„Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“ gleichzeitig kultivieren

(Minghui.de) Lange Zeit hatte ich ein Problem: Wenn bei einem Mitpraktizierenden oder einer Gruppe ein Problem auftauchte, wies ich darauf hin. Ich meinte, dass ich aus der Sicht des Fa Recht hätte. Ich hatte auf das Problem hingewiesen, aber es zeigte dennoch keine gute Wirkung. Besonders wenn ich die Probleme der Anderen anrührte, wurde eine negative Wirkung erzielt. Nach und nach schaute ich nicht mehr auf die Probleme der Anderen. Dann dachte ich, dass es auch keine Lösung war, nichts zu sagen. Wo lag das Problem? Beim Fa-Lernen bemerkte ich: "Zwar zeige ich manchmal den wesentlichen Grund des Problems auf, aber es fehlt etwas. Deshalb hat es keine gute Wirkung."

Der Meister sagte:

„Das Dafa ist eine perfekte Harmonie. Wenn die drei Worte `Zhen, Shan, Ren´ getrennt erscheinen, hat jedes Wort die gleichen Eigenschaften von `Zhen, Shan, Ren´, da deren Substanzen aus mikroskopischen Substanzen zusammengesetzt worden sind; und die mikroskopischen Substanzen wiederum aus noch kleineren mikroskopischen Substanzen zusammengesetzt worden sind. So geht es weiter bis zum Ende. Dann ist `Zhen´ von `Zhen, Shan, Ren´ gebildet; `Shan´ von `Zhen, Shan, Ren´ gebildet; und `Ren´ auch von `Zhen, Shan, Ren´ gebildet.“ (Li Hongzhi, Kurze Erklärung über "Shan", 20.07.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Ich erkannte, worin mein Problem lag: Zwar sage ich die Wahrheit, sage die „wahren“ Worte, aber in meiner „Wahrhaftigkeit“ fehlen Barmherzigkeit und Nachsicht. Die „Wahrhaftigkeit“ besteht aus Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Wenn die „Wahrhaftigkeit“ nicht genügend Barmherzigkeit und Nachsicht enthält, ist sie nicht mehr aufrichtig und selbstlos.

Ich überlegte mir: Was war meine Motivation, wenn ich „wahre“ Anmerkungen machte? War es, damit die Anderen mich anerkannten? Oder half ich den Anderen aus meinem Herzen heraus? Vielleicht beides. Aber es war nicht rein. Ich bemerkte: Meine „wahrhaftigen“ Bemerkungen enthielten viele egoistische Gedanken, wie zum Beispiel Beschwerden und Vorwürfe. Ich wollte beweisen, dass ich klüger war als die Anderen. Ich wollte die Anderen zwingen, meine Meinung anzuerkennen (besonders wenn ich glaubte, „Recht“ zu haben). Oder ich war auf den schnellen Erfolg eines Projektes aus.

Manchmal denke ich: Wo liegt das Problem bei meinen „wahren“ Anmerkungen? Selbst wenn er nicht froh ist, sie zu hören, muss ich es doch sagen, weil es die Wahrheit ist. Ich habe quasi die Wahrheit auf meiner Seite! Weil die Wahrheit auf meiner Seite ist, kann ich Andere mit Kanonen und Bomben bewerfen. Doch obwohl ich Recht habe, zeigt das auch keine gute Wirkung und ich verletze die Anderen.

Der Meister sagte:

„Ich habe euch nicht nur Dafa gelehrt. Meine Art überlasse ich euch auch. Der Sprachstil, Gutherzigkeit bei der Arbeit und dazu die Argumente können das Menschenherz ändern, aber niemals Befehle.“(Li Hongzhi, Klar und wach, 13.06.1997, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Auch wenn ein bestimmtes Prinzip richtig ist, ist es nur ein Aspekt. Wenn "Wahrhaftigkeit" nicht genügend Barmherzigkeit und Nachsicht enthält, wenn ich keine Rücksicht auf Andere nehme und es mir an Großzügigkeit mangelt, bin ich nur eine gewöhnliche Person in der normalen Gesellschaft. Es ist weit entfernt von der "Wahrhaftigkeit" in den Grundsätzen des Fa. Deshalb erinnere ich mich daran, ob ich an die Anderen gedacht habe, bevor ich etwas sage. Habe ich mich wirklich in ihre Lage versetzt? Wenn es den Anderen schwer fällt, die Kritik anzunehmen, ist es besser, wenn ich nichts sage. Egal, wie gut der Zweck ist, wenn die Methode nicht stimmt, kann ich mit guter Absicht wahrscheinlich nur schlechte Ergebnisse erzielen. Wenn ich meine Meinung aus Barmherzigkeit sage und meine Worte sanft sind, können die Anderen meine "Prinzipien" leicht annehmen.

„Barmherzigkeit“ enthält auch Wahrhaftigkeit und Nachsicht. Manchmal scheinen wir freundlich zueinander zu sein, aber wir denken nicht wirklich aus unserem Herzen an die Anderen. Manchmal klingen unsere Bemerkungen sehr rücksichtsvoll, doch liegt Berechnung in ihnen. Nur die Oberfläche ist sehr zart und freundlich. Der Meister erwähnte dies in einer Fa-Erklärung:

„Andersherum sind vereinzelte Lernende auch so, dass sie oberflächlich sehr gut zu anderen sind, aber was sie sagen, beinhaltet sehr viele eigene Faktoren, sogar die Faktoren, die andere reizen. Oberflächlich redet man sehr milde, (alle lachen) das ist nur eine raffinierte Handlung. Das ist auf keinen Fall ein Zustand, den ein Dafa-Jünger haben soll.“(Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Sitzung der Lernenden aus der asiatisch-pazifischen Region, 12.04.2004 in New York)

Kurz gesagt, wenn wir nicht wirklich „barmherzig“ sind, sind wir egoistisch. Ich habe bemerkt: Die „Barmherzigkeit“ der Dafa-Jünger sollte auf dem Verständnis der kosmischen Grundsätze basieren. Das ist die Natur eines Lebewesens, zur „Wahrhaftigkeit“ zurückzukehren. Die Freundlichkeit und Güte sollten aus dem Herzen kommen. Andernfalls ist das keine wahre „Barmherzigkeit“, weil es egoistische Motive enthält.

