Liu Shufen und ihre 72-jährige Mutter wurden im Frauengefängnis Heilongjiang getrennt eingesperrt (Fotos)

(Minghui.de) Als Liu Shufen (36) acht Jahre alt war, entwickelte sich auf ihrem Kopf eine Beule und sie hatte unerträgliche Kopfschmerzen. Sie wurde in viele Krankenhäuser geschickt, aber keines konnte eine endgültige und genaue Diagnose stellen. Sie bekam viele Medikamente, aber keines half. Später litt ihr Vater an Speiseröhrenkrebs. Auch ihre Mutter war mit zahlreichen Krankheiten belastet, selbst leichte Hausarbeit ließ sie in Schweiß ausbrechen. Die ganze Familie lebte in Schmerzen.

Liu Shufen mit ihren Eltern


1996 fing Lius Familie an, Falun Gong zu praktizieren. Bald darauf verschwanden sowohl die Krankheiten von Mutter als auch die der Tochter. Auch ihr Vater erlebte eine starke Verbesserung seiner Gesundheit.

Seit Oktober 1999 war Liu Shufen jedoch endlosen Verfolgungen ausgesetzt. Mitte Mai 2002 wurde sie zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und sie kam ins Frauengefängnis Heilongjiang. Ihr Vater war von Sorgen überwältigt und starb 2006. Ihre Mutter befindet sich gegenwärtig im gleichen Gefängnis wie sie.

Liu Shufen war einmal sieben Monate lang in einem Hungerstreik

Liu Shifen arbeitete in einem Einkaufszentrum, angeschlossen an die Transportgesellschaft der Stadt Daqing. Nachfolgend finden Sie einige schriftliche Nachrichten, die sie aus dem Gefängnis rausbringen konnte, über die Verfolgung, die sie erlebt hat:

„Am 11. Mai 2002 wurde ich verhaftet. Später verurteilte man mich zu 11 Jahren Haft und schickte mich in das Heilongjiang Frauengefängnis, wo die Wachen in ihrem Versuch, uns „umzuerziehen”, Kriminelle anstifteten, Falun Gong-Praktizierende verbal und körperlich zu misshandeln. Wir fühlten uns nicht sicher und standen unter einem schrecklichen Druck.

Am 2. Dezember 2002 wurde ich in die Trainingsgruppe verlegt, ein Ort, wo die Aufseherinnen versuchten, die Praktizierenden mit allen erdenklichen Mitteln „umzuerziehen”. Ich musste acht Tage lang auf dem Fußboden sitzen, mit den Händen auf dem Rücken gefesselt und mit zusammengebundenen Beinen. Jeden Tag zwischen 4:00 Uhr und 20:30 Uhr kamen die Aufseherinnen mehrmals, um eine so genannte Unterhaltung mit mir zu führen. Sie benutzten Bücher, um mir ins Gesicht zu schlagen. Infolgedessen schwoll mein Gesicht an. In der übrigen Zeit wurde ich von einer Gruppe Gefangener bewacht. Am 19. kam ich in eine Einzelzelle, wieder mit den Händen auf dem Rücken gefesselt und mit zusammengebundenen Beinen. Zu jeder Mahlzeit bekam ich ausschließlich Körnersuppe.

Die Zeit vom 18. Dezember 2002 bis zum 8. Januar 2003 verbrachte ich wieder in einer Einzelzelle, wo meine Hände auf dem Rücken gefesselt und ich an den Handschellen aufgehängt wurde (eine Foltermethode, die „große Aufhängung” genannt wird, siehe Foto unten). Im Jahre 2003 wurde ich mehrere Male an mein Bett gefesselt, weil ich die Falun Gong-Übungen praktizierte.

