Seit Jahren meditierte ich falsch

(Minghui.de) Nun praktiziere ich Falun Dafa schon so viele Jahre, allerdings bemerkte ich erst jetzt, dass die Art und Weise, wie ich die fünfte Übung mache, völlig falsch ist. Ich versuchte ca. 45 Minuten zu meditieren, an eine volle Stunde war gar nicht zu denken. Nach der Meditation fühlte ich mich wie benommen und konnte kaum wach bleiben. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte und dass ich mich dazu zwingen müsse, regelmäßiger zu meditieren, um diese Störung zu durchbrechen. Jedoch veränderte sich die Situation nicht. Währenddessen nahm meine Motivation die 5. Übung zu praktizieren immer mehr ab.

Heute merkte ich, dass ich völlig falsch meditierte.

Im Zhuan Falun steht:

Sobald ich zur Ruhe kommen will, denke ich an alles Mögliche, und die Gedanken sind sehr durcheinander. Das ist wirklich so, als ob Flüsse und Meere umgewälzt würden, alles kommt hoch, und du kannst überhaupt nicht zur Ruhe kommen. (Li Hongzhi, Zhuan Falun, Lektion 9: Das reine Herz, S.433)

Nachdem ich eine Weile saß, fiel mir auf, dass ich in einen traumähnlichen Zustand eintrat. Einzelne Gedanken und sonderbare Ideen schwirrten durch mein Gehirn und ich hielt dies irrtümlicherweise für das Eintreten in „ding“.

Der Meister sagt:

Unser Kultivierungsweg verlangt von dir, daß du dich selbst bei klarem Verstand kultivierst. Manche sagen immerzu: Lehrer, ich schwanke, sobald ich die Augen schließe. Ich sage, das ist nicht unbedingt so, du hast dich schon daran gewöhnt, auf dein Hauptbewußtsein zu verzichten. Sobald du deine Augen schließt, läßt dein Hauptbewußtsein nach, und es ist nicht mehr da, du hast dir diese Gewohnheit schon zu eigen gemacht. Warum schwankst du nicht, während du hier sitzt? Bleibe mit offenen Augen in diesem Zustand, dann mach deine Augen leicht zu, schwankst du? Absolut nicht. Du glaubst, daß das Qigong eben so praktiziert werden sollte, du hast bei dir die Vorstellung gebildet, daß du nicht mehr da bist, sobald du die Augen schließt, und nicht mehr weißt, wo du bist. (ebd. Lektion 8: Frohsinn, S. 411)

Wenn ich während der Meditation die Augen leicht offen hielt, bemerkte ich, dass der oben beschriebene Zustand nicht auftrat. Ich hatte die schlechte Angewohnheit, mein Hauptbewusstsein aufzugeben und wusste noch nicht einmal, wo ich war.

Als ich heute die Meditationsübung begann, nahm ich mir vor, eine grundlegende Veränderung zu schaffen und diese Angewohnheit aufzugeben. Immer dann wenn ich dabei war abzuschweifen, achtete ich darauf, mein Hauptbewusstsein zu stärken. Während ich nicht locker ließ, spürte ich plötzlich, wie Energie durch mein Gesicht strömte und sich der schwere Vorhang der Müdigkeit auflöste. Anschließend machte es „klick“ und plötzlich war alles anders. Mit einem Mal fühlte ich mich leicht, war klar und bewusst, so, als ob ich in einer Eierschale säße. Die schwere Last während der Meditationsübung war vorüber und sie war so, wie sie mir oftmals in Beschreibungen geschildert wurde.

Ich weiß, dass ich noch einen weiten Weg zu gehen habe, bis ich mir alle meine schlechten Angewohnheiten abgewöhnt habe, aber zum ersten Mal seit langem freue ich mich wieder auf die Meditation.