Meine Kultivierungserfahrungen als Übungshelfer

Vorgetragen auf der europäischen Fa-Konferenz 2011 in London

(Minghui.de) Grüße an den Meister, Grüße an die Mitpraktizierenden!

Ich bekam das Fa im Jahr 2004 und möchte mit euch meine Kultivierungserfahrungen dieser Jahre teilen, speziell meine Erfahrungen als Übungshelfer auf dem Übungsplatz.

Jedes Jahr ermutigt der Dafa-Verein alle Praktizierenden, für die europäische Fa-Konferenz einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Bisher habe ich mich wegen meiner Eigensinne noch nicht entschließen können, etwas zu schreiben, hauptsächlich aus Angst, es nicht gut genug zu machen, und aus Angst, mein Herz zu öffnen. Auch dieses Mal habe ich eine lange Zeit gezögert. Schließlich kam ich zu dieser schwierigen Entscheidung, war aber bis zur letzten Minute unentschlossen.

Ich weiß, dass dieses Verhalten egoistisch ist. Zu meiner Entschuldigung konnte ich nur sagen, dass ich nichts Sinnvolles mitzuteilen hätte - was aber nicht wahr ist. Es ist nur eine Ausrede, um meine wirklichen Eigensinne zu vertuschen.

Kultivierungserfahrungsaustausch ist eine gute Gelegenheit für uns, voneinander zu lernen und uns gemeinsam zu verbessern. Zum Beispiel ist der Austausch der Praktizierenden auf der Minghui-Website eine große Hilfe für meine Kultivierung. Auch das Ziel einer Fa-Konferenz ist für jeden, mit anderen seine Erfahrungen zu teilen, seine eigenen Defizite zu finden und von anderen zu lernen, um sich selbst zu verbessern.

1. Ein Übungshelfer muss Sinn für Verantwortung haben

Als ich mit der Kultivierung anfing, bat mich ein Koordinator, einen Übungsplatz zu organisieren. Ich bekam sofort eine Gruppe von Menschen zusammen, die zum Üben zu einem Platz kamen. Kurz danach gingen wir zum Praktizieren in einen Park. Ich schaute mir das Übungsvideo des Meisters viele Male an, in der Hoffnung, es auch erst zu erlernen. Wenn ich zum Übungsplatz in Madrid ging, beobachtete ich sorgfältig die Bewegungen der langjährig Praktizierenden und wie sie die Übungen lehrten. Seitdem habe ich mich sehr verbessert.

Ein Übungshelfer zu sein, gibt mir die Möglichkeit zu lernen, wie man ein Koordinator wird. Als Übungshelfer muss ich beim Organisieren des Fa-Lernens und bei den Übungen im Park ständig anwesend sein. Ich muss den anderen sorgfältig und geduldig die Übungsbewegungen beibringen; neuen Praktizierenden, die gerade mit den Übungen begonnen haben, Dafa mit Barmherzigkeit vorstellen und ihnen mit Begeisterung helfen.
Während dieses Prozesses entdeckte ich auch nach und nach meine Eigensinne wie Selbstgefälligkeit; denn manchmal dachte ich: „Ich mache die Übungen so gut, sie müssen ihnen klar sein.“ Einmal gab ich heimlich damit an, wie ich den doppelten Lotussitz beherrschte, während andere ihn noch nicht konnten. Dabei hatte ich vergessen, dass sie zum ersten Mal kamen, um die Übungen zu lernen; wie konnten sie die Doppellotus-Position hinkriegen? Ich dagegen praktizierte schon eine lange Zeit!

Einmal fragte mich eine Person, die kurz vor einer Operation stand, ob ihr Körper in anderen Dimensionen davon betroffen sei, wenn bei der Operation irgendetwas entfernt würde. Diese Person kam erst seit kurzer Zeit auf den Übungsplatz. Ich teilte ihr mein Verständnis dazu mit, einschließlich ein paar wichtige Aspekte, die sie brauchte, um es zu erkennen. Sie war sehr dankbar. Als ich alleine war, erinnerte ich mich daran, wie gut ich es gemacht hatte, welche Art von Wissen und Weisheit es mir ermöglicht hatte, so eine gute Erklärung auf die Frage zu geben, wie aufmerksam sie zugehört hatte und so weiter. Alles war so subtil, es funktionierte fast unbemerkt. In der Tiefe meines Herzens gab es jedoch Selbstzufriedenheit. Ein etwas tieferes Graben nach innen brachte auch Angeberei zum Vorschein. Am Ende erzählte ich sogar fröhlich einem anderen Praktizierenden davon.

