Geschichten aus dem alten China: Die Fehler anderer vergeben

(Minghui.de) Han Qi war der Herzog von Weiguo und gleichzeitig Premierminister in der Song-Dynastie. Eines Tages führte er eine Armee in Ding Wu an. Als er nachts einen Brief schrieb, bat er einen seiner Wächter, für ihn eine Kerze zu halten, damit er sehen konnte, was er tat. Der Wächter jedoch war nicht sehr vorsichtig mit der Kerze und setzte aus Versehen Han Qis Haare in Brand. Schnell schlug Han Qi die Flammen mit seinem Handschuh aus und fuhr mit dem Schreiben fort, als wäre nichts geschehen. Nach einiger Zeit fiel ihm auf, dass der Wächter, der ihm Licht schenkte, ausgetauscht worden war. Besorgt, der Wächter könnte bestraft werden, eilte Han Qi zum Vorgesetzten des Wächters und sagte: „Ersetzt ihn nicht, holt ihn wieder zurück; er weiß bereits, wie man eine Kerze ordentlich halten muss.” Han Qi wurde von jedem in der Armee für sein Verhalten bewundert.

Als Han Qi auf den Da Ming Palast aufpasste, präsentierte ihm jemand zwei wertvolle Jadetassen und erzählte ihm: ”Ein Bauer fand sie in einem Graben, sie sind wunderschön. Das sind wahre Schätze.” Han Qi gab dem Mann etwas Platin und bedankte sich. Er liebte diese Tassen sehr. Wann immer er Gäste zu Besuch hatte, wurden die Tassen auf einen speziellen Tisch gestellt und mit Seide bedeckt.

Eines Tages war der Zuständige für den Wassertransport zu Han Qis Bankett geladen. Also wurden auch die Tassen hevorgeholt. Doch der Zustände war unachtsam und stieß sie herunter, so dass beide Tassen zerbrachen. Der Mann kniete nieder und wartete auf seine Bestrafung. Han Qi jedoch blieb ruhig und lächelte die Gäste an mit der Bemerkung: „Alles ist vorherbestimmt.” Dann sagte er zu dem Mann: ”Sie sind ausgerutscht und haben es nicht mit Absicht getan. Wie kann das Ihre Schuld sein?» Alle Gäste lobten Han Qi und bewunderten sein Nachsehen.

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