnten Verkaufsstationen aufstellen, ohne dass wir dafür Geld ausgeben mussten.

Obwohl ich zu vielen Abteilungen in der Zeitung einen Beitrag leistete, hatte ich immer noch fast nichts in Bezug auf den Anzeigenverkauf getan. Ich war mit mir selbst nicht zufrieden und wurde unruhig, da ich Resultate sehen wollte. Zwischenzeitlich hatte der Marketingberater seine Arbeit für uns aufgenommen. Wir wechselten vom Tabloidformat (Boulevardzeitung) zum Einblattdruckformat (Flugblattformat) und änderten unser Logo auf Englisch ab. Außerdem traf ich mich mit dem Berater und wir dachten darüber nach, ein Verkaufsteam einzurichten. Damals beschäftigte ich mich mit Anzeigenkunden, die uns ansprachen und um einen Platz in der Zeitung baten. So konnte ich lernen, wie die Verkaufsarbeit vonstatten geht.

Gründung eines Verkaufsteams

Wir traten an Praktizierende heran, um sie zu fragen, wer im Verkaufsteam arbeiten könne. Mehrere Praktizierende meldeten sich und wir setzten Treffen fest, in denen wir ein Team gründeten. An diesen Treffen nahm auch unser Berater teil, um bei der Gründung des Verkaufsteams und der Ausbildung der Verkäufer mitzuwirken. Es war schwierig, die Treffen zu organisieren, doch wir schafften es, Verkaufssituationen nachzustellen und ein Team zu bilden, das seine Arbeit aufzunehmen schien. Im Augenblick der Wahrheit jedoch, als wir uns treffen sollten, um mit dem Anzeigenverkauf zu beginnen, verließen die Praktizierenden einer nach dem anderen das Team. Jeder hatte seine Gründe und am Ende war neben mir nur noch ein Praktizierender übrig, der gelegentlich im Verkauf arbeitete. Obwohl alle den Wunsch hatten, ein erfolgreiches Verkaufsteam auf die Beine zu stellen, schien es, dass nur wenige sich dafür hingeben und dabei bleiben wollten.

In der „Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz 2007 in New York" (Änderung am 19. Juni 2007) am 07.04.2007 in Manhattan beantwortete der Meister folgende Frage:

„Jünger: Die Medien, wie zum Beispiel NTDTV und die Epoch Times, haben in der Fa-Berichtigung eine unermessliche Wirkung erzielt. Wie können wir unsere Medien so betreiben, dass sie für den eigenen finanziellen Ausgleich sorgen können, damit wir uns keine finanziellen Sorgen machen müssen?

Meister: Das kommt darauf an, wie ihr es macht. Über diese Sache habe ich schon mehrmals gesprochen, es muss doch jemanden geben, der sich mit dem Markt beschäftigt. Wenn man euch als Dafa-Jünger Artikel schreiben, Material verteilen oder auf die Straße gehen lässt, das könnt ihr alles machen, aber wenn ihr euch mit dem Markt beschäftigen sollt, möchtet ihr dies nicht tun."

Ich war ziemlich geschockt, als die anderen Praktizierenden das Team verließen, weil ich so viel Zeit für die Gründung und die Vorbereitung der Materialien verwendet hatte. Außerdem hatten wir den Berater dafür bezahlt, dass er bei der Bildung einer Verkaufsgruppe mithalf. Stattdessen hätte er eine oder zwei Personen anleiten können. Ich fühlte mich auf dem Schlachtfeld allein gelassen und wollte ebenfalls aufhören. Bei den Managementtreffen erkundigten sich die anderen, ob es Fortschritte gäbe, und ich spürte einen starken Druck, Resultate zu liefern. Ich hatte das Gefühl, zwischen einem Felsen und etwas anderem Harten eingeklemmt zu sein; auf der einen Seite waren die ablehnenden potentiellen Anzeigenkunden und auf der anderen Seite das Management, das Resultate erwartete.

An einem Tag voller starker Frustrationen verstand ich, dass ich nur nach meinen Fertigkeiten handeln konnte. So sollte ich das machen und nicht versuchen, darüber hinauszureichen. Im „Zhuan Falun” erklärt der Meister in „Was hat der Lehrer den Lernenden gegeben" in der 3. Lektion (zweite Übersetzung): „Außerdem existiert dieser Maßstab in Form einer Säule der Kultivierungsenergie, wie hoch der Maßstab ist, so hoch ist die Säule der Kultivierungsenergie, er stellt deine Kultivierungsenergie dar, die du selbst herauskultiviert hast, er stellt auch die Höhe deiner Xinxing dar."