Mir ist klar, wenn ich Dafa vorstelle oder die Fragen anderer beantworte, muss ich nicht prahlen. Wenn ich die Dinge wie andere tue, wird man es merken. Wenn ich jetzt rede, versuche ich meinen Eigensinn des Angebens zu zügeln und mit Barmherzigkeit darüber zu sprechen.

2. Behandle neue oder langjährig Praktizierende mit Freundlichkeit

Manchmal traf ich mich mit Menschen, die etwas über Falun Dafa wissen wollten. Sie hatten andere Dinge praktiziert und liebten es, über ihr Verständnis zu reden. Ich denke, wir sollten nicht mit ihnen argumentieren. Besser wäre es, ihnen mehr Zeit zu geben, Dafa näher kennen zu lernen. Wenn sie mit dem Lesen des Buches beginnen, werden sie selbst erkennen, was Falun Dafa ist. Wir sind Dafa-Schüler, die sich bereits eine Weile kultiviert haben. Wir verstehen die Wahrheit über Dafa, während Neulinge nichts über Dafa wissen. Wenn wir mit ihnen über die Eigensinne des Angebens oder des Konkurrenzdenkens reden würden, könnten für die Neuen in ihrem Verständnis von Dafa Barrieren entstehen. Es ist noch nicht lange her, da waren einige von uns in der gleichen Situation. Schließlich waren wir auch einmal normale Menschen. Wenn wir ihnen die Wahrheit mit Barmherzigkeit erklären, werden sie Dafa schneller verstehen. Es ist auch eine Gelegenheit für uns, „Nachsicht“ zu kultivieren und unsere Xinxing zu verbessern.

Als ich einmal im Park das Fa lernte, kam eine Dame, um sich nach den Übungen zu erkundigen, und unterbrach mein Lesen. Ich gab ihr eine unfreundliche Antwort und bat sie, später noch einmal zu kommen, um dann die Übungen zu lernen. Das Ergebnis war, dass die Dame nicht zurückkam. Als ich später merkte, dass ich mich sehr schlecht benommen hatte, war ich ziemlich traurig. Eine lange Zeit danach erinnerte ich mich noch an die Dame. Meine Haltung kostete sie die Gelegenheit, das Fa zu erhalten. Ich empfand große Reue.

Ein paar Jahre vergingen. Dank dem Meister tauchte diese Frau vor ein paar Monaten an dem Strand, wo wir übten, wieder auf. Sie war älter und hatte Schmerzen in ihrem Körper. Dieses Mal führte ich sie hingebungsvoll mit allen Einzelheiten in Falun Dafa ein und zeigte ihr geduldig die Übungsbewegungen. Seitdem kommt sie täglich zum Üben. Ihr Gesundheitszustand hat sich ganz erheblich verbessert. Nun hat sie damit begonnen, das Zhuan Falun (Li Hongzhi) zu lesen.

In den letzten Jahren als Übungshelfer gab es eine andere Situation. Ich erkannte, dass ich es nicht gut gemacht hatte, als ich diesen Artikel zum Austausch schrieb. Während der Gruppenübungen in der Vergangenheit korrigierte ich oft die Bewegungen der Praktizierenden. Zum Beispiel bewegten sich manche Praktizierenden schneller, als der Meister die Anweisungen gab, und hielten fast während der ganzen Übung die Augen offen. Bei der dritten Übung bewegten sich ihre beiden Hände nicht gleichzeitig nach oben oder unten. Wenn ich sie korrigierte, schienen sie oft unzufrieden zu sein. So entschied ich, die Bewegungen von einigen langjährigen Praktizierenden nicht zu verbessern. Sie übten schon so lange und wenn sie nicht korrigiert werden wollten, dann war das ihre Angelegenheit. Aber als ich nach innen schaute, sah ich, dass dies nicht der richtige Weg war, mit diesen Dingen umzugehen. Als ich andere auf ihre Fehler hinwies, erinnerte ich sie nicht mit Mitgefühl daran, sondern korrigierte sie eher mit den Eigensinnen der Angeberei und des Trachten nach Ruhm. Ich habe nicht wirklich an andere gedacht, zum Beispiel, dass die langjährig Praktizierenden nicht gestört werden wollen, wenn sie die Übungen machen. Was immer der Grund war, ich musste nach innen schauen und mit allen diese Frage besprechen.