Abbildung von der „großen Aufhängung”


Am 8. März 2004 kam ich wieder in eine Einzelzelle, wo ich mit gefesselten Händen den ganzen Tag lang aufgehängt blieb. Die Gefangene, die meine Zelle zu beobachten hatte, schlug und verfluchte mich, wie es ihr beliebte. Sie erlaubte mir nicht, mich zu waschen und gab mir nur Körnersuppe zu essen. Ich kam erst am 11. April wieder in meine Zelle zurück.
Am 3. Mai 2004 wiesen die Aufseherinnen Zhong Ying und Liu Yan die Gefangene Hou Liping an, mich wieder aufzuhängen. Als sie mich schließlich herunter ließen, hatte ich kein Gefühl mehr in meinen Beinen. Man trug mich in die Zelle zurück. Am 1. Dezember verurteilte ich die körperliche Bestrafung von Praktizierenden. Ein paar Tage später wurde ich dann in einen anderen Raum getragen, wo mir einige Gefangene die Hände auf den Rücken banden und mich an ein Bett fesselten. Dann zerrten sie das Bett herum, was mir ungeheure Schmerzen verursachte und ich fast das Bewusstsein verlor. Ich versuchte, den Überwachungsmonitor auf zu drehen, um von der Folterung zu berichten, doch das hatte nur zur Folge, dass sie mich umso mehr schlugen. Vom 13. bis zum 21. Dezember 2004 befahlen die Aufseherinnen den Gefangenen Tan Hongwei, Liu Ying, Liu Chao und Wen Mial, mich zu überwachen. Sie hängten mich auf, wann immer es ihnen gerade passte. Die Handschellen schnitten mir tief ins Fleisch. Während der Zeit der Folterung durfte ich nicht schlafen und zur Toilette gehen.

Am 15. Mai 2005 kam ich wieder in eine Einzelzelle. Nach dem Gesetz dürfen die Gefangenen nicht länger als 15 Tage in Einzelhaft verbringen. In diesem Gefängnis jedoch war es üblich, Falun Gong-Praktizierende mehrere Monate lang ohne Unterbrechung in Einzelhaft zu halten. Am 6. Juni trat ich aus Protest in einen Hungerstreik. Am 9. Juni begannen sie, mich zwangszuernähren. Die Gefangene Shang Xiaome stieß mir den Ernährungsschlauch absichtlich mit großer Kraft in den Magen, wodurch es zu Blutungen in der Speiseröhre kam und Sodbrennen auftrat . Gleichzeitig sperrten sie mir gewaltsam den Mund auf, wobei sie mir Zähne, Kiefer und Zunge verletzten. Nach jeder Zwangsernährung spülten sie den Essensschlauch nur ab, ohne ihn zu desinfizieren. Manchmal benutzten sie den gleichen Schlauch für vier oder fünf andere Praktizierende. Am 29. Juli wurde ich aus der Einzelzelle entlassen, aber ich setzte den Hungerstreik fort. Shang Xiaomei zwangsernährte mich 3-mal täglich. Die Aufseherinnen isolierten mich während des Hungerstreiks und ließen mich von zwei Gefangenen überwachen. Diesmal dauerte mein Hungerstreik sieben Monate an. Später kam ich in eine spezielle Abteilung für Kranke. Man brachte mich in einen Raum, wo mich Li Guixiang und Wang Xin fortwährend beobachteten. In dem Raum gab es verleumderisches Material, das sich gegen Falun Gong richtete. Man erlaubte niemandem, mir zu nahe zu kommen.

Am 18. Januar 2008 befahlen die Aufseherinnen den Gefangenen Hou Liping, Jan Yajing, Zhang Li, Wang Liying, Song Yanbo und Zhang Meizheng, mich nieder zu halten und mich von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr zu foltern. An diesem Abend weigerte ich mich, am Namensaufruf mit zu machen. Einige Strafgefangene stopften mir den Mund und zerrten mich hinaus. Danach trat ich erneut in einen Hungerstreik. Diesmal mischten sie, weil sie vorgaben, dass es für die Ernährung der Praktizierenden notwendig sei, gedämpfte Brötchen mit gekochtem chinesischen Rettich und Knoblauch und flößten uns diese Paste ein. Sie behaupteten, das sei die neue Gefängnispolitik, um Infektionen zu bekämpfen. Da diese Lebensmittel einen starken Geruch haben, griffen sie unsere leeren Mägen stark an. Wir fühlten uns immer während und nach der Zwangsernährung außerordentlich unwohl in Nase, Kehle, Speiseröhre und Magen und mussten uns dann oft erbrechen.