In der 2. Lektion („Nicht in den Fünf-Elementen, aus den Drei-Weltkreisen hinaus”) erklärt der Meister:

„Ich sagte ihm: Versuch doch mal, noch höher zu steigen. Er sagte: Ich kann nicht mehr, wage es nicht mehr, ich kann nicht mehr höher steigen. Warum? Weil die Säule seiner Kultivierungsenergie nur so hoch ist; auf seiner Säule sitzend stieg er nach oben."

Ich erkannte, dass ich auf meiner gegenwärtigen Ebene mein Bestes geben musste und nicht frustriert sein durfte, weil ich noch auf keiner höheren Ebene war. Wenn ich meine Xinxing kultivierte, dann würde sicherlich eine neue Situation auftreten.

Ich bemerkte, dass in der gesamten Zeit, in der ich unter dem Druck nach Resultaten stand, überhaupt keine Telefonanrufe von Kunden mehr eingingen, die Anzeigen kaufen wollten. Normalerweise war immer zumindest ein Anruf von einer interessierten Person für jede Ausgabe eingegangen und nun blieb sogar das aus. Ich erkannte, dass ich dem Resultat nachjagte und dies Selbstbestätigung und nicht Bestätigung des Fa war.

Natürlich ist das Fa erstaunlich. Einen Tag, nachdem ich zu dieser Erkenntnis gelangt war und meinen Willen zur Kultivierung wiedererlangt hatte, war eine Art Damm gebrochen, und es rief plötzlich jemand an, der an einer Anzeige Interesse hatte. Ich sah, dass die Arbeit ohne die Umgebung von Praktizierenden - und noch dazu im Anzeigengeschäft - hart ist. Ich beschloss, meine Wohnung zur Verfügung zu stellen (wir haben kein Büro und jeder arbeitet bei sich zu Hause) und jedem, der bei der Zeitung arbeitete, anzubieten, bei mir in einer üblichen Arbeitsumgebung zu arbeiten. So kamen tatsächlich einige Praktizierende, so dass wir uns in schwierigen Augenblicken miteinander besprechen und uns gegenseitig unterstützen konnten. Als die Umgebung mit der Arbeit der Praktizierenden angefüllt war, bemerkte ich, dass es für mich auch einfacher war. Ich wurde bei der Arbeit eifriger und enthusiastischer. Kürzlich kamen sogar Praktizierende, die etwas Zeit übrig hatten, vorbei und halfen mir bei der Verkaufsarbeit, übernahmen Telefonate und die Absatzwerbung. Obwohl das nur vorübergehend war, war es ein wichtiger Beitrag.

Bei meinem ersten Besuch bei einem Kunden fühlte ich mich unsicher. Ich dachte, man würde mich „durchschauen" und feststellen, dass ich nicht professionell war, und über mich lachen. Ich dachte auch, dass unsere Zeitung für nicht seriös gehalten würde. Einige schauten auf unsere Zeitung herab und zweifelten daran, dass sie erfolgreich werden könne. Doch nach einigen Treffen entdeckte ich, dass die Leute nichts Angsteinflößendes an sich hatten. Ich bekam den Eindruck, dass meine Haltung als Kultivierende einen netten und frischen Eindruck bei ihnen hinterließ. Anfangs befürchtete ich, dass sie mich für jung und unerfahren halten würden, doch stattdessen behandelten mich ältere Anzeigenkunden sehr respektvoll, fast wie ihre Tochter.

Eines der größten Geschäfte ergab sich für die chinesische Epoch Times. Durch die Postbehörde in Israel, die an einer Anzeige für ihren Geldüberweisungsdienst interessiert war. Nach vielen Telefonaten wurde ein Treffen des Herausgebers der chinesischen Ausgabe mit einer Frau arrangiert, die für den Marketingbereich der Postbehörde zuständig ist. Daran nahmen auch unser Berater und ich teil. Sie kam extra aus der Hauptstadt, um den chinesischen Herausgeber zu treffen. Am Tag des Treffens teilte dieser jedoch telefonisch mit, den Termin nicht einhalten zu können.

So kam ich zu diesem Treffen mit ihnen, nachdem ich mich über die chinesische Bevölkerung im Land und Geldüberweisungen usw. informiert hatte. Ich entschuldigte mich für das Fehlen unseres Herausgebers und versprach, alle Fragen in Bezug auf die chinesische Zielgruppe zu beantworten. Und tatsächlich demonstrierte ich, mit dem Thema vertraut zu sein. Sie baten um ein Preisangebot und bedauerten, aus zeitlichen Gründen nicht länger bleiben zu können. Als das Treffen zu Ende war, fragte die Mitarbeiterin des Marketingbereichs, ob einer von uns in Richtung einer bestimmten Kreuzung fahren würde, da sie ohne Auto da sei und dort einen Bus erreichen müsse. Natürlich bot ich meine Hilfe an. Während des kurzen Treffens hatte ich fast keine Zeit gehabt, sie über unsere Zeitung zu informieren. Doch nun saßen wir während der Autofahrt einige Minuten zusammen, und so begann ich, ihr ausführlich über unsere Zeitung zu berichten. Ich schilderte ihr die gegenwärtige Lage unter dem bösartigen kommunistischen Regime in China und sie hörte ruhig zu. Am Ende bedankte sie sich auch dafür, dass ich sie zum Bus gebracht hatte.

