Im Gedenken an Li Min, einen Mitpraktizierenden, der zu Tode gefoltert wurde (Foto)

(Minghui.de) Vor einiger Zeit erfuhr ich die traurige Nachricht: Der Falun Dafa-Praktizierende Li Min wurde zu Tode gefoltert. Ich konnte mir nicht anders helfen als zu weinen. Jede einzelne Szene der Vergangenheit, bei der wir uns begegneten, erschien vor meinen Augen.

Li Min


Li Min und ich lernten uns kennen, als wir beide im Changlinzi Zwangsarbeitslager in der Stadt Harbin inhaftiert waren.

Eines Tages im Jahre 2001 stellte mir ein Mitpraktizierender Li Min vor und sagte: „Er ist ein Mitpraktizierender aus unserer Heimatstadt.” Sein Auftreten war sehr freundlich, aufrichtig und unschuldig.

Ich sah ihn fast jeden Tag. Ich bemerkte, dass der Direktor manchmal mit ihm sprechen wollte, und fragte ihn eines Tages, was der Grund dafür sei. Er antwortete mir ruhig: „Sie hörten, dass ich in einem Finanzierungsbüro arbeitete, darum dachten sie, ich hätte viel Geld. Sie erwarteten von mir, ihnen dieses Geld zu geben, so dass ich frühzeitig freigelassen würde. Allerdings lehnte ich ihr Angebot ab, weil ich nicht mit ihnen kooperieren werde.” Der Direktor gab ihn später auf und sprach danach nicht mehr mit ihm.

Nachdem wir gemeinsam aus dem Zwangsarbeitslager freigelassen worden waren, arbeiteten wir zusammen an Projekten, die die Verfolgung aufdeckten. Li Min und ich gingen eines Tages in die Hauptstadt der Provinz, um einige Materialien für den Drucker zu kaufen. Ein alter Mann, der wie ein Bauer gekleidet war, ging auf uns zu. Er erkundigte sich danach, wo man Drucker oder Scanner kaufen könne. Die Person neben ihm sagte, er könne die Frage nicht beantworten. Inzwischen hatte sich der Mann schon weit von uns entfernt, Li Min drehte sich plötzlich um und rannte dem alten Mann hinterher. Er sprach mit ihm und gab ihm etwas.

Der alte Mann ging glücklich weg.

Li Min sagte mir: „Ich habe mich erkundigt, ob er ein Praktizierender sei. Er ist wirklich ein Praktizierender. So gab ich ihm die Visitenkarte jenes Geschäftes, wo Drucker und Scanner verkauft werden. Es ist nicht sicher für ihn, wenn er sich in der Kleidung eines Bauern nach Computerausrüstung erkundigt.” Ich fühlte mich beschämt, nachdem ich seine Bedenken verstanden hatte: Warum denken wir nicht an die Sicherheit jenes älteren Praktizierenden?

Wir kauften eine Menge Druckerpapier und andere Materialien und mieteten uns einen Lieferwagen, um eilig nach Hause zurückzukehren. Als wir auf die Grenze der Stadt zufuhren, sahen wir drei oder vier parkende Polizeifahrzeuge am Straßenrand. Mehr als zehn Polizeibeamte überprüften alle Fahrzeuge, die vorbeifuhren. Ich war ein wenig nervös. Li Min schaute zu mir rüber und sagte: „Zeig keine Panik, lass uns aufrichtige Gedanken aussenden und das Böse daran hindern, uns bei der Bestätigung von Falun Dafa zu stören.” Dann sendeten wir im Lieferwagen aufrichtige Gedanken aus. Als wir uns der Polizei näherten, schaute sie so, als ob sie nichts in unserem Fahrzeug gesehen hätte. Wir konnten die Kontrolle sehr ruhig passieren.

Ich wurde später bei der Polizei wegen des Verteilens von Flyern mit Informationen über die wahren Umstände der Verfolgung von Falun Gong angezeigt. Der Direktor der Polizeistation veranlasste eine Verfügung, dass mich niemand in der Haftanstalt besuchen dürfe.

Während der fünf Monate in der Haftanstalt hatte ich keine Zahnbürste. Es war schlimmer als im Gefängnis. Ich konnte über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr meine Kleidung nicht wechseln. Sie war schäbig und zerlumpt. Dies war die schwierigste Zeit meines Lebens. An einem Tag brachte mich ein Polizeibeamter zu dem Besprechungsraum im Gefängnis. Als ich dort ankam, fand ich heraus, dass Li Min gekommen war, um mich zu besuchen. Er brachte viele Lebensmittel und Bekleidung mit. Ich war sprachlos und konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Er dachte immer an andere. Li Min sagte einige ermutigende Worte zu mir und erzählte, er würde wiederkommen. Er besuchte mich noch einige Male. Später erfuhr ich, dass er ebenfalls festgenommen worden und im Daqing Gefängnis inhaftiert war.

Nach meiner Freilassung aus dem Gefängnis hatte ich den Wunsch, Li Min zu treffen, hatte aber keine Gelegenheit dazu. Mein Mitpraktizierender hat uns verlassen, aber sein Gesicht und sein Lächeln erscheinen oft vor meinen Augen. Sein Vermächtnis ermutigt mich, die „drei Dinge» besser zu machen und unsere historische Mission zu erfüllen, den Meister bei der Fa- Berichtigung und der Errettung von Lebewesen zu unterstützen.

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