Beamte in Baoding, Provinz Hebei, intensivieren die gnadenlose Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden

(Minghui.de) Seit Juni 2010 ließen das "Büro 610" und die Abteilung für innere Sicherheit in Baoding, Provinz Hebei, die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden eskalieren. Die neue Chefin des Büros 610, Wang Heli, aktivierte die Kampagne des „scharfen Schwertes“ des kommunistischen Regimes und verhaftete in großem Umfang Falun Gong-Praktizierende.

Vor jeder Festnahme entsandte die kommunistische Parteiführung gezielt Geheim-Agenten auf die Praktizierenden, um sie auszuspionieren und ihre täglichen Vorhaben zu ermitteln. Das "Büro 610", das Polizeidezernat und die Abteilung für innere Sicherheit der Stadt Baoding schickten dann am 12. Juni 2010 eine große Anzahl von Polizeifahrzeugen und Beamten in fünf Bezirke nördlich von Baoding, um den Anweisungen von Wang Heli zu folgen.

Es handelte sich dabei um die Bezirke Yixian, Dingxing, Gaobeidian, Laishui und Zhuoxian. Die Beamten kollaborierten mit dem "Büro 610", den Polizeistationen und Agenten der Abteilung für innere Sicherheit in den einzelnen Bezirken, um Falun Gong-Praktizierende unrechtmäßig zu verhaften und zu schikanieren. Die Polizisten drangen in die Wohnungen der Praktizierenden ein. Sie traten Türen ein, brachen Schlösser auf und konfiszierten Bargeld und privates Eigentum. Die Verhaftungen von mehr als 60 Praktizierenden wurden im Juni bestätigt. Über 100 Familien wurden während dieser Zeit drangsaliert.

Eine ähnliche Kampagne wurde auch im August durchgeführt. Auf Anweisung von Wang Heli kollaborierte Wang Hong’en von der Abteilung für innere Sicherheit in Baoding mit den lokalen Polizeidezernaten, den Abteilungen für innere Sicherheit und lokalen Polizeistationen in den Kreisen Tangxian, Fuping, Quyang und Mancheng. Sie verhafteten zwischen dem 12. und 16. August 57 Praktizierende. Einige der Praktizierenden wurden in Zwangsarbeitslager eingewiesen.

1. Details über die Verhaftung von Praktizierenden in verschiedenen Gebieten

Mehr als ein Dutzend Agenten kamen in drei Polizeifahrzeugen an, um Herrn Zhou Shuhong und Frau Wang Lixia in der Stadt Zhuozhou festzunehmen. In den Fahrzeugen befanden sich bereits über ein Dutzend Praktizierende, die schon festgenommen worden waren.

In einigen Dörfern hatte die Polizei Leute, die Zeichnungen erstellten und aufhängten, um Falun Gong öffentlich zu diffamieren.

Dorfbewohner in Daijiazhuang im Wangcun Wohndorf, Kreis Laishui, beobachteten den Dorfparteileiter Dai Wenyi dabei, wie er mit fünf Polizisten die Wohnungen von Praktizierenden durchwühlte. Eine ähnliche Szene spielte sich in dem Wohndorf Dakanxia, Stadtteil Bailong, Kreis Mancheng ab, wo der Dorfleiter Wang Qiao und der Schatzmeister Yin Daqi eine Kolonne von Polizeifahrzeug anführten, um im Wohndorf Verhaftungen vorzunehmen.

Beamte der Abteilung für innere Sicherheit gaben im Xinshi Bezirk eine Bekanntmachung heraus, in der jedem eine Belohnung versprochen wurde, der Falun Gong-Praktizierende zur Abkehr ihres Glaubens bewegte.

2. Willkürliche Verhaftung von Praktizierenden

Zwei Männer in Polizeiuniformen drangen am 12. Juni gegen 15:00 Uhr in die Wohnung der Praktizierenden Frau Rong ein. Auf die Frage ihres Sohnes, was sie wollten, sagten sie zu ihm, sie würden eine Kontrolle nach auswärtigen Besuchern durchführen. Damals war niemand bei der Familie zu Besuch. Die Polizisten fragten weiter: „Ist deine Mutter in diesen Tagen zu Hause?“ Der Sohn von Frau Rong dachte sich nichts bei dieser scheinbar beiläufigen Frage und so bejahte er sie.