Ich bin der Meinung, dass der Verkaufserfolg zustande kam, weil sich mein Herz nicht bewegen ließ. Stattdessen hatte ich einen absoluten Glauben an die chinesische Epoch Times. Mit dem Wissen, dass sie eine bedeutungsvolle erhebliche Stütze in dem Land hat, war es unmöglich, mich zu stören und zu bewegen. Dieses Ereignis lehrte mich, dass wenn wir sicher und entschlossen sind, uns Störungen überhaupt nichts anhaben können. Der Lehrer sagt: „Wenn du es gut werden lässt, wird es eben gut. Wenn du nicht den Wunsch hast, dass es gut wird oder wenn du innerlich unsicher bist, dann ist es nicht leicht, es zu berichtigen. Das heißt, die aufrichtige Gedanken müssen stark sein." („Erläuterung des Fa auf der Fa-Konferenz im Westen der USA zur Zeit des chinesischen Laternenfestes 2003", 15.02.2003, Los Angeles)

Obwohl es mir schwerfällt, es zuzugeben, habe ich beim Anzeigenverkauf nicht immer ein standhaftes Herz bewahrt, und so waren die Resultate nicht immer gut. Ich erinnere mich, dass ich mich einmal mit dem Manager der Zeitung zusammensetzte und ihm von all den negativen Rückmeldungen berichtete, die ich von den Leuten über die Zeitung bekomme. Er antwortete, dass er das interessant fände, da die Chefredakteure nur Gutes hören würden. Ich verteidigte mich und sagte, dass die Menschen, wenn sie ihren Worten nicht auch finanzielle Taten folgen lassen müssen, leichter anerkennende Worte aussprechen würden. Er wies mich darauf hin, den Grund dafür zu suchen, warum ich nur negative Beurteilungen erhielt. Daraufhin sah ich meinen Mangel und verstand, dass ich damit beschäftigt war, die anderen Mitarbeiter hart zu kritisieren und ich dies auf diese Weise von außen zu hören bekam.

Seitdem erreichen mich auch viele positive Beurteilungen über die Zeitung. Und bald darauf rief auch eine Sekretärin an, die für ihren Chef ein Abonnement bestellte. Sie erzählte, dass ihr Chef eines Morgens die Zeitung auf ihren Schreibtisch gelegt und zu ihr gesagt hätte: „Diese Zeitung möchte ich nach Hause gesandt bekommen." Sie sagte, dass er Generaldirektor einer sehr großen und bekannten Firma in Israel sei, und so entdeckte ich wieder einmal die Macht unserer Gedanken.

Arbeitsmethode

Ich fing damit an, eine systematische Arbeitsmethode zu entwickeln. Ich rief die Menschen an und stellte unsere Zeitung vor, um das Interesse an einer Anzeige zu wecken. Anfangs war es für mich schwierig, da nur wenige von dieser Zeitung gehört hatten und viele ablehnten. Doch ich erkannte, dass ich mich von den Antworten nicht beirren lassen durfte. Auch wenn jemand kein Interesse hat, kann ich nett zu ihm sein und ihm ein Probeexemplar anbieten, damit er uns zumindest kennen lernt. So wird er über die Zeitung Bescheid wissen und vielleicht in der Zukunft an einer Anzeige interessiert sein. Zudem wird er unsere Artikel lesen und die Hintergründe der Verfolgung erfahren. Vielleicht wird er sogar ein regelmäßiger Leser.

Prinzipiell versuche ich, immer kreativ zu denken; zu überlegen, was wir tun können, um nicht nur auf eine Handlungsweise fixiert zu sein. Wenn ein potentieller Anzeigenkunde kein Geld ausgeben möchte, kann ich ihm eine Art Tauschhandel anbieten. Wir machen Werbung für sein Produkt, das wir dann im Gegenzug geschenkt bekommen, so dass wir für einige unserer Leser, zum Beispiel beim Abschluss von Abonnements oder beim Ausfüllen von Meinungsumfragen, ein Präsent zu vergeben haben. Ich denke, dass wir mit unseren Lieferanten in Zukunft Tauschgeschäfte dieser Art abwickeln können, statt einer Bezahlung für ihre Anzeige.