Um wahre „Barmherzigkeit“ zu erreichen, muss man auch tolerant sein und alle gleich behandeln. Es ist einfach, nette Menschen nett zu behandeln. Es ist nicht leicht, unfreundliche Menschen nett zu behandeln. Als Buddha Milarepa seiner Tante das Fa erklärte, lachte seine Tante über ihn. Trotzdem bemühte er sich weiter darum, seine Tante zu erlösen. Am Ende veränderte sie sich.

„Das ist die Barmherzigkeit. Das ist keine aufgesetzte Haltung mit Absicht dahinter oder eine Erscheinung der Zu- oder Abneigung eines Menschen. Es ist nicht so, dass ich dir gegenüber barmherzig bin, weil du zu mir nett bist. Dabei wird keine Gegenleistung oder Entgelt verlangt. Es geht voll und ganz nur um alle Wesen.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz in Washington DC 2009, 18.07.2009)

Die eigentliche Güte ist selbstlos und nicht egoistisch. Sie ist ganz für die Anderen. Wir behindern die böse Tat eines nicht netten Lebewesens. Das ist wahre „Barmherzigkeit“.

„Nachsicht“ enthält auch Wahrhaftigkeit und Barmherzigkeit.

Der Meister sagte:

„Wut, sich ungerecht behandelt fühlen und Nachsicht üben unter Tränen gehört zur Nachsicht eines gewöhnlichen Menschen, der an Bedenken festhält. Überhaupt keine Wut entstehen lassen und sich nicht ungerecht behandelt fühlen, das ist die Nachsicht eines Kultivierenden.“(Li Hongzhi, Was bedeutet Nachsicht, 21.01.1996; in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Ich habe verstanden: Wenn man den Zustand “überhaupt keine Wut entstehen lassen und sich nicht ungerecht behandelt fühlen“ erreichen möchte, sollte man große Barmherzigkeit haben. Man soll nicht auf eigenen Gewinn und Verlust achten. Der Dafa-Jünger muss aufrichtige unzerstörbare Gedanken und Glauben an Fofa haben; deshalb können die Dafa-Jünger tapfer hervortreten und die Schwierigkeit ertragen, wenn sie kommt.

Zur gleichen Zeit ist unsere Geduld nicht passiv. Sie enthält die Elemente, verantwortlich für die Lebewesen und Dafa zu sein. Manchmal, wenn die Anderen sehr weit vom Fa entfernt sind und die eigene Meinung für richtig halten, geraten Praktizierende in einen passiven Zustand. Manche sagen: „Ist die Kultivierung nicht für uns selbst? Dann schauen wir nach innen. Warum kämpfen wir mit Anderen? Wir sollten auch Mitgefühl gegenüber Mitpraktizierenden haben.“ Das klingt gut. Aber ich finde nicht, dass das die wahre „Nachsicht“ ist. Das ist eher ein passiver Umgang mit Konflikten. Das bedeutet, den Konflikten auszuweichen, sich der Verantwortung zu entziehen. Die Folge einer solchen „Nachsicht“ wird zu Misserfolg führen und die Errettung der Lebewesen verhindern.

Unsere „Nachsicht“ sollte auf den wahren Grundsätzen basieren. „Nachsichtig zu sein heißt nicht, feige zu sein, noch weniger heißt es, sich jedem widrigen Zwang zu unterwerfen.“ (Li Hongzhi, Über die Grenze der Nachsicht hinaus, 01.01.2001; in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

Unsere „Nachsicht“ sollte auf der Fa-Berichtigung basieren. Die Dafa-Jünger sind verantwortlich für aufrichtige Faktoren. Sie sollten alle Ungerechtigkeit korrigieren. Natürlich, wenn wir auf die Fehler hinweisen, sollten wir den Zustand erreichen, „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“ gleichzeitig zu kultivieren.

Darüber hinaus erwähnte der Meister mehrmals, dass die Dafa-Jünger nicht in der Lage sind, Kritik anzunehmen. Wenn man eine Lücke hat und darauf hingewiesen wird, gibt man es noch nicht einmal zu. Das ist unwahrhaftig. Für andere Mahnungen und Hinweise ist man nicht dankbar, gibt sogar noch eine sarkastische Antwort. Das ist nicht nett. Wenn man auf eigene Lücken hingewiesen wird, ärgert man sich darüber. Das ist nicht tolerant. Man kann nicht mit Kritik umgehen, das ist ein Zustand von „nicht wahrhaftig, nicht barmherzig und unnachsichtig“. Das ist weit entfernt von den Eigenschaften des Universums. Wenn wir dieses Problem nicht beheben, wie können wir behaupten, dass wir Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht praktizieren?

Das Obige ist mein oberflächliches Verständnis von „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“. „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“ ist das Fa des Universums. Bitte weist mich barmherzig darauf hin, wenn das Obige etwas Falsches enthält.