Geschichten aus dem alten China: Premierminister Yu und seine Besessenheit nach Reinlichkeit

(Minghui.de) Yu Zhaitian war ein Premierminister am Ende der Qing Dynastie. Er war besessen von Reinlichkeit und vielen anderen Tabus. Zu Hause würde er niemand anderen sitzen lassen, wo er normalerweise saß oder die Vorhänge oder den Türknauf berühren lassen. Im Büro hatten seine Untergebenen den Pinsel am Ende zu halten, wenn sie ihm diesen reichten. Seine Kleidung musste frei von Falten und Staub sein. Wenn es in der Kleidung nach längerem Sitzen Falten gab, musste das Kleidungsstück gebügelt werden.

An einem Wintertag in der Abenddämmerung ging er durch die Straßen, um gebratenes Lamm bei einem Wagen [Stand] zu kaufen. Es gab viele Wagen mit Lämmern, Töpfen, Pfannen, Wein und Holzkohle, und die Kunden aßen mit einem Bein auf dem Wagen ruhend und einem Bein auf dem Boden stehend. Plötzlich lief ein mit Schnee bedeckter Hund zwischen Yus Beinen hindurch und ruinierte seinen weißen Fuchsmantel. Er war darüber so verärgert, dass er nicht mehr essen konnte und forderte seinen Diener auf, den Hund zu fangen und dessen Schwanz abzuschneiden.

In diesem Moment ging sein Freund zufällig vorbei. Sein Freund sagte: „Es wurde in alten Zeiten gesagt, wenn Du nicht genug Fell hast, kannst Du den Schwanz von einem Hund verwenden. Warum gibst Du mir nicht den Schwanz des Hundes, sodass ich ihn verwenden kann, um meine Felljacke zu flicken? Mein Fellmantel ist verschlissen, also wenn Dir Dein schmutziger Fellmantel nicht gefällt, würde ich ihn gerne für den Winter haben.”

Premierminister Yu ging nach Hause und sagte seiner Familie: „Mein Freund ist bei weitem nicht so sauber wie ich und ist nicht so pingelig wie ich, bei dem was er isst, aber er ist sehr gesund. Er ist alt, aber er kann mehr als zehn Meilen gehen, ohne sich müde zu fühlen. Was bringt es, so von Reinlichkeit besessen zu sein? Ich muss diese schlechte Gewohnheit loswerden.” Seine Freunde hörten davon und kommentierten: „Premierminister Yu ist ein guter Premierminister, er weiß, wann man einen Rat akzeptieren sollte.”

Wenn wir andere mit Mängeln sehen, müssen wir nicht nur vernünftig sein, sondern müssen auch einen guten Ansatz und Mitgefühl haben, um ihnen zu helfen, sich zu ändern.

Rubrik: Meinungsforum