Ein kreatives Beispiel, das erst kürzlich realisiert wurde, kam zustande, als ich eine Warenhaus-Kette, die hochwertige Kleidung verkauft, wegen des Anzeigenverkaufs kontaktierte. Sie haben ein sehr starkes „soziales Bewusstsein" und lassen daher nicht in China fertigen. Sie inserieren in großen Zeitungen, jedoch nicht so oft. Ich dachte, dass sie, wenn wir eine freundschaftliche Kooperation eingingen, vielleicht in Zukunft bei uns Anzeigen aufgeben würden. Ich schlug ihnen vor, Zeitungsverkaufsstände in ihren Geschäften aufzustellen. Es mag ungewöhnlich sein, an ein Designer-Bekleidungsgeschäft Zeitungen zu liefern, doch genau deswegen ist es so interessant. Ich rief sie monatelang an und wurde immer wieder gebeten, eine Woche später nochmals anzurufen. Ich gab nicht auf und bekam schließlich die Zusage, in einem ihrer Geschäfte, im Hauptgeschäft, das sich in gefragter Gegend von Tel-Aviv befindet, beginnen zu können. Dort gibt es auch ein Restaurant und Wellness-Center. Es hat viele Vorteile, die Zeitung dort zu platzieren und ist vielleicht langfristig gesehen viel mehr wert als eine einmalige Anzeige.

Fazit

Die Arbeit bei Epoch Times ist nicht mit dem zu vergleichen, was ich bisher im Privatleben sowie bei Projekten zur Erklärung der wahren Umstände gemacht habe. Früher koordinierte ich Paraden, Kundgebungen und Kunstausstellungen. Es gab immer Schwierigkeiten bei der Planung, doch bei der Durchführung ging dann alles gut, und schon war es auch wieder vorbei. Die Arbeit bei der Zeitung verlangt eine unaufhörliche Kontinuität.

Anfangs war ich auf Erfolg und Resultate aus, und es fiel mir schwer, alles längerfristig zu betrachten. In einem der Treffen mit unserem Marketingberater erklärte er uns, dass die größten Fehler von Verkaufsrepräsentanten die seien, dass sie erstens kein „Nein” akzeptieren können und zweitens immer sofort Resultate haben wollen. Dies passierte mir anfangs auch. Ich drängte potentielle Anzeigenkunden zu sehr, sodass die Anzeige keine Wirkung zeigte. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn er keine Anzeige gekauft hätte. So hätte er wenigstens nicht den Eindruck gewonnen, dass eine Anzeige in der Epoch Times keinen Nutzen bringe.

Die größte Illusion ist es, nach Eile und nach Resultaten zu streben. In meinem ganzen Leben machte ich gerne große Dinge, bei denen man die Resultate schnell sehen konnte. Und nun erkannte ich in diesem Prozess, dass man bei Verkäufen und ganz allgemein bei Geschäften Geduld braucht. Zuerst muss man eine Infrastruktur aufbauen und Verbindungen schaffen, und dann erst kommt alles ganz natürlich. Ich habe erkannt, dass mein größter Mangel bei Ren (Nachsicht) liegt. Wenn mir heute jemand sagt, dass ich ihn in der nächsten Saison oder nach dem Urlaub wieder anrufen soll, dann weiß ich, dass das wirklich morgen ist und ich habe keinen Druck mehr wie früher. Außerdem schätze ich die Zeitung selbst viel mehr und habe keine Eile, um jeden Preis eine Anzeige zu verkaufen. Wenn der Preis zu niedrig ist, dann setze ich den Wert der Zeitung herab, nur, um ein paar Dollar in unsere Tasche zu wirtschaften. Ich habe auch erlebt, wie ich einmal sehr froh wegen eines Verkaufs war und am Ende bezahlte dieser Kunde nicht. Jetzt verschwenden wir Zeit und Ressourcen damit, seine Schulden einzutreiben.

Als ich mich zu diesem Erfahrungsbericht hinsetzte, dachte ich, meine grundsätzliche Erfahrung sei die, weder über einen Erfolg noch über einen Misserfolg berichten zu können. Es gibt keinen Höhepunkt, nur eine beständige Aufwärtsbewegung. Auch wenn es manchmal so aussieht, als ob es Hochs und Tiefs gäbe, verstehe ich es heute so, dass man sich mit einem Herzen kultivieren sollte, das unbewegt ist „wie ein stiller Teich, nichts darin" (Li Hongzhi, Zhuan Falun, zweite Übersetzung, Lektion 3, „Bei der Kultivierung muss man sich auf eine Schule konzentrieren"). Das einzige, was garantiert ist, ist der Fortschritt, trotz allem. Man sollte weder aufgeregt sein noch sich ärgern, weder einen Sieg noch eine Niederlage hervorheben, denn am Ende handelt es sich auf dem Weg immer nur um Stationen. Unsere Freude über einen Erfolg lässt uns im Augenblick der Niederlage herunterfallen.

Rubrik: Fa-Konferenzen