Zwangsernährung einer Falun Gong-Praktizierenden in der Ersten Haftanstalt von Shenyang, Provinz Liaoning

(Minghui.de) Am 10. August 2009 verhafteten chinesische Beamte der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) die Praktizierenden Herrn Jian Guo und Frau Chunying Gu aus Shenyang illegal. Ich ging mit drei Praktizierenden zur Ersten Haftanstalt von Shenyang, wo sie inhaftiert waren, um in nächstmöglicher Nähe aufrichtige Gedanken auszusenden.

Gegen 9:00 Uhr erreichten wir die Sperrmauer vor dem Gefängnis. Da es ein sehr heißer Tag war, begaben wir uns in das nahe gelegene Maisfeld. Kurz nachdem wir uns hingesetzt hatten, kamen Beamte der örtlichen Polizeibehörde des Stadtteils Zaohua in Shenyang, fotografierten uns und nahmen uns zur Wache mit. Dort wurden Tante Zhang und ich in einen Raum gesperrt. Gegen 14:00 Uhr begann ein Angestellter der örtlichen Sicherheitseinheit des Bezirks Yuhong in Shenyang mit uns ein Gespräch. Er erklärte uns, dass wir Falun Gong zu Hause praktizieren sollten. Dann sagte er: ”Sobald ihr die Vereinbarung unterschreibt, nicht mehr Falun Gong zu praktizieren, lass ich euch nach Hause. Ihr braucht noch nicht einmal eure Namen darauf zu schreiben.” Ich weigerte mich, dies zu unterschreiben.

Gegen 23:40 Uhr wurden wir in die erste Haftanstalt von Shenyang gebracht. Ich wurde in die 9. Zelle der 3. Einheit gesperrt. Die Beamtin Lu Wang (polizeiliche Kennnummer 114990) war für meine Zelle verantwortlich.

Am 12. Dezember trat ich in einen Hungerstreik. Am 14. Dezember hatte ich bereits drei Tage nichts gegessen, also schleppten mich Lu Wang, Jicha Zhao (polizeiliche Kennummer 104731) und eine weitere Beamte mit Hilfe von zwei Hilfskräften in den Strafraum im ersten Stock, wo sie Falun Gong-Praktizierende folterten. Bevor ich in den Raum kam, erkannte ich eine fliegenbesetzte Schüssel von der Größe eines Waschbeckens auf dem Boden. Es gab eine lange Bank im Raum mit drei ca. 8 cm breiten Gurten auf der Seite. Man band mich mit den Gurten über Brust, Oberschenkel und Beine auf der Bank fest. Sie schnürten den Gurt so eng, dass ich kaum atmen konnte.

Dann führten sie einen Schlauch durch meine Nase in meine Speiseröhre, sodass ich vor Schmerz aufschrie. Danach stopften sie mir etwas in den Mund, damit mich keiner hören konnte. Aus Furcht, ich könnte keine Luft bekommen, ließen sie einen schmalen Schlitz frei. Sie begannen, mich zwangszuernähren, und ich fühlte mich extrem schlecht. Ich hielt den Atem an und drehte meinen Kopf zur Seite, um das, womit man mich zwangsernährte, auszuspucken. Das Zeug, das sie versuchten, in mich hinein zu bekommen, roch wie Öl, das ranzig geworden war. Mehrere zogen an meinem Haar. Ich schloss die Augen und konnte mich nicht bewegen. Man rief eine weitere große Aushilfskraft herein und veranlasste sie, auf meine Wangen zu drücken, damit ich meinen Mund offen hielt. Sie drückte so stark, dass sich mein Mund gezwungenermaßen öffnete und ich unfähig war, ihn zu bewegen oder zu schließen. Mein Mund und Zahnfleisch wurden verletzt und schwollen an. Nach der Zwangsernährung zog Lu Wang an meinem Haar, schlug auf meinen Kopf und trat mich, während ich zurück zur Zelle ging. Außerdem bedrohte sie mich: „Wenn du nichts isst, werden wir dich nachmittags erneut zwangsernähren -- zweimal täglich.” Ich fuhr jedoch mit meinem Hungerstreik fort.

Am Morgen des 15. Dezember zerrten sie mich erneut in den Folterraum, wo ich drei Beutel mit Nährlösung sah. Die Aufsichtsbeamten nahmen die Beutel mit in einen anderen Raum und füllten eine Brotdose halb mit verdünnter Nährlösung. Sie fragten mich, ob ich das trinken oder es zwangsweise verabreicht bekommen wollte. Ich roch daran und es hatte nicht den Modergeruch wie am Tag zuvor, also trank ich es. Die vorangegangene Zwangesernährung hatte in meiner Speiseröhre Blutungen verursacht und so spuckte ich Blut. Mein Mund brauchte zehn Tage, um wieder auszuheilen.