Bald nachdem die ersten beiden Männer weggegangen waren, tauchten drei Polizeifahrzeuge vor Frau Rongs Wohnung auf. Eine Person namens Zu Liancai von der Youyilou Polizeistation im Stadtteil Baigou führte eine Gruppe Polizisten herein und forderte, Frau Rong zu sehen. Ihr Sohn sagte, er wisse nicht, wann seine Mutter weggegangen sei. Sie waren damit nicht zufrieden und begannen, innen nachzuschauen. Bei dem Verdacht, dass sich Frau Rong im abgeschlossenen Schlafzimmer ihrer Schwiegertochter versteckt haben könnte, brachen sie ein. Als ihre Familie Einwände erhob, riefen die Polizisten einen Schlüsseldienst. Ihre Familie wollte nicht, dass ein Fremder ihre Tür demolierte, und so öffneten sie diese. Frau Rong war nicht im Schlafzimmer. Der ganze Vorgang dauerte fast drei Stunden.

Als Agenten der Shuangta Polizeistation am 12. Juni gegen 20:00 Uhr ankamen, um Frau Zhang Chunfang festzunehmen - eine 56 Jahre alte Praktizierende aus dem Dorf Yongle, Bezirk Shuangta, Stadt Zhuozhou - gaben sie vor, sie würden eine Routineüberprüfung der örtlichen Bewohner durchführen. Gleich als Frau Zhang die Tür öffnete, eilten sie herein und durchwühlten die Wohnung. Sie brachten Frau Zhang in das Zhuozhou Gefängnis und drohten, sie zu einem Jahr Zwangsarbeit zu verurteilen. Frau Zhang ist zuvor schon mehrere Male verhaftet worden.

Die Hühnerzüchterin Frau Liu Lan aus dem Dorf Bailong, Kreis Mancheng war am 16. August dabei, Futter für ihre Hühner vorzubereiten, als zwei schwarze Wagen auf dem Bauernhof vorfuhren. Mehrere Polizisten sprangen aus den Wagen und packten sie. Bevor sie weggingen, stahlen sie noch das Mobiltelefon ihres Mannes, da sie nicht wollten, dass er die Information über ihre Verhaftung anderen mitteilte. Anstatt durch das Dorf zu fahren, machte die Polizei einen Umweg, um zum Team Nr.3 der Bezirkskriminalpolizei zu kommen, wo sie Frau Liu einsperrten, bevor sie am 18. August in das Frauen-Zwangsarbeitslager der Provinz Hebei in der Stadt Shijiazhuang überführt wurde.

Frau Yin Fenglan, eine Praktizierende Mitte 60 aus dem Dakanxia Dorf, Stadtteil Bailong, Kreis Mancheng wurde auch am 16. August festgenommen. Als sie dabei war, ihre Enkelin zu einem Spaziergang mitzunehmen, tauchte plötzlich die Polizei auf, nahm sie fest und erschreckte damit das kleine Mädchen. Frau Yins kranker Ehemann kam heraus und bettelte die Polizisten an, seine Frau doch nicht mitzunehmen. Sie jedoch stellten sich taub und fuhren mit ihr davon.

Während ihrer Festnahme wurden weder ein Durchsuchungs- noch ein Haftbefehl ausgestellt. Wenn niemand zu Hause war, brachen die Polizisten einfach ein und durchsuchten die Zimmer. Wenn die Familie anwesend war, brachten sie einfach Ausreden vor.

3. Polizei durchwühlt Wohnungen von Praktizierenden

Eine Gruppe von Agenten von der Abteilung für innere Sicherheit im Kreis Yi und von der Tanghu Stadtpolizeistation verhaftete am 12. Juni 2010 die 63 Jahre alte Frau Yao Xiuzhi im Wohndorf Beihebei, Stadtgemeinde Tanghu. Sie stellten ihre Wohnung auf den Kopf. Die Getreidehaufen wurden  ausgebreitet, so dass die Weizen- und Kornernte überall verstreut wurde. Die Polizei brachte Frau Yao am nächsten Tag in das Frauenarbeitslager der Provinz Hebei und verurteilte sie zu einem Jahr Zwangsarbeit.