Ich musste berücksichtigen, dass einige Praktizierende während des Lernens nicht so koordiniert waren wie andere. Sie können die Bewegungen nicht sofort lernen oder sie nicht akkurat ausführen. Manche sind älter, sie brauchen Geduld. Im Laufe der Zeit werden sie damit vertrauter und die Bewegungen exakter sein. Wenn wir sie ungeduldig verbessern oder uns selbst als überlegen verstehen, wird der Effekt negativ sein. Aber wenn du freundlich mit ihnen redest, werden sie das harmonische Feld hierbei spüren und weiter praktizieren wollen.

Eines Tages erschien eine Dame in den Siebzigern, weil ihr Sohn, ein Yoga-Lehrer, so krank war, dass er nicht gehen konnte. Sie bekam einige Informationen über Falun Dafa und fand unsere Übungsstätte. Ihre eigene Gesundheit war auch nicht viel besser, sie hatte überall Schmerzen. Anfangs versuchte sie intensiv, die Übungen zu lernen, in der Hoffnung, sie zu Hause ihrem Sohn beizubringen, damit es ihm bessern ginge.

Letztendlich schaffte sie sie immer besser und ihr Gesundheitszustand verbesserte sich dabei dramatisch. Sie begann, das Fa zu lesen, und ihr Aussehen verjüngte sich. Jetzt besucht sie jedes Wochenende die Übungsgruppe.

3. Gut koordinieren durch den Blick nach innen

In der Vergangenheit dachte ich, dass ich ein langjährig Praktizierender sei, der das Fa frühestens in Marbella (ein spanischer Urlaubsort) erhalten würde und dass „nur ich die Übungen lehren konnte“. Durch beständiges Fa-Lernen erkannte ich, dass dies verschiedene Eigensinne wie Angeberei, Trachten nach Ruhm und so weiter beinhaltete. Ich entschied, dass ich sie loswerden wollte. Als ich die Eigensinne beseitigte, erfuhr unsere Gruppe eine große Verbesserung bei der Ausübung von Hong Fa-Veranstaltungen im Park und bei anderen Aktivitäten wie dem Sammeln von Unterschriften.

Während den vergangenen Aktivitäten zur Erklärung der wahren Umstände sah ich immer die Defizite der anderen Praktizierenden und fühlte mich unbehaglich. Ich hatte das Gefühl, dass ich es besser machte als jeder andere. Manchmal ging ich sogar dazwischen, wenn andere über die Tatsachen informierten. Ich kritisierte auch Praktizierende, die zögerten, über die Hintergründe zu reden. Wenn ich nach innen schaute und meine Eigensinne des Angebens, des auf andere Herabsehens, der Selbstzufriedenheit und so weiter sah, wurde mir klar, dass jeder Kultivierende seinen eigenen Weg zu gehen hat. Jeder hat seine eigene Zeit oder seinen Weg, um die Dinge zu tun, die getan werden müssen. Als meine Denkweise sich veränderte, verbesserte sich die Gesamtkoordination unserer Gruppe erheblich.

Unsere Zeit ist begrenzt und wir leben alle weit auseinander. Trotzdem versuchen wir, uns zweimal pro Woche zum Fa-Studium und sonntags und donnerstags zum Austausch zu treffen. Das Fa-Lernen in der Gruppe ist der Schlüssel zur besseren Koordinierung des Teams. Durch das Fa-Lernen und den Austausch vertieft sich unser Fa-Verständnis und behebt Fragen und Konflikte, die in unserer Kultivierung auftreten, wodurch das Team harmonischer wird. Die Veränderung in unserem Team zog mehr Menschen an, um während der wöchentlichen Gruppen-Übungen und Hong Fa etwas über Dafa zu lernen.