Liu Shufens Vater starb vor Kummer

Als Lu Shufen geboren wurde, war ihr Vater schon Ende vierzig. Daher schätzte er sie sehr. Weil er wusste, dass seine Tochter gefoltert wurde, litt er große Schmerzen. Infolgedessen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand so sehr, dass er bettlägerig wurde und sich nicht mehr selbst versorgen konnte. Immer, wenn ihn ein Mensch besuchen kam, war seine erste Frage: „Weißt du, wann meine Tochter zurückkommt?”

Liu Shufens Vater rinnen die Tränen über die Wangen


Im Jahre 2002 erfuhr Liu Shufens Vater, dass seine Tochter im Gefängnis ernsthaft gefoltert wurde. Trotz seiner schwachen Gesundheit nahm er ein Taxi zum Gefängnis, hatte aber nicht mehr die Kraft, durch die Tür zu treten, sondern kroch den ganzen Weg bis ins Gefängnis. Trotzdem ließen ihn die Aufseher seine Tochter nicht sehen. 2006 starb der betagte Liu an großem Kummer.

Liu Shufens Mutter wurde zu Gefängnis verurteilt und erlitt ernsthafte Verletzungen

Liu Shufens Mutter, Wang Yanxiang, ist 72 Jahre alt. Als ihre Tochter zu Gefängnisstrafe verurteilt wurde, litt sie nicht nur gefühlsmäßig sehr darunter, sondern musste nun auch noch ihren Mann versorgen. Im Jahre 2006, nachdem er gestorben war, verlor sie jegliches Einkommen und führte ein sehr ärmliches Leben.

Am 5. Juli 2007 wurde sie aus ihrer Wohnung geholt und erst nach fünf Tagen wieder von der Polizei entlassen. Zur gleichen Zeit wurde ein anderer Praktizierender, Liu Shengyi, verhaftet und zu Tode gefoltert. Am 27. September 2007 brachte die Polizei Liu Shufens Mutter dazu, zum Gericht des Bezirks Honggang zu gehen, wo sie unerwartet angeklagt wurde. Danach wagte sie für lange Zeit nicht mehr, in ihrer Wohnung zu leben, weil sie weitere Verfolgungen vermeiden wollte. Die Polizei von Daqing suchte überall nach ihr. Sie ließ sogar einen Schlosser Wang Yanxiangs Wohnungstür aufbrechen. Am Morgen des 7. April 2007 hörte Wang jemand an ihre Tür klopfen. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Vor Angst, festgenommen zu werden, sprang sie aus dem dritten Stockwerk, erlitt dabei mehrere Brüche an Rippen und am linken Bein sowie innere Verletzungen an der Lunge. Als die Nachbarn bemerkten, was vorging, brachten sie sie ins Krankenhaus Longnan. Am 27. Mai nahm die Polizei Liu Shufens Mutter Wang Yanxiang erneut fest. Knapp einen Monat nach ihrem katastrophalen Sturz wurde sie von der Polizei zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Am 11. Juli 2009 kam sie in die 11. Abteilung des Frauengefängnisses Heilongjiang. Trotz ihres Alters und ihrer Verletzungen an Rippen und Bein wurde sie zu einer Gehirnwäsche gezwungen. Gleichzeitig blockierte man jede Nachricht von ihrer Tochter Liu Shufen.

Liu Shufen erfuhr dennoch, dass ihre Mutter im gleichen Gefängnis eingesperrt war wie sie. Sie forderte, ihre Mutter zu sehen. Als das Gefängnis das verweigerte, trat sie in einen Hungerstreik. Nach zwei Tagen meinte dann das Gefängnis, dass sie ihre Mutter sehen könne. Liu Shufen kaufte ein wenig Essen für ihre Mutter, doch die Aufseher der Abteilung 11 weigerten sich, ihr davon etwas zu übergeben, weil sie meinten, ihre Mutter habe alles, was sie benötige. Als Liu Shufen bat, ihre Mutter in ihre Abteilung zu verlegen, damit sie für sie sorgen könne, wurde dies von den Aufseherinnen abgewiesen.

Anfang Oktober 2008 bat Liu Shufen einige Freundinnen, eine Jacke und eine Decke für ihre Mutter zu machen. Aber die Abteilung verweigerte ihnen, die Mutter zu besuchen. Nach mehrfachen Forderungen fand Liu Shufen eine Aufseherin, die ihrer Mutter die Sachen brachte. Liu Shufen selbst ist es nicht gelungen, ihre Mutter zu sehen.