Herr Cao Jiwei und seine Frau aus der Stadtgemeinde Zhaogezhuang, Kreis Laishui waren auf der Arbeit, als sie von einem Freund einen Telefonanruf erhielten, bei dem ihnen mitgeteilt wurde, dass Polizisten ihr Haus umzingelt hätten. Der Freund schlug vor, nicht nach Hause zu kommen. An diesem Tag wurden in derselben Stadt eine große Anzahl von Falun Gong-Praktizierenden in unterschiedlichem Maße schikaniert. Vollbewaffnete Polizisten füllten den Hofraum von Herrn Cao Jiwei. Als sie seine Wohnung durchwühlten, ließen sie nichts ungeöffnet und warfen das persönliche Eigentum der Familie überall herum. Die Plünderung und Einschüchterung löste bei der 74 Jahre alten Mutter von Herrn Cao ein Dauerzittern aus. Selbst heute noch gerät sie in Panik, wenn sich ein Fahrzeug nähert und eine Tür geöffnet wird.

4. Die polizeilichen Festnahmen reißen viele Familien auseinander

Eine Gruppe von Agenten der Abteilung für innere Sicherheit des Kreises Laishui und der lokalen Polizeistation brachen am 12. Juni nachmittags in die Wohnung von Frau Yu Fengyun ein. Nachdem sie  ihre Wohnung durchwühlt hatten, nahmen sie Frau Yu auf die Polizeistation der Stadtgemeinde Shiting mit. Als sie um Mitternacht noch nicht wieder zurück war, ging ihr Mann Yang Xifang zur Polizeistation, um ihre Freilassung zu fordern. Zu seinem Schreck nahmen sie auch ihn fest. Der Mann und die Frau wurden am nächsten Tag in ein Arbeitslager gebracht. All dies geschah ohne Wissen ihrer Familie. Als die Tochter des Paares, die in einer anderen Region eine Hochschule besucht, während einer Schulpause heimkehrte, fand sie ihren 19 Jahre alten Bruder allein zu Hause vor. Weil sie Schulgeld brauchte, prüfte sie den Safe ihrer Eltern und musste feststellen, dass die Polizei ihre gesamten Familienersparnisse gestohlen hatte.

Frau Liu Binglan aus der Stadt Gaobeidian wurde 2008 zu eineinhalb Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Unter dem Druck der Polizei ließ sich ihr Mann scheiden, während sie im Zwangsarbeitslager unter brutaler Folter litt. Nach ihrer Freilassung im Jahre 2010 heiratete sie wieder, doch nur zwei Wochen nach ihrer Hochzeit verhaftete die Polizei sie erneut und steckte sie in ein Zwangsarbeitslager.

Herr Li Zhenfang ist aus der Wohnsiedlung Anyang, Stadtgemeinde Lou, Kreis Laishui. Im April 2000 wurde er einmal ausgezogen und mit einem nassen Seil ausgepeitscht. Herr Li wurde 2002 erneut verhaftet und fünf Monate und 25 Tage im Gefängnis im Kreis Laishui eingesperrt. Im Winter musste er auf dem mit Eis und Schnee bedeckten Betonboden schlafen. Manchmal musste er ohne Schlaf harte Arbeit verrichten. Durch die Folter blieben am Körper Lähmungen zurück. Sein Sohn musste ihn am Tage seiner Entlassung in einem kleinen Karren nach Hause schieben. Er und seine Frau Li Zhenxian führten ein sehr hartes Leben. Nach der Festnahme seiner Frau am 12. Juni 2010 versuchte die Polizei, den behinderten Herrn Li einzusperren. Um einer Festnahme zu entgehen, musste er seine Wohnung verlassen und sich in seinem schlimmen Zustand von Ort zu Ort durchschlagen.

5. Die Polizei verhaftet nicht praktizierende Familienangehörige und erpresst Geld

Am 12. August 2010 brach die Polizei gegen 11:00 Uhr in die Wohnung von Frau Liu Gairong aus dem Kreis Fuping ein. Sie versuchte, sie festzunehmen, ohne einen Haftbefehl vorzuweisen. Plötzlich trat bei ihr ein Anfall auf und sie hatte Schaum vor dem Mund. Ihre Tochter, eine Teenagerin, weinte um ihre Mutter und versuchte, die Polizei daran zu hindern, sie mitzunehmen. Sie legten dem Mädchen Handschellen an und trugen ihre bewusstlose Mutter in ein Polizeifahrzeug. Wegen des kritischen Zustandes von Frau Liu mussten sie sie in ein Krankenhaus bringen. Obwohl sie ihre Tochter später am Tag freiließen, brachten sie Frau Liu und ein Dutzend festgenommene Praktizierende am nächsten Tag in das Frauengefängnis der Provinz Hebei.