4. Allen die wahren Umstände erklären, mit denen ich in Kontakt komme

Zu Beginn meiner Kultivierung wusste ich, dass eines der Dinge, die ein Kultivierender tun muss, ist, die wahren Umstände zu erklären, um Menschen zu erretten. Anfangs war es sehr schwierig für mich, diesen Schritt zu tun, weil ich introvertiert und sehr schüchtern bin. Ich fürchtete mich, abgelehnt zu werden. Aber ich wusste, dass der Meister uns gebeten hatte, Lebewesen zu erretten, um unsere eigene Welt zu füllen. Mir wurde klar, solange wir die Dinge mit einem reinen Herzen tun, werden die Menschen die Wahrheit leichter akzeptieren und dir danken, weil sie darauf gewartet haben, errettet zu werden. So erklärte ich die wahren Umstände und sammelte Unterschriften von jedem, den ich traf. Ich benutzte verschiedene Methoden, um ihnen die wahren Umstände immer und immer wieder zu sagen. In Anlehnung daran, dass die individuellen Verhältnisse einer Person und deren Fähigkeiten zu akzeptieren anders sind, sprach ich mit ihnen über die Schönheit von Falun Dafa und die Verfolgung von Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas aus verschiedenen Blickwinkeln und bat sie, zu unsere Gruppen-Übungen im Park zu kommen.

In meiner Stadt war einmal ein wichtiges politisches Ereignis, eine Konferenz einer bedeutenden politischen Partei. Zu den Teilnehmern gehörten der Generalsekretär der Partei und andere Politiker. Meine Frau und ich beschlossen, diese Gelegenheit nicht zu verpassen, um ihnen die wahren Umstände über Falun Dafa und die Verfolgung in China mitzuteilen. So gingen wir zum Veranstaltungsort. Wir bereiteten viele Kopien der Materialien über die Fakten vor, in der Hoffnung, sie an die VIPs verteilen zu können.
Zu Beginn war ich etwas besorgt. Es gab so viele Sicherheitsmaßnahmen und so eine Menge Menschen wollten sich den VIPs nähern. Würde meine Erklärung der wahren Umstände sie erreichen können? Zu der Zeit wusste ich nichts über die Wichtigkeit des Aussendens der aufrichtigen Gedanken und es fiel mir nicht ein, sie auszusenden. Aber ich dachte, ich könnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diesen einflussreichen Personen die wahren Umstände zu erklären. So nahm ich all meinen Mut zusammen, um zu einer VIP der Stadtregierung zu gehen und ihr die wahren Umstände zu erklären. Als die Veranstaltung zu Ende war, ging ich in Richtung des Präsidenten dieser Partei. Wie durch ein Wunder kam ich mühelos durch die Menge direkt zu ihm. Ich hatte die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen und ihm die Materialien über die Verfolgung zu geben. Er versprach, sie später zu lesen. Danach schaute ich mich direkt nach dem Generalsekretär der Partei um. Die Suche nach ihm gelang mir auch. Ich bat ihn, das Informationsmaterial zu lesen, das ich ihm gab. Ich sagte ihm, dass die Verfolgung in China passiere … Er dankte mir für das Material. Diese Erfahrung gab mir mehr Vertrauen. Der Meister arrangierte den Weg für uns. Solange wir das tun, wird der Meister uns helfen.

5. Meinen grundlegenden Eigensinn benennen und versuchen, ihn loszuwerden

Ich möchte vor allem meine grundlegenden Eigensinne aufführen, die mich davon abhalten, fleißiger zu sein, als da sind Faulheit, Müdigkeit und der Eigensinn auf das Essen. Ich schäme mich deswegen, aber ich glaube, ich muss sie vor allen bekennen, weil ich weiß, dass dies mir helfen kann, diese Eigensinne schneller zu beseitigen.
Nachdem ich erneut meinen Austausch gelesen und nach innen geschaut habe, glaube ich, dass ich meine Kultivierung von Anfang an hätte besser machen und fleißiger hätte sein können. Ich habe etliche weitere Mängel. Ich muss mich selbst an sehr viel höheren Anforderungen messen und meinen Charakter verbessern.

Danke, Meister. Danke, Mitpraktizierende.

Rubrik: Fa-Konferenzen