Agenten des Polizeidezernats des Kreises Laishui und von der Polizeistation der Stadtgemeinde Mingyi nahmen Frau Zhang Shufen am Morgen fest und ließen sie am Nachmittag frei. Später erhielten sie Anweisungen und kamen gegen 22:00 Uhr am selben Abend zurück und verhafteten sie erneut. Frau Zhang verstauchte sich während der Verhaftung ihren Fußknöchel. Nach Anlegen eines Gipsverbandes hatte sie Schwierigkeiten beim Gehen. Trotz ihres Zustandes brachte die Polizei Frau Zhang für ein Jahr Haftzeit in das Shijiazhuang Zwangsarbeitslager. Als ihre Familie ihre Freilassung forderte, lehnten die Lagerbeamten dies ab und sagten, die Angehörigen müssten eine Menge Geld für die Behandlung ihres Fußknöchels bezahlen.

Bei der Ankunft einer Gruppe von Agenten, um Frau Wei Chunlan aus dem Kreis Laishui zu verhaften, versuchten die Schwiegermutter, Mitte 80, und ihre älteste Tochter, mit den Polizisten zu diskutieren, doch die Polizisten wurden ärgerlich und verhafteten die beiden. Die Familie von Frau Wei protestierte und zögernd ließ die Polizei alle drei Frauen frei. Doch am folgenden Morgen verhafteten sie Frau Wei erneut.

Agenten der Abteilung für innere Sicherheit und von der Polizeistation des Xishanbei Flughafens im Kreis Yi verhafteten Chen Fengzhen aus dem Wohndorf Xishanbei und brachten sie in das Gefängnis im Kreis Yi. Nach 15 Tagen ließen sie sie frei, nachdem sie 8.000 Yuan von ihrer Familie erpresst hatten.

Die Polizei forderte die Familie von Zang Xian auf, 100.000 Yuan zu zahlen und mit ihnen zu kooperieren, um noch mehr Personen zu verhaften, doch die Familie lehnte dies standhaft ab.

6. Errichtung von Gehirnwäsche-Einrichtungen

Wang Heli, die Leiterin eines "Büro 610" fordert nun, dass jeder Kreis seine eigenen Gehirnwäschekurse durchführt. Sie hat auch heimlich Beamte in jeden Kreis entsandt, um Praktizierende zu untersuchen, ohne die örtlichen Büros zu benachrichtigen. Es wurden mindestens drei Gehirnwäsche-Einrichtungen, zwei in Baoding und eines in Zhuozhou, eingerichtet und sind in Betrieb, um die inhaftierten Praktizierenden „umzuerziehen“. Die Xiaobailou Gehirnwäsche-Einrichtung ist in einem früheren öffentlichen Badehaus der Baoding Wollfabrik in der Loangquan Straße 11 untergebracht, wohingegen die Xiangyang Gehirnwäsche-Einrichtung im Movie Bezirk in Baoding liegt. Die Nanmaxiang Gehirnwäsche-Einrichtung befindet sich in Zhuozhou.

Laut unvollständigen Statistiken sind in den vergangenen elf Jahren mindestens 95 Praktizierende in Baoding durch die Verfolgung gestorben; 1.177 Menschen wurden verletzt, gelähmt oder erlitten Nervenzusammenbrüche; 103 Menschen wurden zu Gefängnis verurteilt; 545 Menschen wurden in Zwangsarbeitslager eingewiesen; 24 Menschen wurden in Nervenheilanstalten eingesperrt; 1.063 Menschen wurden verhaftet; und bei 1.501 Menschen wurden die Wohnungen durchwühlt. Der Gesamtbetrag des von Praktizierenden und deren Familien erpressten Geldes beläuft sich auf die atemberaubende Summe von 15,48 Millionen Yuan.